Gary Oldman wurde in London geboren und wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Seine Mutter arbeitete als Hausmeisterin, sein Vater verließ die Familie schon frühzeitig. Schon in jungen Jahren entwickelte er eine Faszination für das Theater und spielte erste Rollen in Schulaufführungen. Nach einem kurzen Ausflug an die Greenwich School of Music entschied er sich für die Schauspielerei.
Ab 1976 besuchte er das Rose Bruford College in Sidcup und schloss sein Studium 1979 mit einem Bachelor of Arts in Acting ab. Seine Theatererfahrung sammelte er zunächst an kleineren Bühnen wie dem York Theatre Royal.
In den frühen 1980er-Jahren trat Oldman vor allem in Theaterstücken wie „The Pope's Wedding“ oder „Entertaining Mr Sloane“ auf. Sein Filmdebüt feierte er 1982 in dem Kinofilm „Remembrance“, doch den Durchbruch brachte 1986 seine Rolle als Sid Vicious in „Sid and Nancy“ (1986). Die Darstellung des exzentrischen Punkmusikers war intensiv, selbstzerstörerisch und präzise, sie machte ihn international bekannt.
In „Prick Up Your Ears“ (1987) verkörperte er den britischen Dramatiker Joe Orton, was seine Bandbreite erneut unter Beweis stellte. Trotz wachsender Bekanntheit blieb er dem britischen Theater weiterhin treu und spielte unter anderem in Produktionen des Royal Court Theatre.
Mit Beginn der 1990er-Jahre verlagerte Oldman seinen Schwerpunkt auf Hollywood-Produktionen und spielte oft komplexe, dunkle Charaktere. In „JFK“ (1991) übernahm er die Rolle des Lee Harvey Oswald, in „Dracula“ (1992) stellte er die ikonische Titelfigur in Francis Ford Coppolas Verfilmung dar. In „Leon - Der Profi“ (1994) spielte er einen korrupten DEA-Agenten.
Spätestens seit „The Fifth Element“ (1997) und „Air Force One“ (1997) galt er als vielseitiger Charakterdarsteller.
In den 2000er-Jahren wurde Oldman einem jüngeren Publikum vor allem durch seine Rolle als Sirius Black in der Harry Potter Filmreihe bekannt. Seine Figur war widersprüchlich, zugleich zärtlich und verletzlich, aber auch aufbrausend und impulsiv. Parallel spielte er Commissioner Gordon in der The Dark Knight Trilogy (2005-2012), einer Rolle, die er über drei Filme mit ruhiger Autorität interpretierte.
Beide Franchises verhalfen ihm zu globalem Ruhm und festigten seinen Ruf als wandelbarer Schauspieler.Oldmans Rolle als George Smiley in „Tinker Tailor Soldier Spy“ (2011) wurde mit großer Anerkennung aufgenommen und brachte ihm eine Oscar-Nominierung ein. Die Figur war ruhig, analytisch und kontrolliert, ein Gegenpol zu vielen seiner vorherigen Charaktere. 2017 erhielt er schließlich für seine Darstellung Winston Churchills in „Darkest Hour“ (2017) den Oscar für den besten Hauptdarsteller.
Oldman übernahm anno 2022 erstmals eine Hauptrolle in einer Serie und verkörperte Jackson Lamb in der britischen Produktion Slow Horses. In der Jackson Lamb trat er als desillusionierter MI5-Agent auf, der ein Team gescheiterter Kollegen führt. Die Figur ist schroff, intelligent und voller schwarzem Humor, sie unterscheidet sich stark von klassischen Heldenfiguren.
Oldman war mehrfach verheiratet, darunter mit Uma Thurman, Donya Fiorentino und aktuell mit Gisele Schmidt. Aus der Ehe mit Lesley Manville stammt sein Sohn Alfie, der ebenfalls in der Filmbranche arbeitet. Er spielt Klavier, liebt klassische Musik und sammelt alte Schreibmaschinen.
Oldman hatte mit Alkoholproblemen zu kämpfen, spricht heute aber offen über seinen Entzug und die Veränderung seines Lebens.
| Jahr | Auszeichnung | Kategorie | Titel | Status |
|---|---|---|---|---|
| 2022 | Oscars | Best Picture | Mank | |
| 2021 | Oscars | Best Performance by an Actor in a Leading Role | Gary Oldman | |
| 2018 | Oscars | Best Performance by an Actor in a Leading Role | Gary Oldman | 🏆 |
| 2012 | Oscars | Best Performance by an Actor in a Leading Role | Gary Oldman | |
| 2018 | Screen Actors Guild Awards | Outstanding Performance by a Male Actor in a Leading Role | Gary Oldman | 🏆 |
| 2001 | Primetime Emmy Awards | Outstanding Guest Actor in a Comedy Series | Gary Oldman |