James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben

James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben

James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben im Stream

Bond (Daniel Craig) hat sich vom aktiven Dienst zurückgezogen und genießt das schöne Leben in Jamaica. Der Ruhestand wird jedoch jäh unterbrochen, als sein alter Kumpel Felix Leiter (Jeffrey Wright) vom CIA ihn um Hilfe bittet. Er solle einen Wissenschaftler retten, der entführt wurde, was sich natürlich als schwieriger erweist als gedacht. Bald schon nimmt Bond die Spur zu einem mysteriösen Schurken auf, der bewaffnet ist mit einer gefährlichen neuen Technologie...

Mit dabei sind diesmal neben dem Agenten mit der Lizenz zum Töten auch Ralph Fiennes als M, Lea Seydoux als Madeleine Swann, Naomi Harris als Moneypenny, Ben Whishaw als Q, Rory Kinnear als Tanner und Jeffrey Wright als Felix Leiter als bekannte Gesichter. Neu dabei sind hingegen Dali Benssalah, Billy Magnussen, Ana De Arma, David Dencik, Lashana Lync und Rami Malek.

James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben Kritik

James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben Kritik
Poster zum Film James Bond 007: Keine Zeit zu sterben
MGM/Universal

Filmkritik „James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben" durch Adam Arndt exklusiv für Serienjunkies.de

Keine Zeit zu sterben ist der 25. James-Bond-Film. Zugleich ist es der längste Einsatz des Agenten mit der Lizenz zu töten und der Abschied von Daniel Craig, der zum fünften Mal die Welt rettet. Diesmal ist es für den Doppelnull-Agenten noch viel persönlicher als ohnehin schon.

James Bond 007: Keine Zeit zu sterben“ war einer der frühesten Filme, deren Kinostart wegen der Coronaviruspandemie verschoben werden musste - und das gleich mehrmals. Nun, rund anderthalb Jahre später, wagen MGM, Universal und die Produzenten Broccoli den Filmstart in Europa zum Ende des Septembers. Es ist der 25. Bond, der fünfte und letzte Film von Daniel Craig als Bond, der immerhin seit 2006 schon die Lizenz zum Töten im Kino hat, und auch noch der Agentenfilm der langlebigen Reihe mit der längsten Laufzeit. Die merkt man dem Film leider auch stellenweise an... Es ist ein Abschied mit Würde, aber auch einer mit Ecken und Kanten, wie so manches, was die Craig-Ära für das Franchise bereithielt. Craig hat der Reihe aber auch zu neuen Höhen verholfen. Über 3,1 Milliarden Dollar haben die Einsätze von Daniel Craig als 007 bislang eingespielt - „Skyfall“ und „Spectre“ waren sogar die umsatzstärksten Filme der gesamten Reihe. Ob ähnliche Erfolge nun auch „No Time to Die“ gelingen können?

Darum geht es in Keine Zeit zu sterben

Im neuen Agenten-Actionfilm „James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben“ (Originaltitel: „No Time to Die“) von Regisseur Cary Joji Fukunaga (True Detective) wird der sich eigentlich schon im Ruhestand befindende James Bond (Daniel Craig) mit seiner Agenten-Vergangenheit konfrontiert. Mit seiner Auserwählten Madeleine Swann (Lea Seydoux) wollte er eigentlich ein friedliches Leben starten. Doch eine Sache in Italien hat er noch zu erledigen, nämlich Frieden schließen mit der verstorbenen Vesper Lynd (Eva Green). Spectre scheint die Tentakel und Augen überall zu haben, so dass Bond nach einem Bombenanschlag auf sich an seiner Partnerin zweifelt und sich ihre Wege vorerst trennen.

Fünf Jahre später erscheint sein Freund Felix Leiter (Jeffrey Wright) vom CIA, der ihn um Beistand im Fall eines entführten Wissenschaftlers namens Valdo Obruchev (David Dencik) bittet. Noch ahnt der ehemalige 007 nicht, welche gefährliche Waffe dieser geschaffen hat. Was weiß M (Ralph Fiennes) darüber und welche Mitschuld trägt er an der Schaffung dieses neuen Monstrums? Je mehr er erfährt, desto weniger kann sich Bond vor seiner Verantwortung drücken, in der nicht nur Blofeld (Christoph Waltz) und Spectre eine Rolle spielen, sondern auch der neue mysteriösen Gegenspieler Lyutsifer Safin (Rami Malek), der mit gefährlicher Technologie ausgerüstet ist, die über DNA-Targeting funktioniert. Darüber hinaus teilt er eine geheimnisvolle Verbindung zu Madeleine und ihrer Vergangenheit und stellt somit eine nie dagewesene Bedrohung dar. Überhaupt sind Madeleine und ihre zahlreichen Geheimnisse ein wichtiger Punkt in Craigs finalem Auftritt als Geheimagent...

Zum weiteren Cast zählen Naomie Harris als Moneypenny, Rory Kinnear als Bill Tanner vom MI6 und Ben Whishaw als Gadget-Spezialist Q, aber auch Lashana Lynch als Nomi, die neue 007-Agentin, die Bonds Bezeichnung nach dessen Ruhestand übernommen hat, und Dali Benssalah als sekundärer Antagonist Primo. Das Drehbuch stammt von den 007-Veteranen Neal Purvis und Robert Wade sowie Cary Fukunaga, Scott Z. Burns („Das Bourne Ultimatum“) und - auf persönlichen Wunsch Daniel Craigs - von der mehrfach Emmy-prämierten Autorin Phoebe Waller-Bridge (Killing Eve, Fleabag). Brigdes Einflüsse merken alle Fans ihrer Serien womöglich an einer vermehrten Anzahl von one-liners, Gags und nachgeschobenen Bemerkungen, aber auch an einer überraschend hohen Zahl an emotionalen Dialogen zwischen Bond und anderen Figuren.

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Commander Bond

MGM/Universal
MGM/Universal - © MGM/Universal

Hat „James Bond 007: Casino Royale“ dem Hauptcharakter seine 00-Lizenz verliehen, ist in „Keine Zeit zu sterben“ inzwischen einige Zeit ins Land gezogen und der Film selbst legt zusätzlich einen fünfjährigen Zeitsprung hin. Bond ist ein alter Hase und gilt offiziell sogar als Commander Bond. Nebenbei ist er für das CIA tätig, kann das Agentenleben also nicht vollständig hinter sich lassen. Das passt zu Craig, der mit seinen mittlerweile 53 Jahren (wahrscheinlich war er beim Dreh gerade 50) natürlich nicht mehr ganz jung ist wie zum Anfang der Agentenkarriere, aber trotzdem bewundernswert in Schuss bliebt. Damit ist er außerdem längst nicht so alt wie Roger Moore, der erst mit 58 in Bond-Rente ging, aber dafür in etwa auf Connerys Niveau, als er die Lizenz zum Töten an den Nachfolger abgab. Craig hätte sicherlich noch einen weiteren Film drehen können, aber 15 Jahre sind - mit allen Verzögerungen eingerechnet - ein guter Run. Mit den „Knives Out“-Fortsetzungen wird er zudem nicht nur gut beschäftigt sein, sondern auch noch fürstlich entlohnt werden.

Man hat sich getraut, die Echtzeitalterung und die gesellschaftlichen Veränderungen in einer Welt ohne Bond zu thematisieren. So gibt es eine Nachfolgerin als 007, mit der Bond anfangs konkurriert, aber deren Skills er im Laufe des Films anerkennt. Das ist in gewisser Weise ein ultimativer Metakommentar auf die Frage, ob der nächste Bond eine Frau sein sollte. 007 war es so zumindest schon. Allerdings steht zu erwarten, dass nach Craig ein Reboot der Reihe nötig sein wird. Weswegen man wahrscheinlich nicht auf Lynch in der Rolle setzt. Allerdings frage ich mich, was man zu verlieren hätte, wenn man es versuchen würde. Sollte es scheitern, kann man es eben als Spin-off verbuchen - so, wie früher - und dann den nächsten 007 präsentieren.

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MGM/Universal - © MGM/Universal

Ebenfalls zeitgemäßer ist die Tatsache, dass dieser Bond relativ monogam unterwegs ist. Man kann zwar nicht garantieren, dass er in den fünf nicht gezeigten Jahren keine Liebschaften hatte, doch die Beziehung zu Madeleine spielt eine zentrale Rolle im Film. Sie und eines der zahlreichen Geheimnisse sorgen dafür, dass es für Commander Bond überaus persönlich wird im Konflikt mit Safin. Mr. Robot und „Bohemian Rhapsody“-Darsteller Malek spielt diesen vernarbten Schurken in einer Mischung aus seinen beiden Paraderollen zurückgenommen und relativ still. Typisch für „Bond“-Filme sind seine Pläne allerdings trotz allem ausgefuchst und megalomanisch, so dass ihnen natürlich sofort Einhalt zu gebieten ist, auch wenn mancher Aspekt davon James Bonds Agenda in die Hände spielt... Safin gelingt allerdings etwas, was anderen Schurken nicht gelingt: die moralische Zerstörung des Überagenten, der mit einer ultimativen Tragödie gestraft wird. Was das im Detail bedeutet, will ich gar nicht weiter ausführen. Es ist jedoch bittersüß, wie ihre Konfrontation endet, und sorgt dafür, dass sich Craig in Würde verabschieden kann. Man fragt sich jedoch, wie es weitergehen soll. Denn der Abspann verspricht eine Rückkehr der Figur. Auch ohne Craig. Doch das war ohnehin so sicher wie sein liebster Drink geschüttelt, nicht gerührt, serviert wird.

Waller-Bridge und die Frauenpower

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Keine Zeit zu sterben“ hat bemerkenswert viel Screentime für weibliche Charaktere zu bieten. Neben Madeleine und Nomi ist das vor allem Moneypenny, aber auch eine wunderbare Figur namens Paloma, die von Ana de Armas gespielt wird und nicht damsel in distress ist, sondern vielmehr Bonds Beschützerin in Kuba. Und das alles, obwohl sie meint, erst drei Wochen im Training zu sein.

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In einem atemberaubenden Kleid kann sie auf Augenhöhe mit Commander Bond bei Spectre austeilen, ohne als Betthupferl dienen zu müssen und dennoch genauso viel auftauchen, dass ich mir mehr von ihr wünsche - auch wenn mir nur wenige Minuten mit ihr vergönnt werden... Madeleine und Nomi sind jedoch ebenfalls prominent vorkommende Figuren, die in der fast dreistündigen Laufzeit immer wieder eine eigene Agenda haben. Nomi steht stellenweise ein bisschen im Schatten von Bond, beweist aber auch oft genug, dass sie in hilfreiches asset ist, dem M viel vertraut. Zudem ist Moneypenny in ihrer begrenzten Screentime ebenfalls wie Q ein gern gesehener Charakter. Madeleine kann sich derweil in Gefahrensituation sehr gut selbst verteidigen, was erfrischend ist, denn oft genug dienen die weiblichen Figuren bei anderen „Bond“-Filmen als Opfer, um dem jeweiligen Helden emotional zu schaden oder ihn zum Racheengel zu machen. Inwieweit das auf Drehbuch-Fixerin Waller-Bridge zurückzuführen ist, ist aktuell noch unklar.

Klassische Bond-Elemente

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Die Eröffnungszene des Films macht deutlich, dass wir es mit einem modernen „Bond“-Film zu tun haben, den Regisseur Fukunaga zeitgemäß mit beeindruckenden Bildern in Szene setzt. Wie gewohnt ist es ein Globetrotter-Agentenfilm mit hübschen Pisten, schnellen Autos, Schusswaffen, Gadgets, geheimen Organisationen, Megalomanen mit eigenen Terrorinseln und den Agenten, die alles daran setzen, deren Pläne zu vereiteln. Es dauert wegen der Laufzeit und der Tatsache, dass Bond im Ruhestand ist, für manche vielleicht etwas, bis er davon überzeugt wird, die Lizenz zum Töten und seine Pflichten erneut auf sich zu nehmen, denn auch im Quasiruhestand kann er den Blick über die Schultern nicht lassen. Aber das soll dem Streifen auch gestattet sein, dem hier nun die „letzte Ehre“ dieses Bond-Darstellers mit dem nun eine ganze Generation zusammengewachsen ist, erwiesen wird. Craigs Bond bleibt oft aber bodenständiger als viele Vorgänger. Die Gadgets sind und bleiben durchaus als solche in der Realität vorstellbar und keine Wundervollbringer. Vielleicht mit der Ausnahme eines besonderen bionischen Auges und der McGuffin-Wunderwaffe, die es aufzuhalten gilt.

Manche Szenen wirken ein bisschen wie ein Best-of, was aber keinesfalls schlimm ist. Eine Szene im Wald erinnert mich an „Bond allein zu Haus“ aka „Skyfall“, wobei hier mit dem Tarnaspekt sehr schön gespielt wird. Eine Flugszene erinnert mich an „Mission: Impossible“, andere Aspekte zollen den Klassikern aus den 70ern und 80ern Tribut, die mit Henchmen bevölkert wurden. Der Verrückte-Professor-Charakter ist vielleicht etwas untypisch gesprächig für einen Bond-Charakter...

Primo erinnert an klassische Lakaien respektive Muskeltypen aus dem Franchise, hat aber eher nicht die schweigsame Charismaqualität eines Dave Bautista aus „Spectre“ oder einen Kult-Charakter wie Oddjob oder Jaws.

Wie schon erwähnt bin ich zudem großer Fan von Paloma, die für mich zu den Highlights im Film gehört. Die Actionszenen machen für mich - abseits der dortigen Eröffnungsszene - einen besseren Eindruck als in „Spectre“, können aber mit dem beeindruckenden „Casino Royale“ nicht mithalten. Ab und zu nimmt man sich und die eigene Vergangenheit auf die Schippe, wenn Q etwa über den komplizierten Mechanismus in einem Versteck spricht, das für Bond aber ein alter Hut zu sein scheint, den er in Sekunden durchschaut. Zudem gibt es durchaus tragische Verluste zu verkraften. Ein paar andere Aspekte des Films sind in meinen Augen ebenfalls noch sehr spannend, möchte ich aus Spoiler-Gründen aber nicht erwähnen oder verraten. Einer dieser Aspekte zeigt jedoch eine unerwartete zarte Seite von Bond, die man sich so vielleicht nur in einem Abschiedsfilm trauen würde.

Fazit: Zu viel Zeit zu sterben?

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MGM/Universal - © MGM/Universal

Der finale „James-Bond-Film“ der Ära Daniel Craig ist in jedem Fall zu lang, aber deswegen nicht langweilig oder unspannend. Ich wurde gut und kurzweilig unterhalten, aber auch nicht umgehauen, wie beispielsweise von „Casino Royale“. Im Craig-Kanon ordnet er sich für mich wohl neben „Casino Royale“ und „Skyfall“ im Mittelfeld an. Ein ordentlicher Film, der mich stellenweise emotional abgeholt hat und einen gereiften, manchmal sogar etwas gefühlsduseligen Bond zeigt, für den persönlich mehr auf dem Spiel steht als je zuvor. Deswegen: 004 von 005 Sternen für „Keine Zeit zu sterben“.

Ich bin gespannt, in welche Richtung sich das Franchise nun entwickelt. Denn Konkurrenz wie „Mission: Impossible“, „Jason Bourne“ oder „Kingsman“ haben den Agenten-Urvater in manchen Belangen (vor allem, was atemberaubende Actionszenen angeht) längt überflügelt, wobei man mit Craig in der Hauptrolle oft gut gegenhalten konnte.

Hier abschließend noch der Originaltrailer zum Film „Keine Zeit zu sterben“:

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