Für die Rolle des Alan Shore gewann James Spader drei Emmys, verteilt auf The Practice und Boston Legal. Dass er einen Pritschenwagen mit Hydraulik zu seinem Herzensprojekt machte, beweist, dass auch ein Raymond Reddington seinen Müll irgendwo loswerden muss.
James Spader, mit vollem Namen James Todd Spader, wächst in Boston und Umgebung als jüngstes von drei Kindern auf und besucht unter anderem das Internat Phillips Academy in Andover. Mit 17 Jahren bricht er die Schule ab und zieht nach New York, um an der Michael-Chekhov-Schule Schauspiel zu lernen.
Von den ersten Gagen kann er nicht leben und hält sich deshalb mit verschiedenen Jobs über Wasser. Er arbeitet unter anderem als Yogalehrer, Barmann, Hausmeister, Fahrer eines Fleischtransporters und Stallbursche. Erste kleine Rollen übernimmt er schon während der Ausbildung, etwa 1978 im Fernsehfilm „Team-Mates“.
Sein erster größerer Kinoauftritt folgt 1981 in „Endlose Liebe“ an der Seite von Brooke Shields, in dem er Keith Butterfield spielt, den älteren Bruder der Hauptfigur Jade. Der Film erzählt von der Liebe zwischen Jade und dem jungen David, die ihre Familie zunehmend zu unterbinden versucht.
In „Pretty in Pink“ (1986) spielt er den wohlhabenden Schüler Steff, der bei der Außenseiterin Andie abblitzt. Daraufhin versucht er, seinen Freund Blane von ihr fernzuhalten.
1987 ist er in „Unter Null“ als Drogendealer Rip und in „Wall Street“ zu sehen. In Oliver Stones Börsendrama spielt er den Anwalt Roger Barnes, einen Freund des ehrgeizigen Maklers Bud Fox.
Für „Sex, Lügen und Video“ (1989) von Steven Soderbergh erhält Spader bei den Filmfestspielen in Cannes den Preis als bester Darsteller. Er spielt Graham Dalton, der nach Jahren in seine Heimatstadt zurückkehrt und Frauen vor der Videokamera über ihr Liebesleben befragt. Seine Besuche bringen die Ehe seines alten Studienfreundes John mit dessen Frau Ann ins Wanken.
In „Stargate“ (1994) spielt er den Ägyptologen Daniel Jackson, der die Zeichen auf einem uralten Tor entschlüsselt und mit einem Militärteam auf einen fernen Planeten reist. 1996 übernimmt er in David Cronenbergs „Crash“ die Hauptrolle des Filmproduzenten James Ballard. Zuvor ist er 1994 in „Wolf“ neben Jack Nicholson als intriganter Verlagsmanager Stewart Swinton zu sehen.
Zum Jahrtausendwechsel jagt er in „The Watcher“ (2000) als FBI-Agent Joel Campbell einen Serienmörder, der ihn mit Fotos seiner nächsten Opfer herausfordert. In „Secretary“ (2002) spielt Spader neben Maggie Gyllenhaal den Anwalt E. Edward Grey, der die schüchterne Lee Holloway als Sekretärin einstellt. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Beziehung aus Dominanz und Unterwerfung, die Lee neues Selbstbewusstsein gibt.
Im Fernsehfilm „The Pentagon Papers“ (2003) verkörpert er den Militäranalysten Daniel Ellsberg, der geheime Dokumente über den Vietnamkrieg an die Presse weitergibt. Im selben Jahr dreht er den Science-Fiction-Film „Alien Hunter“ und lernt dabei seine heutige Lebensgefährtin kennen. Darin spielt er den Kryptologen Julian Rome, der in der Antarktis ein Signal aus dem All entschlüsseln soll.
2003 holt David E. Kelley ihn für die achte und letzte Staffel von The Practice (2003-2004), in der er in 22 Episoden den Anwalt Alan Shore spielt. Shore ist ein scharfzüngiger Prozessanwalt mit fragwürdigen Methoden, der nach seiner Entlassung die Kanzlei Young, Frutt & Berluti verklagt. Den Prozess gewinnt er, verzichtet aber auf das Geld und wechselt zur Konkurrenz.
Die Figur führt er direkt im Ableger Boston Legal (2004-2008) weiter, der in 101 Episoden von der Kanzlei Crane, Poole & Schmidt erzählt. Dort verbindet Shore eine enge Freundschaft mit dem exzentrischen Seniorpartner Denny Crane (William Shatner), mit dem er die meisten Episoden auf dem Balkon bei Whisky und Zigarre beschließt. Für die Rolle erhält Spader 2004, 2005 und 2007 den Emmy als bester Hauptdarsteller in einer Dramaserie und gehört damit zu den wenigen Schauspielern, die für dieselbe Figur in zwei verschiedenen Serien ausgezeichnet werden.
Von 2009 bis 2010 steht Spader im Stück „Race“ von David Mamet am Broadway auf der Bühne. Er spielt einen Anwalt, der mit seinen Partnern einen wohlhabenden Weißen verteidigt, dem die Vergewaltigung einer schwarzen Frau vorgeworfen wird.
In The Office (2011-2012) übernimmt er in 20 Episoden die Rolle des Robert California, der nach dem Abschied von Michael Scott (Steve Carell) bei der Papierfirma Dunder Mifflin auftaucht. California bewirbt sich eigentlich als Regionalleiter, sichert sich aber kurz darauf den Posten des Geschäftsführers der Mutterfirma Sabre. Im Kino spielt er 2012 in „Lincoln“ von Steven Spielberg den Lobbyisten W. N. Bilbo, der Stimmen für die Abschaffung der Sklaverei sammelt. Robert California verlässt die Serie nach dem Ende der achten Staffel wieder.
Zehn Staffeln lang spielt Spader in The Blacklist (2013-2023) in 218 Episoden den Verbrecher Raymond Reddington, genannt Red, und ist zugleich ausführender Produzent der Serie. Der frühere Geheimdienstoffizier der Marine steht seit Jahrzehnten auf der Liste der meistgesuchten Personen des FBI und stellt sich überraschend den Behörden.
Er bietet an, beim Fang gefährlicher Krimineller zu helfen, die auf seiner sogenannten schwarzen Liste stehen, verlangt aber, nur mit der jungen Profilerin Elizabeth Keen (Megan Boone) zu sprechen. Die Frage, was Reddington mit Keen verbindet, zieht sich durch die gesamte Serie. Erkennungszeichen der Figur sind ihr Hut, ihre ausschweifenden Anekdoten und eine Vorliebe für gutes Essen. Für die erste Staffel wird Spader für den Golden Globe als bester Hauptdarsteller in einer Dramaserie nominiert.
In „Avengers: Age of Ultron“ (2015) leiht Spader dem Schurken Ultron Stimme und Bewegungen. Die künstliche Intelligenz, die Tony Stark und Bruce Banner zum Schutz der Erde entwickeln, hält die Menschheit für die größte Gefahr und will sie auslöschen.
Elf Jahre später kehrt er in der Disney+-Serie VisionQuest (2026) als Ultron zurück, diesmal in menschlicher Gestalt auf dem Dachboden eines Hauses, das Vision (Paul Bettany) in seinem Kopf gebaut hat. Dort verrät er in Episode 1 Visions Aufenthaltsort an einen Kopfgeldjäger, übernimmt in Episode 4 in Mantel und Hut kurzzeitig Visions Körper und wird von ihm in Episode 5 freigelassen.
Über seine Rolle sagt Spader „Ich gebe ihm Ratschläge fürs Leben. Ich bin sein Lebensberater“. Damit beschreibt er augenzwinkernd die Beziehung zwischen beiden Figuren, die in der Serie ständig zwischen Vertrauen und Verrat schwankt.
Während seiner Zeit als Yogalehrer in New York lernt Spader die Dekorateurin Victoria Kheel kennen, die er 1987 heiratet. Das Paar bekommt die Söhne Elijah und Sebastian und lässt sich 2004 scheiden.
Seit 2002 ist er mit der Schauspielerin Leslie Stefanson liiert, mit der er seit 2008 einen Sohn namens Nathanael hat. Zu seinen Vorfahren gehört Laurent Clerc, der im 19. Jahrhundert die erste Gehörlosenschule der USA mitgründete. Für seinen eigenen Müll ließ Spader einen Pritschenwagen mit einer hydraulischen Ladefläche ausstatten, weil er als Jugendlicher bei einer Familie arbeitete, deren Müll er stets von Hand auf- und abladen musste. Als kurz darauf ein Sturm Bäume auf seinem Grundstück umknickte, fuhr er das Holz selbst zur Sammelstelle.
| Jahr | Auszeichnung | Kategorie | Titel | Status |
|---|---|---|---|---|
| 2015 | Golden Globe Awards | Best Performance by an Actor - Television Series Drama | James Spader | |
| 2014 | Golden Globe Awards | Best Performance by an Actor - Television Series Drama | James Spader | |
| 2005 | Golden Globe Awards | Best Performance by an Actor - Television Series Drama | James Spader | |
| 2009 | Screen Actors Guild Awards | Outstanding Performance by a Male Actor - Drama Series | James Spader | |
| 2008 | Screen Actors Guild Awards | Outstanding Performance by a Male Actor - Drama Series | James Spader | |
| 2007 | Screen Actors Guild Awards | Outstanding Performance by a Male Actor - Drama Series | James Spader | |
| 2006 | Screen Actors Guild Awards | Outstanding Performance by a Male Actor - Comedy Series | James Spader | |
| 2008 | Primetime Emmy Awards | Outstanding Lead Actor - Drama Series | James Spader | |
| 2007 | Primetime Emmy Awards | Outstanding Lead Actor - Drama Series | James Spader | 🏆 |
| 2005 | Primetime Emmy Awards | Outstanding Lead Actor - Drama Series | James Spader | 🏆 |
| 2004 | Primetime Emmy Awards | Outstanding Lead Actor - Drama Series | James Spader | 🏆 |
| 2006 | Satellite Awards | Best Actor - Television Series Musical or Comedy | James Spader | 🏆 |
| 2005 | Satellite Awards | Best Actor - Television Series Drama | James Spader | |
| 1990 | Independent Spirit Awards | Best Male Lead | James Spader |