Oppenheimer

Oppenheimer

Oppenheimer im Stream

Wie Robert Oppenheimer in den 1930er Jahren im Rahmen des Manhattan-Projekts zum Vater der Atombombe wurde, porträtiert Filmemacher Christopher Nolan in seinem Film Oppenheimer.

Der Film „Oppenheimer“ basiert auf dem Pulitzer-Prize-Gewinnerbuch „American Prometheus: The Triumph and Tragedy of J. Robert Oppenheimer“ von Kai Bird und Martin J. Sherwin. Cillian Murphy („Sunshine“, Peaky Blinders) spielt den amerikanischen Physiker deutsch-jüdischer Abstammung, der in den 1940er Jahren das Manhattan-Projekt leitete, bei dem im Wettlauf gegen Nazideutschland die ersten Nuklearwaffen entwickelt wurden, die schließlich zur verheerenden Zerstörung der japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki führten.

Der hochkarätige Cast von „Oppenheimer“ umfasst auch Emily Blunt als Kitty Oppenheimer, Matt Damon als Lieutenant General Leslie Richard Groves Jr., Robert Downey Jr. als Lewis Strauss​​​​​​​, Jack Quaid als Richard Feynman, Gary Oldman als US-Präsident Harry S. Truman, Tom Conti als Albert Einstein, Matthias Schweighöfer als Werner Heisenberg und weitere.

Im Serienbereich befasste sich das Format Manhattan von WGN America zwei Staffeln lang mit dem Thema. Professor Oppenheimer wurde darin von Schauspieler Daniel London verkörpert.

Oppenheimer Kritik

Oppenheimer Kritik
Cillian Murphy als Oppenheimer im Film „Oppenheimer“
Universal Pictures

Filmkritik „Oppenheimer" durch Bjarne Bock exklusiv für Serienjunkies.de

„Oppenheimer“ erzählt die Lebensgeschichte des Vaters der Atombombe, porträtiert von „Peaky-Blinders“-Star Cillian Murphy. Filmemacher Christopher Nolan will mit großen Bildern und bekannten Gesichtern überzeugen.

Bei Christopher Nolan („Interstellar“, „Tenet“) hat man das Gefühl, dass er sich alle paar Jahre tief in seine Sommerlektüre reinsteigert und er sie unbedingt verfilmen muss. Im September 2021, als sein aufsehenerregender Wechsel zu Universal zusammen mit der Bestellung seines nächsten Filmprojekts bekannt gegeben wurde, waren viele Fans erfreut zu erfahren, welche Obsession den Regisseur und Drehbuch-Autor zu diesem Zeitpunkt antrieb.

Nolan war in die 2005 veröffentlichte, Pulitzerpreis-prämierte Biografie „American Prometheus“ von Kai Bird und Martin J. Sherwin abgetaucht, die die ambivalente Lebensgeschichte des „Vaters der Atombombe“ erzählt: J. Robert Oppenheimer. Dem weltgeschichtsprägenden „Manhattan Project“ des amerikanischen Quantenphysikers fehlte es zwar nie an medialer Resonanz - man denke an die sehenswerte Serie Manhattan von WGN America -, jedoch die Aussicht, den überzeugten Effektpraktiker Nolan eine nukleare Explosion inszenieren zu lassen, schien vielversprechend.

Tatsächlich hat der Filmemacher, der als größter Verfechter des unvergleichlichen Kinoerlebnisses gilt, bei seinem neuen Werk so weit wie möglich auf Computertricks verzichtet. Er und sein Team haben den Trinity-Test in Los Alamos scheinbar realistisch repliziert und für die Ewigkeit auf IMAX-Film gebrannt, was schon allein Grund genug sein sollte, den Eintrittspreis für „Oppenheimer“ zu rechtfertigen. Doch der aufwändige Dreistünder hat mehr zu bieten als Schauwerte.

Schon der Cast ist bombastisch: Cillian Murphy (Peaky Blinders) als J. Robert Oppenheimer, Emily Blunt („A Quiet Place“) als Kitty Oppenheimer, Matt Damon („Jason Bourne“) als Leslie Groves, Robert Downey Jr. („Iron Man“) als Lewis Strauss, Florence Pugh („Midsommar“) als Jean Tatlock, Josh Hartnett (Penny Dreadful) als Ernest Lawrence, Kenneth Branagh („Tod auf dem Nil“) als Niels Bohr und Benny Safdie („Der schwarze Diamant“) als Edward Teller.

Mit Casey Affleck („Manchester by the Sea“), Rami Malek („Bohemian Rhapsody“) und Gary Oldman („Die dunkelste Stunde“) tauchen zudem drei Gaststars auf, die binnen der letzten sechs Jahre bereits den Oscar als Hauptdarsteller gewonnen haben. Der deutsche Exportschlager Matthias Schweighöfer („Army of Thieves“) ist ebenfalls dabei, während Tom Conti („Ruben, Ruben“) als Albert Einstein in Erscheinung tritt. Und selbst damit bleiben noch bekannte Gesichter nicht genannt...

Worum geht's?

Im Kern geht es um die Frage, wie Oppenheimer (Murphy) der Mann wurde, der wie ein moderner Prometheus den Menschen das Feuer von der Göttin Physik abrang, also die stärkste Waffe aller Zeiten erfand. Später geht es darum, wie er mit sich ins Gericht ging - und wie ihm die US-Öffentlichkeit den vermeintlichen Dienst an der Nation gedankt hat. Nolan interessiert sich aber auch für privatere Aspekte, vor allem für das Thema Sex, was nicht ganz einleuchtend erscheint...

Robert Downey Jr. in „Oppenheimer“
Robert Downey Jr. in „Oppenheimer“ - © Universal Pictures

Da der Film 180 Minuten lang ist, kann es kaum verwundern, dass wir in „Oppenheimer“ einen regelrechten Rundumschlag präsentiert kriegen. Es scheint kaum ein Detail in der Vita dieses für viele undurchsichtigen Mannes weggekürzt worden zu sein. Sogar seine Zeit in Göttingen spielt eine Rolle, wobei die Luftaufnahmen der schönen Universitätsstadt Zweifel wecken, was die Authentizität angeht. Aber das stört nur die, die selbst einen Bezug dazu haben...

Trotz des nicht uninteressanten Ausholens in die Lehrjahre Oppenheimers kommt der Film erst in Fahrt, als es wirklich um die Bombe geht. Die große Testzündung in der Wüste von New Mexico stellt - wie zu erwarten war - einen Höhepunkt im Film dar. Die für Nolan typischen Experimente bezüglich der Chronologie seiner Erzählungen (bestes Beispiel: „Tenet“) glücken derweil nicht. Der Regisseur scheint es geradezu zu genießen, sein Publikum zu verwirren, was wann passiert - nicht der eleganteste Ansatz bei einer Biografie.

Eine gewisse Wirkung kann man dem Film trotz aller Unwegsamkeiten nicht absprechen. Wohl am schönsten beschreibt es der US-Kritiker David Ehrlich (via IndieWire), welcher Nolans Werk genauso „brillant und kurzsichtig“ nennt wie Oppenheimer selbst.

Die Zerrissenheit der Titelfigur, die in echten Interviews Tränen über ihr doppeldeutiges Lebenswerk weinte, ist mit Abstand der spannendste Aspekt der Geschichte, doch leider lässt der Film uns völlig im Dunkeln zurück, was diese Gewissensbisse des Wissenschaftlers angeht. Wir verdanken dem beherzten Schauspiel von Cillian Murphy, dass wir glauben, Oppenheimer als Person greifen zu können. Schlau werden wir aus ihm aber nicht - was die übrigen Figuren tatsächlich zum Running Gag umdichten. „Woran glaubst Du überhaupt, Oppie?

Heißt das, niemand versteht Oppenheimer? Gilt das auch für den Mann, der 100 Millionen Dollar in die Hand genommen hat, um sein Leben zu verfilmen? Wenn ja, wäre der neue Streifen von Christopher Nolan eine klare Enttäuschung, was sich nicht so anfühlt. Die Wahrnehmung des Filmes wirkt vergleichbar vielschichtig wie die inhaltlichen Facetten. Ist es das Richtige, das Falsche zuerst zu tun, bevor es die Falschen tun? Im vorliegenden Fall kann man zumindest sagen: Gut, dass wir mit Murphy, Blunt, Damon, Downey Jr. und Co den perfekten Cast in diesen Rollen sehen konnten.

Wie ist es?

Insgesamt bleibt bei „Oppenheimer“ ein gemischtes Gefühl, was daran liegt, dass man bei einem Christopher Nolan alle handwerklichen Fertigkeiten und zudem einen Götterfunken erwartet. Dieser fehlt bei dem Film, der zwar mit großartigen Effekten und kaum zu übertreffenden Schauspieler:innen glänzt, aber keine Überraschungen zu bieten hat. Die seltenen Versuche des Regisseurs, in den Bereich des Metaphysischen voranzupreschen - in erster Linie mittels klar abgrenzbarer Tagträumereien -, fügen sich fremdkörperartig ein.

Relativ eindeutig feststellen kann man, dass der Film wenig aus seinem aufwändigen IMAX-Format macht - und auch viel zu wenig von seiner vermeintlich kinoprägenden Explosion zeigt (man hatte sich eine geduldige Meditation à la „The Tree of Life“ oder „2001: Odyssee im Weltraum“ erhofft). Florence Pugh und Emily Blunt werden als weibliche Stars komplett verschwendet und echte Begeisterung für Physik wird auch nicht vermittelt. Interessant bleibt „Oppenheimer“ über seine drei Stunden Länge trotz alledem, welche leider nicht für einen Tieftauchgang in die Seele der Titelfigur benutzt wird. Im exklusiven Christopher-Nolan-Maßstab reicht das nur für dreieinhalb von fünf Atompilzen.

Podcast zum Film „Oppenheimer

Oppenheimer Trailer

Oppenheimer Schauspieler

Cillian Murphy

als J. Robert Oppenheimer

Ben Safdie

als Edward Teller

Michael Angarano

als Robert Serber

Josh Hartnett

als Ernest Lawrence

Kenneth Branagh

Dylan Arnold

als Frank Oppenheimer

David Krumholtz

als Isidor Isaac Rabi

Alden Ehrenreich

als Richard Feynman

Matthew Modine

als Vannevar Bush

Casey Affleck

Emma Dumont

als Jackie Oppenheimer

Olli Haaskivi

Christopher Denham

als Klaus Fuchs

Scott Grimes

als Counsel

Jason Clarke

Danny Deferrari

als Enrico Fermi

Guy Burnet

als George Eltenton

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