Billy Batson und seine Pflegegeschwister, die sich durch den Ruf „Shazam!“ in Superhelden verwandeln, sind gezwungen, wieder in Aktion zu treten und die Töchter von Atlas zu bekämpfen, die sie daran hindern müssen, eine Waffe einzusetzen, die die Welt zerstören könnte.
Filmkritik „Shazam! Fury of the Gods" durch Adam Arndt exklusiv für Serienjunkies.de
Vier Jahre nach dem ersten Film kommt Shazam! Fury of the Gods in die Kinos. Die Shazamily trifft auf einen Schwesternbund und muss Philadelphia erneut beschützen und Zusammenhalt üben. Wie ist das Sequel gelungen?
2019 kam „Shazam“ in die Kinos und war die erste DC-Zusammenarbeit von Warner Bros. und New Line Cinema, gefolgt von „Black Adam“ mit Dwayne Johnson aus dem Jahr 2022. 2023 erscheint nun also - trotz überschaubaren Erfolgs am Box Office - „Shazam! Fury of the Gods“. Der letzte Teil hatte die Shazamily etabliert und hielt sich an eine jüngere Story von Geoff Johns aus dem „Shazam“-Comic. Die Fortsetzung setzt nicht den nächsten Arc um, sondern einen um die Töchter von Atlas, die von Lucy Liu (Elementary), Helen Mirren („Fast and Furious 9“) und Rachel Zegler („West Side Story“) gespielt werden.
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Billy Batson (Asher Angel) aka Shazam (Zachary Levi) hat Philadelphia gerettet und hatte dabei tatkräftige Unterstützung von seinen Pflegegeschwistern. Seitdem leidet er aber offenbar am Imposter-Syndrom und denkt, alle anderen Helden sind cooler, besser, stärker als er. Zudem hat fast nur Freddy (Jack Dylan Grazer) Lust auf die Heldennummer.
Doch Billy hat ein Mantra: alle oder keiner. So versucht er sich als Anführer. Da wären Mary (Grace Fulton), die ihre Collegeträume auf Eis gelegt hat, Darla (Faithe Herman), die immer noch einen Faible für Buntes und Tiere hat, Eugene (Ian Chen), der Videospiele liebt und als seine Shazam-Version den Rock of Eternity versucht zu katalogisieren, und Pedro (Jovan Armand), der sich nicht traut, seine sexuelle Identität öffentlich aufzuleben. Sein Ziel: Motivation und Teamzusammenhalt erzeugen.
Eine erste Bewährungsprobe ist eine einstürzende Brücke. Dabei können sie zwar alle Menschen und Tiere retten, doch die Presse nennt sie trotzdem Philadelphia Fiaskos und gibt ihnen Mitschuld, dass die Brücke an sich nicht gerettet werden konnte. Es gilt also, sich davon nicht unterkriegen zu lassen.
Da tauchen auch schon Hespera (Mirren), Kalypso (Liu) und Anthea (Zegler) auf, die den Stab an sich nehmen, den Billy als Shazam im ersten Teil zerbrochen hat, ohne zu wissen, dass das ihr Reich ins Unglück stürzt. Als die Schwestern ihre Kräfte wiederhaben, suchen sie nach einer weiteren Komponente, die ihrem Zuhause wieder zu altem Glanz verhelfen könnte und da kommt der Rock of Eternity ins Spiel. Der Zauberer Shazam (Djimon Hounsou) ist bereits in ihrer Gefangenschaft und anfangs ahnt Freddy nicht, wer seine neue Mitschülerin Ann wirklich ist...
Die Shazamily muss also alles in ihrer Macht liegende tun, um Philadelphia vor dem Schwesterntrio zu beschützen, doch der Stab und ihre Einzelkräfte sind nicht zu unterschätzen...
Shazam! Fury of the Gods: Unleashing the Power Within: Shazam Fury of the Gods (English Edition)

„Shazam!“ hat durch den New-Line-Deal irgendwie eine Sonderstellung im DCEU eingenommen. Der erste Teil hatte eine Post-Credits-Szene, in der wir einen Superman-Auftritt hatten, ohne jedoch auf Henry Cavill als „Man of Steel“ setzen zu können, da er nur von der Brust abwärts gezeigt wird. Das hat dann „Black Adam“ zwar in der dortigen Abspannszene geändert, musste aber direkt wieder zurückrudern - und so wird es wohl zukünftig keinen Super-Cavill geben. Billy darf die Helden erwähnen oder als Pappaufsteller und Wandschmuck haben. Und auch der zweite Teil kommt mit einem Cameo daher, was zunächst etwas merkwürdig erscheint, aber zum Filmende noch einmal aufgegriffen wird.
Tonal bleibt die Fortsetzung albern und wie schon zuvor ein spiritueller Nachfolger der 90er-Filmemacherei. Dabei hat aber auch dieser Streifen Schurken, die eigentlich etwas zu düster und kaltblütig eingeführt werden (Stichwort Museum), als der Rest des Films sich dann anfühlt. Monsterkreaturen sind zwar eine gute Herausforderung für jugendliche Superhelden, aber die generische Gestaltung so mancher Fußsoldaten sorgt dafür, dass der Spaß und die Unterhaltung getrübt werden. Denn so wirken die Gefahren letztlich sehr austauschbar und wenig bedrohlich, aber irgendwie muss man wohl die Nebenfiguren beschäftigen und die Gefahrensituation konstant halten.
Identitätslose Mythenmonster sind nicht sonderlich kreativ, passen aber wohl zum griechischen Hintergrund der Schurken. Sicherlich haben auch andere Schurken aus Superheldenfilmen Fußvolk, das einfach als Kanonenfutter fungiert, aber hier fällt es noch einmal negativer ins Gewicht, weil das Budget für Computereffekte bisweilen etwas geringer erscheint. Somit bringt dann auch ein computergenerierter Drache, der viel Screentime einnimmt, eben nicht den gewünschten Wow-Effekt, den die Macher wohl erreichen wollten. Bei sechs Helden mit Flugfähigkeiten und diversen anderen Kräften kann man auch nicht so leicht Greenscreen-Hintergründe kaschieren...

Die Schurkinnen sind etwas farblos und wirken manchmal wegen der Altersunterschiede zu sehr wie ein Mischmasch, worüber sich auch lustig gemacht wird, aber als Töchter einer Sagenfigur lässt sich das andererseits auch leicht als Kritikpunkt entkräften und ignorieren. Jede hat eine andere Kraft (Suggestion/Hypnose, Telekinese und Landschaftsverschiebung), die nett ist, aber das Superheldenrad nun mal nicht neu erfindet.
„Fury of the Gods“ setzt oftmals auf Infantilität im Humor, dessen Treffsicherheit stark vom eigenen Geschmack abhängt. Immerhin kann man feststellen, dass die Schauspieler wohl oft ihren Spaß hatten und man sich bemüht, die einzelnen Stärken und Vorlieben herauszuarbeiten, wenn auch bisweilen etwas plakativ. Besonders Freddy (im Zusammenspiel mit dem Zauberer und Anthea) und Mary erhalten etwas mehr zu tun und auch die drei restlichen jüngeren Pflegegeschwister bekommen hier kleine Momente, die zum Lachen oder Mitfühlen anregen sollen. Abgesehen jedoch von einer ziemlich frechen Schleichwerbung für Skittles, die reichlich fehlplatziert wirkt...

Shazam! Fury of the Gods: Unleashing the Power Within: Shazam Fury of the Gods (English Edition)
Auch bei den Schurken gibt es einige Streitigkeiten und verschiedene Meinungen zum eigentlichen Ziel und den Mitteln, die dabei genutzt werden, was natürlich die Chance für die Helden darstellt, um ihnen ein Schnippchen zu schlagen.
Subjektiv hat das meiste für mich im Erstling besser funktioniert, auch weil man dort noch viel Zeit hatte, um Kräfte auszuloten. Hier soll es mehr um das Teamgefühl gehen, aber die Schurken haben Mittel und Wege, um mit einem Strahl Kräfte der anderen zu rauben, so dass es am Ende doch sehr auf Billy selbst ankommt, statt auf das Team, was sich irgendwie komisch anfühlt. Selbst, als die Chance besteht, die Kräfte wieder auf das Team aufzuteilen, wird dies nicht getan, um einen dramatischen Showdown zu ermöglichen und dann auch noch einen Deus ex Machina zu nutzen, der sich irgendwie ganz und gar nicht passend oder verdient anfühlt...
Allerdings gehen Regisseur David F. Sandberg, der auch schon den ersten Filme inszenierte, wohl gar nicht mit dem Anspruch ins Rennen, einen Arthouse-Film zu drehen oder irgendwelche Experimente zu wagen, sondern sie wollen nur die Fans und die junge Zielgruppe abholen, die hoffentlich ihren Spaß am neuen „Shazam“-Abenteuer hat.

„Shazam! Fury of the Gods“ fühlt sich nicht wie Must-See-Kino an, aber auch nichts, bei dem man danach die Filmemacher für Zeitverschwendung verflucht, sofern man denn die Shazamily einigermaßen mag. Nur leider fehlt etwas der Charme und der Drive des ersten Teils. Albern und humorig und auch etwas 90er-düster ist die Fortsetzung erneut. Herausragend einzigartig ist jedoch wenig, bis auf die Tatsche, dass es mehrere Jugendliche mit enormen Kräften sind, die den Tag retten sollen.
Drei bis dreieinhalb Shazams!
Ich hätte es vielleicht spannender gefunden, wenn man die angedeuteten Ländereien im Rock of Eternity - die sich hinter den zahlreichen Türen verbergen - in den Fokus gerückt hätte anstatt die Schwesterngeschichte. Aber vielleicht gibt es noch ein Wiedersehen mit den Figuren. Gleich zwei Post-Credits-Szenen deuten jedenfalls selbstbewusst darauf hin. In einer tauchen zwei Figuren aus James Gunns Formaten auf und in der zweiten ein bekanntes Gesicht aus dem ersten „Shazam“-Teil.
Besonders die zweite Szene ganz am Ende greift etwas auf, was gar nicht Platz im Film hatte, nämlich die Abspannszene aus dem ersten Teil, die aber auch diesmal wenig Fortschritt erzielt.
Shazam! Fury of the Gods: Unleashing the Power Within: Shazam Fury of the Gods (English Edition)
Asher Angel
als Billy Batson
Jack Grazer
als Freddy Freeman
Grace Fulton
als Mary Bromfield / Super Hero Mary
Meagan Good
als Super Hero Darla
Faithe Herman
als Darla Dudley
Ian Chen
als Eugene Choi
D. J. Cotrona
als Super Hero Pedro
Jovan Armand
als Pedro Peña
Djimon Hounsou
als Wizard
als Victor Vasquez
Marta Milans
als Rosa Vasquez
Rizwan Manji
als Docent
als Mr. Geckle
David Lengel
als Museum Security Guard
Erica Frene
als Girl Running on Bridge
Lotta Losten
als Nurse in Need of a Hero
Hillary Anne Harley
als Kitten Car Passenger
Kelvin Hodge
als Drunk Guy
als Diana Prince / Wonder Woman
Carson MacCormac
als Brett Breyer
Evan Marsh
als Burke Breyer
Wolf Blitzer
als News Reporter
David F. Sandberg
als Mister Mind (voice)