Outlander 2x07

Outlander 2x07

Eine Totgeburt, Sex mit dem König und Richterin über Leben und Tod - niemand kann sagen, das Claire in der Outlander-Episode Faith nicht eine Menge durchmacht. Derweil landet Jamie in der Bastille.

Bild aus der Episode „Faith“ der Serie „Outlander“ / (c) Starz
Bild aus der Episode „Faith“ der Serie „Outlander“ / (c) Starz

Sollte es zwischenzeitlich in Vergessenheit geraten sein, Outlander ist vor allem eines - die Story von Claire Fraser (aka Randall), geborene Beauchamp. Das bringt uns Ron Moore sehr eindringlich in Faith in Erinnerung.

Ein Kind wird tot geboren

Man kann sich darüber streiten, ob es gut oder schlecht war, dass die allererste Szene der Folge eine aus der Zukunft ist, in der Claire (Caitriona Balfe) mit ihrer Tochter in einer amerikanischen Bibliothek sitzt. So befremdlich es wirken mag, es ist auch ein Zeichen dafür, dass alles irgendwie doch noch gut wird. Diese Versicherung ist auch bitterlich notwendig, denn zurück in der Vergangenheit verliert Claire ihr Kind.

Obwohl Mother Hildegard (Frances de la Tour) und Monsieur Forez (Niall Greig Fulton) alles tun um sie und das Kind zu retten, ist die kleine Faith eine Totgeburt. Claire liegt im Kindbettfieber, allein, wie es scheint. Sie muss durch das Schlimmste, was einer Mutter passieren kann - den Tod des eigenen Kindes - allein gehen und hat nebenbei noch mit einer nicht ganz abgestoßenen Plazenta zu kämpfen, die sie innerlich vergiftet.

Claire in %26bdquo;Outlander%26ldquo; © Starz
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Und doch geht sie nicht ganz allein durch diese Zeit. Zum einen ist da Master Raymond (Dominique Pinon), der Paris trotz der Warnung nicht verlassen hat (schwerer Fehler, wie sich herausstellen wird) und der, wie auch immer, herausfindet, was Claire fehlt und sie auf den Weg der Besserung bringt. Mit anderen Worten: Er rettet ihr das Leben, nachdem sie schon ihre letzte Ölung bekam.

Zum anderen, noch überraschender, ist Louise (Claire Sermonne) da und versucht ihr über den Verlust hinwegzuhelfen - was wir allerdings erst in einer Rückblende mitbekommen. Nun spielt Outlander viel mit Zeitsprüngen, was sicherlich immer eine Geschmacksache ist. Ich persönlich finde sie gut, weil sie Klarheit schaffen und Dinge aufdecken, die sonst vielleicht platt dahergekommen wären. Die Rückblende mit Louise, die erst am Ende der Folge kam, war eine sehr tröstliche; zeigt sie doch, dass Claire eben nicht ganz verlassen war und Hilfe von durchaus unerwarteter Seite bekam. Einzig verwirrend war die Szene, als Claire Faith im Arm hält - war das vor oder nach dem Besuch von Master Raymond? Davor wäre sie noch von Fieber geschüttelt gewesen. Danach wäre es eigentlich eine zu lange Zeitspanne gewesen, ein totes Baby ohne Kühlungsmöglichkeit aufzubewahren. Aber das ist nur ein kleiner logischer Preis, der für eine wunderbare Szene gern zu zahlen ist.

Eine Frau muss tun, was eine Frau eben tun muss

Auch der andere Blick in die Vergangenheit, in dem das gezeigt wird, was Best Laid Scheme hat vermuten lassen, war wichtig und richtig. So sehr man darüber streiten mag, ob man die Vergewaltigung eines kleinen Jungen zeigen muss oder nicht, so war es doch absolut wichtig, es in diesem Fall zu tun. Denn nur so konnte der Zuschauer auch gefühlsmäßig nachvollziehen, warum Jamie Randall doch noch zum Duell herausgefordert hat. Warum Claire ihn nicht hat in der Bastille verrotten lassen. Und, am wichtigsten, warum sie ihm hat verzeihen können.

So geht sie also sehenden Auges zum König (Lionel Lingelser), um mit ihm zu schlafen - Sex als Bezahlung für die Freilassung ihres Mannes. Aus dem Mund einer Nonne, die es für durchaus akzeptabel hält, so ein Angebot anzunehmen, übrigens sehr seltsam zu hören. Aber, um es mit Jamies Worten zu sagen: Sie hat ihren Körper für das Leben ihres Mannes gegeben. So wie er es dereinst für sie getan hat. Auf eine sehr krude Art und Weise sind sie damit quitt und keiner kann dem anderen mehr etwas vorwerfen; beide treffen sich auf Augenhöhe wieder.

Claire kümmert sich um den Jungen in %26bdquo;Outlander%26ldquo;. © Starz
Claire kümmert sich um den Jungen in %26bdquo;Outlander%26ldquo;. © Starz

Doch bevor es soweit ist, hat Claire eine ganz andere Entscheidung zu treffen - sie wird die Herrin über Leben und Tod. Ihr werden Master Raymond und der Comte Saint Germain (Stanley Weber) in einem wundervollen Sternenraum zugeführt und als Dame Blanche hat sie zu entscheiden, ob die beiden der dunklen Magie zugetan sind oder nicht. Sie erfährt, dass es tatsächlich der Comte war, der sie vergiften wollte und doch kann sie ihn nicht durch ihr Urteil sterben lassen - was eine sehr tricky Sache ist. Sollte man nicht meinen, sie habe mittlerweile in der Zeit, dem 18. Jahrhundert, etwas gelernt? Ja, vielleicht. Aber sie ist nun mal ein Kind des 20. Jahrhunderts, was niemals vergessen werden darf.

So versucht sie, die beiden Delinquenten zu retten. Sie bezichtigt beide einer dunklen Seele - ebenso wie jeden anderen im Raum, den König eingeschlossen, was eine durchaus mutige Aussage ist - das hätte auch nach hinten losgehen können. Doch so bekommt sie ihn dazu, den beiden Angeklagten Gift anstatt eines Schlangenbisses zu geben. Eben jenes Gift, was ihr selbst damals verabreicht wurde und das sie überlebte. Doch Master Raymond hat andere Pläne. Durch eine seiner vielen Fingerfertigkeiten vergiftet er quasi das Gift und somit den Comte St. Germain, der nicht gerade stilvoll diese Erde verlässt.

Zwar hätte der König gerne beide Angeklagten tot gesehen, doch schickt er Master Raymond ins Exil und fordert sodann Claire auf, für die Freilassung von Jamie zu zahlen. Denn die Freilassung ist nichts anderes als ein Geschäft und bei einer Transaktion gibt es Leistung gegen Bezahlung, egal wie diese aussieht. Wer sich nun eine epische oder eine gewalttätige Szene vorgestellt hatte, der wurde bitterlich enttäuscht - das Ganze ist in ein paar Sekunden vorbei, Claire hat an England gedacht (grandios) und noch nicht mal verwuscheltes Haar. Mindestens ebenso wunderbar ist die Tatsache, dass Claire die vorher angebotene Orange einfach mitnimmt.

Alles, was jetzt noch bleibt, ist auf Jamie (Sam Heughan) zu warten, ihm zu verzeihen und nach Schottland zurückzukehren. Meines Erachtens hatte Jamie dieses Mal den schwächsten Part. Denn ausnahmslos haben alle Schauspieler ihr Bestes gegeben, lediglich bei Jamie wäre noch Luft nach oben gewesen - aber vielleicht lag das einfach nur an dem Bart, der irgendwie so gar nicht zu ihm passte und Fake schrie. Alles andere passte in „Faith“.

Und sonst noch

Kleine Randbemerkung: Monsieur Forez ist einer dieser Charaktere, die mit einem Blick mehr ausdrücken als andere mit dem ganzen Körper. Ich liebe ihn.

Claires bringt ihre zweite Referenz zum „Wizard of Oz“, einem Film, den jedes amerikanische Kind kennt. Nach „click your heels together three times“ in einer der ersten Episoden der ersten Staffel jetzt „I'm going to miss you most of all.“ - eine weitere Erinnerung, dass sie eben nicht aus dieser Zeit ist.

Jamie und Claire verabschieden sich von ihrem Baby in %26bdquo;Outlander%26ldquo;. © Starz
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Fazit

Faith ist eine der besten Folgen der gesamten Serie. Bis auf das kleine Detail mit dem Baby stimmte alles von vorne bis hinten: Die Darstellung war mitreißend, der Plot spannend erzählt, das Setting übertraf sich noch einmal selbst.

Ich wäre so dankbar, wenn Outlander nicht immer diese Höhen und Tiefen hätte; das würde mein Schreiben bedeutend entspannter machen.

Verfasser: Sabine Stevenson am Montag, 23. Mai 2016

Outlander 2x07 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 7
(Outlander 2x07)
Deutscher Titel der Episode
Der Preis der Freiheit
Titel der Episode im Original
Faith
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Samstag, 21. Mai 2016 (Starz)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 22. Mai 2016
Regisseur
Metin Hüseyin

Schauspieler in der Episode Outlander 2x07

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?