Legends of Tomorrow 1x14

Die Feindschaft von Rip Hunter (Arthur Darvill) und Vandal Savage (Casper Crump) besteht für den Unsterblichen fast so lang wie seine Fehde mit den Hawks. Bereits 1700 vor Christus ist Hunter nämlich Savages Gefangener, der unnachgiebig schwört Rache an dem Despoten zu nehmen und des Kampfes nicht müde wird. So gelingt es ihm in der Legends of Tomorrow-Folge River of Time auf mysteriöse Weise aus seiner Gefangenschaft zu entkommen, wobei Savage noch rätselt, wie das funktionieren konnte. Dies behauptet er zumindest, denn in über 3500 Jahren dürfte er dem Rätsel doch auf die Spur gekommen sein.
Time Crimes
Carter Hall (Falk Hentschel) steht nach wie vor unter der Gehirnwäsche Savages, wobei Mick Rory (Dominic Purcell) anmerkt (so wie ich in der letzten Review), dass Hawkman ohnehin irgendwann neu geboren wird. Was soll also das Theater? Es geht also, um es hart auszudrücken, um die selbstsüchtige Kendra, die ihren Seelenverwandten wieder haben will, dabei Ray (Brandon Routh) und dessen Gefühle, sowie die nun über zweijährige Beziehung mit ihm mit Füßen tritt, weil es vorbestimmt ist, dass die Hawks immer und immer wieder zusammen kommen. Was in den Comics romantisch erscheinen mag, kommt in einer TV-Serie - oder zumindest so wie es hier präsentiert wird - leider nicht so rüber, wie es die Autoren gerne hätten.
Die Legends finden nebenbei heraus, dass Savages Leviathian-Technologie sehr viel fortschrittlicher als für das Jahr 2166 ist, womit nun ein Präzedenzfall für die Time Masters gegeben wäre, aufgrund dessen Grundlage man Savage für seine Zeitverbrechen belangen könnte. Deshalb macht sich Rip wieder Hoffnung und will die Waverider unbedingt flott machen und zum Vanishing Point bringen. Das erinnert ein bisschen daran, wie Al Capone trotz all seiner Verbrechen im Endeffekt für Steuerhinterziehung verhaftet wurde - wenn der Plan denn klappt. Zwei Folgen vor dem Staffelfinale scheint es unwahrscheinlich, dass dem so sein könnte.
Time Master vs. Master of Time

Einige Teammitglieder nutzen Savages Gefangenschaft für eine Audienz beim Unsterblichen, manche um ihn zu verhöhnen, manche für Rat und Inspiration. Doch immer noch scheint es, dass Savage trotz der Gefangenschaft am längeren Hebel sitzt.
So etwa als Rip ihn besucht und erfährt, dass Savage nur wegen seines Eingriffs überhaupt die Möglichkeit der Zeitreise entdeckt hat, auch wenn er knapp 200 Jahre gebraucht hat, um dahinterzusteigen. Der Unterschied zwischen Rip und Savage: Savage hat bereits so viel erlebt, so viele Kinder gehabt, dass ihm der Verlust oder das Zugrabetragen der Nachkommen nur noch peripher tangiert, während Hunter von einem Verlust getrieben wird und deswegen schwach in Savages Augen scheint.
Hunter ist nun getrieben davon, seinen Erzfeind zur Rechenschaft zu ziehen. Dabei bringt er die Waverider an ihre Grenzen, was auch von Sara (Caity Lotz) bemerkt wird. Doch der emotionale und vom Zeitdruck getriebene Rip bleibt arrogant und kassiert alsbald die Quittung.
Die noch von der Leviathian-Begegnung lädierte fliegende Zeitmaschine gibt nach und muss repariert werden. Laut Gideon ändert Savages Gefangenschaft nämlich nichts daran, dass seine Familie todgeweiht ist. Zwar kann das Jumpship, wenn es hart auf hart kommt, seine Passagiere zurück nach 2016 bringen, aber Hunter will die Mission unbedingt fortführen und lässt Jax (Franz Drameh) Reparaturen ausführen, wobei dieser jedoch mit gefährlichen Strahlungsmengen konfrontiert wird.
Blast to the Past
Man fragt sich, was das für Strahlung ist, die selbst eine Hälfte des Nuclear Man Firestorm umhauen kann, doch wie wir bald sehen ist es ernst und Jax altert im Nu um circa 60 Jahre. Nebenbei hat er eine Vision - oder ist es doch ein Flashback? - an seine Mutter, die ihn an verpasste Termine und spätere Dinnerpläne erinnert.
Die Rogues Captain Cold (Wentworth Miller) und Heat Wave haben aufgrund von Rips Verhalten eine böse Vorahnung und wollen sich per Jump Ship aus dem Staub machen, doch Dr. Stein (Victor Garber) funkt ihnen dazwischen, nachdem er in einem Gespräch mit Vandal Savage erfahren hat, dass es eine Heilungschance für Jax gibt, wenn er in seine Zeit zurückreist. Also betäubt er ihn mal wieder und schickt ihn ins Jahr 2016. Diesmal jedoch nicht aus egoistischen, sondern aus altruistischen Gründen. Er weiß, was ihm blüht, wenn beide zu lang getrennt sind: der Tod. Doch er hat sein Leben gelebt und bittet seinen jungen Partner nur darum, seine Frau zu kontaktieren.
Hier sehen wir in einem weiteren kurzen Flashback den Abschied der beiden, der eigentlich nur auf kurze Zeit angelegt war, weil Stein dachte, dass er sofort wieder erscheinen würde, wo er abgereist war. Sehr nobel von Professor Stein, der sich in dieser Folge endlich mal seinem Intellekt entsprechend verhält.
Erinnere dich

Kendra (Ciara Renee) versucht derweil alles um Carter von Savages Bann zu befreien und Ray versucht ihr dabei zu helfen. Savage hat ihm jedoch eingetrichtert, dass Kendra Saunders der Feind ist. Da hilft es auch nicht ein Bild des gemeinsamen Sohnes zu bemühen, dafür kassiert sie eher noch eine Tracht Prügel, was Ray erzürnt. Er verlangt eine Lösung von Savage, doch der spielt nur seine Psychospiele mit ihm. Der unsterbliche Gefangene versucht Parallelen zwischen sich und Ray aufzubauen und teilt ihm mit, dass er selbst einmal eine Liebesbeziehung zu einer Version von Kendra hatte. Als Carter dann jedoch wieder ins Spiel kam und die Erinnerungen auch, zerbrach sie.
Ähnliches blüht nun auch Dr. Palmer, der bald wieder das fünfte Rad am Wagen sein könnte. Nebenbei setzt Savage noch einen Tiefschlag, da sie nicht die letzte Frau sein wird, die er verliert. Anna ist gestorben und Felicity (Emily Bett Rickards), die wir ebenfalls in einem Flashback sehen, entscheidet sich für Oliver Queen. Felicity macht ihm immerhin Mut, dass die zukünftige Ehefrau noch da draußen ist und akzeptiert, dass Ray seinen Gegner aufhalten will, um etwas Nachhaltiges für die Zukunft beizusteuern.
Tatsächlich lässt Kendra kaum etwas unversucht, um den Fluch zu brechen und spricht auch das Liebesgedicht, das wir schon an anderer Stelle gehört haben. Damit macht sie Ray aber nur noch eifersüchtiger und paranoider. Der Soap-Faktor wird in dieser Folge und der Storyline bedauerlicherweise wieder besonders großgeschrieben. Ray vergleicht das Verliebtsein in Kendra mit einem Fluch, was ziemlich treffend ist, da niemand eine Chance neben Carter hat. Im Endeffekt gehen Ray und Kendra also getrennte Wege.
Insgesamt scheint diese Episode eine zu sein, in der das Budget etwas knapp war, denn nach dem großen Effektfest zuvor spielt sich hier bis auf die Flashbacks fast alles an Bord der Waverider ab. Ausflüge gibt es nur in ein paar Flashbacks, die zwar das Innenleben der betroffenen Figuren vertiefen, aber teilweise etwas willkürlich erscheinen.
Savage sät erfolgreich Zwietracht. Beispielsweise schon als er Sara nahelegt, dass Hunter im Ernstfall seine Crew opfern würde, um damit seine Familie zu retten. Dies bewahrheitet sich im Falle Jax, den er im Prinzip ins offene Messer laufen lässt. Savages Meinung nach hat er die Gruppe unter dem Gesichtspunkt ausgewählt, dass er sie leicht für seine Mission manipulieren kann, was auch stimmt.
Meuterei?
Anders als die Rogues, die ihre Haut retten wollen, will Sara sich aber dem Kampf stellen. Ihr Flashback zu Nyssa (Katrina Law), als diese von ihrem Vater Ra's Al Ghul eingesperrt wurde, zeigt, dass sie durchaus auch einiges für ihre Liebe tun will, anderen aber auch Freiheiten lässt, sich selbst zu finden.
Ausgerechnet Ray lässt sich dazu hinreißen, auf Savages Provokation einzugehen und öffnet seine Zelle, um auf ihn einzuprügeln; nach kurzer Zeit wendet sich jedoch das Blatt und der Gefangene kann entkommen. Man muss sich schon fragen, warum es notwendig ist, dass jeder die Gefängnistür nach seinem Gutdünken öffnen kann - besonders bei einem solchen Gefangenen sollte Gideon doch wohl ein paar Sicherheitsmaßnahmen einprogrammiert haben oder Rip zumindest warnen.
Destroyer of Empires vs Robber of ATMs
Während Stein und Sara Hunter beim Reparieren des Schiffs helfen sollen, kümmern sich Cold, Heat Wave, Ray und Kendra um den Flüchtigen. Dabei mischt bald auch Carter mit, der sich auf Savages Seite schlägt, zumindest bis es zum Duell zwischen ihm und Kendra kommt. Bei diesem Duell erinnert sich Carter dann endlich an die gemeinsam Verbindung und Kendra kann Savage erneut besiegen, während der Rest der Angreiftruppe (außer Hunter) ausgeknockt ist.
Kurze Zeit dachte ich tatsächlich, dass die Autoren Carter den Fluch brechen lassen, nur um ihn eine Sekunde später wie Kenny aus South Park zu töten. Kendra rettet also den Tag, obwohl sie das auch bei ihrem letzten Duell schon viel eindeutiger hätte machen können. Rip verletzt sich beim Kampf noch die Schulter, aber der Weg zum Vanishing Point kann komplettiert werden.
Time Bandits

Hunter freut sich den Schurken auf dem Silbertablett abzuliefern und von seinen Verbrechen rein gesprochen zu werden, doch der Time Master und Savage sind Verbündete und wenige Sekunden später wird Savages Freilassung verkündet. Wieder einmal war alles umsonst, zumal der Tod der Familie kurz bevorsteht. An dem Gefängniswärter von damals konnte Savage übrigens auch Rache nehmen, wie er Hunter genüsslich unter die Nase reibt. Savage ist wieder einmal mehrere Schritte voraus.
Hunter ist nun derjenige, der eingesperrt wird, während auch die anderen Legends verhaftet werden sollen, außer Captain Cold fiele noch etwas Cleveres ein. Die Verschwörung ist weitreichender als gedacht, es dürfte nun nicht nur heißen die Legends (in Unterbesetzung) gegen Savage, sondern noch gegen die Time Masters und ihre Ressourcen oben drauf.
Fazit

Die Probleme der Serie Legends of Tomorrow reißen auch in der Episode River of Time nicht unbedingt ab. Die nervige Liebes-Storyline durchlebt eine weitere Wendung, die alle haben kommen sehen, was dazu führt, dass man so von einem bereits sicheren Sieg einfach ablenkt, obwohl es wenig Opferbereitschaft von einer Figur erfordert hätte.
Der Feind ist trotz Gefangenschaft übermächtig und mehrere Schritte voraus und auch sonst ist es eigentlich das selbstsüchtige Verhalten, das einige Katastrophen (Stichwort Zeitreise) erst möglich gemacht hat. Eigentlich müsste sich Rip Hunter konsequenterweise selbst aus dem Zeitstrom löschen, um eine düstere Zukunft zu verhindern. Wer weiß, vielleicht ist das sogar der Twist auf den die Autoren zusteuern. Auch die Storyline um die Hawks lässt eigentlich wenig befriedigende Abschlüsse zu. Weiterhin verhalten sich die Verbrecher und grauen Figuren edelmütiger als der Captain, der zudem fast den Tod eines Crewmitglieds in Kauf nimmt.
Zwei Episoden ist noch Zeit, um alles noch einmal hinzubiegen, aber ob das gelingt?
Serientrailer zur Episode Destiny der Serie Legends of Tomorrow (1x15).
Verfasser: Adam Arndt am Freitag, 6. Mai 2016Legends of Tomorrow 1x14 Trailer
(Legends of Tomorrow 1x14)
Schauspieler in der Episode Legends of Tomorrow 1x14
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?