Possible Love

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Possible Love

Kurz & knapp

Ein entlassener Fabrikarbeiter und seine Frau lassen sich von einer wohlhabenden Dokumentarfilmerin filmen. Je näher sich die beiden Paare kommen, desto mehr verborgene Wünsche brechen auf. Ab 22. Oktober 2026 in ausgewählten Kinos, ab 6. November bei Netflix.

Possible Love Trailer

In dem Film Possible Love geht es um zwei Ehepaare, die in Südkorea in völlig verschiedenen Welten leben. Ho-seok hat vor zwei Jahren seine Arbeit in einer Fabrik verloren. Er stand mitten in einem Streik, den die Polizei gewaltsam beendete, und trägt die Folgen bis heute mit sich.

Seine Frau Mi-ok arbeitet in einer Fabrik für Masken und hält die Familie zusammen. Mit ihrem Sohn Cheol führen die beiden ein bescheidenes, stilles Leben, in dem vieles unausgesprochen bleibt.

Bei einer Beerdigung begegnet Mi-ok der Dokumentarfilmerin Ye-ji. Sie dreht einen Film über entlassene Arbeiter und ihre Familien und sieht in Ho-seok genau die Geschichte, die ihr noch fehlt. Ye-ji ist mit dem wohlhabenden Sang-woo verheiratet, das Paar kennt keine Geldsorgen.

Mi-ok willigt ein, sich filmen zu lassen. Zwischen den beiden Frauen entsteht eine Nähe, die bald über die Arbeit an der Doku hinausgeht. Auch die Männer lernen sich kennen, und die Familien verbringen immer mehr Zeit miteinander.

Je enger der Kontakt wird, desto deutlicher zeigt sich der Abstand zwischen beiden Welten. Mi-ok fühlt sich unerwartet zu Sang-woo hingezogen, und in beiden Ehen kommen Wünsche und Kränkungen an die Oberfläche, über die bisher niemand gesprochen hat. Als die Paare gemeinsam einige Tage in Sang-woos Ferienhaus am Meer verbringen, geraten die Verhältnisse endgültig ins Wanken.

Dem Film ist der Satz „Du sollst nicht begehren“ vorangestellt. Er fragt, ob zwischen Menschen mit so unterschiedlichem Besitz Freundschaft oder Liebe überhaupt möglich ist.

Hintergrund

Possible Love ist der erste Film von Lee Chang-dong seit „Burning“ aus dem Jahr 2018. Den Anstoß gaben Massenentlassungen bei einem großen koreanischen Konzern, nach denen der Staat die Proteste der Arbeiter gewaltsam niederschlug. Eine erste Fassung des Drehbuchs schrieb Lee schon vor mehr als zehn Jahren.

Ursprünglich gehörte das Projekt zu einem Vorhaben von Maciej Musial, alle zehn Teile von Krzysztof Kieslowskis „Dekalog“ als Spielfilme neu zu verfilmen. Lees Film orientiert sich lose am zehnten Teil.

Private Geldgeber fanden sich lange nicht, obwohl die Hauptdarsteller auf einen Teil ihrer Gage verzichteten. Erst Netflix übernahm den Film und sicherte Lee nach seinen Worten volle künstlerische Freiheit zu. Für ihn ist es die erste Arbeit für einen Streamingdienst.

Veröffentlichung

Seine Weltpremiere feierte der Film im Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig. Dort gewann er den Silbernen Löwen, den Großen Preis der Jury. Lee wurde in Venedig zuletzt 2002 für „Oasis“ ausgezeichnet. Südkorea schickt Possible Love als offiziellen Beitrag ins Rennen um den Oscar 2027 für den besten internationalen Film.

In Südkorea lief er ab 23. September 2026 in ausgewählten Kinos. In Deutschland startet er am 22. Oktober 2026 in einigen Kinos, ab 6. November ist er weltweit bei Netflix abrufbar. Die Laufzeit beträgt 164 Minuten.

Crew

Regie führte Lee Chang-dong. Das Drehbuch schrieb er zusammen mit Oh Jung-mi, mit der er schon an „Burning“ gearbeitet hat. Produziert haben Lee Joon-dong, der Bruder des Regisseurs, für Pinehouse Film sowie David Levine und Chadwick Prichard für Anonymous Content, dazu die Firma NOWFILM.

Hinter der Kamera stand Kim Ji-yong, der zuvor „Die Frau im Nebel“ von Park Chan-wook gedreht hat. Den Schnitt übernahm Kim Da-won. Die Musik stammt von Jung Jae-il, bekannt durch „Parasite“ und Squid Game.

Cast

Jeon Do-yeon spielt Mi-ok. Für Lees „Secret Sunshine“ gewann sie 2007 als erste Koreanerin den Preis als beste Darstellerin in Cannes. Zuletzt war sie in „Kill Boksoon“ zu sehen.

Sul Kyung-gu ist als Ho-seok zu sehen. Mit Lee drehte er bereits „Peppermint Candy“ und „Oasis“.

Zo In-sung spielt den wohlhabenden Sang-woo und arbeitet zum ersten Mal mit Lee. Bekannt ist er aus der Serie Moving.

Cho Yeo-jeong verkörpert die Dokumentarfilmerin Ye-ji. International wurde sie mit „Parasite“ bekannt.

In weiteren Rollen sind Jeong Seop als Sohn Cheol, Jo Yuri als junge Mi-ok und Choi Min als junger Ho-seok dabei. Jo Yuri kennt man aus der zweiten Staffel von Squid Game.

Drehorte

Gedreht wurde in Südkorea von Ende August bis Ende November 2025. Die Kamera lief fast durchgehend aus der Hand, nur zwei Dialogszenen entstanden anders. Kameramann Kim Ji-yong setzte so weit wie möglich auf natürliches Licht.

Das Ferienhaus von Sang-woo gab es vorher nicht. Lee fand das Grundstück über einen YouTube-Kanal für Immobilien, das Team baute das Haus dann in zwei Monaten Vorbereitung, bis hin zu Größe und Ausrichtung jedes Fensters. Für die entscheidende Szene in einem stillen Wald nahe dem Strand sah das Drehbuch keinen Wind vor, doch Sommerstürme am Drehort änderten das.

Produktionskosten

Genaue Zahlen zum Budget gibt es nicht. Beim koreanischen Filmrat lief das Projekt zunächst in der Förderung für Filme mit Kosten zwischen 6 und 8 Milliarden Won. Auf die zugesagten 1,5 Milliarden Won verzichtete die Produktion später, als Netflix einstieg.

Possible Love Schauspieler

Sol Kyung-gu

als Ho-seok

Zo In-sung

als Sang-woo

Hope • Moving

John Masius

als Ye-ji

Woon Jong Jeon

als Jeong-dae

Valerie Azlym

als Funeral guest

Possible Love Crew

Regie

Lee Chang-dong

Drehbuch

Lee Chang-dong, Oh Jung-mi

Produktion

Krzysztof Piesiewicz, Maciej Musiał, Nick Shumaker, Lee Joon-dong, Chadwick Prichard, David Levine

Kamera

Kim Ji-yong

Schnitt

Park Jin-young, Kim Da-won

Musik

Jung Jae-il, Lee Seung-chul, Han Myung-hwan

Genre: Drama

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