Furiosa: A Mad Max Saga

Furiosa: A Mad Max Saga

Furiosa: A Mad Max Saga im Stream

Als die Welt untergeht, wird die junge Furiosa vom Grünen Ort der vielen Mütter in die Hände einer großen Biker-Horde entführt, die von dem Warlord Dementus angeführt wird. Während sie durch das Ödland fegen, treffen sie auf die Zitadelle, die von Immortan Joe beherrscht wird. Die beiden Tyrannen führen einen Krieg um die Vorherrschaft, und Furiosa muss viele Prüfungen überstehen, während sie sich auf den Weg nach Hause macht.

Furiosa: A Mad Max Saga Kritik

Furiosa: A Mad Max Saga Kritik
„Furiosa: A Mad Max Saga“
Warner Bros.

Filmkritik „Furiosa: A Mad Max Saga" durch Adam Arndt exklusiv für Serienjunkies.de

2015 kam mit „Mad Max: Fury Road“ einer der besten und beeindruckendsten Actionfilme dieses Jahrtausends heraus. „Furiosa: A Mad Max Saga“ bildet damit das perfekte Double-Feature, was dem großen Vorbild (in fast) nichts nachsteht.

Fast jeder, der „Mad Max: Fury Road“ (hier die damalige Serienjunkies-Filmkritik zu „Fury Road“) 2015 im Kino erleben durfte, war weggeblasen von George Millers späten Comeback zum Action-Franchise, das den Begriff „Roadmovie“ neu definiert hat. Ohne zu übertreiben, gilt dieser Streifen bei vielen Filmfans als einer der besten Actionfilme, wenn nicht sogar Kinoerfahrungen der letzten 25 Jahre.

Der größtenteils noch handgemachte Irrsinn, der sich vor den Augen der Zuschauer entfaltet, ist das, wofür viele von uns ins Kino gehen und die große Leinwand brauchen. Furiosa (dort noch: Charlize Theron) entwickelte sich schnell zum absoluten Fanliebling und bei einem Rewatch merkt man eigentlich erst, wie sehr sie Max (Tom Hardy) die Show stiehlt.

Kein Wunder also, dass Filmemacher Miller das Bedürfnis verspürte, die interessante und mehrfach in Hintergrundmaterial (beispielsweise in Comics oder Bonus-Material fürs Heimkino) angedeutete origin story der taffen Heldin zu ergründen. Genau das macht nun der Kinofilm „Furiosa: A Mad Max Story“, der ab dem 23. Mai in die deutschen Lichtspielhäuser kommt, nämlich und „what a lovely day that is...

Witness her! - Worum geht es in „Furiosa“?

Poster zum Film „Furiosa: A Mad Max Saga“
Poster zum Film „Furiosa: A Mad Max Saga“ - © Warner Bros.

Wir lernen die blutjunge Furiosa kennen, in der ersten Filmhälfte oder dem ersten Drittel gespielt von der fabulösen Alyla Browne, die mit ihrer Mutter und einigen anderen Menschen in einem Ort des Ressourcenreichtums namens „The Green Place“ (im Deutschen: „Grüner Ort“) lebt.

Eines Tages erreicht eine Gruppe von Bikern und Plünderern diesen Ort, der um keinen Preis in falsche Hände geraten darf. Genau dafür sorgen Furiosa, ihre Mutter und weitere kampferprobte Kameradinnen. Doch trotz aller Bemühungen läuft dabei etwas nicht so wie geplant und Furiosa landet durch eine Bikergang beim Warlord Dementus (Chris Hemsworth), der sie zwar schützt, aber auch behandelt wie sein Eigentum.

Viele Jahre vergehen in seiner Gesellschaft/Gefangenschaft/Geiselhaft, so dass sie irgendwann auf die Zitadelle stößt, die schon in „Fury Road“ eine wichtige Rolle spielte und von Immortan Joe (Lachy Hume) mit harter Hand beherrscht wird. Es entbrennt eine Rivalität zwischen den beiden Alphamännern aus dem Ödland, zwischen deren Fronten die junge Furiosa (als Jugendliche/junge Erwachsene dann von Anya Taylor-Joy (The Queen's Gambit, „Last Night in Soho“) gespielt), gerät.

Ihren Kampfgeist und Fluchttrieb verliert sie dabei nie und nutzt jede Chance, sich auf eigene Faust durchzuschlagen. Doch ihr Weg führt immer wieder zu einem der mächtigen Männer, von denen sie mindestens einen ausschalten muss, um ein Stück weit Freiheit zu erlangen und Hoffnung auf eine Rückkehr nach Hause zu haben...

Miller hat das Drehbuch verfasst, zusammen mit Nico Lathouris, dem Co-Autor von „Mad Max: Fury Road“.

Hier schon mal der deutsche Trailer zum Film „Furiosa: A Mad Max Saga“:

Bereits von den ersten Minuten an ein filmisches Gemälde

Chris Hemsworth als Dementus im Film „Furiosa: A Mad Max Saga“
Chris Hemsworth als Dementus im Film „Furiosa: A Mad Max Saga“ - © Warner Bros.

Wie schon bei „Mad Max: Fury Road“ verplempert Miller wenig Zeit, sondern wirft die Zuschauer in die Handlung mit einem Prolog, den man sich einrahmen kann als Musterbeispiel für einen packenden Einstieg und der spielend eine tolle weitere Figur einführt. Die Rede ist von Furiosas Mutter (Charlee Fraser), die mich persönlich in begrenzter Screentime schnell als fähige Scharfschützin, taffe Kämpferin und aufopferungsvolle Mutter überzeugen konnte.

Die ersten Filmminuten zeigen uns viel von der tragischen Geschichte der kampflustigen und unnachgiebigen Furiosa, die schon als Kind einen stählernen Willen hatte und sich durch alle Widrigkeiten durchkämpfte. Und das, obwohl es auch einige herbe Rückschläge und ungute Begegnungen in dieser höllischen Wüstenwelt gab, die von illustren, durchgeknallten und überzogenen Macho-Männern mit Napoleon-Komplexen (und anderen Dachschäden) bevölkert wurde.

Auch der Roadmovie-Aspekt kommt dann, besonders wenn Taylor-Joy die Rolle übernimmt, nicht zu kurz, ist aber keinesfalls eine bloße Wiederholung des Vorgängers, sondern liefert zahlreiche wahnwitzige, imposante, atemberaubende und schier unglaubliche Momente sowie Ideen des Chaos, Blutvergießens und der Zerstörung, um Öl, Wasser oder andere knappe Güter für sich zu beanspruchen.

We are the already dead

Was plant Dementus für Furiosa und ihren Partner im Film „Furiosa: A Mad Max Saga“?
Was plant Dementus für Furiosa und ihren Partner im Film „Furiosa: A Mad Max Saga“? - © Warner Bros.

Dialoge sind dabei Nebensache. Furiosa spricht nur dann, wenn es wirklich nötig ist, dafür können sich andere Figuren den ganzen Tag reden hören - doch genau das ist Teil der Formel, die Miller perfektioniert zu haben scheint. Weniger ist mehr, was das Gesagte angeht und mehr ist mehr, was die Action, Stunts und Schauwerte angeht, die reichlich vorhanden sind.

Ein Blick in den Abspann verrät auch, dass eine Handvoll Effektstudios beteiligt waren, darum ist es unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen, dass wie beim Vorgänger vieles handgemacht daherkommt. Aber man wünscht sich eh, dass keine echten Menschen durch manchen Wahnsinn gehen mussten, der hier auf Zelluloid gebannt wurde... Wer in einen „Mad-Max“-Film geht, muss wissen, was auf ihn zukommt, was Brutalität, Opfer, Gewalt und explizite Szenen sowie Sprache angeht und darf sich dann nicht wundern, wenn genau das in Hülle und Fülle abgeliefert wird.

Eines der besten Prequels aller Zeiten?

„Furiosa“, wie man sie aus „Fury Road“ optisch kennt
„Furiosa“, wie man sie aus „Fury Road“ optisch kennt - © Warner Bros.

Natürlich kann man bei jedem Prequel skeptisch sein und Sinn und Zweck dahinter infrage stellen, aber Miller und Co machen es den Fans des Vorgängers so schwer wie möglich, wenn sie das bereits Etablierte mochten, hier abzuwinken und enttäuscht zu sein.

Sicherlich, manche fanden beim Teaser oder Trailer den Look etwas zu CGI- oder plastikmäßig, doch im Film funktioniert es zu 90 Prozent der Fälle optisch hervorragend und es handelt sich um eine grandiose audiovisuelle Erfahrung mit verdientem R-Rating. Furiosas Werdegang ist aber so sensibel, herzzerreißend und packend, dass man sich, trotz eventuell berechtigter Bedenken, kaum Sorgen machen muss, auch wenn man aus „Fury Road“ natürlich weiß, mit wem sie da unterwegs ist...

Allerdings macht Miller auch in diversen Fällen keine Gefangenen, wenn es darum geht, Figuren aus dem Weg zu räumen, die man schon ins Herz geschlossen hat. Das Gefühl herrscht vor, dass jeder, der nicht in „Fury Road“ lebt, Opfer der Welt und der Umstände werden könnte. Bekannte Gesichter gibt es vor allem aus dem Umfeld von Immortan Joe einige und werden dann - sofern die Darsteller:innen noch leben - auch von den etablierten Schauspielenden verkörpert. Hugh Keays-Byrne, der Original-Joe-Darsteller, ist beispielsweise leider inzwischen verstorben.

Ohne zu viel zu verraten oder auf Details einzugehen: Andere Filme hätten um die Tatsache, wie Furiosa ihren Arm verliert, ein größeres Ding gemacht (ich blicke in Richtung „Solo - A Star Wars Story“) und die volle Aufmerksamkeit darauf gelenkt. Miller nutzt dies clever und subtil, um die Handlung voranzubringen, was ich hiermit klar begrüßen möchte.

Das erwähnt, gelingt es Miller nicht nur, wahrscheinlich eines der besten Prequels abzuliefern, sondern, wenn man beide Filme im Zusammenspiel anschauen würde - und ich habe davor extra einen Rewatch gemacht -, das womöglich beste Action-Double-Feature des aktuellen Jahrhunderts, wenn nicht sogar noch mehr. Das wird auch noch einmal im Abspann verdeutlicht, der einige interessante Bilder zur Untermauerung nutzt...

Millers Namensgebung ist herausragend und passend tumb bezüglich dessen, wie sich Männer benennen würden, wenn die konventionellen Regeln nicht mehr gelten würden... Rictus Erectus, Scrotus, Smeg, Big Jilly, Fang, The Peopler Eater und natürlich auch Dementus muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen und denkt am besten nicht zu sehr über die eigentlichen Ursprünge selbiger nach...

Das Setdesign und die Figurenausstattung ist detailliert und fantasievoll ausgestaltet und die Handlung kennt kein Stoppen. Hemsworth, den ich als „Thor“ schon liebe, ist als Dementus zwar anfangs eindimensional und pompös, entblättert aber mit der Zeit einige Schichten wie eine sandige Zwiebel, die ihn dann zu einer komplexen Figur machen, welche in einer gefährlichen und mörderischen Rachespirale dieser Welt gefangen ist.

Der Racheengel vom Green Place

Man wünscht Furiosa natürlich für alles, was ihr erfährt, Genugtuung und Miller schafft etwas, was mit den besten Rachedarstellungen im Kino der jüngeren Vergangenheit mithalten kann. Ich fühlte mich an Quentin Tarantinos „Death Proof“ oder „Inglourious Basterds“ und die dortigen Racheengel erinnert, die ebenfalls viel durchmachen und erdulden mussten, dann aber doch Momente des Triumphs einfahren durften. So hinterlässt der Film bei mir zumindest ein tiefes Gefühl der Zufriedenheit und Genugtuung, denn er hätte an vielen, vielen Abzweigungen falsch abbiegen können. Er nimmt aber doch meistens die richtige Ausfahrt - und das bei einer Laufzeit von zweieinhalb Stunden, die mir nie langweilig wurden.

Fazit

„Furiosa: A Mad Max Saga“: Wieder mal ein furioser Roadmovie
„Furiosa: A Mad Max Saga“: Wieder mal ein furioser Roadmovie - © Warner Bros.

Bei „Furiosa“ wusste ich innerhalb weniger Minuten, dass ich eine tolle Zeit im Kino haben werde und ebenfalls war mir schnell bewusst, dass es nicht bei einer Audienz im Lichtspielhaus bleiben wird. Man kann gar nicht alles erfassen und verarbeiten, was Miller auf der Leinwand präsentiert und entsprechend empfiehlt sich ein mehrfacher Besuch des Kinos der Wahl.

Bis auf die Tatsache, dass wahrscheinlich mehr CGI nötig war und eine angedeutete Liebesgeschichte unausgegoren und überstürzt eingebaut ist, weil es sich um einen der wenigen guten Männer in dieser Welt handelt, gibt es für mich wenig am Film zu kritisieren. Eine starke Protagonistin wird durch eine tolle Hintergrund-Story ergänzt, die bereits etablierte Welt wird noch mehr ausgeschmückt, es gibt einige callbacks, die aber nicht zu plump sind, und ein starkes Ensemble, was mit viel Spielfreude zusammenwirkt.

Fünf von fünf Pfirsichkernen der Hoffnung für „Furiosa“.

Hier abschließend noch der Originaltrailer zum nun angelaufenen neuen Film „Furiosa: A Mad Max Saga“:

Furiosa: A Mad Max Saga Trailer

Furiosa: A Mad Max Saga Schauspieler

Tom Burke

als Praetorian Jack

Lachy Hulme

als Immortan Joe / Rizzdale Pell

Angus Sampson

als The Organic Mechanic

Daniel Webber

als War Boy

Goran D. Kleut

als Octoboss

CJ. Bloomfield

als Li'l Jilly

Alyla Browne

als Young Furiosa

Maleeka Gasbarri

als Pregnant Wife #1

Nat Buchanan

als Pregnant Wife #2

David Collins

als Smeg

Ian Roberts

als Mr. Harley

Rahel Romahn

Alex Time

als Dementus Biker

Xanthia Marinelli

als Treadmill Rat / Vuvalini

John Howard

als The People Eater

Elsa Pataky

als Vuvalini General

Jacob Tomuri

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