Outlander 3x06

© zenenfoto aus der âOutlanderâ-Episode âA. Malcolmâ (c) Starz
Die Zusammenfassung der Outlander-Episode A. Malcolm könnte eigentlich recht kurz sein. Die Liebenden finden sich, reden ein wenig, landen im Bett und haben Sex. Was fĂŒrs Herz, aber wirklich passieren tut erst wieder etwas in der nĂ€chsten Folge, sieht man von den letzten paar Sekunden hab. Könnte also kurz sein. Wenn da nicht zwischen den Zeilen wesentlich mehr zu sehen wĂ€re.
I have a life!
Das fĂ€ngt schon damit an, dass der Zuschauer gebannt darauf wartet, wie es denn jetzt mit dem ohnmĂ€chtigen Jamie (Sam Heughan) weitergeht. Doch der springt uns sehr lebendig und aufrecht auf dem Schirm an und wird von einer uns unbekannten, offensichtlich französischen Frau fĂŒr den Tag hergerichtet. Huh? Und nicht nur das, er geht lĂ€chelnd seinem Tagwerk entgegen - eine gequĂ€lte Seele sieht irgendwie anders aus.
Stolz putzt er sein Schild (eine gar herzige Wiederholung dessen, was Claire (Caitriona Balfe) in der letzten Folge an derselben Stelle getan hat) und betritt seinen Laden, in dem seine Schmugglerfreunde auf ihn warten, die er mit verbotenen Schriften versorgt, was sein Mitarbeiter Geordie (Lorn Macdonald) absolut wunderbar gespielt) gar nicht so toll findet. Danach widmet sich unser Protagonist seinem Druckertagwerk und zeigt uns sein Alter durch eine gewisse, herzallerliebste Brille auf der Nase.
All das hat nur einen Grund: Zu zeigen, dass nicht nur Claire ein Leben hatte, das sie zurĂŒcklieĂ. Er hat auch eins, in dem er sich ganz offensichtlich gut eingerichtet hat. Er, der ehemalige Gefangene, hat etwas aus seinem Leben gemacht und er lebt augenscheinlich sehr gern. Dann steht Claire vor ihm. Da darf man schon mal ohnmĂ€chtig werden.
Kenne ich Dich?
Damit ergibt auch der Rest der Folge erst richtig Sinn. Denn die beiden fallen nicht wie die Tiere ĂŒbereinander her, sondern tasten sich langsam wieder aneinander ran. Auch ihre GesprĂ€che wirken anfangs eher distanziert als vertraut. Wobei es eben eher Jamie ist, der sehr zurĂŒckhaltend wirkt. Was aus seiner Sicht auch mehr als logisch ist. Claire hatte Zeit, sich an den den Gedanken zu gewöhnen, dass Jamie lebt. Dass er ein zwanzig Jahre ohne sie verbracht hat, die er wahrscheinlich nicht als Mönch verlebt hat - auch wenn ein Bordell als WohnstĂ€tte nun vielleicht nicht das ist, worauf sie als allererstes gekommen wĂ€re.
Und so fallen sie noch nicht mal ĂŒbereinander her, als sie endlich die Gelegenheit haben und allein in Jamies Zimmer sind. Nein, sie essen und reden. Es hĂ€tte nicht Claires Stimme aus dem Off gebraucht, um klar zu machen, was sie da gemacht haben. Wie in der Hochzeitsnacht vor ĂŒber 20 Jahren haben sie versucht, sich aneinander anzunĂ€hern, was wahrscheinlich um ein Vielfaches schwieriger war als damals.
Die Sexszenen - ja ok, nett. Ok, vielleicht mehr als nett, aber mittlerweile nichts mehr, mit dem man fĂŒr mein DafĂŒrhalten in Serien im Allgemeinen und „Outlander“ im Besonderen Emotionen komplex transportieren kann. Man kann da auch so schlecht zwischen den Zeilen lesen. Aber bis es zum Sex (und auch in den Dialogen dazwischen) kam - es war vielleicht nicht groĂes Kino, aber es war einfĂŒhlsam, logisch und ziemlich gut gemacht. Ganz anders, als man es sich vielleicht vorgestellt hat, aber es hat einen emotional sehr mitgenommen.
Und sonst noch?
Ansonsten gab es ein Wiedersehen mit Fergus (CĂ©sar Domboy), was einerseits von Freude geprĂ€gt war, uns aber andererseits einen kleinen Einblick gibt, was Claire noch erwartet. NĂ€mlich mehr LĂŒgen und Menschen, die von ihr hören wollen, wo zum Geier sie gewesen ist, als ihr Mann gelitten hat. Das wird auch in absehbarer Zeit nicht einfacher fĂŒr sie werden.
Dann wÀre da noch Mr. Willoughby (Gary Young), der Chinese mit den seltsamen sexuellen Vorlieben, von dem wir noch nicht viel wissen. Aber wir können sicher sein, dass da noch etwas auf uns zu kommt.
AuĂerdem stellen wir fest, dass der gute Jamie nicht nur Drucker ist und ab und an verbotene Schriften druckt, sondern sich auch als Alkoholschmuggler verdingt. Eine Tatsache, die Claire nicht wirklich abschreckt, sie scheint das eher sexy zu finden. Jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie im Bordell von jemandem angegriffen wird, der von ihr Jamies Geheimnisse hören will. Aber davon hören wir dann das nĂ€chste Mal.
Fazit
Man hĂ€tte es sich sehr leicht machen können mit A. Malcolm und der Zuschauerin geben können, was die Zuschauerin sehen will - eine leidenschaftliche ZusammenfĂŒhrung der lange getrennten Liebenden. Stattdessen wurde auf leisere Töne gesetzt, auf Zweifel, auf Unsicherheiten - was die ganze Geschichte noch mal wesentlich glaubhafter und sehenswerter macht. Eine wirklich gute Episode.
Trailer zur Episode Creme de Menthe der Serie Outlander (3x07):
Verfasser: Sabine Stevenson am Montag, 23. Oktober 2017Outlander 3x06 Trailer
(Outlander 3x06)
Schauspieler in der Episode Outlander 3x06
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?