Grey's Anatomy 10x06

Grey's Anatomy 10x06

In der Grey's Anatomy-Episode Map of You wird hervorgehoben, dass jede Tat Konsequenzen hat. Während es nach ihrem Streit nicht gut um die Freundschaft zwischen Meredith und Cristina steht, gibt es dafür an anderer Stelle Grund zur Freude.

Derek Shepherd (Patrick Dempsey) zeigt sich in „Grey's Anatomy“ wieder einmal von seiner besten Seite. / (c) ABC
Derek Shepherd (Patrick Dempsey) zeigt sich in „Grey's Anatomy“ wieder einmal von seiner besten Seite. / (c) ABC

Die einzelnen Szenen der Episode Map of You werden im Einklang mit dem Grundthema everything is connected immer wieder auch grafisch miteinander vernetzt. So führt eine rote Tasse als verbindendes Element durch diese sechste Folge aus der zehnten Staffel von Grey's Anatomy, die von der sanften Stimme Derek Shepherds (Patrick Dempsey) eingeleitet wird.

Die Vorzüge des Todes

Die rote Tasse aus dem Grey'schen Haushalt, die der Reihe nach in den Händen von verschiedenen Ärzten des Grey Sloan Memorial Hospital landet, geht irgendwann zu Bruch. Die Scherben bringen Shane Ross (Gaius Charles) auf eine entscheidende Idee, dank der Cristina Yang (Sandra Oh) wiederum einem todgeweihten Patienten (Jere Burns) das Leben rettet. Ironischerweise stürzt der bahnbrechende Erfolg den Herzkranken in eine tiefe Krise. So hatte er im Angesicht des Todes mit seiner Frau jeden Tag auch finanziell so gelebt, als würde es sein letzter sein. Nun steht dem Ehepaar, das aus den anderen Patientengeschichten als comic relief hervorsticht, eine sehr entbehrungsreiche Zeit bevor.

Cristinas schwarzer Tag

Obwohl Cristina im Operationssaal wieder mal Großes leistet - und dabei im Zusammenspiel mit Ross auch eine gute Figur als Mentorin abgibt („You are full of surprises, sharky!“) - wird ihr dementsprechend keine rührselige Danksagung zuteil. Auch sonst läuft es für die Chirurgin in dieser Episode nicht sonderlich glatt. Owen (Kevin McKidd) scheint die Zeit mit seiner neuen Freundin Emma (Marguerite Moreau) allzu sehr zu genießen. Als Cristina der hübschen Ärztin im Krankenhaus begegnet, muss sie zu allem Überfluss feststellen, dass Owen seiner Neuen noch nicht von ihr berichtet hat.

Das volle Ausmaß von Cristinas Kränkung offenbart sich erst in ihrem Hilfegesuch bei Meredith (Ellen Pompeo). Trotz der Distanz, die sich nach Yangs scharfzüngiger Standpauke aus der Episode I Bet It Stung in die Freundschaft geschlichen hat, möchte sie sich bei ihrer besten Freundin den Kummer von der Seele reden. Doch jetzt ist Meredith an der Reihe, ihrer Frustration wortreich Luft zu machen. Sie wirft Cristina nicht nur vor, sie in Zeiten der Krise verraten zu haben, sondern beendet ihre Moralpredigt zudem mit den harten Worten „you don't have time for people who want things that you don't want.

Dieser Patient (Jay Cramer) profitiert durch die Forschung von Callie und Derek. © ABC
Dieser Patient (Jay Cramer) profitiert durch die Forschung von Callie und Derek. © ABC

Freundschaft in Gefahr

Eine Versöhnung der beiden „Persons“ scheint somit erst einmal in eine gewisse Ferne gerückt zu sein. In Anbetracht der Zukunftspläne von Sandra Oh (Achtung schwant der Rezensentin in diesem Zusammenhang Böses. Es bleibt zu hoffen, dass sich die beiden bald wieder vertragen werden. Ein Grey's Anatomy, das um das fundamentale Element dieser tiefen Freundschaft beraubt ist, wäre einfach nicht dasselbe.

Meredith trumpft auf

Obwohl Mer sich tief durch die Worte ihrer besten Freundin verletzt fühlt, waren sie vielleicht genau das, was die Ärztin in dieser schwierigen Zeit voller Umbrüche brauchen konnte. Wie in einer Trotzreaktion scheint Grey Yang nun beweisen zu wollen, dass sie auch als Mutter noch zu medizinischen Höchstleistungen fähig ist.

Die Grundlage für Merediths verstärktes Engagement an der Forschungsfront wird dabei durch die Versöhnung der McDreamys gelegt. Der Streit zwischen Derek und Mer am Ende der vorangegangenen Episode hat zwar eine große Portion Drama in die Handlung gebracht. Dabei scheint es aber wenig realitätsnah, dass die beiden sich erst nach der Geburt von Bailey Gedanken um die künftige Arbeitsverteilung in ihrer Familie machen. Dass Derek sich nun dazu bereit erklärt, in nächster Zeit die Forschung und die Erziehung der beiden Kinder zu seinen Prioritäten zu machen, ist dann aber eine schöne Wendung. Die anschließende Umarmung der Eheleute ist zudem regelrecht herzerwärmend.

Probleme

An anderer Stelle ist von zwischenmenschlicher Harmonie keine Spur: Die Ehe von Callie (Sara Ramirez) und Arizona (Jessica Capshaw) scheint mehr denn je zum Scheitern verurteilt zu sein. Obwohl einem Leah (Tessa Ferrer) in ihrer zwischenmenschlichen Inkompetenz wirklich leidtut, ist Arizonas nächtlicher booty call schwer nachvollziehbar. Da im Grey's Anatomy-Universum solch eine Affäre mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit ans Licht kommen wird, wirkt Arizonas Schwäche hier umso fataler.

Arizona(Jessica Capshaw) kann merkwürdigerweise schon wieder über Alex%26#039; (Justin Chambers) Fremdgehwitz lachen. © ABC
Arizona(Jessica Capshaw) kann merkwürdigerweise schon wieder über Alex%26#039; (Justin Chambers) Fremdgehwitz lachen. © ABC

Auch die Geschichte um Alex (Justin Chambers) und seinen entfremdeten Vater James Evans (James Remar) nimmt kein gutes Ende. Dieser Handlungsstrang hatte in den Augen der Rezensentin stets einen etwas zu vorhersehbaren Eindruck gemacht. Zudem erscheint es wenig plausibel, dass James seinen Sohn - trotz ihrer langjährigen Trennung - nicht erkennt. Doch dann wartet Shonda Rhimes hier mit einer dieser überraschenden Wendungen auf, die einen so unsanft auf den Boden der serienspezifischen Tatsachen stürzen. Als man bereits erwartet, dass James gerührt ein Foto des kleinen Alex zückt, offenbart sich das Ausmaß seines väterlichen Versagens. Es bleibt zu hoffen, dass dieses emotional packende Ende nicht noch durch eine etwaige Annäherung der beiden Charaktere entkräftet werden wird.

Ein Lachen, das bewegt

Die Interaktion zwischen Jo (Camilla Luddington) und Dr. Webber (James Pickens Jr.) in dieser Episode ist zwar nicht sonderlich spannend geraten. Doch Richards herzhaftes Lachen in dem Moment, in dem Jo ihren diagnostischen Erfolg feiert, macht diese dramaturgische Durststrecke fast wieder wett.

Fazit

Obwohl die Episode Map of You mit einigen erfrischenden Szenen aufwartet und man sich an hübschen Aussprüchen wie Merediths „you make me sound like a soft drink“ oder Cristinas „the automatic paper-towel-thingie won't recognize me as human“ erfreuen kann, scheint doch etwas zu fehlen. Vielleicht liegt dies ja in der kompletten Abwesenheit von Jackson (Jesse Williams) oder aber der Tatsache begründet, dass die Assistenzärzte wieder einmal überproportional viel Spielzeit in Beschlag nehmen.

Es ist zwar löblich, dass das Trauma - das der Tod von Heather für Shane bedeutet - nicht komplett vernachlässigt wird. Doch es wäre auch angenehm, vielleicht einmal wieder etwas mehr Zeit an der Seite von Miranda Bailey (Chandra Wilson) zu verbringen oder intensiver an Callies Suche nach ihrem neuen Selbst teilhaben zu dürfen.

Insgesamt macht diese Episode von Grey's Anatomy trotz allem einen runden Eindruck, wozu auch der neuerliche Fokus auf die medizinischen Belange beiträgt. Gleichzeitig bleibt zu hoffen, dass sich Dereks abschließende Worte aus dem Off („Every connection is crucial. And when one is broken, it usually means some damage has been done.“) sich nicht auch in Bezug auf Meredith und Cristina bewahrheiten werden...

Verfasser: Thordes Herbst am Freitag, 25. Oktober 2013
Episode
Staffel 10, Episode 6
(Grey's Anatomy 10x06)
Deutscher Titel der Episode
Was uns ausmacht
Titel der Episode im Original
Map of You
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 24. Oktober 2013 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 26. Februar 2014
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 24. Februar 2014
Autor
William Harper
Regisseur
David Greenspan

Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 10x06

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