Todd Stashwick
Todd Stashwick bei der Weltpremiere von „The Sixty Year Mission: How Star Trek Changed Television And The World" im United Theater am Broadway am 9. September 2026 in Los Angeles
© IMAGO/Hutchins Photo

Todd Stashwick

Todd Stashwick ist der Stammschauspieler von Terry Matalas und war für ihn in 12 Monkeys, Star Trek: Picard und VisionQuest dabei. Wer ihn besetzt, bekommt meist einen Bösewicht mit Prinzipien, und die Prinzipien halten in der Regel genau bis zur nächsten Vertragsklausel.

Biografie von Todd Stashwick

Todd Stashwick stammt aus Chicago im US-Bundesstaat Illinois und wuchs in den Vororten der Stadt auf, wo er schon als Kind gern andere Menschen zum Lachen brachte. Sein großer Traum war damals ein Platz auf der Bühne der Second City, des bekanntesten Improvisationstheaters seiner Heimatstadt, aus dem viele Komiker des amerikanischen Fernsehens hervorgegangen sind.

An der Illinois State University schloss er ein Studium im Fach Theater ab und spielte danach an mehreren kleinen Improvisationsbühnen im Großraum Chicago. 1992 holte ihn die Second City schließlich für eine landesweite Tournee, später stand er auch in den Ablegern der Truppe in Detroit und im Nordwesten von Chicago auf der Bühne.

Von der Improbühne ins Fernsehen

Nach seiner Zeit bei der Second City zog Stashwick nach New York und sprach dort für die Sketchshow „Saturday Night Live“ vor. Einen Platz im Ensemble bekam er nicht, dafür trat er von 1997 bis 2000 immer wieder in Sketchen von „Late Night with Conan O'Brien“ auf und drehte nebenbei Werbespots für Süßigkeiten und Knabberzeug.

Mit Kollegen gründete er die Improvisationsgruppe Burn Manhattan und später in North Hollywood das Theater The Hothouse, an dem er als Produzent und Lehrer arbeitete. Vor der Kamera folgten einzelne Gastauftritte in Serien wie Law & Order (1998), Will & Grace (2001), Buffy the Vampire Slayer (2001) und Malcolm in the Middle (2003), jeweils für eine Episode. In wiederkehrenden Nebenrollen war er in Still Standing (2005-2006) und The War At Home (2006-2007) in je vier Episoden zu sehen, im Kino spielte er kleinere Rollen in Komödien wie „Along Came Polly“ (2004) und „You, Me and Dupree“ (2006).

Durchbruch mit The Riches

Seine erste große Serienrolle übernahm Stashwick 2007 im Drama The Riches (2007-2008) des Kabelsenders FX. Darin spielte er in 20 Episoden Dale Malloy, den Cousin von Dahlia Malloy, die von Minnie Driver verkörpert wird.

Die Familie Malloy gehört zu einer Gemeinschaft von Landfahrern, die von Betrug und kleinen Gaunereien lebt. Als Dahlia und ihr Mann Wayne mit ihren Kindern der Gruppe den Rücken kehren und die Identität einer wohlhabenden Familie in Louisiana annehmen, setzt Dale alles daran, sie aufzuspüren. Er gilt in der Gemeinschaft als unberechenbar und stellt die Familie in beiden Staffeln immer wieder vor neue Probleme.

Übernatürliche Gegenspieler

In der vierten Staffel von Heroes (2009-2010) war Stashwick in sechs Episoden als Eli zu sehen. Eli gehört zum Wanderzirkus von Samuel Sullivan und kann beliebig viele Kopien von sich selbst erschaffen, die ihm bei der Arbeit für Samuel zur Hand gehen.

Größer war seine Rolle als Father Kieran O'Connell in The Originals (2013-2014), die er in zwölf Episoden spielte. Der katholische Priester aus New Orleans ist der Onkel der Barkeeperin Cami und hält als Vermittler die Menschen der Stadt aus dem Machtkampf zwischen Vampiren, Hexen und Werwölfen heraus. Im Lauf der ersten Staffel gerät er selbst unter den Einfluss eines Fluchs, der ihn nach und nach seinen Verstand kostet.

Gegenspieler aus der Comicwelt

In Teen Wolf (2014-2015) übernahm Stashwick in drei Episoden die Rolle von Henry Tate. Er ist der Adoptivvater von Malia, die nach einem Autounfall jahrelang als tot galt und in Wahrheit als Kojote in den Wäldern um Beacon Hills lebte.

Für die Comicserie Gotham (2014-2015) spielte er in zwei Episoden den Geschäftsmann Richard Sionis, der Bewerber in den Büros seiner Finanzfirma gegeneinander kämpfen lässt und so über die Vergabe von Stellen entscheidet. Die Figur ist eine Anspielung auf den Batman-Gegenspieler Black Mask. 2019 schlüpfte er im Disney-Channel-Film „Kim Possible“ (2019) in die Rolle des Superschurken Dr. Drakken, der die junge Heldin der Zeichentrickvorlage mit größenwahnsinnigen Plänen herausfordert.

12 Monkeys und die Freundschaft mit Terry Matalas

Von 2015 bis 2018 spielte Stashwick in 35 Episoden von 12 Monkeys (2015-2018) den skrupellosen Theodore Deacon. In einer von einem tödlichen Virus verwüsteten Zukunft führt Deacon die Plünderergruppe West VII an und überlebt, indem er Rivalen ausschaltet. Später schließt er sich widerwillig den Zeitreisenden um James Cole an, gespielt von Aaron Stanford.

Beim Vorsprechen für die Serie lernte er den Autor und Produzenten Terry Matalas kennen, mit dem ihn seither eine enge Zusammenarbeit verbindet. „Wir waren wie Pech und Schwefel“, sagte Stashwick später über die Zeit nach diesem ersten Treffen. Die Freundschaft führte dazu, dass Matalas ihn auch für seine späteren Serien besetzte.

Star Trek: Von Talok zu Captain Shaw

Seinen ersten Auftritt im Star-Trek-Universum hatte Stashwick 2004 in einer Episode von Star Trek: Enterprise (2004). Er spielte Talok, einen romulanischen Agenten, der sich unter falscher Identität bei den Vulkaniern bewegt.

Fast zwei Jahrzehnte später holte ihn Matalas für die dritte Staffel von Star Trek: Picard (2023), in der er in zehn Episoden Captain Liam Shaw verkörperte. Der mürrische Kommandant der USS Titan überlebte einst die Schlacht von Wolf 359 gegen die Borg und begegnet deshalb sowohl Jean-Luc Picard, gespielt von Patrick Stewart †, als auch seiner Ersten Offizierin Seven of Nine, gespielt von Jeri Ryan, mit tiefem Misstrauen. Der Name der Figur ist eine Verbeugung vor Robert Shaw, der in „Der weiße Hai“ (1975) den Haijäger Quint spielte. 2024 wurde Stashwick für die Rolle für einen Saturn Award nominiert.

Paladin in VisionQuest

In der Marvel-Serie VisionQuest (2026), die seit dem 13. Oktober 2026 bei Disney+ läuft, spielt Stashwick den Kopfgeldjäger Paladin. Die acht Episoden umfassende Serie stammt von Showrunner Terry Matalas und schließt die mit WandaVision begonnene Geschichte um den Androiden Vision ab, den Paul Bettany spielt.

Paladin ist an einen Vertrag mit einem unbekannten Auftraggeber gebunden und jagt Vision mit einem Trupp Soldaten, zunächst im Pub Old Selkie in Edinburgh und danach in einer Klinik, in der er ihm mit Munition aus Adamantium eine Falle stellt. Nach einer Begegnung mit einer Mörderin, die in seine Erinnerungen eindringt, kündigt der Auftraggeber in Episode 3 den Vertrag. In Episode 6 trifft Paladin in Madripoor erneut auf Vision, hält dabei den jungen Thomas Shepherd als Geisel und besiegt den überraschend auftauchenden Raza im Zweikampf.

Autor von Comics und Videospielen

Neben der Schauspielerei arbeitet Stashwick seit Jahren als Autor. Gemeinsam mit dem Zeichner Dennis Calero entwickelte er den Webcomic „Devil Inside“, der 2010 auf der Comic-Con in San Diego startete und vom Teufel Jack Springheel erzählt, der die Hölle verlässt und sich gegen seine Rückkehr wehrt.

Mit der Spieleautorin Amy Hennig schrieb er an einem Star-Wars-Spiel für Electronic Arts, das jedoch nie erschien. Später wirkte er als Autor an den Videospielen „Forspoken“ und „Marvel 1943: Rise of Hydra“ mit. Als Sprecher ist er unter anderem in der Zeichentrickserie „Phineas und Ferb“ als Jack Johnson und in mehreren Tom-und-Jerry-Filmen als feiger Löwe zu hören.

Todd Stashwick Privatleben

Stashwick ist seit 1997 mit seiner zweiten Frau Charity verheiratet. Aus seiner ersten Ehe stammt ein Sohn, insgesamt hat der Schauspieler zwei Kinder.

Die Zusammenarbeit mit Dennis Calero begann auf ungewöhnliche Weise, denn der Zeichner hatte zuvor ohne Auftrag einen Online-Comic über Stashwicks Figur aus Heroes gestaltet. In seiner Freizeit geht Stashwick gern surfen, spielt Videospiele, liest Comics und reist ins Ausland.

Darsteller Updates