Gran Turismo

Gran Turismo

Gran Turismo im Stream

Die Verfilmung basiert auf der wahren Geschichte des Teenagers Jann Mardenborough (Archie Madekwe), der Dank seines Könnens im Videospiel „Gran Turismo“ eine Reihe von Nissan veranstalteten Wettbewerben gewann, was schließlich den Grundstein für eine Karriere als professioneller Rennfahrer legte.

Bisher sind für die Spielereihe, die unter anderem damit wirbt, eine besonders realistische Rennsimulation und echtes Fahrgefühl zu bieten, insgesamt acht Titel erschienen, wobei der aktuelle Teil, Gran Turismo 7, letztes Jahr veröffentlicht wurde. Laut Angaben von Sony Computer Entertainment wurden weltweit bisher mehr als 76 Millionen Exemplare der Reihe verkauft. Der im Film angesprochene Wettbewerb entspringt der GT Academy, welche ein Casting- und Förderprogramm von Nissan und Sony PlayStation ist, mit dem man Nachwuchstalente fördert, die den Sprung vom Bildschirm in den echten Fahrersitz schaffen können.

Neben Madekwe sind unter anderem David Harbour, Orlando Bloom, Darren Barnet, Djimon Hounsou, Geri Halliwell-Horner, Daniel Puig, Josha Stradowski und Thomas Kretschmann zu sehen. Die Regie übernimmt Neill Blomkamp („District 9“) während das Drehbuch von den beiden Executive Producern Jason Hall und Zach Baylin geschrieben wurde. Zu den Produzenten gehören Asad Qizilbash, Carter Swan, Doug Belgrad, und Dana Brunetti sowie Spieleschöpfer Kazunori Yamauchi, der ebenfalls als Executive Producer mit an Bord ist.

Gran Turismo Kritik

Gran Turismo Kritik
Szenenfoto aus dem Film „Gran Turismo“
Sony Pictures

Filmkritik „Gran Turismo" durch Adam Arndt exklusiv für Serienjunkies.de

Sony Pictures bringt mit „Gran Turismo“ einen von der Rennspielserie inspirierten Film ins Kino, dessen echte Vorlage fast zu unglaublich ist, um wahr zu sein. Regisseur Neill Blomkamp steckt hinter dem rasanten Streifen.

Seit 1997 gibt es die Rennsimulationsreihe „Gran Turismo“, die den gleichnamigen Film inspiriert hat, nun schon für alle wichtigen PlayStation-Konsolen und sie hat sich insgesamt über 75 Millionen Mal verkauft. Schon der erste Teil gehörte zu den realistischsten Fahrsimulatoren im Konsolenbereich und der aktuelle siebte Titel „Gran Turismo 7“ ist State of the Art, was Rennspiele angeht.

Nun bestechen die „Gran-Turismo“-Titel nicht gerade durch ihre bahnbrechende Story, aber das tat „Tetris“ auch nicht und die Entstehungsgeschichte des Puzzle-Spiels hat doch einen sehenswerten Film hervorgebracht. Gerade Sony bemüht sich immer mehr, den eigenen Spielemarken gerecht zu werden. Sowohl The Last of Us als auch Twisted Metal können sich sehen lassen und auch die Filmemacher rund um Neill Blomkamp („District 9“, „Elysium“) geben sich reichlich Mühe, den Stoff spannend aufzubereiten.

Wovon handelt „Gran Turismo“?

Szenenfoto aus „Gran Turismo“
Szenenfoto aus „Gran Turismo“ - © Sony Pictures

Die Prämisse von „Gran Turismo“ hört sich zunächst ziemlich gaga bis grob fahrlässig an. Denn die Macher der Spielereihe von Sony und Nissan bieten den schnellsten virtuellen Rennfahrern eine Möglichkeit, sich für eine echte Rennsportkarriere zu qualifizieren.

Auf der ganzen Welt werden die schnellsten Fahrer im Videospiel gesucht und eingeladen. Von zehn bleiben nach einem strengen Trainingsregime noch fünf übrig, die ein Rennen gegeneinander fahren. Der Gewinner darf sich dann gegen Profis behaupten. Sofern er oder sie den vierten Platz in einem Rennen erreicht, erhält derjenige dann die Profilizenz.

Der jugendliche Protagonist, dem das gelingt, heißt Jann Mardenborough (Archie Madekwe, See), der aus einer einfachen britischen Arbeiterfamilie kommt. Sein Vater Steve (Djimon Hounsou, „Shazam!“) ist Ex-Fußballer und eher ein Fan von den Ambitionen seines anderen Sohnes Cody (Daniel Puig), der auch gerne in seiner Freizeit Fußball spielt, während Jann seine ganze Freizeit in die Rennsimulation auf der PlayStation steckt. Tausende Stunden kommen so zusammen und er kennt Strecken, Teile und Situationen wie sein Handschuhfach.

Der Marketingexperte Danny Moore (Orlando Bloom, „Der Herr der Ringe“, Carnival Row) stellt derweil seine Idee für die sogenannte GT-Academy in Japan vor und kann die Firmenbosse davon überzeugen. Erfolglos ruft er einige potentielle Motorsportmanager an, bis er Ex-Rennfahrer Jack Salter (David Harbour; Stranger Things, Black Widow) erreicht, der mit seiner aktuellen Rolle unzufrieden ist und zustimmt, die Kandidaten auf den Ernst der Situation vorzubereiten und nur den besten Kandidaten auf die Strecke zu schicken.

Doch ist es wirklich eine gute Idee, Gamer in echte Autos zu setzen oder erleben alle Beteiligten sogar eine positive Überraschung?

The Real Driving Simulator

Die bizarre Prämisse des Films ist vielleicht das beste Argument, ihm eine Chance zu geben, wenn man bisher keine Ahnung hatte, dass es so etwas tatsächlich gab. Denn es ist unglaublich, dass es ein renommiertes Unternehmen wie Nissan aus Japan gewagt hat, dieses Risiko einzugehen, bei allem was dabei hätte schiefgehen können...

Dass e-Sportler talentiert und leidenschaftlich sind, steht außer Frage und die Preisgelder in diesem Bereich sind nicht von schlechten Eltern. Aber man geht nicht davon aus, dass ein FIFA-Spieler auch im echten Leben kicken könnte wie ein Messi oder Fighting-Game-Meister auch Martial-Arts-Götter wären...

Nissan und Sony haben also das Extremexperiment gewagt und sich versucht, so gut wie möglich abzusichern und vorzubereiten. Ohne zu viel zu verraten, geht das größtenteils gut, aber an einer Stelle auch katastrophal schief, was dem Film eine spannende Kurve verpasst. Dazu muss aber gesagt werden, dass man sich zwar an echten Personen und Ereignissen orientiert, allerdings zahlreiche filmische Freiheiten nimmt, um das fertige Werk in das dramaturgische Korsett zu bringen, das die Filmemacher benötigen. Die echte GT Academy lief übrigens von 2008 bis 2016 und der Filmprotagonist war hierbei sogar schon der dritte Gewinner.

Gute Castchemie

Szenenfoto aus „Gran Turismo“
Szenenfoto aus „Gran Turismo“ - © Sony Pictures

Es hilft sehr, dass die Darsteller eine gute Mischung aus Hype Man (Orlando Bloom), strengem Trainer (David Harbour) und determinierten Noob (Archie Madekwe) sind und dass auch der Konkurrenzgedanke allgegenwärtig ist. Ein wenig Zwischenmenschliches in Form der Familiengeschichte, in der der Vater (Djimon Hounsou) die Leidenschaft des Sohnes nicht sofort nachvollziehen kann und ein love interest Audrey (Maeve Courtier-Lilley) sowie ein Dauerrivale Nicolas Capa (Josha Stradowski) runden die menschliche Komponente gut genug ab, so dass es nicht langweilig wird. Gerade die Dynamik zwischen Harbour und Madekwe funktioniert recht ordentlich. Madekwe darf zwar nicht die größte Range spielen, aber das, was er zeigen darf, reicht aus, um die Story zu transportieren.

Der Main Event sind die ausführlichen Rennszenen, die mitreißend gefilmt sind. Persönlich bin ich kein großer Rennsportfreund, doch im Filmbereich kann man mich mit einer gut gemachten Rennfahrt durchaus abholen. Davon hat der Streifen reichlich auf Lager. Wahrscheinlich schaut man fast die Hälfte der Laufzeit dabei zu, wie Jann und Co miteinander wetteifern, was die richtige Entscheidung ist, denn so wird es selten langweilig.

Lange Zeit geht es für Jann als Amateur Rennfahrer erstaunlich gut, doch ein Unfall lässt alle am Fortbestand des Experiments zweifeln. Der tragische Moment bereitet das große Finale vor, bei dem es dann noch mal um alles oder nichts geht.

Fazit: Fahr' deine Linie!

Szenenfoto aus „Gran Turismo“
Szenenfoto aus „Gran Turismo“ - © Sony Pictures

Das legendäre 24-Stunden-Rennen von Le Mans nimmt den letzten Teil des Films ein und bietet spannungstechnisch noch einmal einige Aufs und Abs, die PS-Fans sicherlich gut unterhalten dürften, weil die Fahrer hier noch einmal vor eine Ausnahmesituation gestellt werden. Vorab hätte ich nicht gedacht, dass mich ein Film mit diesem Konzept so kurzweilig unterhalten würde, doch ich hatte meinen Spaß.

Ob Jann Mardenborough tatsächlich, wie im Film dargestellt, seine Spielerfahrung nutzen konnte, um mit unkonventionellen Mitteln andere Fahrer zu überholen und besser als die Ideallinie zu fahren, ist wohl eher künstlerische Freiheit, schafft aber im richtigen Moment einen kleinen magischen Moment, der dem Zuschauer ein nettes Gefühl verleiht.

Und, wie bereits erwähnt, stellt der Film ohnehin eine eigene, dramaturgisch veränderte und angepasste Geschichte dar im Vergleich zur tatsächlichen Karriere des E-Sim-Rennfahrers, der das fast Unmögliche geschafft hatte. Dreieinhalb von fünf achievements für „Gran Turismo“.

Hier abschließend noch der Originaltrailer zum Film „Gran Turismo“:

Gran Turismo Trailer

Gran Turismo Schauspieler

Archie Madekwe

als Jann Mardenborough

Orlando Bloom

als Danny Moore

Darren Barnet

als Matty Davis

Maeve Courtier-Lilley

als Audrey

Geri Halliwell

als Lesley Mardenborough

Daniel Puig

als Coby Mardenborough

Josha Stradowski

als Nicholas Capa

Pepe Barroso

als Antonio Cruz

Sang Heon Lee

als Joo-Hwan Lee

Maximilian Mundt

als Klaus Hoffman

Lindsay Pattison

als Chloe McCormick

Théo Christine

als Marcel Durand

Nikhil Parmar

als Persol

Richard Cambridge

als Felix

Akie Kotabe

als Akira Akiba

Sadao Ueda

als Skeptical Nissan Board Member

Jamie Kenna

als Jack Man Jones

Harki Bhambra

als Avi Bhatt

Ciaran Joyce

als Ciaran Cochrane

Andrea Vasiliou

als Dubai Racing Fan

Yoojin Lee

als Dubai Racing Fan

Matthew Hirsch

als Race Marshall (Le Mans)

Jacques Jouffret

als Race Official (Le Mans)

Maya Murofushi

als Nissan Desk Clerk

Bianca Bardoe

als Germany Reporter

Kal Sabir

als Dubai Reporter

Gran Turismo Crew

Regie

Marcell Bajor, Neill Blomkamp, Martin Krauka, James Bitonti, Dan Mansfield

Drehbuch

Zach Baylin, Jason Hall

Produktion

Mary Vernieu, Kharmel Cochrane, Raylin Sabo, Rose Powell, Holly Rodman, Mark Droter, Jo Halpin, Matthew Hirsch, Hermen Hulst, Kazunori Yamauchi, Jason Hall, Simon Höbert, Dana Brunetti, Carter Swan, Doug Belgrad, Asad Qizilbash

Kamera

Onofrio Nino Pansini, György Füzi, Jacques Jouffret, Gordon Garancsy

Schnitt

Colby Parker, Jr., Austyn Daines

Musik

Mike Horton, Lorne Balfe, Andrew Kawczynski, Tamás Csaba, James Evans, Matt Cavanaugh, Sam Fan, Chris Terhune, Beau Borders, Kevin O'Connell

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