Outlander 1x10

© laire (Caitriona Balfe) und Jamie (Sam Heughan) in âOutlanderâ / (c) Starz
Wie schon in The Reckoning setzt Outlander auch in der zehnten Folge auf eine Mischung aus Sex und Politik, was keine schlechte Mischung ist. Wobei es wohl ein ungelöstes RĂ€tsel von „Outlander“ bleiben wird, warum sĂ€mtliche Nacktszenen zwar durchaus sehr ausdauernd und explizit gezeigt werden, jedoch bei dem jeweiligen Frauenkörpern wesentlich mehr ins Detail gegangen wird als beim Fokus der Mehrheit der Zuschauerinnen - sprich Jamie. Wahrscheinlich soll sich das Zielpublikum so eher in die Lage der Protagonistin versetzen können, trotzdem scheint es unfair, dass wir bei Claire (Catriona Balfe) jede einzelne Erhebung des linken Nippels (die von Geilis (Lotte Verbeek) sind gar „hard like acorns“) sehen, wĂ€hrend man von Jamie (Sam Heughan) ein paar Schultern und immer wieder seine Narben sieht . Abgesehen davon war By the Pricking of My Thumbs eigentlich gut und ein weiterer Beweis dafĂŒr, dass gut umgesetzte Dialoge jede Sexszene um LĂ€ngen schlagen.
He is going down
Nachdem Claire in The Reckoning ihrem frisch angetrauten Jamie den Dolch noch buchstĂ€blich an den Hals gesetzt hat, scheinen die beiden sich auf dem Weg der Besserung zu befinden, was ihre Beziehung angeht. Das zeigt nicht nur der ausgiebige Oralsex mit dem Jamie Claire beglĂŒckt (was im Ăbrigen bei den beiden eine sehr trockene Angelegenheit zu sein scheint, wenn man Jamies Gesicht betrachtet), sondern auch, dass sie gemeinsam diskutieren, ob und wie der Duke of Sandringham (Simon Callow) dabei helfen kann, Jamies Ruf reinzuwaschen.
Wie sehr Claire mittlerweile an Jamie hĂ€ngt, zeigt sich auch darin, dass sie eigenmĂ€chtig den Duke besucht und ihn dezent mit ihrem geschichtlichen Wissen bedroht, was Jack Randall sowie Dougals Gold angeht, damit er Jamies Anliegen wohlwollend betrachtet. Was er, nach Drohungen seinerseits, dann auch tut - wenn auch unter Bedingungen, die Jamie in TeufelskĂŒche bringen.
Simon Callow spielt den leicht degenerierten englischen Adeligen nicht nur fabelhaft, man kann ihm noch nicht mal böse sein, wenn er dem sich nach dem Schwertangriff der MacDonalds auf dem Boden wĂ€lzenden Jamie ein „Do tell your wife, it wasn't my fault“ mitgibt. Einen besseren Duke hĂ€tte man nicht bekommen können.
So hat Claire mitgeholfen, dass Jamies Name wieder reingewaschen wird. Wenn das mal kein Liebesbeweis ist. Auch er hĂ€ngt schon jetzt sehr an seiner Frau, wie seine Warnung ihr gegenĂŒber beweist, sich von Geilis Duncan fernzuhalten. Da Claire aber nun mal leider Claire ist, wird sie das mal wieder nicht tun.
Hexentanz und Rattengift
Womit wir auch gleich bei unserer lokalen Hexe wĂ€ren. Als Claire Geillis wegen des UnglĂŒckszaubers zur Rede stellen will, ĂŒberrascht sie sie mitten in der Nacht bei einem semi-nackten Ritual, bei dem sie ganz offensichtlich eine Puppe verbrennt. Dass unsere Zeitreisende dabei entdeckt, dass Geilis schwanger ist, scheint diese ebenso wenig zu stören wie Claire sehr freizĂŒgig zu eröffnen, dass nicht ihr Mann der Vater des Kindes ist, sondern Dougal (Graham McTavish) - der bekanntlich ebenso wie sie verheiratet ist.
WĂ€hrend Claire all das noch verdaut, finden die beiden in der MorgendĂ€mmerung auf dem Weg zurĂŒck einen ausgesetzten SĂ€ugling. Wobei ihn eher Claire findet, wĂ€hrend Geillis sie warnt, sich von dem Kind fernzuhalten, da es sich um eine Wechselbalg handelt, das, sollte sie es berĂŒhren, ihr nur Unheil bringen wird. Da im zwanzigsten Jahrhundert aber niemand ein brĂŒllendes Neugeborenes hilflos im Wald zurĂŒcklassen wĂŒrde, versucht unsere Zeitreisende das Kind zu retten - kommt aber zu spĂ€t. Der mysteriös aus dem Nebel auftauchende Jamie, kann sie immerhin ĂŒberzeugen, das Kind aus der Hand zu legen.

Kurze Zeit spĂ€ter stirbt Dougals Frau und Douglas dreht daraufhin durch, weswegen wiederum Claire geholt wird, damit sie ihn irgendwie sediert. Als kurz danach vor aller Augen auch noch Arthur, Geilis Mann, ziemlich offensichtlich an einer Vergiftung stirbt, zĂ€hlt nicht nur Colum (Gary Lewis) eins und eins zusammen und verbannt den mittlerweile bekanntlich in Ungnade gefallenen Bruder von der Burg. Da Colum Jamie wegen seines Duke-Duell-MacDonald-ScharmĂŒtzels eine Lektion erteilen will, muss der ihn begleiten. Genau deswegen kann er Claire auch nicht davon abhalten, auf einen angeblich dringenden Ruf von Geilis zu reagieren und stante pede, ohne nachzudenken, ins Dorf zu ihrer Freundin zu rasen.
Hell hath no fury like a woman scorned
Nur leider war der Notruf gar nicht von Geillis, die sehr kurz nach Claires Eintreffen von den Wachen als Hexe verhaftet wird. Weil Claire gerade da ist und auch irgendwas mit KrÀutern macht, wird sie der Einfachheit halber gleich mitverhaftet.
Der Verdacht liegt nahe, dass hinter der Botschaft niemand anderer als Laogheire steckt, die hinter einem Wagen böse lĂ€chelnd hervorlugt. Denn nicht nur, dass Jamie sie abgewiesen hat und das Geschenk ihrer JungfrĂ€ulichkeit nicht annehmen wollte - sie wurde von ihrer Rivalin Claire auch sehr unschön zur Rede gestellt. Vielleicht war auch die Backpfeife, die sie Laogheire gab, nicht ihre allerbeste Idee. Nun steht sie auf der falschen Seite der Gitter und sieht sich aller Wahrscheinlichkeit nach einem Hexenprozess ausgesetzt. Womit wir darauf warten können, dass Jamie sie wird retten mĂŒssen. Wieder mal.
Fazit
Alles in allem eine gute Folge, auch wenn sie einige Ungereimtheiten hat. Da wĂ€re einmal die Tatsache, dass Claire Geillis noch beschĂŒtzen will, als die Wachen sie packen wollen. Obwohl sie zu diesem Zeitpunkt schon wusste, dass sie ihren Mann auf dem Gewissen hat. Warum wĂŒrde sie eine Mörderin schĂŒtzen wollen? Ebenso die Tatsache, dass sie sich ganz plötzlich völlig frei mitten in der Nacht bewegen kann, ohne dass irgendjemand auf die Idee kommt, mal zu fragen, wo sie hin will - soweit wir wissen, schlĂ€ft sie doch wieder in einem Bett mit Jamie.
Und warum, um alles in der Welt, lernt die Frau nicht? Dass sie immer und immer wieder abhaut oder Dinge tut, von denen ihr Menschen die Zeit und Gegebenheiten kennen, ihr sehr dringend abraten, erinnert so ein wenig an das kleine Blondchen, das im C-Horror-Movie bei einem GerÀusch in den dunklen Keller geht und dann eines schrecklichen Todes stirbt. Alles etwas durchsichtig.
Zudem passte das ganze Gehabe von Jamie nicht mehr zu ihm - er hat in der letzten Folge nicht nur seine Frau gezĂŒchtigt, er hat sie auch aus den FĂ€ngen eines sehr gefĂ€hrlichen Mannes befreit. Man sollte meinen, dass er mehr kann, als leicht retardiert neben seiner Frau zu stehen und zu grinsen oder sich von Colum runtermachen zu lassen fĂŒr etwas, was nicht wirklich in seiner Macht lag.
Sonst aber war die Folge gut durchdacht, Dougal, Colum und der Duke waren einfach stark und auch Claire holt an Ăberzeugung auf (jedenfalls, wenn das Drehbuch sie lĂ€sst). Einzig Jamie war eher schwach und man wĂŒnscht sich, dass er sich bald, sehr bald, nicht mehr wie ein kleiner Junge rumschubsen lĂ€sst.
Promo zur Episode 1x11 der Serie âOutlanderâ: Verfasser: Sabine Stevenson am Dienstag, 14. April 2015Outlander 1x10 Trailer
(Outlander 1x10)
Schauspieler in der Episode Outlander 1x10
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?