Outlander 1x14

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Bonding-Time! Nicht nur, dass Claire richtig dicke mit Jenny (Laura Donnelly) in der Episode The Search wird, nein, nach gefühlten Monaten von schlechtem Schwert-Tanz und Boogie-Woogie-Singen kommen sich auch Claire (Caitriona Balfe) und Murtagh (Duncan Lacroix) näher - rein freundschaftlich versteht sich. Nur mit einem verbessert sich die Beziehung so gar nicht, obwohl er das so gerne möchte - Dougal (Graham McTavish).
Let the search begin
Kaum entbunden, schwingt sich Jenny, bewaffnet wie eine Lara Croft des 18. Jahrhunderts, aufs Pferd und macht sich mit Claire auf die Suche nach Jamie, von dem sie wissen, dass er dem Hinterhalt entkommen ist. Jede Frau, die mal entbunden hat und (zu einem ganz anderen Zeitpunkt wohlgemerkt) mal auf einem Pferd gesessen hat, weiß, was das bedeutet. Tough, die Frau. Allerdings Abzüge in der B-Note, denn sie hätte wenigstens so tun können, als wenn es zumindest ein bisschen unangenehm wäre.
Diese Abzüge macht sie allerdings mit der Brustabpump-Szene ohne technische Hilfsmittel wieder wett. Man tippt auf Computergrafik, aber die Tatsache, dass es überhaupt gezeigt wurde, ist klasse (kleine Notiz an unerfahrene Menschen beiderlei Geschlechts: Es dauert im Normalfall länger, allerdings kann man so etwas aus dramaturgischen Gründen auf der Mattscheibe nicht auf mindestens 15 Minuten ausdehnen).
So oder so zeigt Jenny, wes Geistes Kind sie ist - sie liest Fährten, kombiniert messerscharf und hat keine Skrupel aus der Not heraus zu foltern oder gar zu töten. Claire hingegen ist immer noch ein wenig Kind des 20. Jahrhunderts, obwohl man andererseits sagen muss, dass sie den Krieg mitgemacht hat. So langsam könnte sie mal ihre Dünnhäutigkeit ablegen, vor allem wenn es um das Leben ihres Mannes geht. So aber verwickelt sie Jenny in eine eher unnütze Diskussion, ob der gefolterte Engländer jetzt zu töten sei oder nicht. Während die beiden so vor sich hinstreiten, kommt Murtagh und nimmt ihnen die Arbeit ab. Eine Entwicklung, die man als „und wenn es richtig dreckig wird, müssen wieder die Männer ran“ abtun könnte. Schade eigentlich. Es wäre glaubhafter gewesen, wenn Jenny diejenige gewesen wäre, welche.
Boogie Woogie auf Schottisch
Bevor Jenny zurück zu ihrem Kind geht und Claire bei Murtagh lässt, spielt diese das erste Mal Schicksal, indem sie Jenny Ratschläge gibt, wie sie die kommende Hungernot und den Krieg übersteht. Zum ersten Mal in der gesamten Serie weicht sie vom Grundsatz ab, nichts zu erzählen, obwohl das niemals so thematisiert wurde.
In The Search bringt sie jedoch gleich ein zweites Mal die Zukunft nach Schottland, indem sie als „The Sassenach“ ein Lied singt, von dem Jamie wissen wird, dass sie es singt. Für die deutschen Zuschauer, die in der amerikanischen Armee-Unterhaltung nicht so ganz bewandert sind: Der „Boogie Woogie Bulge Boy“ war ein sehr berühmter Song der Andrew Sisters, der zu so was wie einer Art inoffiziellen Hymne amerikanischer GIs wurde. Claire, zwar keine Amerikanerin, kennt den Song natürlich durch ihren Kriegsdienst. Denn als weder Claires Künste als Heilerin oder Wahrsagerin noch seine Fähigkeiten als Schwerttänzer ausreichen, um Jamie dazu zu bringen zu ihnen zu kommen, zieht Claire sich eben Männerklamotten an und singt eine auf schottisch getrimmte Fassung des Songs.
Warum sie dann später die zum Reiten wesentlich bequemeren Männerklamotten wieder auszieht, wird wohl auf ewig ihr Geheimnis bleiben.
Ach ja, um am Rande erfahren wir noch, dass Murtagh eigentlich mal in Jamies Mutter verliebt war und Jamie deswegen so etwas wie ein Sohn für ihn ist. Gut, dass wir das auch geklärt haben, denn jetzt ist durch ein gemeinsames Schicksal auch das Verhältnis der beiden Weggefährten wesentlich besser.

Und noch ein Heiratsantrag
Über den Umweg eines Zigeuners funktioniert das auch. Leider nicht ganz so, wie sich die beiden, die mittlerweile wohl mehr Zeit miteinander verbracht haben als Claire mit Jamie, gewünscht haben. Denn es ist nicht der geliebte rothaarige Schotte, der einen Hinweis streut, wo er zu finden ist, es ist Dougal, der Claire nicht nur ganz nonchalant erklärt, dass Jamie leider gerade in Gefängnis nach Wentworth darauf wartet, exekutiert zu werden, sondern er fragt sie auch mit seinem ganzen romantischen Selbst, ob sie nicht doch seine Frau werden wollen würde - jetzt, wo Jamie fast tot ist. Er würde sie auch beschützen, ach ja, und sie wäre dann ja auch Herrin von Lallybroch und mit ihm als Mann würde Lallybroch natürlich unter seinem Schutz stehen. Etwas, was Claire nicht einfach so ausschlagen kann, da sie jetzt Randall kennt. Er opfert sich quasi für sie auf.
Nur, so ganz unrecht hat er ja nicht, der alte Pragmatiker. Darum steht am Ende ein Pakt mit dem Teufel - sie bekommt diejenigen von Dougals Männern, die freiwillig mitgehen, Jamie zu befreien. Scheitert sie oder ist Jamie schon tot, heiratet sie Dougal. Gegen dieses Arrangement war die Hochzeit von Jamie und Claire regelrecht eine romantische Liebeszusammenkunft. So reiten sie also wieder - Claire, Murtagh, Willie (Finn Den Hertog), Angus (Stephen Walters) und Rupert (Grant O'Rourke).
Fazit
Eins ist sicher: Die Folge war besser als die letzten beiden, so dass man fast versucht ist, die Schwachstellen zu übersehen. Die lagen nämlich alle in der Mitte, und die zog sich sehr. Mehr Zeit mit Jenny, mehr ebenbürtiges Geplänkel mit Dougal und weniger Rumgesinge mit Murtagh hätte The Search sehr gut getan.
Auf der anderen Seite waren große Teile witzig, man hat viel von Jenny, the badass, gesehen und Dougal war auch mal wieder da. Außerdem hat man das Gefühl, dass man wieder weiß, wo die Reise hingeht. Plus: Claire kommt mehr und mehr in der Vergangenheit an und fängt an zu denken wie eine Frau, die in diese Zeit gehört.
Und jetzt kommt eben Wentworth - wir dürfen alle sehr gespannt sein, was sie wie zeigen werden. Also dann - Randall, „never unterestimate a woman in love!“
Promo zur Episode 1x15 der Serie „Outlander“: Verfasser: Sabine Stevenson am Dienstag, 12. Mai 2015Outlander 1x14 Trailer
(Outlander 1x14)
Schauspieler in der Episode Outlander 1x14
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