Komiker und „Barry"-Star Bill Hader hat eine ernstzunehmende Erdnussallergie, was ihn jedoch daran hinderte, 2013 Robert Downey Jr. als Werbestimme von Mr. Peanut zu beerben. Er besitzt eine Sammlung von Arcade-Spielen und Flipperautomaten in seinem Zuhause und ist bekannt dafür, dass er Allergien gegen Nüsse hat, obwohl er in der Vergangenheit die Stimme eines Erdnuss-Maskottchens übernahm.
Bill Hader wurde in Tulsa in Oklahoma als William Thomas Hader Jr. geboren. Seine Mutter Sherri Renee unterrichtete Tanz und sein Vater arbeitete als Lastwagenfahrer sowie Restaurantleiter und trat gelegentlich als Stand-up-Komiker auf.
In seiner Kindheit las er gerne Comics und schaute Filme, was sein Interesse an Geschichten und Darstellungen früh weckte. Er besuchte die Cascia Hall Preparatory School und drehte dort bereits eigene Filme.
Nach der Schule zog er nach Arizona und studierte Film am Scottsdale Community College sowie am Art Institute of Phoenix. Später zog er nach Los Angeles und schloss sich Improvisationsgruppen wie Second City und iO West an, wo er seine Fähigkeiten in der Comedy weiterentwickelte.
In Los Angeles arbeitete Bill Hader zunächst als Produktionsassistent bei verschiedenen Projekten und trat in kleinen Sketchgruppen auf. Eine dieser Gruppen namens Animals from the Future führte Auftritte in Hinterhöfen auf. Bei einem solchen Auftritt wurde er von der Schauspielerin Megan Mullally entdeckt, die ihn dem Produzenten Lorne Michaels empfahl. Daraufhin reiste er nach New York und absolvierte ein Vorsprechen für „Saturday Night Live“ (2005-2013). Bei diesem Vorsprechen improvisierte er eine italienische Figur, die später zu einem seiner bekannten Charaktere wurde. Ab Oktober 2005 gehörte er zum Ensemble der Show und begann seine Arbeit als Darsteller und Imitator.
Bei „Saturday Night Live“ entwickelte Bill Hader zahlreiche Figuren und Imitationen. Eine seiner bekanntesten Rollen war „Stefon“, ein extravagantes Clubmitglied aus New York, das in rund 22 Episoden auftrat und über ungewöhnliche Nachtclubs berichtete. Stefon erschien erstmals in einem Sketch und wurde dann regelmäßig im Wochenrückblick eingesetzt, wo er skurrile Orte beschrieb und oft mit dem Moderator interagierte.
Weitere Figuren aus der SNL-Zeit umfassten Imitationen bekannter Persönlichkeiten und Originale wie den italienischen Talkshow-Moderator. Über acht Staffeln hinweg arbeitete er an Sketchen und trug zur Entwicklung der Sendung bei, bis er 2013 als festes Mitglied ausschied. Später kehrte er für Gastauftritte zurück und spielte Stefon erneut in mehreren Episoden.
Parallel zur Arbeit im Fernsehen übernahm Bill Hader Nebenrollen in Kinofilmen. In „Superbad“ (2007) spielte er einen Polizisten, der mit einem Kollegen Abenteuer erlebt und die Handlung durch seine Naivität vorantreibt. Als Stimme von Flint Lockwood in „Cloudy with a Chance of Meatballs“ (2009) und der Fortsetzung verkörperte er einen Erfinder, der mit einer Maschine Wetter aus Lebensmitteln erzeugt und dadurch Konflikte in seiner Heimatstadt auslöst.
In „Inside Out“ (2015) sprach er die Figur Fear, die in der Gedankenwelt eines Mädchens Ängste steuert und bei emotionalen Entscheidungen mitwirkt.
Später übernahm er die Rolle des erwachsenen Richie Tozier in „It Chapter Two“ (2019), einem Schriftsteller, der mit Freunden in seine Heimatstadt zurückkehrt, um eine alte Bedrohung zu bekämpfen.
Gemeinsam mit einem Kollegen schuf Bill Hader die HBO-Serie Barry (2018-2023), in der er die Titelrolle des Barry Berkman in allen 32 Episoden übernahm. Barry ist ein Auftragskiller aus dem Mittleren Westen, der nach Los Angeles kommt und dort Schauspielunterricht nimmt, wodurch sich sein Leben zwischen Gewalt und Theaterarbeit verändert. Die Figur kämpft mit ihrer Vergangenheit und sucht nach einem neuen Weg, während sie in Konflikte mit ehemaligen Auftraggebern und neuen Bekannten gerät. Bill Hader schrieb und inszenierte zudem mehrere Episoden der Serie.
Parallel dazu war er an Documentary Now! (2015-2022) beteiligt, einer Parodie-Serie mit 27 Episoden, in der er verschiedene Dokumentarfilm-Figuren verkörperte und die Entstehung fiktiver Dokumentationen nachstellte. In diesen Projekten verband er Darstellung mit kreativer Mitwirkung hinter der Kamera.
In „Trainwreck“ (2015) spielte Bill Hader einen Sportarzt, der eine Beziehung mit einer Journalistin eingeht und dabei persönliche und berufliche Herausforderungen meistert. Die Figur entwickelt sich von einem zurückhaltenden Mann zu jemandem, der offener mit Gefühlen umgeht. In „The Skeleton Twins“ (2014) stellte er einen Mann dar, der nach einer schwierigen Phase Kontakt zu seiner Schwester sucht und gemeinsam mit ihr alte Konflikte aufarbeitet. Als Stimme in weiteren Animationsfilmen wie „Turbo“ (2013) und „Lightyear“ (2022) gestaltete er Charaktere, die in fantastischen Welten Abenteuer erleben. Diese Rollen zeigten unterschiedliche Facetten seiner Arbeit, von leichten Komödien bis zu ernsteren Dramen, und erweiterten sein Spektrum über die Comedy hinaus.
Bill Hader trat in mehreren Werbespots auf und übernahm dabei sprechende oder darstellende Rollen. Besonders bekannt wurde der Super-Bowl-Spot für „Pringles“ aus dem Jahr 2018, in dem er auf einem Filmset verschiedene Chip-Geschmacksrichtungen stapelt und neue Kombinationen entdeckt. In dem Spot reagiert er begeistert auf die Geschmacksvielfalt und interagiert mit der Crew, während er die Produkte präsentiert. Zuvor sprach er ab 2013 die Figur Mr. Peanut in Kampagnen für „Planters“, in denen der Maskottchen-Charakter Ernährungsratschläge gibt und Produkte bewirbt. Diese Auftritte nutzten seine Stimme und sein Timing, um die Markenbotschaften zu vermitteln. Der Pringles-Spot wurde unter anderem auf YouTube veröffentlicht und erreichte ein breites Publikum während des großen Sportereignisses.
Bill Hader heiratete 2006 die Autorin und Regisseurin Maggie Carey, mit der er drei Töchter namens Hannah, Harper und Hayley hat. Die Ehe wurde 2018 geschieden, nachdem die Trennung bereits 2017 bekannt geworden war. Später führte er Beziehungen mit den Schauspielerinnen Rachel Bilson und Anna Kendrick sowie mit der Komikerin Ali Wong, die zwischenzeitlich auf und ab verliefen.