Grey's Anatomy 9x16

Grey's Anatomy 9x16

Die Ärzte aus Grey's Anatomy schweben im Kampf um das Seattle Grace zwischen Hoffen und Bangen. Als das Ende bereits unabwendbar erscheint, winkt in dieser dynamischen Episode neue Hoffnung aus unerwarteter Richtung.

Meredith (Ellen Pompeo), Derek (Patrick Dempsey) und ihre kleine Tochter Zola dürfen in „Grey's Anatomy“ in Seattle bleiben. / (c) ABC
Meredith (Ellen Pompeo), Derek (Patrick Dempsey) und ihre kleine Tochter Zola dürfen in „Grey's Anatomy“ in Seattle bleiben. / (c) ABC

In der neuen Folge This is Why We Fight (9x16) gibt es Höhenflüge und Tiefschläge, der sämtliche Charaktere aus Grey's Anatomy wie Spielbälle ausgeliefert sind. Auch die dieswöchigen Patientengeschichten haben es fast alle in sich und können die Zuschauer emotional einfangen. Das Erfreulichste an dieser Episode ist jedoch, dass einer der unangenehmsten Handlungsstränge aus der Geschichte der Arztserie endlich zu einem Ende gebracht wird.

Der große Kampf

Die „Verschwörer“ um Meredith Grey (Ellen Pompeo) bemühen sich nach wie vor darum, das Seattle Grace davor zu bewahren, in die Fänge von Pegasus Horizons zu geraten. Weil Meredith, Derek (Patrick Dempsey), Cristina (Sandra Oh), Arizona (Jessica Capshaw) und Callie (Sara Ramirez) in Hard Bargain (9x15) ja kollektiv ihre Jobs an den Nagel gehängt hatten, können sie ihre Zeit in den luxuriösen Empfangshallen von reichen Geschäftsleuten verbringen, die sie als Investoren gewinnen wollen.

Die Spannung, die mit der Folge einhergeht, resultiert vor allem aus der Tatsache, dass ihre Bemühungen simultan durch die Arbeit des unwissenden Owen Hunt (Kevin McKidd) und seiner buchhaltenden Gehilfin Alana Cahill (Constance Zimmer) untergraben werden.

So war es Cahill trotz der Massenflucht der begabtesten Chirurgen gelungen, den Konzern Pegasus doch noch zum Einlenken zu bewegen. Die Übernahme des Seattle Grace steht kurz bevor! Während Hunt sich naturgemäß erfreut zeigt, geraten die Zuschauer in einen Zustand des ängstlichen Bangens.

Heather Brooks (Tina Majorino), die mit einer neuen Frisur vielleicht gegen den bereits etablierten Spitznamen Mousy angehen möchte, erweist sich als zuverlässiges Sprachrohr von und für Meredith. Durch die Assistenzärztin hält die werdende Mutter eine Notverbindung ins Krankenhaus aufrecht. Außerdem ist Heather zur rechten Zeit am rechten Ort und kann so auch die fatale Botschaft von Cahill aufschnappen, dass das Krankenhaus nach der Übernahme durch Pegasus lediglich ausgeschlachtet werden soll. Doch so weit würde es selbst eine grausame Frau wie Shonda Rhimes nicht kommen lassen - oder vielleicht doch? Die Vorstellung des über neun Staffeln hinweg liebgewonnenen Krankenhauses als „Ersatzteillager“ ist zwar nicht realistisch, kann im Episodenverlauf aber dennoch zu einer Intensivierung der zuschauerlichen Unruhe beitragen.

Die %26bdquo;Verschwörer%26ldquo; bemühen sich krampfhaft um eine Rettung des Krankenhauses. © ABC
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Im Schatten des Kampfes

Neben dem entscheidenden Handlungsstrang um die „Verschwörer“, der maßgeblich über den Fortgang von Grey's Anatomy entscheidet, kann man sich mit einer Reihe von Nebenschauplätzen Ablenkung verschaffen.

Doch auch hier schlägt sich die grassierende Ungewissheit auf das Verhalten der Ärzte nieder. Miranda Bailey (Chandra Wilson) droht dem amtierenden Chief of Surgery als mehr als nur mürrisches „Herz des Krankenhauses“ auf erquickliche Weise Gewalt an: „I am short. So my punches land low.

Der Assistenzärztin Leah Murphy (Tessa Ferrer) wird nach längerer Zeit wieder ein wenig Bildschirmzeit eingeräumt, die sie aber größtenteils mit der undankbaren Aufgabe verbringen muss, Operationen ausfindig zu machen, die sich noch ein wenig verschieben lassen.

Stephanie Edwards (Jerrika Hinton) und ihre Kollegin Jo Wilson (Camilla Luddington) tun sich jeweils auf ihre Weise schwer damit, vielleicht bald nicht länger in der Nähe von Jackson Avery (Jesse Williams) und Alex Karev (Justin Chambers) weilen zu können. Sowohl das Paar, das bereits jetzt miteinander schläft, als auch die Freunde, die aller Wahrscheinlichkeit nach irgendwann noch miteinander schlafen werden, hinterlassen einen glaubhaften und sympathischen Eindruck.

Gefühl

Selbstverständlich härten Ärzte mit der Zeit ab. Anders wäre ihr täglicher Umgang mit menschlichen Dramen bis hin zum Tod kaum zu ertragen. Doch die Schutzmauer aus Zynismus, mit dem sich so mancher Chirurg das Leid vom Leib hält, kann von einer Sekunde auf die nächste zusammenbrechen. Beispielsweise, wenn mit Tränen gefüllte Kinderaugen flehentlich darum bitten, die sterbenskranke Mutter wieder zum Aufstehen zu bringen.

Dank Merediths Hilfe aus der Ferne gelingt es Dr. Bailey glücklicherweise, zumindest diesen Wunsch ein Stück weit zu erfüllen. Die überglücklichen Angehörigen sorgen inmitten des fatalen Chaos für einen willkommenen Lichtblick. Ähnlich dankbar ist man dafür, dass es Alex auf charmante und kinderfreundliche Art und Weise gelingt, einen kleinen Jungen von seinem Tumor zu befreien. Die Strategie der Eltern, sich mit einer kleinen Party von dem todbringenden „Phil“ zu verabschieden, ist ebenso schön anzusehen wie der Enthusiasmus, den Alex und Jo bei dem Anblick von ekelhaftem Tumorenmatsch an den Tag leben.

Die %26bdquo;Adios Phil%26ldquo;-Party setzt große Gefühle frei. © ABC
Die %26bdquo;Adios Phil%26ldquo;-Party setzt große Gefühle frei. © ABC

It's NOT over

Während die Patienten genesen, sieht es sehr schlecht für das Seattle Grace aus. Owen hatte endlich von Cristina (Sandra Oh) von den geheimen Rettungsplänen erfahren. Doch seine passionierte Rede, mit der er die Aufsichtsräte des Krankenhauses in letzter Sekunde von Pegasus hatte abbringen können, verläuft im Nichts. Weil die Ärzte um Derek Shepherd den schwerreichen Julian Crest auch mit dem Dr.-Webber-Bonus nicht gänzlich überzeugen können, steht das Krankenhaus scheinbar endgültig vor dem Aus.

Doch in dem Bett, das Richard sich mit Catherine Avery (Debbie Allen) teilt, keimt so etwas wie Hoffnung auf. Und - yes! - die Harper Avery Foundation erscheint als Ritter in schillerndster Rüstung auf dem Spielfeld: „Give Mama a kiss, Jackson - she just bought you a hospital!

Fazit

Die Episode This is Why We Fight bereitet den leidlichen Irrungen und Wirrungen, die sich praktisch seit der fatalen Klage der Ärzte gegen das eigene Krankenhaus manifestiert hatten, endlich ein Ende. Und sie tut es auf sehr unterhaltsame Weise. Die Gratwanderung zwischen Hoffen und Bangen nimmt allerlei überraschende Wendungen, ist dynamisch inszeniert und endet mit einer Lösung, mit der wohl niemand gerechnet hätte.

In der Tatsache, dass ausgerechnet Jackson nun eine Vormachtstellung im Seattle Grace innehaben wird, schwingt außerdem allerhand Konfliktpotential mit. Wie wird sich der Chirurg, der sich stets um Distanz zu seiner berühmten Mutter bemüht hatte, mit der ungewohnten Rolle arrangieren? Und wie werden die bisherigen Alphamännchen Dr. Webber, Dr. Shepherd und Dr. Hunt auf die dreiste mütterliche Gefälligkeit reagieren, sobald die anfängliche Euphorie dem Alltag weicht? Die Blicke der überrumpelten Verschwörer sprechen Bände...

Verfasser: Thordes Herbst am Freitag, 22. Februar 2013
Episode
Staffel 9, Episode 16
(Grey's Anatomy 9x16)
Deutscher Titel der Episode
Darum kämpfen wir
Titel der Episode im Original
This is Why We Fight
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 21. Februar 2013 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Samstag, 21. Dezember 2013
Autor
Austin Guzman
Regisseur
Jeannot Szwarc

Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 9x16

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