Legends of Tomorrow 1x13

Das London des Jahres 2166 ist das Ziel in der Legends of Tomorrow-Episode Leviathan. Bereits vom Serienauftakt wissen wir, dass Vandal Savage (Casper Crump) sich hier auf dem Höhepunkt seiner zerstörerischen Macht befindet. Außerdem ist die Ankunft nur drei Tage vor Savages Mord an Rip Hunters (Arthur Darvill) Sohn Jonas und seiner Frau. Hunter hofft, dass er so den Mord an ihnen aufhalten kann und fährt die schweren Geschütze Heat Wave (Dominic Purcell), Captain Cold (Wentworth Miller) und White Canary (Caity Lotz) aka Pyro, Klepto und Killer auf.
Das Quartett schaut sich eine megalomanische Rede Savages an und sondiert die Lage, dabei fällt Snart wieder einmal eine böse Dame ins Auge, während Heat Wave das Geschwafel durchaus zu gefallen scheint. Die Rogues wollen sich nach der Rede direkt um den Diktator kümmern, während Rip und Sara die Leibgarde abservieren. Dazu gehört auch besagte Dame (Jessica Sipos), die ein auffälliges Armband trägt, das einst Kendra (Ciara Renee) gehörte. Es ist ein Artefakt, das sie bei ihrem ersten Tod vor 4000 Jahren trug und das deswegen als potentielle Waffe gegen Savage eingesetzt werden kann. Wie man dieses Armband jedoch als Waffe benutzen will, muss erst ausgeklügelt werden.
Der Widerstand gibt nicht auf

Die Crew der Waverider befindet sich außerdem in der Nähe des Widerstands. Also versuchen Hunter, Ray (Brandon Routh), Jax (Franz Drameh) und Stein (Victor Garber) dort ihr Glück, um etwas mehr über Savages Taktik und Praktiken herauszufinden. Gegenüber Ray öffnet sich Hunter, der schon zahlreiche Male versucht hat, den Mord an seinen Familienmitgliedern zu verhindern, doch die Zeit will es eventuell so, glaubt er, denn immer wieder tritt der Verlust ein.
Die Widerstandsanführerin merkt bald, dass sie nicht in diese Zeit gehören und fügt zudem an, dass sie einen Anschlag auf Savage in den Sand gesetzt haben und weitere Informationen zu seinem Aufenthaltsort nun schwer zu finden sind. Mut macht sie den Männern jedenfalls nicht, denn er hat die besten Soldaten der Welt mühelos besiegen können. Das ist ein klassischer Legends of Tomorrow-Erzählkniff: Groß die Kräfte und Mittel des Gegenübers aufbauen, damit die Einsätze höher erscheinen. Mit seiner Megawaffe kann er also spielend ganze Armeen niederstrecken, weswegen es an der Zeit ist, dass auch die Helden etwas Ähnliches vorweisen können.
Kendra soll noch einmal die Aufzeichnungen ihres Sohnes durchforsten, die sie aber laut eigener Aussage aus allen Winkeln betrachtet hat. Sara leistet ihr Beistand und die beiden finden die Kiste mit Carters (Falk Hentschel) alten Sachen, darunter seine Keule, die Kendra auf die passende Idee bringt, nachdem sie eine kleine Vision von ihrem Seelenverwandten hatte.
Doch zunächst muss das Armband überhaupt her - das machen die Klepto-Rogues, die Savages rechte Hand konfrontieren. Dabei kommt heraus, dass sie alle Zeitreisenden kennt, denn sie ist Cassandra Savage, Tochter des unsterblichen Vandal Savage. Sie nehmen sie zwar gefangen, um mehr taktische Informationen aus ihr zu holen, aber Papa hat sie natürlich trainiert, auch Qualen zu erdulden. Doch Snart will gar keine Gewalt bemühen, sondern lässt seinen Charme spielen und lullt sie verbal ein.
Mick Rory fragt sich währendessen - völlig zu Recht - ob Kendra das Zeug dazu hat, eine Killerin zu sein. Zwar versichert sie ihm, als sie die Keule mit dem geschmolzenem Amulett überzieht, dass dem so ist. Aber dennoch gehört sie bisher eher zu den zurückhaltenderen Teammitgliedern.
Leviathan

Ray Palmer findet heraus, dass Savages Superwaffe gar nicht unbedingt eine Bombe ist, sondern dass es sich um einen gigantischen Kampfkoloss in Roboterform handelt, der an die Kaijus aus Japan erinnert. Denn auf den Bildern sieht man gewaltige Fußstapfen und die mächtigen Schritte bemerkt das Team auch, als sich der Widersacher nähert - wie beim T-Rex in „Jurassic Park“.
Das veranlasst Stein und Ray dazu, die Leute des Widerstandscamps an Bord der Waverider zu bringen. Auch wenn Rip Hunter kurzzeitig anmerkt, dass das keine gute Idee ist, lässt er sich doch breitschlagen. Also hebt das Schiff ab und macht sich feuerbereit.
Der Leviathan sieht aus wie eine Mischung aus Atom, Captain Atom und einem Jack-Kirby-Design und bewegt sich behäbig, aber mit viel Zerstörungskraft durch die Gegend. Dabei sorgt der Robot-Gegner dafür, dass das Schiff zwar einiges einsteckt, aber niemand ernsthaft zu Schaden kommt - außer Prof. Stein, der von Gideon behandelt werden muss. Seine erste Sorge gilt dabei stets dem Widerstand. Wie nett!
Der Schurkenflüsterer
Snart kümmert sich derweil weiter um Cassandra und versucht nun einen veränderten Ansatz: die Mitleidsschiene. Er zeigt ihr die Flüchtigen und außerdem, dass es ihr eigener Vater war, der für die Misere auf der Welt verantwortlich zeichnet, da er das Armageddon-Protokoll (übrigens mit dem Zusatz 2001 auch der Name eines klassischen DC-Crossovers aus dem Jahr 1991) beschlossen hat. Snart ist die richtige Person, um sie davon zu überzeugen, dass ihr Vater ein schlechter Mensch ist, da sein eigener Vater sein Leben auf die schiefe Bahn gelenkt hatte. Merkwürdig an der Sache ist jedoch, wie schnell das dann doch wieder geht.
Natürlich ist das eine TV-Show mit begrenzter Zeit pro Episode, aber dass die Tochter so verblendet ist und überhaupt nicht ahnt, dass sie quasi Hitlers Erbe ist und dann innerhalb von zwei Minuten eines Besseren belehrt werden kann, geht doch arg fix.
Auch Hunters Verzweiflung nach dem Leviathan-Vorfall wirkt auf mich etwas komisch, weil die Gruppe sicherlich schon schwerere Niederlagen verkraften musste. Doch dann schöpft er neue Hoffnung und schickt Kendra und Co ins Rennen.
Let them fight

Es brennt an zwei Fronten: Atom und Jax, der Mechaniker, kümmern sich um den Riesen, wobei Ray bei dem experimentellen Wachstum sein Leben riskiert und der Rest der Gruppe (minus Stein) sich um Savage kümmert. Dabei können sie auf die Hilfe von Cassandra als Lockvogel setzen, die ihren Vater ablenkt. Die Ironie des Schicksals geht auch nicht an ihm vorbei, denn Savage weiß, was Hunter im Leben am meisten bedeutet und plant auch schon seit vielen Jahren das Attentat. Kendra kann mit der Keule tatsächlich beachtlichen Schaden anrichten und Savage überraschen, doch, wenn man so lange lebt, hat man natürlich im Idealfall vorgesorgt und so ist ausgerechnet der Fußsoldat bei dem Kampf der beiden zu ewigem Leben Bestimmten nun der dritte Ewiglebende: Carter, der sich laut Savage an nichts erinnert.
Ray wird derweil von Jax motiviert, nicht nur die Fäuste zu nutzen, sondern auch sein Waffensystem auf kreative Weise einzusetzen, ebenso wie seine Umgebung. Das gelingt dann nach ein paar Niederschlägen tatsächlich auch und endet mit dem „Head-Knock-Off-Punch“ des gigantischen Atoms.
Cassandra rettet derweil Snart beim Kampf gegen die anderen Gefolgsleute von Savage und man wird den Eindruck nicht los, dass sich auch hier etwas Romantisches anbahnen könnte.
Carter vs. Jonas
Kendra hat die beste Chance, die das Team bisher hatte, zögert aber, weil sie deswegen Carter verlieren würde, den Savage wiederum als Druckmittel missbraucht. Und man möchte sie nur wie ihre Teamgefährten anschreien. Im Endeffekt verzichtet sie darauf, Savage umzubringen und er kann immerhin an Bord der Waverider in eine Zelle gesperrt werden. Dennoch ist die „unmögliche Wahl“ gar nicht einmal so unmöglich. Carter ist schon hunderte Male wiedergeboren worden und das wird auch wieder passieren. Da braucht es keine Version aus der Zukunft. Zudem unterminiert das schon wieder die mühsam aufgebaute Beziehung zu Ray.
Die Autoren denken eventuell, dass die Comicfans Carter und Kendra zusammen sehen wollen, aber die Beziehung, die uns bisher als wertvoller verkauft wurde - durch mehr Screentime -, ist die von Ray und Kendra. Es ist klar, dass ihr der Seelenverwandte nicht egal sein kann, aber wäre sie in diesem Moment weniger von den Emotionen geleitet, hätte sie hier schon die Welt retten können - dann wäre aber auch die Staffel quasi vorschnell vorbei.
Cassandra schließt sich derweil auf Snarts Empfehlung und seinem guten Wort dem Widerstand an und kann diesem taktische Vorteile verschaffen, es sei denn, das ganze Unterfangen stellt sich als long con der Savages heraus und die Tochter nimmt nun Vandals Platz im Mord an Rips Familie ein. Auszuschließen ist das freilich nicht, besonders, da der eingesperrte Savage immer noch sehr selbstsicher und arrogant herüberkommt. Zwar ist er nun vorerst aus der Gleichung um ihren Mord heraus, aber wenn die Zeit will, dass sie stets sterben, dann wird sie sich einen Weg bahnen, so die Regeln der Serie. Savage hinter Gittern erinnert natürlich direkt an ein paar andere Schurken: Loki, Hannibal oder Khan, um nur drei Beispiele zu nennen - und viele von ihnen wollten genau da sein... Freut sich Hunter also nun zu früh, dass die Zeit auf seiner Seite ist?
Fazit
Im Prinzip ist Leviathan eine gute Folge von Legends of Tomorrow, wenn nicht diese etwas größeren Ungereimtheiten wären, die Cassandra und Kendra betreffen. Der Wandel der einen in Blitzgeschwindigkeit und das Zögern der anderen trotz Steilvorlage sorgen für Frust, weil man weiß, dass da noch weitere Episoden folgen und klar ist, dass Savage noch nicht aus dem Verkehr gezogen wird.
Nett sind Steins Sorgen um die Flüchtigen, Atoms Kampf gegen den Koloss und auch Snart und Rory gefallen mir an den Nebenschauplätzen gut.
Trailer zur nächsten Episode, River of Time (1x14), der US-Serie Legends of Tomorrow:
Verfasser: Adam Arndt am Freitag, 29. April 2016Legends of Tomorrow 1x13 Trailer
(Legends of Tomorrow 1x13)
Schauspieler in der Episode Legends of Tomorrow 1x13
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