Chris Hemsworth
Der australische Schauspieler Chris Hemsworth besucht die australische Premiere des Films "Transformers One" im IMAX Sydney in Sydney am Mittwoch, den 11. September 2024.
© IMAGO / AAP

Chris Hemsworth

Der „Thor“-Star kommt 2007 in die USA um den Durchbruch als Schauspieler zu schaffen, sieben Jahre später sieht er seine Mission offenbar soweit als erfüllt an, dass er mit seiner Familie wieder zurück nach Australien ziehen kann weil er nicht mehr vor Ort um die Rollen kämpfen muss.

Biografie von Chris Hemsworth

Chris Hemsworth wurde am 11. August 1983 in Melbourne, Australien, geboren. Seine Mutter Leonie, geborene van Os, arbeitete als Englischlehrerin, sein Vater Craig als Sozialarbeiter. Die Familie lebte nicht an einem festen Ort, sondern pendelte zwischen Melbourne und dem abgelegenen Outback-Ort Bulman im Northern Territory hin und her. Diese ungewöhnliche Kindheit zwischen Großstadt und Wildnis prägte den jungen Chris nachhaltig. Gemeinsam mit seinen beiden Brüdern Luke und Liam Hemsworth wuchs er in einem naturverbundenen Umfeld auf, bevor sich die Familie schließlich auf Phillip Island niederließ. Ein interessantes Detail seiner Familiengeschichte ist die Verwandtschaft mit Rod Ansell, dem legendären Buschmann, der als Inspiration für den Kultfilm „Crocodile Dundee“ diente

Der Weg zur Schauspielerei begann für Hemsworth im Jahr 2002, als er seine erste Rolle in der australischen Fantasy-Serie „Guinevere Jones“ übernahm. Er spielte dort König Arthur in zwei Episoden. Es folgten weitere kleine Auftritte in australischen Produktionen wie „Neighbours“ und „Marshall Law“. Der echte Durchbruch kam jedoch mit einer Hauptrolle in der beliebten australischen Seifenoper „Home and Away“, die er von 2004 bis 2007 verkörperte. In dieser Zeit sammelte er wertvolle Erfahrungen vor der Kamera und baute sich eine Fangemeinde in seiner Heimat auf. Parallel zu seiner Schauspielkarriere wagte er sich 2006 auch aufs Tanzparkett und nahm an der fünften Staffel von „Dancing with the Stars Australia“ teil, wo er mit der professionellen Tänzerin Abbey Ross antrat

Durchbruch in Hollywood

Der Sprung nach Hollywood gelang Hemsworth 2009 mit einer kleinen, aber wirkungsvollen Rolle in J.J. Abrams' „Star Trek“. Er spielte George Kirk, den Vater von Captain James T. Kirk, der in den ersten Minuten des Films einen heroischen Opfertod stirbt. Interessanterweise war diese Rolle ursprünglich Matt Damon angeboten worden, der jedoch ablehnte. Für Hemsworth öffnete dieser kurze Auftritt die Türen zu größeren Projekten in der amerikanischen Filmindustrie

Die Rolle, die sein Leben grundlegend verändern sollte, kam 2011. Marvel Studios suchte nach einem Darsteller für den nordischen Donnergott Thor in ihrem gleichnamigen Superheldenfilm. Die Besetzung war alles andere als einfach, denn anfangs galt sein jüngerer Bruder Liam als Favorit für die Rolle. Chris überzeugte jedoch bei seinem Vorsprechen so sehr, dass er schließlich den Zuschlag bekam. „Thor“ wurde zu einem kommerziellen Erfolg und machte Hemsworth über Nacht zu einem der gefragtesten Actionstars Hollywoods. Seine imposante physische Präsenz, gepaart mit seinem natürlichen Charisma und einer überraschenden komödiantischen Begabung, machte ihn zur perfekten Besetzung für den Asgardian

In den folgenden Jahren verkörperte Hemsworth den Donnergott in zahlreichen Marvel-Produktionen. „The Avengers“ im Jahr 2012 vereinte ihn mit anderen Superhelden wie Iron Man und Captain America. Es folgten „Thor: The Dark World“ 2013, „Avengers: Age of Ultron“ 2015, „Thor: Ragnarok“ 2017, „Avengers: Infinity War“ 2018 und „Avengers: Endgame“ 2019. Besonders „Thor: Ragnarok“ unter der Regie von Taika Waititi gilt als Wendepunkt, da der Film den Charakter in eine humorvollere Richtung lenkte und Hemsworths komödiantisches Talent voll zur Geltung brachte. 2022 kehrte er in „Thor: Love and Thunder“ zurück, erneut unter Waititis Regie

Vielseitigkeit jenseits des Hammers

Hemsworth bewies früh, dass er mehr als nur ein Superhelden-Darsteller sein wollte. 2012 übernahm er die Titelrolle in „Snow White and the Huntsman“ als Jäger, der Kristen Stewarts Schneewittchen beschützen soll. Im selben Jahr zeigte er in dem Horrorfilm „The Cabin in the Woods“ von Joss Whedon eine selbstironische Seite. Der Film wurde von Kritikern gelobt und gilt heute als Kultklassiker des Genres

Seinen bis dahin größten schauspielerischen Erfolg außerhalb des Marvel-Universums feierte Hemsworth 2013 mit „Rush“. In Ron Howards Rennfahrer-Drama verkörperte er die Formel-1-Legende James Hunt und dessen legendäre Rivalität mit Niki Lauda. Für diese Rolle trainierte Hemsworth intensiv und eignete sich den britischen Akzent sowie das Fahrverhalten eines Profirennfahrers an. Die Kritiker lobten seine Darstellung des charismatischen, aber selbstzerstörerischen Sportlers

In den folgenden Jahren übernahm Hemsworth verschiedene Rollen, die sein Spektrum erweiterten. 2015 spielte er in „In the Heart of the Sea“ einen Walfänger im 19. Jahrhundert, dessen Geschichte Herman Melville zu „Moby Dick“ inspirierte. Im Reboot von „Ghostbusters“ 2016 bewies er erneut sein komödiantisches Talent als etwas einfältiger, aber liebenswürdiger Sekretär Kevin. 2018 überraschte er in „Bad Times at the El Royale“ als mysteriöser Kultführer, eine seiner düstersten Rollen überhaupt

Mit der Action-Filmreihe um Tyler Rake bewies Hemsworth, dass er auch abseits von Marvel im Actiongenre reüssieren kann. „Tyler Rake: Extraction“ wurde 2020 zu einem der erfolgreichsten Netflix-Filme aller Zeiten. Hemsworth spielt darin einen desillusionierten Söldner, der den entführten Sohn eines Verbrecherbosses aus Bangladesch befreien soll. Die Fortsetzung „Extraction 2“ folgte 2023 und war ebenfalls ein großer Erfolg für den Streamingdienst. Ein dritter Teil befindet sich bereits in Entwicklung

Neue Herausforderungen und Anerkennung

Das Jahr 2024 markierte einen besonderen Wendepunkt in Hemsworths Karriere. In George Millers „Furiosa: A Mad Max Saga“ spielte er den Kriegsherrn Dementus, seine bisher vielleicht komplexeste Rolle. Die Washington Post schrieb, er habe damit „vielleicht einen der größten Leinwandschurken aller Zeiten erschaffen. Für diese Darstellung erhielt er zahlreiche Nominierungen, darunter für den AACTA Award als bester Nebendarsteller. Die Seattle Film Critics Society zeichnete ihn mit dem Preis für den Bösewicht des Jahres aus

Im Mai 2024 wurde Hemsworth mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame geehrt. Die Zeremonie fand am Hollywood Boulevard statt, mit Regisseur George Miller und seinem langjährigen Marvel-Kollegen Robert Downey Jr. als Gastredner. Diese Ehrung markierte seinen endgültigen Aufstieg in die erste Riege Hollywoods. Im selben Jahr lieh er dem jungen Optimus Prime in „Transformers One“ seine Stimme und wurde als Co-Vorsitzender der Met Gala 2024 ausgewählt, gemeinsam mit Bad Bunny, Jennifer Lopez und Zendaya

Für die Zukunft sind weitere große Projekte geplant. Hemsworth wird als Thor in „Avengers: Doomsday“ zurückkehren, der für 2026 angekündigt ist. Zudem ist er im Gespräch für die Hauptrolle in Paul Kings „Prince Charming“ für Disney und wird im U-Boot-Actionfilm „Subversion“ einen Marinekommandanten spielen, der gezwungen wird, ein U-Boot mit illegaler Fracht über internationale Gewässer zu steuern

Werbung mit Chris Hemsworth

Neben seiner Filmkarriere ist Hemsworth ein gefragtes Werbegesicht. Seit 2017 arbeitet er mit „Hugo Boss“ zusammen und wurde 2021 zum ersten globalen Markenbotschafter ernannt. In verschiedenen Kampagnen für das Parfüm Boss Bottled inszenierte er sich als moderner Gentleman, etwa in Spots mit Titeln wie „Be Your Own Boss und „Man of Today. Einen der Werbespots inszenierte der dänische Regisseur Nicolas Winding Refn, bekannt für Filme wie „Drive“. Die Zusammenarbeit mit der Luxusmarke passt zu Hemsworths Image als stilbewusster, aber bodenständiger Hollywood-Star

Chris Hemsworth Privatleben

Hemsworth lernte die spanische Schauspielerin Elsa Pataky Anfang 2010 über ihre gemeinsamen Manager kennen. Bereits im Dezember desselben Jahres heiratete das Paar. Im Mai 2012 kam Tochter India Rose zur Welt, im März 2014 folgten die Zwillingssöhne Tristan und Sasha. 2015 entschied sich die Familie, Los Angeles den Rücken zu kehren und nach Byron Bay an der australischen Ostküste zu ziehen. Dort bauten sie ein beeindruckendes Anwesen, das ihnen die Nähe zur Natur und ein ruhigeres Familienleben ermöglicht

Ein einschneidendes Ereignis war Hemsworths Entdeckung seiner genetischen Veranlagung für Alzheimer. Während der Dreharbeiten zur National Geographic-Dokumentarserie „Limitless with Chris Hemsworth“ im Jahr 2022 erfuhr er durch einen Gentest, dass er zwei Kopien des APOE4-Gens trägt. Nur zwei bis drei Prozent der Bevölkerung haben diese Konstellation, die das Alzheimer-Risiko um das Zwölffache erhöht. Diese Nachricht traf ihn besonders hart, da auch sein Großvater an der Krankheit leidet. Hemsworth entschied sich, diese persönliche Information öffentlich zu machen, um das Bewusstsein für Gehirngesundheit und genetische Vorsorge zu schärfen. Seither hat er seine Lebensweise angepasst und legt besonderen Wert auf Meditation, Kältetherapie und regelmäßige körperliche Aktivität. 2025 veröffentlichte er gemeinsam mit seinem Vater die Dokumentation „A Road Trip to Remember“, die Craigs Erfahrungen mit Alzheimer thematisiert

Bereits 2019 gründete Hemsworth die Fitness- und Wellness-App „Centr“, die Nutzern Zugang zu Trainingsprogrammen, Ernährungsplänen und Meditationsübungen bietet. Das Unternehmen spiegelt seine persönliche Überzeugung wider, dass körperliche und geistige Gesundheit untrennbar miteinander verbunden sind. 2021 wurde er zum Member of the Order of Australia ernannt, eine Auszeichnung für seine Verdienste um die australische Film- und Unterhaltungsindustrie sowie sein soziales Engagement.

Mariano Glas
Mariano Glas
Gründer von Serienjunkies.de und Web/App-Entwickler
Dieser Artikel wurde von Mariano Glas veröffentlicht. Mariano Glas hat über 8.284 Artikel seit Freitag, 21. Februar 2003 bei Serienjunkies veröffentlicht. Eine Übersicht der Meldungen von Mariano Glas

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