Outlander 3x05

© ophie Skelton und Caitriona Balfe in „Outlander“ (c) Starz
Nein, denn man soll es nicht meinen, aber trotz des schmerzlichen Fehlens von Jamie (Sam Heughan) war die Folge Freedom & Whisky eine ganz hervorragende. Es war eine Episode, die alles enthielt, was man für ein ordentliches Drama braucht: Freundschaft, Liebe, Eifersucht, Beginn und Ende.
Zurück zu Normalität
Wir finden Claire (Caitriona Balfe) zurück in Boston, wo sie äußerlich unbeeindruckt von den Geschehnissen in Schottland ihr altes Leben wieder aufnimmt. Arbeiten, operieren, die Fassade aufrechterhalten. Doch die beginnt zu bröckeln, als sie mit ihrem engen Freund Joe Abernathy (Wil Johnson) redet. In mehreren Szenen öffnet sie sich ihm und schließlich bricht Abernathys herzliches „Fuck Fate.“ das Eis. Ganz reicht es jedoch nicht und sie lebt ihr Leben weiterhin mit angezogener Handbremse.
Nicht so Brianna (Sophie Skelton). Sie ist nicht der Typ, der alles in sich hineinfrisst und weitermacht wie bisher, nur weil es eben von ihr verlangt wird. Nach allem was sie in Schottland erfahren hat und der Tod ihres Vaters, führen zu schlechten Noten in der Uni und es wird klar das Bri dringend eine Pause benötigt. Ihre Mutter versteht das leider gar nicht, hat sie doch immer die Pflichterfüllung allen gegenüber über ihr Seelenheil gestellt.
So kommt es kurz vor Weihnachten zum Streit, in den der gute Roger (Richard Rankin) reinplatzt und Claire eröffnet, dass - Tatatataaa - Jamie lebt. Und damit die Büchse der Pandora öffnet. Denn Claire will Brianna nicht im Stich lassen. Außerdem nagt an ihr der Zweifel, ob Jamie sie noch wollen würde, nach all der Zeit.
Den Wendepunkt bringt, ausgerechnet, die Geliebte des toten Frank, Sandy (Sarah MacRae), die sich für ihren Trauer- und Eifersuchtsanfall ausgerechnet den Tag ausgesucht hat, an dem Frank geehrt wird. Sie konfrontiert Claire und beschuldigt sie, ihn, die Liebe ihres Lebens, nicht freigegeben zu haben. Dass Claire alles haben wollte, egal wie es anderen dabei ging. Dass sie, Sandy, alles dafür geben würde, ihn noch einmal für einen Tag zu haben.
Zurück in die Vergangenheit
Wissend, dass Sandy damit nicht so ganz unrecht hat, lässt Claire wenigstens den Gedanken zu, zurückgehen zu können. Sie hat intensive Gespräche mit Brianna, die wahrscheinlich mehr wirkliche, ehrliche und ungeteilte Aufmerksamkeit von ihrer Mutter bekommt als je zuvor in ihrem Leben. Das war das eigentlich Herzzerbrechende: Endlich lässt Claire all die Gefühle raus und zeigt Brianna wie sehr sie sie liebt - es ist der Zeitpunkt, an dem sie geht. Brianna enthebt sie sozusagen ihrer Pflichten als Mutter, Claire lässt sich entheben und entscheidet sich für den risikoreichen Weg zurück in die Vergangenheit.

Ok, anscheinend muss jede Folge so eine klitzekleine Sache haben, die selbst in einer Zeitreisenfiktion komplett unglaubwürdig ist. Ein komplettes Reiseensemble des 18. Jahrhunderts innerhalb einer Nacht zu nähen, sogar wenn man zufällig alle Schnitte und Materialien da hat, obwohl man noch nicht mal eine Näherin ist? Echt jetzt? Aber egal, die Batman-Musik hat dieses kleine Logik-Detail wieder aufgehoben.
Dass Brianna und Roger sie nicht nach Schottland zu den Steinen begleiten, macht hingegen durchaus Sinn. Lange Abschiede liegen nicht in Claires Natur und Brianna hat sich soeben von ihrer Mutter abgenabelt - da ist dieser „einsame“ Schritt durchaus nachzuvollziehen. Und der vor Liebe quasi erblindete Roger tut sowieso alles für Brianna, also ist klar, dass er bei ihr bleibt.
Bleibt der letzte Schritt - die Begegnung mit Jamie. Ein Teil von mir hatte ja die Befürchtung, dass die Folge vor der Tür der Druckerei endet, aber nein, so herzlos waren die Produzenten dann doch nicht. Sie zeigen uns, wie Jamie sich langsam umdreht, seine Augen immer größer werden und er dann elegant ohnmächtig zu Boden geht. Hach.

Fazit
Eine tolle Folge mit viel Herzschmerz. Herzschmerz wegen des Abschiedes einer Mutter von ihrem Kind und umgekehrt - mit das Schlimmste, was man sich so vorstellen kann. Herzschmerz, weil Claire sich nicht einmal richtig von Joe verabschieden konnte, wie hätte er auch verstehen sollen. Herzschmerz aber auch wegen Sandy, die so lange ausgeharrt hat, deren Hoffnungen so kurz vor dem Ziel zerstoben sind und die die Liebe ihres Lebens verloren hat. Es war ergreifend, ohne auch nur einen Moment kitschig zu sein.
Trotzdem hätte ich ab der nächsten Folge bitte wieder etwas mehr Humor und Aufbauendes. Vielen Dank.
Verfasser: Sabine Stevenson am Montag, 9. Oktober 2017Outlander 3x05 Trailer
(Outlander 3x05)
Schauspieler in der Episode Outlander 3x05
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