Indiana Jones und das Rad des Schicksals

Indiana Jones und das Rad des Schicksals

Indiana Jones und das Rad des Schicksals im Stream und auf DVD

Indy befindet sich in einer neuen Ära und nähert sich dem Ruhestand. Er ringt damit, sich in eine Welt einzufügen, die über ihn hinausgewachsen zu sein scheint. Doch als die Tentakel eines allzu vertrauten Bösen in Form eines alten Rivalen zurückkehren, muss Indy erneut seinen Hut aufsetzen und seine Peitsche in die Hand nehmen, um sicherzustellen, dass ein uraltes und mächtiges Artefakt nicht in die falschen Hände gerät.

Indiana Jones und das Rad des Schicksals ist Rückkehr des legendären Helden Indiana Jones im fünften Teil der beliebten Filmreihe.

Regie: James Mangold, Autoren: James Mangold, John-Henry Butterworth, Jez Butterworth und David Koepp

Indiana Jones und das Rad des Schicksals Kritik

Indiana Jones und das Rad des Schicksals Kritik
Poster zum Film „Indiana Jones und das Rad des Schicksals“
Walt Disney Pictures/Lucasfilm

Filmkritik „Indiana Jones und das Rad des Schicksals" durch Mario Giglio exklusiv für Serienjunkies.de

Im Kinofilm „Indiana Jones und das Rad des Schicksals“ macht Harrison Fords alternder Action-Archäologe mit einer von „Fleabag“-Star Phoebe Waller-Bridge gespielten Abenteurerin gemeinsame Sache. Hier ist unsere Besprechung zum fünften und vermeintlich letzten Indy-Streifen.

Im „Indiana-Jones“-Franchise hat sich längst eine alternierende Formel für gerade und ungerade Teile herauskristallisiert: Während die geraden Teile für Experimente wie indische Kultisten und interdimensionale Aliens da sind, verbringen wir die ungeraden Teile mit Indys sympathischem Kerngeschäft: Nazis verhauen.

Das heißt allerdings nicht, dass es in „Indiana Jones und das Rad des Schicksals“ („Indiana Jones and the Dial of Destiny“) von „Logan“-Regisseur James Mangold keinen Science-Fiction-Showdown gibt und auch der aberwitzige Action-Auftakt fehlt nicht. Was im Vorgänger-Film noch der vielleicht zu Unrecht verhasste Atomkühlschrank war, ist diesmal ein Turm, in dem eine Fliegerbombe der Alliierten einschlägt, die vorerst als Blindgänger durch den Boden fällt, ehe sie von unten mit Cartoonphysik sämtliche Nazis wegpustet und nur noch Indiana Jones (Harrison Ford) übrigbleibt.

Viel geredet wurde im Vorfeld des fünften Films von der angewendeten Verjüngungstechnologie für Ford, die im Gegensatz zu früheren Versuchen in diese Richtung zumindest nicht mehr nach CGI-Pinocchio aus dem unheimlichen Digitaltal aussieht. Nur kommt aus dem jugendlich aussehenden Indy-Gesicht des Prologs dennoch eine überraschend raspelige Greisenstimme, die ihren ganz eigenen dystopischen Grusel mit sich bringt.

Abenteuer: Antikythera

Jones und sein Kollege Basil Shaw (Toby Jones) stellen zum Kriegsende hin fest, dass die von den Nationalsozialisten beschaffene Longinus-Lanze eine Fälschung ist. Man hoffte von deutscher Seite aus, den so gut wie verlorenen Krieg mit mystischer Unterstützung doch noch für sich zu entscheiden.

Authentisch hingegen ist eine Hälfte der Antikythera von Archimedes, deren Geheimnisse Basil in den kommenden Jahren in den Wahnsinn treiben. Das mysteriöse Gerät basiert übrigens auf einem echten antiken Fundstück, welches man für eine astronomische Uhr hält, deren Mechanismus unheimlich filigran gefertigt wurde und bis heute Rätsel aufgibt.

In der Gegenwart der Haupthandlung schreiben wir das Jahr 1969: Die amerikanischen Astronauten sind gerade von ihrer Mondmission zurück und Dr. Jones, der nach dem Tod seines Sohnes Mutt (No-show-Shia LaBeouf) nicht länger mit Marion Ravenwood (Karen Allen) zusammen ist, verlässt seinen Lehrstuhl.

An seinem letzten Tag an der Universität wird er von seinem Patenkind Helena Shaw (Phoebe Waller-Bridge) aufgesucht, der Tochter von Basil, die er seit Jahren nicht gesehen hat. Sie ist hinter der Antikythera her, um sie lukrativ an den höchstbietenden Sammler zu verhökern - doch das ist viel gefährlicher, als sie es sich ausgemalt hatte...

Aus viel ambitionierteren Gründen sucht auch Altnazi Jürgen Voller (Mads Mikkelsen), der mittlerweile unter anderem Namen für die NASA arbeitet, nach den Teilen des antiken Geräts, um den Kriegsausgang retroaktiv abzuändern und für Deutschland zu entscheiden. Wie sich nämlich herausstellt, zeigt die Antikythera Risse im Raum-Zeit-Gefüge auf, wobei man sich schon fragen darf, wie Archimedes das bei allem Sachverständnis in die Vorrichtung programmiert haben konnte... Indys vergangene Artefakte hatten immerhin mit Magie oder nicht von Zauberei zu unterscheidender, höchstentwickelter Alientechnologie zu tun, bei der sich diese Art Frage nicht wirklich stellte.

Flindyyy

Positiv zu verzeichnen ist das amüsante Zusammenspiel von Helena und Indiana, denn das Multitalent hinter dem britischen Serienhighlight Fleabag, das zuletzt auch an „James Bond 007: Keine Zeit zu sterben“ mitgeschrieben hatte, und der alteingesessene Blockbusterstar aus den USA liefern sich ein schlagfertiges Hin und Her auf ihrer internationalen Jagd nach dem Rad des Schicksals, die sie unter anderem nach Griechenland und Sizilien führt. Helenas Teenager-Sidekick Teddy (Ethann Isidore) hätte es da eigentlich überhaupt nicht als drittes Rad am Abenteuerwagen gebraucht und er scheint eher dabei zu sein, um den Filmfigur-Altersdurchschnitt bei diesem designierten Dad-Streifen etwas nach unten zu drücken.

Hannibal-Haupthalunke Mikkelsen sehen wir natürlich immer gern als Schurken, Antonio Banderas ist als Verbündeter namens Renaldo dabei und für Indys vermeintlich letztes Abenteuer taucht auch noch mal John Rhys-Davies als alter Freund Sallah auf. Den emotionalen Höhepunkt hebt man sich aber bis zum Schluss auf, wenn noch eine recht rührende Wiedervereinigung ansteht...

Neu ist hier aber an keiner Charakterkombination etwas, denn sowohl Sassy-Sidekick-Lady als auch cleverer Boy-Companion und diverse Nazischurken gab es schon zur Genüge und so fühlt sich der Film genauso ärgerlich sicher gespielt und unkreativ an wie zum Beispiel „Star Wars VII: The Force Awakens“. Bloß nicht wieder die Altfans mit Experimenten verschrecken. Zumindest nicht bis zum nächsten geraden Teil mit kontroverser Neubesetzung...

„Indiana Jones und das Rad des Schicksals“
„Indiana Jones und das Rad des Schicksals“ - © Walt Disney Pictures/Lucasfilm

Das größte Problem von „Indiana Jones und das Rad des Schicksals“ sind aber redundante Actionszenen und die aufgeblasene Laufzeit. Die Handlung dreht sich bei zweieinhalb Stunden ärgerlich im Kreis, was man in Bezug auf den Titel vielleicht noch frech als Kunstgriff verkaufen könnte, für einen rasanten Abenteuerfilm aber dennoch eher Gift ist.

Immer wieder kommt man mit den Schurken zusammen, leistet sich ein Stand-off, bei dem jemand von den Guten bedroht wird, und dann verliert man sich wieder aus den Augen bis zum nächsten Schauplatz, an dem es von vorne losgeht.

Etwas ungelenk schneidet man dann in Actionszenen an Harrison Fords Stunt-Double herum und auch die digital nachgestellten Stadthintergründe der 60er sehen nicht gerade authentisch aus - vor allem von der Beleuchtung der Charaktere her. In einer Actionsequenz auf den Dächern der Stadt, die vor Greenscreens gedreht wurde, hat man sogar zeitweise das Gefühl, auf dem notorischen Digitaldach aus „The Room“ von Tommy Wiseau zu stehen. Oh, hi Mark!

Unnötig lang sind auch die nicht gerade straff, ökonomisch oder spritzig geschriebenen Dialogszenen, die einem ebenso verschwenderisch vorkommen können. Ist bedauerlicherweise längst gang und gäbe, aber seicht-unterhaltsame Actionfilme wie dieser sollten vielleicht wirklich nicht länger als zwei Stunden sein, auch wenn man obligatorischerweise nostalgische Wiedererkennungswerte und die Standardzutaten des Franchise unterbringen muss...

Fazit

Vor allem die simple Frage, ob „Indiana Jones und das Rad des Schicksals“ besser ist als der verschriene Vorgängerteil, scheint bei diesem Film von Interesse zu sein. Die Antwort darauf lautet: ja, aber nur marginal. Hollywood-Haudegen Harrison Ford und seine britische Kollegin Phoebe Waller-Bridge geben ein dynamisches Duo ab, dem man gerne 90 Minuten bei der abenteuerlichen Artefaktejagd zusehen kann.

Nur geht der Film leider sage und schreibe zweieinhalb Stunden lang, die das Material ohne Redundanzen einfach nicht hergibt. Vor allem, wenn man bedenkt, dass der Streifen nichts wirklich Neues zum Franchise beiträgt, was lang und breit etabliert werden müsste. Die Zutaten sind die gleichen, nur in leicht abgeänderter Form.

Wer außerdem Probleme hat mit unrealistischen Actionszenen und weit hergeholten Science-Fiction-Entwicklungen zum Ende hin, wird von diesem Teil ähnlich enttäuscht sein wie von „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“. Dabei war es gar nicht die Abenteuerlust, etwas Riskantes wie Aliens auszuprobieren, was daran nicht funktioniert hatte...

Drei von fünf verkloppten Zeitreise-Nazis gibt es für den fünften und wohl letzten Indy-Film mit Harrison Ford von uns.

Indiana Jones und das Rad des Schicksals Trailer

Indiana Jones und das Rad des Schicksals Schauspieler

Phoebe Waller-Bridge

als Helena Shaw

Olivier Richters

als Hauke

Toby Jones

als Basil Shaw

Karen Allen

als Marion Ravenwood

Shaunette Renee Wilson

als Agent Mason

Thomas Kretschmann

als Colonel Weber

Martin McDougall

als Durkin

Alaa Safi

als Rahim

Nasser Memarzia

als Archimedes

Anna Francolini

als Mandy

Manuel Klein

als SS Stormtrooper

Guy Paul

als Prof. Plimpton

Harriet Slater

als Fran

Alton Fitzgerald White

als Hotel Porter

Ian Porter

als Bob - Bartender

Cory Peterson

als Gov PR Man

Charles Hagerty

als Reporter - St Regis

Ali Saleh

als Jabari - Sallah's Grandson

Billy Postlethwaite

als Prof. Donner

Joe Gallina

als Mounted Cop

David Mills

als TV Reporter

Gary Fannin

als Armed Intelligence Officer

Gunnar Atli Cauthery

als Pilot - Heinkel 111

Aron von Andrian

als Navigator - Heinkel 111

Garrett Droege

als Louis - Drunk Airline Pilot

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