Outlander 3x03

© aitriona Balfe und Tobias Menzies in âOutlanderâ / (c) Starz
Auch in guten Serien gibt es immer wieder Folgen, die so mitreiĂend sind, dass man mit gebannten Augen wie ein kleines Kind vor dem Schirm sitzt. So eine Folge war All Debts Paid nicht. Es war mehr wie eine Arbeitsepisode, bei der man das GefĂŒhl hatte, jetzt mĂŒssen alle notwendigen Fakten gesagt werden und man muss sie wacker hintereinander abarbeiten, damit man weiter machen kann. Aber war die Folge deswegen schlecht?
Das Band, dass uns zusammenhÀlt
Die Jahre vergehen und Frank (Tobias Menzies) und Claire (Caitriona Balfe) tun sich immer schwerer, ihre Differenzen zu ĂŒberbrĂŒcken. So sehr sie auch versuchen, die Fassade aufrechtzuerhalten, es wird immer klarer, dass der einzige Kitt, der sie zusammenhĂ€lt ihre Tochter ist.
Beide haben sich darauf geeinigt, ihre Ehe offen zu gestalten, was Frank auch tut. Dabei geht er anfangs derart diskret vor, dass Claire vollkommen ĂŒberrascht ist, dass er dieses Arrangement in Anspruch nimmt. Im Laufe der Zeit jedoch wird er unvorsichtiger und man wird das GefĂŒhl nicht los, dass er Claire einen Denkzettel verpassen will. Und wirklich, Claires Reaktion ist Eifersucht und Verletztheit - wobei sich die Frage stellt, ob sie eifersĂŒchtig auf die neue Dame in Franks Leben ist oder doch eher darauf, dass ihr Mann wieder jemanden in seinem Leben hat, bei dem er Partner sein kann und sie nicht. Nicht, dass man es einem von beiden verĂŒbeln könnte, es ist und bleibt einfach eine vertrackte Situation.
SpĂ€testens nach Briannas (Sophie Skelton) Schulabschluss brechen dann auch die GrĂ€ben auf, Frank will zurĂŒck nach England und er will seine Tochter mitnehmen. AuĂerdem will er die Scheidung von Claire, damit er frei sein kann fĂŒr ein neues Leben. Zu seiner Ehrenrettung: Er hat ausgehalten, bis das Kind groĂ ist, bis Claire Ărztin wurde und fĂŒr sich selbst sorgen kann. Jetzt möchte er nach Jahren des Darbens wieder heiraten und leben.
Wenn der Tod dazwischen kommt
Doch bevor es dazu kommen kann, stirbt er bei einem Autounfall und im kalten Leichenzimmer gesteht Claire ihm endlich das, was sie ihm hĂ€tte eigentlich schon lang sagen sollen, nĂ€mlich dass sie ihn sehr geliebt hat einmal. Klarer Fall von âLeider zu spĂ€tâ.
Wenn etwas in den letzten drei Folgen von Outlander sehr gut gelungen ist, dann ist es, ein GefĂŒhl dafĂŒr herzustellen, dass hier niemand der oder die Böse ist - in diesem GefĂŒge sind alle Verlierer und Frank ist jetzt eben derjenige, der sich weigert, sich weiterhin verletzen zu lassen. Interessant wĂ€re nur gewesen, wie Brianna sich entschieden hĂ€tte, wĂ€re sie tatsĂ€chlich vor die Wahl gestellt worden.

WĂ€hrenddessen im 18. Jahrhundert
Die Zeitlinie hier ist nicht so klar strukturiert wie bei Claire. Nach dem âVerratâ durch Jenny, landet Jamie (Sam Heughan) wie erwartet im GefĂ€ngnis und hat sich dort, aus welchen GrĂŒnden auch immer, zum AnfĂŒhrer der Insassen entwickelt. Trotzdem geht er als Einziger immer noch in Ketten. Dies Ă€ndert sich, als ein neuer Kommandant den Ton angibt - Lord John Grey (David Berry). Ebenjener Grey, der Claires Ehre einst verteidigte, dessen Leben Jamie verschonte und der Grund fĂŒr Jamies Ăberleben nach der Schlacht von Culloden.
Als ein alter Bekannter, der Bettler Duncan Kerr (Murray McArthur), auftaucht und von einem groĂen Schatz, hinter dem die EnglĂ€nder seit langem her sind, spricht, kommt Jamies groĂe Stunde - er soll das gĂ€lisch-französische Kauderwelsch ĂŒbersetzen, was er sehr widerwillig auch tut. Duncan redet von einem Schatz und von der Dame Blanche, als die Claire auch gerne betitelt wurde.

Wahre MĂ€nnerfreundschaft
Jamie unternimmt einen kurzen, unauthorisierten Ausflug zum Ort des Schatzes, um sich davon zu ĂŒberzeugen, dass Claire dort nicht doch noch auf ihn wartet - was sie natĂŒrlich nicht tut. Hier hinkt die Logik ein wenig, denn wenn es so einfach ist, aus dem GefĂ€ngnis stiften zu gehen, warum um alles in der Welt sind dann nicht mehr getĂŒrmt? Wie dem auch sei, Jamie hat Claire natĂŒrlich nicht gefunden, kommt desillusioniert ins GefĂ€ngnis zurĂŒck und bietet seinen Kopf dafĂŒr. Was Lord John nicht akzeptiert und die ganze Geschichte hören will - und ihm seinerseits das Leben schenkt.
So kommt es zu einer Freundschaft zwischen den beiden, die noch nicht einmal zerbricht, als Grey Jamie Avancen macht, ein Schritt, den Grey sofort bereut. Grey ist es auch, der dafĂŒr sorgt, dass Jamie nicht auf die unsichere Ăberfahrt in die neuen Kolonien oder gar ein neues GefĂ€ngnis gebracht wird, sondern in ein befreundetes Gut, auf dem Jamie als Stallbursche seine restliche Strafe absitzen muss.
Fazit
Um die Eingangsfrage zu beantworten, nein, schlecht war âAll Debts Paidâ nicht. Aber eben auch nicht wirklich mitreiĂend. Sie hat eine lange Zeitspanne enthalten, aber wĂ€hrend diese auf Claires Seite durch eine aufwachsenede Brianna recht gut strukturiert war, hat man im Strang um Jamie nicht wirklich ein ZeitgefĂŒhl entwickeln können.
Die Folge hatte eine Menge Pflichtteil abzuarbeiten, was schade war, hÀtte sie doch mehr Potential gehabt, schon allein durch den Konflikt von Frank und Claire. Und auch der Werdegang von Jamie McKenzie Fraser zu Mac Dubh hÀtte mit mehr Szenen etwas besser herausgearbeitet werden können.
Aber wie gesagt, wirklich schlecht war die Folge nun auch nicht, im Rahmen der Möglichkeiten wurde sehr gut gezeigt, dass Frank eben auch nur ein Mensch ist und er sehr wohl gemerkt hat, dass er in seiner Ehe zeitlebens das fĂŒnfte Rad am Wagen war und endlich geliebt werden wollte. Nachdem all das durch ist, können wir jetzt bitte weiter machen?
Verfasser: Sabine Stevenson am Montag, 25. September 2017Outlander 3x03 Trailer
(Outlander 3x03)
Schauspieler in der Episode Outlander 3x03
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?