Eine junge Frau, die mit ihrer Sucht zu kämpfen hat, kommt in den Besitz eines uralten Rätselkastens, ohne zu ahnen, dass dieser dazu dient, die Cenobiten zu beschwören, eine Gruppe sadistischer übernatürlicher Wesen aus einer anderen Dimension.
Hellraiser - Das Schloss zur Hölle ist eine Adaption des Horrorklassikers von Clive Barker aus dem Jahr 1987, in dem eine junge Frau, die mit ihrer Sucht zu kämpfen hat, in den Besitz eines uralten Kästchens kommt, ohne zu ahnen, dass es dazu dient, die Cenobiten zu beschwören, eine Gruppe sadistischer übernatürlicher Wesen aus einer anderen Dimension.
Filmkritik „Hellraiser - Das Schloss zur Hölle" durch Thorsten Walch exklusiv für Serienjunkies.de
Sadistische dämonische Schreckgestalten, sogenannte Zenobiten, werden durch eine uralte chinesische Puzzlebox herbeigerufen und bereiten freiwilligen wie unfreiwilligen Benutzern im Horrorfilmklassiker-Remake „Hellraiser: Das Schloss zur Hölle“ infernalische Qualen.
Die Anwältin Serena Menaker (Hiam Abbass, Oussekine) erwirbt in Belgrad aus dunklen Quellen eine geheimnisvolle Puzzlebox. Ihr Auftraggeber ist der vom Okkulten besessene Millionär Ronald Voight (Goran Visnjic, Timeless).
Die höllische Macht des Reliktes bekommt als erstes der junge Callboy Joey (Kit Clarke, Rache ist süß) am eigenen Leibe zu spüren. Voight motiviert ihn dazu, die Box entschlüsseln zu wollen. Als er sich an einer hervorschnellenden Klinge schneidet, ruft dies dämonische Kräfte auf den Plan. Diese spießen den jungen Mann mit an Ketten befestigten Fleischhaken auf und zerfetzen ihn schließlich.
Sechs Jahre danach lebt die suchtgefährdete labile junge Riley (Odessa Azion, Grand Army) bei ihrem Bruder Matt (Brandon Flynn, 13 Reasons Why), seinem Beziehungspartner Colin (Adam Faison, Everything's Gonna Be Okay) und deren gemeinsamer Freundin Nora (Aoife Hinds, „The Man in the Hat“).
Bei einer Therapiesitzung lernt sie ihren Leidensgenossen Trevor (Drew Starkey, Outer Banks) kennen, mit dem sie eine unstete Beziehung eingeht. Trevor ist ein Kleinkrimineller, der seinen Lebensunterhalt mit verschiedenen Gaunereien bestreitet. Eines Tages überredet er Riley dazu, gemeinsam mit ihm in ein Lagerhaus einzubrechen und dort einen Safe zu knacken. Dort finden sie die Puzzlebox, mit der sie jedoch zunächst nichts anfangen können und die Riley in Verwahrung nimmt. Da Riley entgegen der Abmachungen mit ihrem Bruder und dessen Freunden wieder getrunken hat, wird sie spätabends von Matt aus der Wohnung geworfen. Wutentbrannt packt sie ihre Sachen und läuft davon.
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In einer Parkanlage betrachtet sie die Puzzlebox näher und spielt damit herum. Erneut schnellt die Klinge daraus hervor, allerdings schneidet sich Riley nicht daran. Daraufhin erscheinen plötzlich die monströsen verstümmelten Zenobiten unter Führung ihres androgynen Oberpriesters Pinhead (Jamie Clayton, Sense8) und verlangen von ihr ein anderes Opfer. Riley, die das Ganze für eine Folge der von ihr konsumierten Alkohol- und Drogenkombination hält, verliert auf einem Karussell das Bewusstsein.
Matt bereut mittlerweile seinen Entschluss, seine Schwester aus der Wohnung geworfen zu haben. Er geht auf die Suche nach ihr und findet sie schließlich. Dabei kommt auch er mit der Puzzlebox in Berührung und im Gegensatz zu Riley verletzt er sich an der Klinge. Als er in einer nahegelegenen öffentlichen Toilette die Wunde reinigen will, erscheinen dort die Zenobiten und reißen ihn mit sich fort. Riley hört nur noch seine Schreie. Sie sucht zunächst Hilfe bei Trevor und schließlich auch bei Colin und Nora, die Matts Verschwinden auf den Grund gehen wollen, nachdem die Polizei erklärt hat, vorerst nichts unternehmen zu können.
Sie machen die mittlerweile todkranke Serena in einer Klinik ausfindig, die ihnen vom vermeintlich verstorbenen Voight berichtet. Nachdem auch Serena sich an der Klinge verletzt hat und von den Zenobiten geholt wurde, machen sich Riley, Colin, Trevor und Nora auf zu Voights mittlerweile verlassenem Herrenhaus, wo sie nach der Lösung des Rätsels suchen wollen.
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Der 1987 entstandene „Hellraiser: Das Tor zur Hölle“, den der damals 25-jährige Autor der Original-Vorlage, Clive Barker, selbst inszenierte, bildete den Startschuss zu einer weiteren erfolgreichen Horrorfilmreihe in der damaligen Glanzzeit des Genres. Bis 2018 brachte der Originalfilm neun Fortsetzungen in höchst wechselvoller Qualität hervor, in immerhin sieben davon wirkte der britische Schauspieler Doug Bradley (der auch außerhalb der Reihe vorwiegend in Horrorfilmen auftrat) als der bedrohliche Pinhead mit in seinen Kopf eingeschlagenen Nägeln mit (in einem Teil der Reihe wurde seine menschliche Vorgeschichte erzählt).
Bereits 2006 hatte Clive Barker persönlich ein Remake des Originalfilms angedacht, doch während fleißig (gelinde ausgedrückt) wenig begeisternde Fortsetzungen herauskamen, geriet Barkers Projekt immer wieder ins Hintertreffen und verschiedene Regisseure verließen es entweder selbst oder wurden entlassen. Erst 2019 gab es wirklich konkrete Pläne. David S. Goyer, der unter anderem die Drehbücher zu Christopher Nolans „The Dark Knight-Trilogie“, dem Superman-Remake „Man of Steel“) sowie dem in Ungnade gefallenen „Batman vs Superman: Dawn of Justice“ geschrieben hatte, sollte gemeinsam mit Ben Collins und Lukas Piotrowski die Geschichte entwickeln, die seine beiden Mitstreiter dann zum Skript adaptierten.
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Und so begannen 2021 die Dreharbeiten unter der Regie von David Bruckner, der 2020 mit „The Night House“ einen weiteren Film von Goyer inszeniert hatte, während die Spyglass Media Group den neuen „Hellraiser“ produzieren sollte. In früheren Planungsstadien war angedacht gewesen, erneut Doug Bradley als Pinhead auftreten zu lassen, letztendlich jedoch erhielt der höllische Hohepriester mit Jamie Clayton diesmal eine weibliche Verkörperung.
Nach verschiedenen Vorführungen auf Festivals wurde „Hellraiser“ im Oktober 2022 beim Streamingdienst Hulu veröffentlicht. Hierzulande war anfangs die Rede davon, dass Disney+ die Veröffentlichung übernehmen würde, da der Film anteilig auch von 20th Century Films produziert worden war. Letztendlich jedoch ging er an Paramount+, bei welchem er am 15. April im Rahmen der Horror Weeks herauskam und ab jetzt dort abgerufen werden kann.
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Die Geschichte ist eher vage an Barkers Roman-Vorlage angelehnt und bedient sich mehr der tragenden Elemente der Zenobiten und der Puzzlebox als der ursprünglichen Geschichte. Dabei erfindet der neue „Hellraiser - Das Schloss zur Hölle“ das Rad nicht neu - die mitunter recht heftigen Splattereffekte waren in zeitgemäß weniger fortschrittlicher Form bereits im 1987er Film zu sehen. Allerdings variiert er die Geschichte in interessanter Weise, da die Grausamkeiten im Film stets Mittel zum Zweck sind und nicht lediglich einer relativ sinnfreien und unnötig langgezogenen Erzeugung von Ekel dienen.
Die Rolle des beziehungsweise der neuen Pinhead präsentiert sich nicht so groß und bedeutungsschwer wie die Version von Doug Bradley im Original und kommt voll und ganz ohne die leisen Sympathieerzeugungen aus, wo Ur-Pinhead etwa seine Zenobiten anwies, die Unschuldigen zu verschonen. Stattdessen wird der Aspekt, dass Schmerz und Qualen für die höllischen Zenobiten etwas überaus Erstrebenswertes und Angenehmes sind, deutlich stärker herausgearbeitet. Zeitweise scheint es, als vermochten Pinhead und die anderen Dämonen überhaupt nicht zu begreifen, warum Menschen die ihnen angetanen abartigen Quälereien nicht ebenso genießen können wie sie. Definitiv hebt sie dieser Zug über andere, mitunter weit platter gestaltete Slasherkiller hinaus.
Horrorinnovation höchster Güte bietet der Film bei alledem nun nicht, obwohl Regisseur Bruckner durchaus ein Gespür für Atmosphäre hat und diese von Anfang an düster und trostlos gestaltet und auch die Charaktere auf interessante Weise ambivalent dargestellt sind. Auch plätschert sich die Geschichte keineswegs nur von einem Kill zum nächsten und zeigt dazwischen lediglich verängstigte Gesichter. Allerdings jedoch hätte das mystisch-schaurige Ende ein wenig deutlicher herausgearbeitet sein können, nachdem man einige Stichworte ins Geschehen geworfen hat, jedoch letztlich nicht mehr groß auf sie eingeht.
Ebenso macht die insgesamte Machart des Films trotz der einen oder anderen Qualität recht deutlich, dass er für einen Einsatz in den Kinos eher weniger geeignet gewesen wäre. Dafür ist er zu stark (und vermutlich gezielt) auf das (Streaming-)Fernsehen ausgerichtet und wirkt nicht wie eine Hochglanzkinoproduktion. Trotzdem ist „Hellraiser: Das Schloss zur Hölle“ für empfindsame Gemüter alles andere als empfehlenswert...
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Vier von fünf mysteriösen Puzzleboxen für einen ordentlich, wenn auch nicht grandios gemachten Horrorstreifen mit tiefenpsychologischen wie sozialkritischen Untertönen. Er kann zwar dem Originalfilm nicht das Wasser reichen, schafft es jedoch, alle Fortsetzungen von diesem ab Teil vier um Längen zu übertreffen.
als The Priest
Adam Faison
als Colin
als Trevor
Aoife Hinds
als Nora
Yinka Olorunnife
als The Weeper
Selina Lo
als The Gasp
als Roland Voight
Predrag Bjelac
als Lorenz
Vukasin Jovanovic
als The Masque
Kit Clarke
als Joey
Greg De Cuir
als Orderly
Nikola Kent
als Paramedic