Outlander 2x06

Nein, einfach ist es sicherlich nicht, was Ron Moore seinen Zuschauern in Outlander anbietet. Aber im Gegensatz zu Untimely Resurrection ist Best Laid Schemes wesentlich spannender. Was einmal am Tempo der Episode, aber auch an der VielfÀltigkeit dessen, was behandelt wird, liegt.
Immer Ărger mit dem Wein
Da wĂ€re einmal der Plot um die Revolution - es geht voran. Nachdem die PlĂ€ne, Bonnie Prince Charles (Andrew Gower) zu diskreditieren fehlgeschlagen sind und Jamie (Sam Heughan) in die GeschĂ€fte zwischen dem Prinzen und dem Comte St. Germain (Stanley Weber) gezogen wird, mĂŒssen Jamie und Claire (Caitriona Balfe) irgendwie verhindern, dass Charles den Wein zu Geld machen kann. Und weil auf Germains Schiffen ja gerne mal die Pocken ausbrechen und Claire mittlerweile in KrĂ€uterkunde sehr bewandert ist, schaffen sie es tatsĂ€chlich, eine Krankheit zu faken, die die Crewmitglieder befĂ€llt. Wunderbar dabei die Sequenz, in der Jamie das Versuchskaninchen fĂŒr die Wirksamkeit des Trunkes gibt.
Nur leider kann der Comte die Krankheit vertuschen und die Ladung retten, weswegen Jamie und Murtagh (Duncan Lacroix) eine Bande anheuern, damit diese ihnen die Ware sehr dramatisch wieder abnehmen und Jamie sie selbst verkaufen kann. TatsÀchlich gelingt der Coup, Charles ist am Boden zerstört und droht mit Selbstmord (stilles Frohlocken bei Jamie). Der Comte ahnt zwar, dass Jamie seine Finger dabei im Spiel hatte, kann es aber leider nicht beweisen.
Bis hierhin scheint erstmal alles noch Plan zu laufen. Bis jetzt.

Kleine Randnotiz: Eine der besten Szenen in der ganzen Folge war eindeutig, als Suzette (Adrienne-Marie Zitt) ihren Murtagh als französischen Gefolgsmann ausstattet und der stÀndig mit gequÀltem Gesichtsausdruck an sich rumzuppelt - wunderbar.
Traue Deinem NĂ€chsten wie Dir selbst
Ăberhaupt Murtagh, der arme Kerl ging in „Best Laid Schemes“ durch einiges GefĂŒhlschaos. Erst versteht er die Welt nicht mehr, weil Jamie sich die Chance durch die Lappen gehen lĂ€sst, endlich Capitan Randall den Garaus zu machen. Logischerweise macht er Claire dafĂŒr verantwortlich - womit er ja nun wahrlich nicht falsch liegt. Er fĂ€ngt an, sich zurĂŒckzuziehen, da er - ebenfalls nicht ohne Grund - annimmt, dass Jamie ihm nicht mehr vertraut.
So beschlieĂen Jamie und Claire ihn endlich einzuweihen. Hier sind sich wahrscheinlich die Buchliebhaber und „WasgehenmichdieBĂŒcheran“-Vertreter sehr uneins - denn im Buch kommt genau das nicht vor. TatsĂ€chlich ist es aber eine nicht nur logische, sondern auch ĂŒberfĂ€llige Sache. Murtagh ist Jamies engster Vertrauter von Kindesbeinen an, beide kennen sich in- und auswendig. Wenn Jamie plötzlich komplett nicht seiner Persönlichkeit entsprechend handelt, dann wĂŒrde das einen nicht mehr zu kittenden Riss in ihrem Vertrauen und damit auch in ihrem VerhĂ€ltnis bedeuten. Dazu kommt, dass Jamie Murtagh das Leben von Claire mehr als einmal anvertraut, da sollte dieser schon wissen, worauf er sich einlĂ€sst.
Zudem tut es nicht nur dem VerhĂ€ltnis zwischen den beiden MĂ€nnern extrem gut, dass dieses Geheimnis jetzt raus ist. Auch Claire weiĂ jetzt, dass sie eine weitere Person hat, bei der sie ihre Maske fallen lassen kann. Denn Murtagh begreift jetzt vollstĂ€ndig, warum die Dinge passieren, wie sie passieren. AuĂerdem war es mal wieder an der Zeit zu zeigen, wie Schotten so was handhaben: Ein ordentlicher Schlag aufs Kinn und alles ist vergessen.
Fussmassagen und Duelle
Wenn es doch nur so einfach bei unserem Paar wĂ€re. Wobei - ganz ehrlich, man hĂ€tte ja gedacht, dass bei dem, was Claire von ihrem Mann verlangt hat, er noch ein wenig lĂ€nger auf sie böse wĂ€re, wozu eindeutig nicht eine FuĂmassage gehört, schwanger oder nicht. Doch seine ErklĂ€rung leuchtet ein: Er muss sicherstellen, dass Claire einen sicheren Hafen hat, in den sie mit dem Kind zurĂŒckkehren kann, sollten all ihre BemĂŒhungen, Culloden zu verhindern, scheitern. Tötet er Randall, bevor er Nachfahren hat, geht das nicht. Es ist also weniger Claires Seelenheil, an das er da denkt, als sein eigenes.

So nĂ€hern sich beide wieder aneinander an. Hier könnte man mal einen Moment inne halten und sich anschauen, wie stark ihre Beziehung wirklich geworden ist. Denn um solche Belastungen auszuhalten und sie ins Gegenteil, einer weiteren StĂ€rkung des Zusammenseins, umzuwandeln - da gehört schon einiges dazu. Nicht schlecht fĂŒr eine erzwungene Heirat. Die meisten freiwillig geschlossenen Ehen wĂŒrden so etwas nicht aushalten.
Aber ach, neues Unheil folgt auf dem FuĂe. Denn nachdem Jamie mit Fergus zusammen zu Madame Elise aufgebrochen ist um den vollkommen aufgelösten Prinz Charles auszulösen, findet Claire ihn in den WĂ€ldern vor Paris wieder, wo er sich mit Randall dann doch duelliert. Was ist passiert? Nun, so ganz genau weiĂ der Zuschauer das noch nicht, aber es steht zu befĂŒrchten, dass es etwas damit zu tun hat, dass ein geheimnisvoller Schatten auf Fergus fĂ€llt, als er seinen kleptomanischen Neigungen nachgibt. Nun ist der Gedankengang zwischen Randall ertappt gut aussehenden Jungen auf frischer Tat und einem sich mit ihm duellierenden Jamie nicht ganz so schwer zu erraten.
Diesen Vorgang weiĂ Claire allerdings nicht, als sie mit starken Blutungen am Rande des Duells zusammenbricht und gerade noch mitbekommt, wie Jamie Randall quasi entmannt (oder aber doch in die generelle Richtung sticht) und dann von den Gendarmen festgenommen wird. Ein Schelm, wer da an den Comte und seine Beziehungen denkt.
Und sonst noch
Und auch ansonsten gibt es noch zwei durchaus erwĂ€hnenswerte Dinge, ĂŒber die es sich zu schreiben lohnt. Zum einen erfĂ€hrt Claire vom Henker (Niall Greig Fulton) seiner MajestĂ€t und Chirurg im L'Hopital mehr ĂŒber Vierteilungen, als sie je wissen wollte. Doch nebenbei gibt ihr Monsieur Forez den versteckten Hinweis, Master Raymond (Dominique Pinon) zu warnen, er solle sich besser aus dem Staub machen. Was sie denn auch tut und ihm somit wahrscheinlich nicht nur den Hals rettet.
Zum anderen unternimmt sie einen tapferen Versuch, bei den Damen der Gesellschaft eine Art frĂŒhe Florence Nightingale herauszukitzeln, in dem sie ĂŒber das schwere Los der Armen berichtet. Die gesamte Situation hat was Marie-Antoinette-eskes, wie die Damen die vollkommen falschen SchlĂŒsse daraus ziehen und Claire ziemlich frustriert aufgibt. Da merkt man doch gleich wieder, wie sehr sich Gesellschaften verĂ€ndern.

Fazit
Es scheint sich eingeschliffen zu haben, dass die Party, sprich die Action, so richtig erst am Ende der jeweiligen Folgen passiert. Aber im Gegensatz zu âUntimely Resurrectionâ war das dieses Mal nicht schlimm, denn es passierte genug, um nicht Langeweile aufkommen zu lassen. Oder anders, es wurden immer mal wieder kleinere Highlights eingestreut, damit man sah, dass auf dem Weg des groĂen Ganzen die kleinen Details nicht vergessen wurden.
So war gerade die Auflösung, warum Jamie Claires Wunsch stattgegeben hat eine durchaus glaubhafte ErklĂ€rung. Murthaghs Reaktion auf Claires wahrer, zeitlicher Herkunft war ebenfalls sehr plausibel. Ebenso lief der Plot um dem Comte und âMark meâ-Charles endlich mal lebendig ab, sodass man sich auf eine weitere Entwicklung freut.
Verfasser: Sabine Stevenson am Sonntag, 15. Mai 2016Outlander 2x06 Trailer
(Outlander 2x06)
Schauspieler in der Episode Outlander 2x06
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