Ruaridh Mollica
Ruaridh Mollica nimmt am 15. Oktober 2026 am roten Teppich von „Visionquest" teil.
© IMAGO/Avalon.red

Ruaridh Mollica

Ruaridh Mollica verzichtete für seine Rolle in Red Rose auf ein Masterstudium in Cybersicherheit. Als studierter Informatiker dürfte er der einzige Marvel-Held sein, der seine Superkräfte notfalls auch selbst debuggen könnte.

Biografie von Ruaridh Mollica

Ruaridh Mollica ist ein schottischer Schauspieler, Autor und Regisseur, der in Prato in Italien geboren wurde und in Edinburgh aufwuchs. Er hat schottische und italienische Wurzeln und besitzt sowohl die britische als auch die italienische Staatsbürgerschaft.

Er besuchte die Broughton High School in Edinburgh und spielte schon als Jugendlicher bei der Theatergruppe Strange Town. Dort lernte er seine Agentin Ruth Hollyman kennen, mit der er seine Laufbahn vor der Kamera begann. Parallel zur Schauspielerei studierte er Informatik an der Heriot-Watt University und schloss das Studium 2021 mit einem Bachelor ab.

Erste Rollen in Schottland

Seinen ersten Filmauftritt hatte Mollica als Tänzer im Musicalfilm „Sunshine on Leith“ (2013), der in Edinburgh spielt. Im selben Jahr übernahm er in einer Episode der Krimiserie Case Histories (2011-2013) die Rolle des Freddie Marshall und spielte im Fernsehfilm „Victorian Villains“ (2013) den James Fleming.

Im Zweiteiler „Stonemouth“ (2015) nach dem Roman von Iain Banks war er im ersten Teil als junge Version der Figur Stewart zu sehen. Drei Jahre später folgte eine kleine Nebenrolle im britischen Drama „Tell It to the Bees“ (2018).

Kurzfilme und erste Serienhauptrollen

2022 spielte Mollica die Hauptrolle im Kurzfilm „Too Rough“ (2022) von Sean Lìonadh, der später mit einem schottischen BAFTA ausgezeichnet wurde. Darin wacht der junge Nick nach einer durchzechten Nacht neben seinem Freund Charlie auf und muss ihn vor seiner homophoben Familie verstecken.

In der BBC-Three-Horrorserie Red Rose (2022) war er im selben Jahr in fünf Episoden als Patrick Hume zu sehen. Die Serie erzählt von einer Clique aus Bolton, die im Sommer vor dem Studium eine App namens Red Rose herunterlädt, deren Befehle tödlich enden, wenn man sie ignoriert. Die acht Episoden stammen aus der Feder der Brüder Michael und Paul Clarkson, und 2023 wurde die Serie international bei Netflix veröffentlicht.

Ebenfalls 2022 übernahm er die Hauptrolle des Po im Thriller „Witness Number 3“ (2022) von Channel 5. Die vierteilige Serie handelt von einer alleinerziehenden Mutter, die nach ihrer Aussage als Zeugin von einer Gang verfolgt wird. Sie spielt in London, wurde aber in Irland gedreht und lief im Juli 2022 an vier aufeinanderfolgenden Abenden.

Hauptrolle in Sebastian

Seine erste Kinohauptrolle spielte Mollica in „Sebastian“ (2024) des finnischen Regisseurs Mikko Mäkelä, der beim Sundance Film Festival seine Premiere feierte. Er verkörpert Max, einen angehenden Schriftsteller in London, der unter dem Namen Sebastian als Sexarbeiter arbeitet, um Stoff für seinen ersten Roman zu sammeln. Die Begegnung mit Nicholas, einem älteren Literaturprofessor, der um seinen langjährigen Partner trauert, entwickelt sich zu einer zärtlichen Bindung. Den Professor spielt Jonathan Hyde, und Max hält trotz der Zweifel seiner Verleger an dieser Liebesgeschichte in seinem Manuskript fest.

Zur Vorbereitung las Mollica rund ein Jahr lang Werke von Philip Roth, John Rechy und Cyril Collard. Für die Rolle wurde er für den British Independent Film Award in der Kategorie Breakthrough Performance nominiert, und das Branchenmagazin Screen International zählte ihn 2024 zu den Rising Stars Scotland.

Serienrollen zwischen Satire und Krimi

In der HBO-Satire The Franchise (2024) von Jon Brown spielte Mollica in fünf Episoden den Produktionsassistenten Jaz Cox. Die Serie blickt hinter die Kulissen des Superheldenfilms Tecto, dessen Crew um den ersten Regieassistenten Daniel mit dem täglichen Chaos am Set kämpft. Zu den ausführenden Produzenten gehörten Armando Iannucci und Sam Mendes, doch HBO stellte die Serie nach einer Staffel mit acht Episoden ein.

In der Paramount+-Serie Sexy Beast (2024) verkörperte er in einer Episode die junge Version des Gangsters Teddy Bass. Die Serie erzählt die Vorgeschichte des gleichnamigen Kinofilms aus dem Jahr 2000.

In zwei Episoden der zweiten Staffel des ITV-Krimis Ridley (seit 2022) spielte er Ryan Stanford, den Enkel von Frank Stanford, der bei seinen Großeltern aufwuchs. Ryan gehört zu einer Bande, die im Verdacht steht, bewaffnete Raubüberfälle zu begehen.

Weitere Rollen und Theaterdebüt

In der BBC-Thrillerserie The Jetty (2024) mit Jenna Coleman war er in zwei Episoden als Troy Underwood zu sehen. 2026 folgte ein Auftritt in zwei Episoden der zweiten Staffel des Boxdramas A Thousand Blows (seit 2025) von Steven Knight, das im viktorianischen London spielt und in dem er Nicholas Grafton verkörpert.

Im Drama „Sukkwan Island“ (2025) von Vladimir de Fontenay nach einer Novelle von David Vann spielt er den erwachsenen Roy. Er kehrt zu der abgelegenen Hütte zurück, in der er als Jugendlicher mit seinem Vater Tom ein Jahr in der Wildnis verbrachte, und löst damit die lange Rückblende des Films aus.

Im September 2025 gab Mollica im Stück „Clarkston“ von Samuel D. Hunter am Trafalgar Theatre sein Debüt im Londoner West End. An der Seite von Joe Locke spielte er Chris, einen Mitarbeiter eines Großmarkts, der für einen Schreibworkshop spart, und wurde dafür für einen WhatsOnStage Award als bestes professionelles Debüt nominiert.

Thomas Shepherd in VisionQuest

Seit Oktober 2026 spielt Mollica in der Marvel-Serie VisionQuest (2026) bei Disney+ die Hauptrolle des Thomas Shepherd. Thomas ist ein junger Betrüger aus London, der Erinnerungen an zwei Leben in sich trägt, eines davon als Sohn der Hexe Wanda Maximoff und des Androiden Vision. In ihm steckt die Seele von Tommy Maximoff, die in Agatha All Along (2024) in den Körper des ertrunkenen Teenagers Thomas Shepherd gelangte. Bei der Besetzung im Februar 2025 lief die Rolle zunächst unter dem Namen Tucker, erst auf der New York Comic Con im Oktober 2025 bestätigte Marvel, wen Mollica tatsächlich spielt.

Die acht Episoden umfassende Serie von Showrunner Terry Matalas setzt die Geschichte aus WandaVision (2021) fort. Zu Beginn entführt der Kopfgeldjäger Paladin Thomas als Köder für Vision, und Thomas flieht mit dem schwer verletzten Androiden aus einer psychiatrischen Klinik. In Episode 3 erzeugt er mit seiner Geschwindigkeit in einem Hotelpool genug Energie, um Vision neu zu starten, und in Episode 4 fühlt er sich verraten, als er erfährt, dass auch Ultron in Visions Kopf lebt. Später entkommt er mit seiner Komplizin Lisa Molinari erneut aus Paladins Gewalt und erfährt von Vision die Wahrheit über seine Herkunft.

Ruaridh Mollica Privatleben

Mollica bezeichnet sich als queer und erlebte sein Coming-out nach dem Umzug von Edinburgh nach London, als Sebastian in die Kinos kam. „Ich habe mich während und nach dem Film sehr gestärkt und in meiner Sexualität viel wohler gefühlt“, sagte er rückblickend. Damit beschrieb er, wie sehr die Rolle des Max auch sein eigenes Selbstverständnis verändert hat.

Über eine Partnerschaft oder Kinder ist öffentlich nichts bekannt. Für die Rolle in Red Rose verzichtete er auf ein bereits geplantes Masterstudium in Cybersicherheit an einer Londoner Universität. Mit dem Kurzfilm „The Doomsday Clock“, in dem er auch selbst spielt, hat er zudem als Autor und Regisseur gearbeitet.

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