Ein paranoider Mann begibt sich auf eine epische Odyssee, um nach Hause zu seiner Mutter zu gelangen.
Beau (Joaquin Phoenix) plant einen Besuch bei seiner Mutter. Aber irgendwie wird dieser einfache Plan zu einer albtraumhafte Reise, die Beau mit seiner Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft konfrontiert. Er wird von einem Auto angefahren, von einer dysfunktionalen Familie mit einem Plan aufgenommen und wird vom militanten Hausveteranen der Familie in die Wälder gejagt. Dort trifft er auf die Orphans of the forest, eine reisende Theatertruppe. Auf deren Bühne wird er in eine Geschichte über Familie, Liebe, Verlust, Suche und Verzweiflung hineingezogen, die untrennbar mit seiner eigenen Familiengeschichte verwoben zu sein scheint. Als er schließlich im Haus seiner Mutter ankommt, ist es für Beau an der Zeit, sich seiner größten Angst zu stellen.
Filmkritik „Beau is Afraid" durch Mario Giglio exklusiv für Serienjunkies.de
Mit „Hereditary“ und „Midsommar“ lieferte Ari Aster zwei der interessantesten Horrorfilme der letzten Jahre ab. Umso tragischer, dass sein neuster Streich, „Beau Is Afraid“ mit Oscarpreisträger Joaquin Phoenix in der Hauptrolle, die drei unerträglichsten Stunden sein dürften, die man sich derzeit im Kino antun kann...
Dass ein gefeierter Regisseur mit einem Folgewerk so hart crasht wie Ari Aster mit „Beau is Afraid“, gab es vielleicht seit Richard Kellys „Donnie-Darko“-Nachfolgeprojekt „Southland Tales“ nicht mehr. Während „Hereditary“ und „Midsommar“ im letzten Jahrzehnt mitdefinierten, was das Genre „Elevated Horror“ ausmachte, ist sein neuer Film mit Joaquin Phoenix in der Titelrolle ein verwirrter Versuch einer semi-satirischen, surrealen Charakterstudie, die in sämtlichen Kategorien viel ausprobiert und kläglich scheitert. Drei Stunden haben sich lange nicht mehr so lang angefühlt...
In „Beau Is Afraid“ hat Beau Wasserman Angst. Angst vor seinen Nachbarn, Angst vor der Außenwelt, Angst vor Krankheiten und vor allem Angst, seine kritische Mutter noch mehr zu enttäuschen, als er seinen geplanten Besuch bei ihr absagen muss. Nachdem er erfährt, dass sie urplötzlich von einem Kronleuchter erschlagen wurde, macht er sich nach unendlich viel Hin und Her auf die lange Reise zur Bestattung, wobei er immer wieder an verheerend verlaufenden Stationen und Situationen festhängt und wir Kindheitsflashbacks vorgesetzt bekommen. Als er endlich im Elternhaus ankommt, wartet nicht nur seine große Jugendliebe auf ihn, sondern auch sein Therapeut und ein weiterer Schock...
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Extreme Cinema wie gewisse Filme von Gaspar Noé, Lars von Trier, Michael Haneke, Takashi Miike oder selbst David Lynch stellen oft ähnliche Angriffe auf die Sinne voller Geschrei und Gewalt dar, haben aber im besten Fall eine gewisse Methodik und vor allem einen Appeal, der „Beau Is Afraid“ komplett abgeht. Dabei überkommt einen manchmal der Eindruck, als wolle der Film eher etwas Verträumtes wie aus der Filmografie von Michel Gondry sein. Herausgekommen ist jedoch ein anstrengendes Leidenspornodesaster, nach dem man sich ähnlich eklig fühlt wie nach „A Serbian Film“ - obwohl nicht mal Unaussprechliches mit Neugeborenen passiert.
Erwartet werden kann leider auch kein „So-bad-it's-Good“-Streifen, etwas amüsant Absurdes wie „The Greasy Strangler“ oder etwas aus der Abteilung camp, nur weil die Handlung inklusive obsessiver Mutter gewisse Aspekte des Klassikers „Mommy Dearest“ widerspiegelt. Oder, weil gay icons wie Patti LuPone, Nathan Lane und Richard Kind im Cast sind. Dafür ist die gesamte Angelegenheit leider viel zu freudlos.
Die mancherorts (unverständlicherweise) gefeierte Performance von Oscarpreisträger Phoenix kann einen eigentlich auch nur peinlich berührt zurücklassen. Selbst John Travoltas notorische Darbietung eines Mannes mit Autismus in „The Fanatic“ war nicht so katastrophal cringe wie dieses unerträgliche Award-Bait-Gestammel mit Grimassen.
Jeder Interpretationsansatz bleibt angesichts der wenig ansprechenden Form und Präsentation des Films im Halse stecken. Irgendwas mit Schuld und Sühne, Eltern-Issues und Wassermotiv. Nein, danke. Da hilft auch die verschmitzte Einlage in Björk-Musikvideo-Optik zur Mitte des Films oder das verrückte Penismonster auf dem Dachboden gegen Ende nicht, obwohl diese Elemente sicherlich den einen oder anderen Filmbro mit ihrer aufgesetzten craziness begeistern werden.
Robert Eggers' letzter Film „The Northman“ kam zwar auch nicht ganz an seine vorigen Werke „The Witch“ und „The Lighthouse“ heran, ist aber im Gegensatz zu „Beau is Afraid“ ein veritables Meisterwerk. Für Ari Asters ambitionierten Aussetzer kann es nur eins von fünf kreischenden Penismonstern geben - ganz persönlich das schrecklichste Kinoerlebnis der letzten Jahre (not in a good way) und die drei längsten Arbeitsstunden in jüngster Vergangenheit.
Lasst Euch nicht vom viel ansprechender anmutenden Filmtrailer bezirzen:
Patti Lupone
als Mona Wassermann
Armen Nahapetian
als Teen Beau
als Jeeves
Julia Antonelli
als Teen Elaine
Hayley Squires
als Penelope
Julian Richings
als Strange Man
Catherine Bérubé
als Hero Beau's Wife
Stephanie Herrera
als Martha
Bradley Fisher
als Birthday Boy Stab Man
Manuel Tadros
als Cheapo Depot Cashier
Catherine Lemieux
als Orphan Chorus Member #2
Tristan D. Lalla
als Costume Designer Orphan
Marc-Andre Brisebois
als Comatose Junkie
Tyrone Benskin
als Rattled Businessman
Patrick Kwok-Choon
als Orphan Hero
Théodore Pellerin
als Beau’s Son
Mike Taylor
als Beau’s Son