VisionQuest 1x01

VisionQuest 1x01

Wanda und Vision haben inzwischen ihre eigene Serien-Ecke bei Disney+. Diese wird nun durch „VisionQuest“ fortgeführt. Mit dabei: zahlreiche KI-Charaktere, wie zum Beispiel Ultron.

Nach „WandaVision“ und „Agatha All Along“ wird die Marvel Studios-Trilogie mit „VisionQuest“ erweitert und mutmaßlich abgeschlossen. Alle drei Serien gehören für mich neben „Loki“, „Hawkeye“, „Daredevil: Born Again“ und „Ms. Marvel“ zu den stärkeren Serien, die Disney+ im MCU hervorgebracht hat.

Netterweise bringt jede ihren eigenen Fokus mit: Wanda hatte die TV-Geschichte und Sitcoms, Agatha viele kleine magische Ecken und Experimente und bei Vision erleben wir nun eine Art Reunion der Marvel-AIs. Ich durfte vorab einen Großteil der Serie bereits sehen, die am 14. Oktober mit zwei Folgen starten und dann mit wöchentlichen Ausgaben weitermacht. Schon der erste Trailer hatte mich begeistert und mit Vorfreude erfüllt. Aber worum geht es eigentlich? Jetzt das Angebot von Disney+ entdecken (Affiliate-Link).

Darum geht es in der Serie „VisionQuest“

(v. l. n. r.) Orla Brady, James D%26#039,Arcy, Johnathan Sayer und Henry Lewis in der Serie „VisionQuest“
(v. l. n. r.) Orla Brady, James D%26#039,Arcy, Johnathan Sayer und Henry Lewis in der Serie „VisionQuest“ - © 2026 Marvel. All Rights Reserved.

Vision (Paul Bettany) lebt nach den Ereignissen von „WandaVision“ abgeschieden und im Verborgenen. Ihn hat es zurück nach Edingburgh gezogen, wo er einst mit Wanda (Elizabeth Olsen) eine schöne Zeit hatte. Er will sich dadurch allen entziehen, die ihn als Waffe missbrauchen oder umprogrammieren könnten.

Auf der Suche nach einem neuen Lebenssinn wendet er sich an die in seiner Programmierung eingebetteten KI-Persönlichkeiten, darunter F.R.I.D.A.Y. (Orla Brady), E.D.I.T.H. (Emily Hampshire), J.A.R.V.I.S. (James D'Arcy) und den berüchtigten Ultron (James Spader). Sein unauffälliges Leben findet ein jähes Ende, als ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt wird und er gemeinsam mit Thomas Shepherd (Ruaridh Mollica) auf der Flucht ist, einem mysteriösen Jungen, der möglicherweise Visions Sohn aus Wandas Hex in einer neuen Inkarnation ist.

Während Vision der Gefangennahme durch Paladin (Todd Stashwick) und seinem Team, darunter die grandiose Diane Morgan („Cunk on Earth“), entgeht, muss er sich seiner eigenen Natur stellen, Ultrons Einfluss widerstehen und das Rätsel um seinen jungen Gefährten lösen, wenn er überleben will. Und wer ist eigentlich Jocasta (T'Nia Miller)? Was hat es mit ihrer Wandlung auf sich und was sind ihre Pläne? Auch die Helfer-KIs D.U.M.-E (Henry Lewis) und U (Jonathan Sayer) spielen eine Rolle in Visions Team.

Regie führen Christopher J. Byrne, Gandja Monteiro, Vincenzo Natali und Terry Matalas, das Drehbuch stammt von Matalas, Cindy Appel, Christopher Monfette, Nicole Falsetti und Matthew Okumura. „VisionQuest“ wurde von Terry Matalas als Serie entwickelt, basierend auf den Marvel Comics.

What is grief, if not love persevering?

Dieser legendäre Satz von Vision aus „WandaVision“ ist das große Zitat aus der ersten Disney+-Serie, die die Sequels überhaupt erst möglich machte und die ihn, laut Bettany beim Disney-Panel bei der San Diego Comic-Con Malaga, immer wieder in der Fan-Interaktion verfolgt. Ein wunderschöner Satz, der den philosophierenden Androiden auf den Punkt bringt.

Ähnlich wie Wanda leidet er unter einer Identitätskrise. Der Unterschied ist, dass er weiß, dass er als White Vision nicht die kleine Inkarnation wie der Bot aus Westview ist oder der, der viele Zeit mit Wanda verbracht hat und das betont er auch immer wieder in Interaktionen mit Charakteren, die anderes behaupten. Dennoch will er seiner Vergangenheit auf den Grund gehen und schart in einem AI-Palast zahlreiche künstliche Intelligenzen aus dem Marvel-Cinematic-Universe um sich, die aufmerksame Zuschauer bereits kennen, einige davon als Unterstützer von Tony Stark (Robert Downey Jr.) oder Peter Parker (Tom Holland).

Neben dem witzigen Adrenalin-Junkie E.D.I.T.H. (die Spidey sonst unterstützt) und Wiedersehen mit James D'Arcy aus „Marvel's Agent Carter“ und J.A.R.V.I.S. ist vor allem das Comeback von James Spader als Ultron spannend. Man könnte mutmaßen, dass man den bärtigen Spader (auch bekannt aus „The Blacklist“, „Boston Legal“ und „Stargate“) ähnlich wie beim bodenständigen DC-Konkurrenten „Lanterns“ kaum in seiner Roboter-Gestalt sieht, doch da täuscht man sich. Zwar sieht man die ganzen Androiden und KIs viel in menschlicher Gestalt, sicherlich auch, um Budget zu sparen, doch das bedeutet nicht, dass die Action leidet oder man sie gar nicht im „Kostüm“ sieht. Das gefällt mir besser als die kaum vorhandenen Superkräfte in „Wonder Man“.

Trotzdem findet viel der Screentime in Räumen via Talking Heads statt, in denen die Dialoge im Vordergrund stehen. Wenn Vision sich Input von seinen Peers holt oder mit Ultron über Moral philosophiert, ist das großes, kleines Marvel-Kino, das ich gerne sehe. Ultron ist, wer die Comics verfolgt, letztlich ein Schurke mit Potential, der sich akribisch immer wieder neu erfindet, aufbaut und um neue Versionen verbessert. Da wäre es schade gewesen, ihn abseits vom animierten „What If...?“ nicht mehr wiederzusehen. Aber „VisionQuest“ beweist auch, wie schön fies und besserwisserisch Spader in der Rolle sein kann - und das passt wunderbar als Gegenbild zum manchmal etwas stocksteif, rational und verkopft wirkenden Vision.

(v. l. n. r.) James Spader und Paul Bettany in der Serie „VisionQuest“
(v. l. n. r.) James Spader und Paul Bettany in der Serie „VisionQuest“ - © 2026 Marvel. All Rights Reserved.

Spaders Ultron hat bekanntlich kurz im Internet gesurft, nachdem er online in „Avengers: Age of Ultron“ war und binnen Minuten entschieden, dass die Menschheit es verdient, ausgelöscht zu werden. Vision ist das strahlende Robo-Vorbild, was immer ehrenhaft und sauber sein will und sogar würdig war, Thors Hammer Mjölnir anzuheben. Die Interaktion der beiden ist für mich der Hauptgrund einzuschalten. Aber auch Spader in Kombination mit Thomas (Mollica) oder Jocasta ist köstlich.

Zwar verstehe ich, dass die Storyline rund um Tommy aka Speed Teil des Ganzen ist, wie es auch bei Billy (Joe Locke, „Heartstopper“) in „Agatha All Along“ dazugehörte und weiterhin auf eine Art „Young Avengers“ hinarbeitet, wenn auch langsamer, als mir lieb ist, aber sie stinkt auch ein bisschen ab, gegen alles rund um Vision und Ultron.

Weil die KI-Personas außerhalb der menschlichen Grenzen agieren, müssen sich die Serienmacher einige neue mächtige Hürden und Waffen ausdenken (Stichwort Adamantium), so dass auch recht schnell die Einsätze und emotionale Fallhöhe steigen. Man sollte sich also nicht an alle Figuren gewöhnen und ich war überrascht, wie schnell es teils zur Sache geht. Denn eigentlich könnten Sie allein durch Rechenleistung viel mehr Szenarien durchspielen und so menschlichen Gegnern überlegen sein, was allerdings auch thematisiert wird, wenn auch in einer eher emotionalen Storyline statt in den Actionszenen.

Fathers and Sons

(v. l. n. r.) Paul Bettany und Ruaridh Mollica in der Serie „VisionQuest“
(v. l. n. r.) Paul Bettany und Ruaridh Mollica in der Serie „VisionQuest“ - © 2026 Marvel. All Rights Reserved.

Es ist zudem natürlich, wenn man sich die Verwandtschaftsverhältnisse der Figuren vor Augen führt: eine Serie über Väter, Söhne und Großväter und über die Frage, ob man auch Pflichten als Vater hat, wenn man glaubt, nicht der leibliche Erzeuger zu sein. Darüber hinaus muss man sich fragen, ob eine Figur wie Ultron sich jemals läutern kann oder man doch immer Vorsicht walten lassen und Kontrolle ausüben sollte. Zwar sind die KI-Figuren Teil von Visions Programmierung, doch sie könnten ihn mit gewissen Hilfsmitteln oder Tricks auch übernehmen, kontrollieren oder seinen Code ändern, was für spannende Situationen sorgt.

Comic-Ideen als Vorlage für diverse Aspekte von „VisionQuest“

Paul Bettany in der Serie „VisionQuest“
Paul Bettany in der Serie „VisionQuest“ - © 2026 Marvel. All Rights Reserved.

Gerade das Worldbuilding, die Gags und die Vorstellungsrunde der neuen und alten Figuren in der ersten Episode haben mir sehr gut gefallen und erinnern ein bisschen an Elemente aus Tom Kings „The Vision“-Maxiserie. Gerade das 50er Jahre Americana, was kurzzeitig präsentiert wird und in das Vision sehr vernarrt ist. Der Rest erinnert an „Avengers: The Children's Crusade“ mit einem Schuss „Avengers A.I.“.

Das größte Kompliment, was ich der Serie machen kann, ist, dass ich stets am Folgenende weiterschauen wollte, also ähnlich wie bei „WandaVision“, „Loki“ oder „Agatha All Long“. Und ich denke, die Serie birgt wöchentliches Diskussionspotential unter den Fans, obwohl ich sie hier wahrscheinlich nicht wöchentlich besprechen kann und werde. Noch habe ich das Ende nicht sehen können, aber das, was ich bisher gesehen habe, hat mir gut gefallen. Ich würde deswegen vier von fünf Tokens verteilen. Hier alle episodenbegleitenden Reviews zu „WandaVision“.

Verfasser: Adam Arndt am Montag, 12. Oktober 2026

VisionQuest 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(VisionQuest 1x01)
Titel der Episode im Original
Pilot
Erstausstrahlung der Episode in den USA
unbekannt

Schauspieler in der Episode VisionQuest 1x01

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?