Digger

In dem Film Digger geht es um Digger Rockwell, den mächtigsten Mann der Welt, der durch sein rücksichtsloses Handeln eine Katastrophe globalen Ausmaßes auslöst. Statt die Verantwortung dafür zu übernehmen, startet Rockwell eine hektische Mission. Er will der gesamten Menschheit beweisen, dass ausgerechnet er sie retten kann. Die Zeit läuft ihm allerdings davon, denn das von ihm verursachte Desaster droht alles zu zerstören.

Was als großangelegte Rettungsaktion beginnt, entwickelt sich schnell zu einem absurden Wettlauf gegen die eigene Inkompetenz. Rockwells gewaltiges Ego steht ihm bei jedem seiner Schritte im Weg. Die Menschen in seinem Umfeld haben längst durchschaut, dass der vermeintliche Held ein wesentlicher Teil des Problems ist. Doch Rockwell klammert sich unbeirrt an sein Selbstbild als Weltenretter und zieht seine Mitmenschen immer tiefer in das Chaos hinein.

Seine Versuche, die Lage unter Kontrolle zu bringen, verschlimmern die Situation mit jeder neuen Aktion. Der schmale Grat zwischen Rettung und Zerstörung wird immer schmaler, während Rockwells Selbstgewissheit keine Grenzen kennt.

Hintergrund

Im Februar 2024 wurde bekannt, dass Alejandro González Iñárritu seinen ersten englischsprachigen Film seit „The Revenant“ (2015) drehen würde. Tom Cruise übernahm die Hauptrolle im Rahmen seiner strategischen Partnerschaft mit Warner Bros. Pictures. Die Dreharbeiten liefen sechs Monate lang unter dem Arbeitstitel „Judy“, bevor im Dezember 2025 mit einem Teasertrailer auch der endgültige Titel enthüllt wurde.

Crew

Bei Digger führte Alejandro Gonzalez Inarritu Regie, der zuvor mit „Birdman“ (2014) und „The Revenant“ (2015) jeweils den Oscar für die beste Regie gewann. Das Drehbuch verfasste er gemeinsam mit Sabina Berman, Alexander Dinelaris und Nicolás Giacobone. Dinelaris und Giacobone gehörten bereits bei „Birdman“ zum mit einem Oscar prämierten Autorenteam. Als Produzenten fungieren Inarritu selbst, Tom Cruise und Mary Parent.

Die Filmmusik stammt von Bryce Dessner, der bereits den Score zu Iñárritus „Bardo“ (2022) komponierte. Der Musiker ist als Gitarrist der Indie-Rock-Band The National bekannt und hat sich parallel als Filmkomponist einen Namen gemacht. Für Digger arbeiten Regisseur und Komponist nach „Bardo“ zum zweiten Mal zusammen.

Cast

In der Hauptrolle als Digger Rockwell ist Tom Cruise zu sehen, der zuletzt in „Top Gun: Maverick“ (2022) vor der Kamera stand. Sandra Hüller, die für ihre Rolle in „Anatomie eines Falls“ (2023) eine Oscar-Nominierung erhielt, gehört ebenso zum Ensemble wie John Goodman aus Roseanne und The Conners.

Jesse Plemons, bekannt aus Fargo und Friday Night Lights, und Riz Ahmed aus „Sound of Metal“ (2020) übernehmen tragende Rollen. Emma D'Arcy aus House of the Dragon und Sophie Wilde aus „Talk to Me“ (2022) komplettieren den hochkarätigen Cast. Michael Stuhlbarg, der in Boardwalk Empire und Dopesick überzeugte, rundet das Ensemble ab.

Drehorte

Die Dreharbeiten fanden vollständig in Großbritannien statt, unter anderem in den Pinewood Studios. Die Produktion startete am 7. November 2024 und wurde nach sechs Monaten am 3. Mai 2025 abgeschlossen. Der Film wurde auf 35mm-Film im VistaVision-Format gedreht. Für die Kameraarbeit zeichnete Emmanuel Lubezki verantwortlich, der für „Birdman“ und „The Revenant“ den Oscar für die beste Kamera erhielt. Das Budget von Digger liegt bei geschätzten 125 Millionen US-Dollar.

Digger Kritik

Digger Kritik
Digger: Filmkritik zum neuen Werk von Alejandro G. Iñárritu und Tom Cruise
IMAGO/Landmark Media/Warner Bros.

Filmkritik „Digger" durch Adam Arndt exklusiv für Serienjunkies.de

Das Power-Couple Alejandro G. Iñárritu und Tom Cruise sind die Hauptattraktion bei „Digger“. Doch ist der Film ein Traum oder ein Albtraum?

Alejandro G. Iñárritu ist bekannt als Regisseur von „Babel“, „Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“ oder „The Revenant - Der Rückkehrer“. Letzterer brachte Leonardo DiCaprio nach vielen Jahren endlich seinen hochverdienten Oscar ein.

Nun bündelt er im Film „Digger“ seine Kräfte mit Tom Cruise, der wohl von Ähnlichem träumt. Doch ob das gelingt, steht auf einem anderen Blatt... In den letzten Jahren war Cruise auf Action abonniert, besonders wegen „Top Gun: Maverick“ oder mehreren Sequels zu „Mission: Impossible“, aber im Lauf seiner Karriere immer wieder in ernsthaften Filmen zu sehen, wie etwa „Geboren am 4. Juli“, „Vanilla Sky“, „Jerry Maguire: Spiel des Lebens“ oder „Magnolia“. Viermal war Cruise tatsächlich schon für den prestigeträchtigen Filmpreis nominiert, doch ein Gewinn gelang ihm (bisher) nicht.

Darum geht es im Film „Digger“

Tom Cruise in einer Szene aus dem neuen Film von Warner Bros. Pictures: „Digger“
Tom Cruise in einer Szene aus dem neuen Film von Warner Bros. Pictures: „Digger“ - © IMAGO/Landmark Media

Interessanterweise wurde in der Pressevorführung explizit darum gebeten, keine Spoiler zum Film zu verraten, darum bemühe ich mich nachfolgend eher vage zum Inhalt zu schreiben. Die offizielle Beschreibung ist wie folgt: „Der mächtigste Mann der Welt begibt sich auf eine verzweifelte Mission, um zu beweisen, dass er der Retter der Menschheit ist, bevor die von ihm ausgelöste Katastrophe alles zerstört“.

Auch die Trailer sind anders als der Film, der Iñárritu-typisch diverse Stilmittel nutzt, die der Filmemacher auch beispielsweise schon in „Birdman“ eingebracht hat. Ohne zu viel zu verraten: Das Theater spielt eine überraschende Bedeutung. In mehrerlei Hinsicht: als wortwörtliche Bretter, die die Welt bedeuten, und als das politische Theater drumherum, das Kontrollieren der Narrative.

In den ersten Minuten wird eine überzogene satirische Welt eingeführt, die auch an Filmemacher wie Yorgos Lanthimos („Bugonia“) oder Wes Anderson („The French Dispatch“) und vielleicht den früheren Darren Aronofsky („Mother!“) erinnert. Man ahnt früh (vor allem wegen der Katze), dass hier entweder etwas im Argen liegt oder eine merkwürdige Künstlichkeit vorherrscht. Schon bald haben es die Zuschauer mit vielen Monologen und Dialogen zu tun, die schnell eskalieren und in Schreiduelle ausufern. Erst recht spät zeigt sich das wahre Ausmaß und der doppelte Boden, wenn das Offensichtliche in dieser leicht dystopischen Zukunft zum Vorschein kommt.

Bis dahin erleben wir amerikanische Politik, die sich patriotisch bis zum Untergang zeigt, Abziehbilder von US-Generälen und Entscheidern, die zu sehr an echte Vorbilder erinnern, so dass man sich nicht mehr sicher sein kann, ob die Realität nicht schon längst schlimmer ist als die Satire, und Warnungen vor Katastrophen, die wahrscheinlich auch längst eintreten werden.

Ähnlich wie Steven Spielberg in „Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit“ (Filmkritik zum aktuellen Spielberg-Werk) wählt Iñárritu wahrscheinlich die falsche Zielgruppe, zu der er predigt. Filmbegeisterte Art-House-offene Zuschauer sind wahrscheinlich nicht diejenigen, die man vor den Folgen des globalen Klimawandels und einer US-Regierung warnen muss, die so isolationistisch und egoistisch ist, dass sie auf Generationen hin kaum reparierbaren Schaden für die gesamte Welt anrichtet. Bei Spielberg ist die Frage nach außerirdischem Leben im Mittelpunkt, die seiner Vision nach wohl alles ändern könnte. Doch die tatsächliche Realität ist zynischer und düsterer und aktuell schwierig positiv umzudeuten.

Ähnliches gilt für die Figuren, die Iñárritu und seine Drehbuch-Autoren mit ihm entwickeln. Cruise spielt an der Oberfläche einen mächtigen Ölmagnaten, dem Profit und Ölförderung wichtiger sind als Menschen und ganze Kontinente; der sich in der Öffentlichkeit aber immer als Samariter darstellt. Die zweite, hier noch geheime, Ebene ist eine andere, die die Zuschauer aber für sich entdecken müssen. Dabei hätte ich mir irgendwie nur mehr gewünscht. Die Theaterebene und Inszenierung (abgegrenzt durch schwarze Balken und veränderte Aspect Ratio) bieten bisweilen durchaus interessante Dialog- und Schauspielszenen an, sind aber auch von der Lautstärke und vom Bombast her eine Tour de Force und eine akustische Herausforderung, die einiges von den Zuschauern abverlangt.

Türlich, türlich (sicher, Digger)

Tom Cruise in einer Szene aus dem neuen Film von Warner Bros. Pictures: „Digger“
Tom Cruise in einer Szene aus dem neuen Film von Warner Bros. Pictures: „Digger“ - © IMAGO/Landmark Media

Man wäre manchmal wohl gerne Aaron Sorkin in „Eine Frage der Ehre“ und würde gerne die Zuschauer wachrütteln oder schockieren, doch eigentlich zeigt der Film nichts anderes als die fast unvermeidliche Konsequenz von aktueller konservativer bis rechter Politik auf das Weltklima. Es ist wahrlich schwer, einen Film zu machen, der den Weltuntergang, der durch Menschen verursacht wurde, sehenswert zu machen, gerade, wenn satirische Elemente im Spiel sind. Auch der fantastisch besetzte Netflix-Film „Don't Look Up“ von Adam McKay aus dem Jahr 2021 scheiterte an dieser Aufgabe. Leider kann mich Iñárritu hier auch nur wenig abholen. Es ist ein faszinierender Unfall, der mir zu wenig Substanz oder zumindest erzählerische Innovation hat.

Der Film ist stets unruhig und wuselig wie „Birdman“ und macht durch die dystopischen Elemente rund um das Theater durchaus einige spannende visuelle Dinge. Doch Cruise ist für mich hier nicht auf Oscar-Niveau, auch wenn er sich wohl lange Zeit ins Make-up begeben musste und einen Fat-Suit trägt. Auch andere Darsteller, teilweise preisgekrönt, wie Riz Ahmed (als warnender Wissenschaftler), John Goodman (sehr gut als POTUS), Sandra Hüller (unsere Frau in Hollywood), Michael Stuhlbarg und Jesse Plemons liefern allesamt grundsolide Performances ab. Doch mir fehlt beim Drehbuch - das er mit Alexander Dinelaris und Nicolás Giacobone sowie Sabina Berman verfasst hat - das gewisse geniale Etwas, das man wohl von einem solchen Filmemacher, der sich selbst für einen der Großen hält, erwarten kann. Hier übrigens exemplarisch via THR einige frühe Reaktionen auf den Film, die zeigen, wie die Meinungen dazu wahrscheinlich auseinandergehen werden:

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Fazit: Can I dig it?

John Goodman und Tom Cruise in „Digger“
John Goodman und Tom Cruise in „Digger“ - © IMAGO/Landmark Media

„Digger“ ist nicht das, was die Trailer verkaufen. Es ist zwar ein politisch-satirisch aufgeladenes Werk, aber doch irgendwie auch ein spiritueller Begleiter oder Nachfolger von Iñárritus „Birdman“. Allerdings mit mahnendem Zeigefinger und wahrscheinlich falscher Zielgruppe, die eh schon kritisch über die adressierte Menschengruppe eingestellt sein dürfte.

Die Meta-Ebene, die hier aufgemacht wird, ist für mich jedoch sehenswerter als die viel zu laut und viel zu oft schreiend und krachend vorgetragene Kritik an politischen Mechanismen, die auf gewisse Weise verdeutlicht, dass man sich stärker gegen konservativen Bullshit auflehnen sollte, ehe es zu spät ist. So oder so: Man fühlt sich machtlos, ob nun auf der echten politischen Bühne oder auf dieser künstlerisch aufgeladenen. Darum nur drei von fünf Ölbohrer. „Digger“ kommt am 1. Oktober in die deutschen Kinos. Hier weitere aktuelle Filmkritiken bei Serienjunkies.de.

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Digger Schauspieler

Riz Ahmed

als Ganesh

Sandra Hüller

als Emma

Michael Stuhlbarg

als Vice President

Robert John Burke

als Fitzgerald

Sophie Wilde

als Hannah

Mercedes Hernández

als Adelia

Daniel Kirrane

als Sandy Clarkson

James Dryden

Corey Johnson

als Jacobs

Digger Crew

Regie

Alejandro G. Iñárritu, Terry Needham, Lisa Vick, Emma Horton

Drehbuch

Nicolás Giacobone, Sabina Berman, Alejandro G. Iñárritu, Alexander Dinelaris, Sabina Berman, Jez Butterworth, Alejandro G. Iñárritu

Produktion

Francine Maisler, Nicolás Giacobone, Pete Chiappetta, Andrew Lary, Anthony Tittanegro, Jez Butterworth, Sabina Berman, Alexander Dinelaris, Emmanuel Lubezki, Joshua Grode, Michael Sharp, Mary Parent, Tom Cruise, Alejandro G. Iñárritu, Danielle Stanners, Ben Dixon, Michael Sharp

Kamera

Jason Ewart, Emmanuel Lubezki, Matt Windon, Jason Ewart

Schnitt

Stephen Mirrione, Conor O'Neill

Musik

Christopher Atkinson, Mike Horton, Cosmo Sheldrake, Lloyd Dudley

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