Outlander 1x03

Outlander 1x03

Wirklich voran kommt die Handlung der Episode The Way Out von Outlander scheinbar nicht. Jedenfalls nicht auf den ersten Blick. Aber der Zuschauer ahnt, dass das, was er hier sieht, noch sehr lange nachwirken mag.

Claire (Caitriona Balfe) und Jamie (Sam Heughan) in „Outlander“ / (c) Starz
Claire (Caitriona Balfe) und Jamie (Sam Heughan) in „Outlander“ / (c) Starz

Es gibt diesen Spruch, der wie die Faust aufs Auge zu Claires Caitriona Balfe Situation passt: „Wenn Du Gott zum Lachen bringen willst, erzähl ihm Deine Pläne.“ Denn die Episode The Way Out stand ganz unter dem Motto „Wie komm ich hier raus?“ So fasst sie den an sich ja nicht dummen Plan, Colum (Gary Lewis) mit ihren Heilkünsten so zu beeindrucken, dass er dankbar ist und sie gehen lässt. Nun ja, ohne gleich mit der Tür ins Haus fallen zu wollen - es hat nicht so ganz geklappt, wie sie sich das vorgestellt hat.

Claire and Mrs. Fitz

The way out beginnt mit einem Knaller: Claire (Caitriona Balfe) öffnet sich Mrs. Fitz (Annette Badland) und erzählt ihr, wer und was sie ist. Herzinfarkt bei den Zuschauern. Vor allem, weil die gute Seele von Castle Leoch nicht so reagiert, wie man es gerne hätte, sondern Claire direkt der Hexerei bezichtigt. Was sich dann aber doch als Tagtraum herausstellt. Es hätte, ehrlich gesagt, auch nicht wirklich gepasst, dass eine patente Frau wie die Hauswirtschafterin einer großen Burg sich so schnell einschüchtern lässt.

Claire und Dougal MacKenzie in %26bdquo;Outlander%26ldquo; © Starz
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Was dann auch dadurch erhärtet wird, als ihr Neffe schwerst krank wird und der dubiose Father Bain (Tim McInnery) ihm den angeblichen Dämon austreiben will. Vertraut Mrs. Fitz erst noch auf Althergebrachtes wie dem Exorzismus, so schwenkt sie um, nachdem Claire ihr einen Beweis gebracht hat, dass das Kind nicht besessen, sondern lediglich vergiftet ist. Mit all ihrer Autorität begehrt sie gegen die Institution Kirche auf und entbindet den Pfaffen von seinen Pflichten als Exorzist - zur damaligen Zeit an sich schon eine Ungeheuerlichkeit. Hinzu kommt, dass Claire und Mrs. Fitz beide weiblichen Geschlechts sind, was die Sache nicht wirklich besser macht. Um zu ahnen, dass dies ein Nachspiel hat - nun dafür braucht man die Bücher nicht zu kennen. Auch nicht, um zu erkennen, dass mit der Rettung des Kindes Claire eine echte Freundin gefunden hat. Während der Rest der Burg sie allerdings eher misstrauisch beäugt und Mutmaßungen über ihre Gottesfürchtigkeit anstellt. Und sie ab jetzt eine Wunderheilerin ist, auf die Colum so nicht verzichten mag.

Claire und Geillis

Claire wird von Dougal (Graham McTavish) zur Geillis (Lotte Verbeek) gebracht, um ihre Kräutervorräte aufzustocken. Wir erinnern uns, Claire hatte die rothaarige Geillis beim Pilze sammeln getroffen, und sie hatte damals schon Andeutungen gemacht. Sie ist es, die Claire davon erzählt, dass Father Bain einen guten kleinen Exorzismus zelebrieren wird.

Sie ist es auch, die Claire mit sehr spezifischen Fragen nach Magie, Mystik und Dingen, zwischen Himmel und Erde, die der Mensch nicht versteht, leicht aus dem Konzept bringt. Hier knallt der Holzhammer dann so richtig rein. Damit auch bestimmt jeder, also jeder, versteht, dass die gute Geillis irgendwas weiß und noch schlimmer womöglich selbst was verbirgt ... nur was???

Sie ist nicht zu fassen, diese Ehefrau des Äquivalentes zu einem Staatsanwalt. Einerseits wirkt sie sehr herzlos und kalt, wie sie von den Kindern redet, die zum Tode verdammt sind oder ein Ohr an den Pfahl genagelt bekommen. Sie zeigt ihre manipulative Seite, wie sie ihren Mann bezirzt, doch bitte dem kleinen, armen Jungen nicht die Hand wegen Stehlens abzuhacken. Aber eben auch, dass sie kein Herz aus Stein hat und sich für eine gute Sache einsetzen kann, wenn sie denn will.

Claire und Jamie

The way out hatte, neben der Demonstration von Claires Heilmethoden noch andere Zwecke. Zum Beispiel den, wie gut Claire und Jamie (Sam Heughan) zusammen arbeiten können - was sich sehr gut zeigte, als Jamie das Ohr des kleinen Delinquenten befreite, während Claire beim Anblick von Blut (oh, come on!) publikumswirksam in Ohnmacht sank. Er brachte sie auch zur Ruine des Klosters, wo sie die Giftpflanze findet, mit der sich Mrs. Fitz Neffe vergiftet hat. Man ahnt: Egal was passiert, die beiden geben ein gutes Team ab.

Und natürlich die Szene im Heiler-Zimmer, als sie ihm ganz professionell das Hemd aufknöpfte, um zu begutachten, ob seine Wunde denn auch wirklich gut heilt. Noch mal langsam: Sie, die Behandelnde, knöpft ihm, der nicht frisch verletzt ist und das durchaus selbst kann, das Hemd auf. Das war ein klein wenig subtile Erotik mit dem schon erwähnten Holzhammer. Aber gut, dafür hatten wir in dieser Folge keinen halbnackten Jamie, da muss man schon mal Kompromisse machen.

Jamie war es denn auch, der die Legende der Frau übersetzte, die durch die Steine ging und Claire damit wieder ihre Hoffnung gab, es zurück schaffen zu können, wenn sie nur den Weg zu diesem Steinkreis findet.

Ach ja, und bevor es vergessen wird - versucht Claire anfangs noch, ein zartes Band zwischen Jamie und Laoghaire (Nell Hudson) zu weben, so wird sie nachher schon ein klitzeklein wenig eifersüchtig. Natürlich nicht speziell auf das junge Mädchen, mehr so generell - ne, ist klar.

Claire und Colum

Nicht viel an dieser Front - außer dass der Gute im Verlauf der Folge immer besser gelaunt ist. Was wohl an der Massage liegt, die Claire ihm angedeihen lässt, und was sogar Dougal vermutet. Sehr human und kenntnisreich von ihr, aber nicht zweckdienlich, was ihren Plan angeht. Sie hat noch viel zu lernen im 18. Jahrhundert, unsere Claire.

Fazit

Kurze Anmerkung, die sonst nirgends reinpasst: Rupert (Grant O'Rourke) ist einfach großartig - wie er steht, sitzt, trinkt, sich bekreuzigt nimmt man ihm den total genervten Schotten, der sich nicht zum Babysitter für englische Ladys eignet, sofort ab.

Nicht ganz so gut ist, wie die Kontrollgruppe anmerkte, Father Bain gelungen. Zu stereotyp, einfach nur fanatisch böse, das hätte man besser gestalten können. Die Zeiten, in denen die Bösewichte derart eindimensional gestaltet sind, sollten eigentlich vorbei sein. Auf der anderen Seite, es gibt so viele Charaktere, die so viele Ebenen haben, ein wenig Simplifikation tut manchmal vielleicht einfach gut.

Claire und ihr Ehemann FRank in %26bdquo;Outlander%26ldquo; © Starz
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Für Spekulation mag auch reichen, dass bei dem im Nebel verschwindenden Zug Frank Claire zwar mit einem „I love you“ bedenkt, sie umgekehrt aber nicht. Und das, wo sie ja nun nicht wirklich als verschlossen dargestellt wird. Hmmmm.

Alles in allem fügt sich alles aber sehr harmonisch zusammen. Es ist das passiert, was die Autorin dieser Zeilen gehofft hat: Man sieht, wie sehr die Schauspieler anfangen, in ihre Rollen zu wachsen. Das wird vor allem bei Jamie und Claire so richtig deutlich, aber auch die anderen machen einen guten Job, uns ins 18. Jahrhundert mitzunehmen.

So wundert es denn auch gar nicht, dass in The way out gleich zwei der besten Szenen der bisherigen Staffel gezeigt wurden. Einmal die Flatulenz-Ohrnagel-Szene von Arthur und Geilis Duncan - leicht, frisch und sich selbst auf die Schippe nehmend. Und zweitens die sehr eindringliche als Mrs. Fitz Father Bain in seine Schranken weist. Das war wirklich gutes Kino.

Wenn jetzt noch auf die Holzhammer-Kollektion verzichtet wird, dann wird es fast unschlagbar.

Outlander: Promotrailer zur Episode 1x04:

Verfasser: Sabine Stevenson am Montag, 25. August 2014

Outlander 1x03 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 3
(Outlander 1x03)
Deutscher Titel der Episode
Der Weg zurück
Titel der Episode im Original
The Way Out
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Samstag, 23. August 2014 (Starz)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 20. Januar 2015
Regisseur
Brian Kelly

Schauspieler in der Episode Outlander 1x03

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