Legends of Tomorrow 1x12

Legends of Tomorrow 1x12

In der Legends of Tomorrow-Episode Last Refuge wird die Existenz der Gruppe bedroht, denn jemand trachtet ihren jungen Versionen nach dem Leben. Das eröffnet im Endeffekt die Gelegenheit, sich um verpasste Chancen zu kümmern.

Szenenbild aus der „Legends of Tomorrow“-Episode „Last Refuge“ / (c) The CW
Szenenbild aus der „Legends of Tomorrow“-Episode „Last Refuge“ / (c) The CW

In der Episode Last Refuge gibt es bei Legends of Tomorrow die nächste Zeitreisetrope zu sehen: Diesmal geht es, wie in der Folge zuvor angedeutet, darum, die jungen Legends vor Pilgrim (Faye Kingslee) zu retten. Denn sie will dann zuschlagen, wenn unsere Protagonisten noch nicht geformt sind und ihre Kräfte oder Gadgets noch nicht haben.

Das erste Ziel ist der Ex-Chronos Mick Rory (Dominic Purcell), dessen junges Ich (Mitchell Kummen) 1990 heimgesucht wird, also unmittelbar, nachdem er seine Eltern abgefackelt hat. Hier steht nun die Frage im Raum: Absicht oder Unfall? Bevor Pilgrim zuschlagen kann, kommt Jax (Franz Drameh), der ihm sagt, dass sie von Argus kommen, was der nicht sonderlich helle Junge glaubt und mitgeht.

Szenenbild aus der %26bdquo;Legends of Tomorrow%26ldquo;-Episode %26bdquo;Last Refuge%26ldquo; © The CW
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Kendra (Ciara Renee) und Sara (Caity Lotz) wärmen derweil das Thema mit der alten Kendra noch einmal auf, die meinte, dass nur eine Beziehung mit Carter sie glücklich macht. Ich dachte tatsächlich, dass wir diesen Handlungsbogen abgeschlossen hätten, aber weit gefehlt: Er nimmt auch in dieser Episode fast ihre gesamte Screentime ein. Das soapige Zweifeln an der Beziehung geht einem einfach auf die Nerven, aber es soll Zuschauer geben, die nur deswegen Zuschauer sind. Ein Liebesdreieck mit einem unsichtbaren - sprich: toten - Teilnehmer ist allerdings wenig spannend oder gar dramatisch, sondern einfach nur überflüssig.

Omega Protocol

Wer sich fragt, warum Pilgrim nicht einfach mehrfach versucht, die einzelnen Mitglieder auszulöschen, wird mit dem Omega Protocol ruhiggestellt, das genau diesen Fall adressiert. Zunächst aber probiert sie es noch einmal in Star City im Jahr 2007, als Sara noch jung und unschuldig war und ihren Vater Quentin (mit Haaren!) beim „Bring-your-daughter-to-school-Day“ besucht. Dabei muss sich White Canary quasi selbst retten, was zwar auch den Regeln etwas widerspricht, aber die tritt ja ohnehin jeder mit Füßen. Rory ist es im Endeffekt, der Pilgrim mit seiner Flammenwaffe in die Flucht schlägt oder verbrennt - wie man es sieht.

Beim dritten Versuch ist Gideon dann aber ratlos, wo sie als Nächstes zuschlagen wird. Logisch klingt, dass sie noch weiter zurück in die jeweilige Vergangenheit des nächsten Opfers springt. Fest steht: Wenn man in der Vergangenheit stirbt, dann auch in der Zukunft. Ziele, die eher wenig Sinn ergeben sind Kendra, die ohnehin wiedergeboren werden würde, und Rip Hunter, da er als Ex-Time-Master schon stark in das Raum-Zeit-Kontinuum eingegriffen hat. Allerdings kommt dabei auch zur Sprache, wie wenig man über Rip Hunters Vergangenheit weiß.

Unterbrochen wird diese Frage damit, dass der junge Rory und die junge Sara, die zu ihrem eigenen Schutz an Bord der Waverider sind, sich zu streiten beginnen. Das wirft natürlich bei Sara einige Fragen auf, wie merkwürdig und unpassend es ist, dass sie einschreitet, statt dass jemand Unbeteiligtes eingreift. Das vertiefe ich an dieser Stelle besser nicht. Allerdings ermöglicht es eine Szene, in der Saras Gefühle gegenüber Quentin zur Sprache kommen. Ihre Aussage ist doppelt bitter, wenn man bei Arrow auf dem aktuellen Stand in der vierten Staffel ist.

Vintage Cereal

Ray (Brandon Routh) tröstet sich über den Ärger rund um Pilgrim und seine Beziehungsprobleme mit Kendra mit ein paar alten Cornflakes hinweg, doch mitten im Gespräch scheint Pilgrim bei Ray vor seiner Atomzeit zuzuschlagen. Firestorms Angriffe kann sie mit einem coolen Verlangsamungseffekt aufhalten, wird aber auch hier im Endeffekt cartoonhaft aus dem Fenster geschleudert. Spätestens bei Ray, der im Dezember 2014 angegriffen wird, habe ich mich gefragt, wie es eigentlich mit der Erinnerung der betroffenen Figuren steht, aber dafür wird im Verlauf der Episode auch eine halbgare Erklärung gegeben, die man eben schluckt.

Nachdem also auch Ray gerettet werden kann und er sich spontan mit Kendra verlobt, kommen sowohl Pilgrim als auch das Team auf die Idee, dass irgendwann wohl die neugeborenen Gruppenmitglieder zum Ziel werden könnten. Darum gibt es die Spitzenidee, sie als Babys zu entführen und für einen kurzen Moment aus der Gefahr zu bringen, doch wenn der Moment zu lang ist, könnten sie aus der Geschichtsschreibung und der Erinnerung ihrer Liebsten gelöscht werden. Während Jax und Stein (Victor Garber) um die Verbindung zu Mutter und Frau fürchten, hat Rory niemanden, der ihn missen würde, außer vielleicht Captain Cold (Wentworth Miller).

Babynapping

Also nehmen sich Kendra und Sara Baby Snart an, wobei sie sämtlichen Professionalismus verlieren, als sie den kleinen Wonnepropen finden. Sicherlich einer der witzigsten Momente dieser Folge, gleich nach den trockenen Sprüchen von Rory, die wieder da sind.

Die Babys werden in die Obhut von Sara und dem jungen Rory gegeben. Sara hat sich in diesem Sommer unglaubliche 5000 Dollar durch Babysitten verdient. (Ich möchte bitte ihre Klienten vermittelt bekommen!) Deswegen gilt sie als passende Person für den Job. Danach folgen Jax und Stein, wobei die Situation bei Stein hanebüchen grenzwertig ist - und zwar in Bezug auf alle Beteiligten. In Ivy Town 1950 holten Rip Hunter und Heat Wave den frischgeborenen Stein, der in einem Auto zur Welt kommt, direkt aus dem Schoß seiner Mutter, weil sie sich als Ärzte ausgeben. Sein Vater hat kaum Bedenken, nicht mal, als sie keinen Gedanken an seine Frau verschwenden. Schön und gut, dass sowieso niemand eine Erinnerung daran haben wird, dennoch lädt mich diese Szene zum „Facepalmen“ ein.

Bei Jay ist das ganz anders. Zumindest anfangs, denn seinen Vater hat er nie kennengelernt, da er Wochen nach seiner Geburt an der Front gestorben war. Nun sieht er ihn im Krankenhaus dabei zu, wie er stolz auf sein jüngeres Ich blickt. Er hält sich in dieser Situation aber nobel zurück (woran sich mancher ein Beispiel nehmen könnte) und genießt, gratuliert und schweigt. Hier könnte ein Eingriff nämlich fatal sein. Mit einem Vater wäre Jax' Leben womöglich ganz anders verlaufen, doch statt mit diesen Konsequenzen zu spielen, entschließen sich die Autoren für die emotionale Variante, die zugegebenermaßen auch gut funktioniert. Besonders die Nachricht, die er bei der Schwester hinterlassen soll, hat es in sich. Als Pilgrim dann vorbeischaut, bemerkt sie nur, dass sie schon wieder überlistet wurde.

Szenenbild aus der %26bdquo;Legends of Tomorrow%26ldquo;-Episode %26bdquo;Last Refuge%26ldquo; © The CW
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Doch das ist nicht die einzige Mutter, die wir in dieser Episode kennenlernen. Auch die „Mutter“ von Rip Hunter aka Michael lernen wir kennen und Mary Xavier (Celia Imrie) arbeitet in einem Auffanglager für kleine Time Master, die hier an einem geheimen Ort in der Geschichte von ihr betreut werden, wie von einer Tagesmutter. Zwar arbeitet sie auch für die Time Master, doch ihre wahre Priorität gehört den Kindern und so sichert sich Rip ihre Rückendeckung zu.

Während Jax nichts von Bedeutung zu seinem Vater gesagt hat, nimmt sich Rory sich selbst vor und spricht mit ihm über dessen Gefühle während des Zündelns. Später versucht er, ihn auf die richtige Bahn zu lenken, weil er auch einsehen muss, dass er sich noch ändern könnte, wenn er wollte und hart an sich arbeitet.

Regrets

Szenenbild aus der %26bdquo;Legends of Tomorrow%26ldquo;-Episode %26bdquo;Last Refuge%26ldquo; © The CW
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Im Gespräch mit seiner anderen Hälfte, Professor Stein, artikuliert Jax, dass er es bereut, die Gelegenheit, seinen Vater zu warnen, nicht genutzt zu haben. Er hatte sichtlich darunter gelitten, keinen Dad an seiner Seite zu haben, als er Touchdowns beim Football erzielte oder Zeugnisse nach Hause brachte - man merkt, dass er eine gute Partie ist, die jedoch nicht nur an sich selbst denkt.

Pilgrim greift derweil zu noch dreckigereren Erpressungstaktiken, indem sie sich an den Familienmitgliedern vergreift, doch Rip Hunter hat einen Plan und bietet sich selbst für ein Treffen an. Denn, wenn er ausgelöscht wird, gibt es auch das gesamte Team nicht mehr. Beim Treffen kann er auf seine Mutter setzen, die den jungen Michael vorbeibringt. Pilgrim wundert sich zwar kurz, wo der Rests des Teams ist, fragt aber nicht weiter nach, weil sie sich mit ihren Kräften im Vorteil sieht. Denn, als alle gemeinsam angreifen, kann sie sie so kontrolliert einfrieren, obwohl sie umzingelt ist. Einen hatte sie jedoch nicht auf der Rechnung. Der junge Michael, der früher ein armer Schlucker und Tagedieb war und keine Skrupel davor hat, die Killerin abzustechen. Der Rest fackelt dann auch nicht lange und äschert sie ein. Man möchte sagen: Au! Aber bei ihrer Hartnäckigkeit wäre etwas anderes wohl wenig sinnvoll gewesen.

Let me explain

Ende gut, alles gut also. Die Legends kriegen etwas Zeit, um sich mit ihren Verwandten und Liebsten kurzzuschließen. Somit kriegt Jax doch noch die Gelegenheit, offen mit seinem Vater zu sprechen und ihn auch zur Vorsicht zu mahnen. Später verrät ihm Hunter, dass die Zeit manchmal ganz seltsame Blüten treibt und vielleicht möchte, dass die beiden zusammen sind.

Hunter war schon mit fünf Jahren ein absoluter Lausbube und hat sehr von der Obhut seiner Mutter profitiert. Schon am ersten Tag hat er dort versucht, ihr Portemonnaie zu stehlen und fällt auch in dieser Folge als Essensbunkerer auf.

Beim Rest der Verwandten reicht es nur für eine kurze Umarmung oder Bemerkung. Das könnte eine Budget- und Zeitfrage sein. Vor allem Stein ist über die Offenbarung überrascht, dass die Gruppe vielleicht gar nicht wie versprochen zum exakten Zeitpunkt des Aufbruchs zurückkehren würde und bangt, dass seine Frau ihn dann nicht wiedererkennen könnte.

Kendra entschließt sich, die Schatten ihrer älteren Varianten hinter sich zu lassen und Rays Antrag anzunehmen, denn den exakt perfekten Zeitpunkt könnte es ohnehin nie geben.

Für die Legends wird es nun langsam ernst (wobei wir das auch schon mehrfach gehört haben) und es gilt, Savage wieder in den Fokus zu nehmen. Ob man dabei wirklich zu seinem Machthöhepunkt zuschlägt, wird sich in der kommenden Episode zeigen. Jedenfalls läuft ihnen gerade wortwörtlich die Zeit davon.

Szenenbild aus der %26bdquo;Legends of Tomorrow%26ldquo;-Episode %26bdquo;Last Refuge%26ldquo; © The CW
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Fazit

Warum es überhaupt irgendwelche Regeln gibt, wenn sich nie jemand an selbige hält, bleibt weiterhin das größte Mysterium von Legends of Tomorrow. Last Refuge bietet wieder mal ein paar interessante Ideen. Besonders Jax und sein Vater und Rory und sein junges Ich stechen dabei in meinen Augen positiv hervor. Dabei möchte ich noch einmal erwähnen, dass mir Heat Waves Sprüche tatsächlich gefehlt haben. Kendra und Ray bleiben eine dramaturgische Schwachstelle. Auch einige große Logiklücken sorgen dafür, dass man sich eher über die Autoren lustig machen möchte, als die Einfälle zu genießen. Somit läuft die Serie weiterhin eher auf dem Niveau „okay, not great.

Der Trailer zur Episode Leviathan (1x13) der US-Serie Legends of Tomorrow:

Verfasser: Adam Arndt am Freitag, 22. April 2016

Legends of Tomorrow 1x12 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 12
(Legends of Tomorrow 1x12)
Deutscher Titel der Episode
Die Pilgerin
Titel der Episode im Original
Last Refuge
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 21. April 2016 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 15. November 2016
Autoren
Chris Fedak, Matthew Maala
Regisseur
Rachel Talalay

Schauspieler in der Episode Legends of Tomorrow 1x12

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