Legends of Tomorrow 1x10

In der Legends of Tomorrow-Episode Progeny steht diesmal die Zukunft als Ziel fest, denn die Waverider setzt Kurs auf das Jahr 2147. Hier steht Vandal Savage (Casper Crump) noch einige Dekaden vor seiner Machtergreifung, bereitet aber ĂŒber einen Schattenregenten seine spĂ€tere Herrschaft bereits vor. Die Welt der Zukunft wird nicht mehr in Nationen, sondern Konglomeraten angeordnet und die Legends wollen versuchen Savages Machtergreifung verhindern. Als SchlĂŒssel sehen sie den jungen Per Degaton (Cory Gruter-Andrew), eine mehr oder minder bekannte Comicfigur, den Savage sich schon von Kindesbeinen an als ProtegĂ© heranzieht. Nun steht die Frage im Raum: Was tun? EntfĂŒhren oder töten - und: Wird das die Zukunft verĂ€ndern oder keinen Effekt darauf haben?
Das Rory-Problem
Heat Wave (Dominic Purcell) ist immer noch ein Gefangener der Legends und wird dabei von Rip Hunter (Arthur Darvill) besucht, der versucht, fĂŒr Snart (Wentworth Miller) ein gutes Wort einzulegen. Denn seine Hilfe und sein Wissen ĂŒber die Time Master könnten von groĂem Nutzen sein. AuĂerdem entschuldigt Hunter sich, dass er sein wahres Wesen nicht richtig eingeschĂ€tzt hatte, als er ihn verpflichtete.
SpĂ€ter bekommt er noch von Sara (Caity Lotz) Besuch, die Ăhnliches versucht, wĂ€hrend Sara auch auf Captain Cold einredet und ihn dazu bewegen will, seinen alten Kameraden entgegenzukommen. Im Endeffekt mĂŒndet das Entgegenkommen in einem Kampfangebot. Denn Snart meint wohl, er habe PrĂŒgel verdient, dafĂŒr, dass er ihn ausgesetzt hat. Im Endeffekt kann Rory sich etwas abreagieren und sich dann tatsĂ€chlich auch dazu bringen lassen, zu reden. Doch dazu spĂ€ter mehr.
Robo-Fascists?
In der Zukunft entdeckt Ray (Brandon Routh) mit Entsetzen, dass sein Atomanzug als Robopolizei gegen Verbrecher eingesetzt wird und findet das gar nicht gut. Der Held, der so sehr auf sein VermÀchtnis fixiert ist, muss wieder einmal feststellen, dass seine Erfindungen missbraucht werden. Darum will er dem Ursprung auf den Grund gehen.
In der verantwortlichen Firma trifft er auf eine entfernte Verwandte von sich namens Rachel Turner (Jewel Staite), vor der er sich zunÀchst als Hannibal Lecter ausgibt, nur, um sich dann Sekunden spÀter in der Firma als Statue zu sehen.
Das ist nun eine doppelte Belastung, denn nicht nur die moralische Komponente, die er mit Wernher von Brauns Arbeit an der V2-Rakete vergleicht, sondern auch die Tatsache, dass er glaubt, ein uneheliches Kind mit einer AffĂ€re in die Welt gesetzt zu haben, macht ihn fertig. Ray ist ein Romantiker, der aus seinem guten Namen und seinem Vermögen etwas Bleibendes, Nachhaltiges Schaffen will, das positiv in Erinnerung bleibt - und die Reise in die Zukunft bringt wieder einmal nur ErnĂŒchterung. Zumindest zeitweise, denn im Endeffekt stellt sich heraus, dass die gute Frau Turner zwar mit Ray verwandt, aber nicht seine Enkelin ist, sondern die seines bisher noch nicht einmal namentlich erwĂ€hnten Bruders, der ihm offenbar auch noch optisch gleicht und sich womöglich einen Job in einer Firma geangelt hat.
Das ist wieder mal so ein Beispiel, bei dem die Autoren der Serien dachten, dass sie clever sind mit ihrer Wendung, welche aber verpufft, weil es keine anstĂ€ndige Vorarbeit gibt und sie auĂerdem reichlich abstrus daherkommt. Es ist also cool, wenn sein Bruder Robofaschos geschaffen hat? Schade eigentlich.
Hawking Back

Rays Story wird mit einer FlashbackerzĂ€hlung rund um Kendra (Ciara Renee) und Carter (Falk Hentschel) verwoben. Die kleinen Flashbackexkurse fĂŒhlen sich dabei leider auch angetackert und gewollt an. Man möchte mehrere der NebenschauplĂ€tze mit einem Kindermotiv versehen, was aber nicht wirklich zĂŒndet. Bei den Hawk-Helden steht nun die Frage im Raum, was man dem eigenen Sohn von der Heldenseite der Eltern erzĂ€hlen soll, mit dem Wissen, dass Savage sie frĂŒher oder spĂ€ter wahrscheinlich töten wird. Nebenbei soll dieser Handlungsstrang das Paar Ray/Kendra herausfordern. Sie, weil sie sich an ihren Seelenverwandten erinnert, der ihr per Bestimmung immer wieder in den Sinn kommt, und Ray, weil er glaubt, dass die Beziehung deswegen zum Scheitern verurteilt ist.
NatĂŒrlich macht sich Ray wieder umsonst Sorgen, denn Kendra versichert ihm erneut, dass sie ihr Leben und ihr Schicksal selbst bestimmt. AuĂerdem ist Hawkman (momentan) sowieso aus dem Spiel. Es wird aber immer wahrscheinlicher, dass er bald wieder auftaucht.
Killing Baby Hitler
Doch zurĂŒck zur Despotenfrage: WĂŒrde man Hitler oder vergleichbare Diktatoren in ihrer Jugend töten, wenn man die Macht dazu hĂ€tte? Das spaltet das Team und Jax (Franz Drameh), Stein (Victor Garber) und Ray sind strikt dagegen, wĂ€hrend Snart, Sarah und Hunter diese Option erwĂ€gen. Allerdings scheint man sich nach kurzer Zeit auf eine EntfĂŒhrung und Exilierung irgendwo in der Zeit zu verstĂ€ndigen, tarnt sich als seine Bodyguards und bringt ihn zur Waverider, wo Gideon nur unschuldige Gedanken erkennt. Die Diskussion geht also weiter. Doch Hunter ist ĂŒberzeugt, dass Savages Einfluss bereits FrĂŒchte getragen hat und wiegt die Verluste der Zukunft gegen ein Menschenleben ab. Gideon gibt ebenfalls zu Protokoll, dass die EntfĂŒhrung keinerlei impact auf den bestehenden Geschichtsverlauf haben wird. Es ist also alles, kurz gesagt, fĂŒr die Katz.
Im Endeffekt wagt Hunter einen Alleingang und entfĂŒhrt den jungen Mann per Jumpship. Er bringt ihn ans Wasser, erinnert sich an seinen eigenen Sohn, der nicht schwimmen konnte, weil Savage ihn vorher umbringen lieĂ, und hĂ€lt dem ProtegĂ© seinen Zukunftscolt ins Gesicht. Doch sein GegenĂŒber, dem man am liebsten in sein arrogantes Gesicht schlagen wĂŒrde, erkennt, dass er kein Mörder ist.
Stattdessen plant Hunter einen Austausch: Es scheint so, als wolle er das Wohl seines Sohnes gegen das des Regenten tauschen, doch Savage weiĂ, wer ihn entfĂŒhrt hat und taucht mit Soldaten und Roboatoms auf.
Dabei wird ausgerechnet Sara von Savage bedroht und Hunter bietet den Tausch von Sara und dem Jungen an. WĂ€hrend Savage den Deal nicht machen will, willigt der Vater ein. Snart versucht noch, dem Jungen den Rat mitzugeben, dass er sich einen neuen Mentor suchen soll, doch hier ist die Hoffnung wohl schon verloren.
Ădipus

Der schlechte Einfluss von Savage setzt sich auch danach noch fort, als er Per Degaton von der Ădipus-Geschichte erzĂ€hlt und ihn quasi dazu zwingt, seinen Vater im Schlaf zu töten. Wieder mal haben die Aktionen von Rip Hunter und seinem Team dazu gefĂŒhrt, dass ein katastrophales Ereignis eigentlich noch viel schlimmer geworden ist. Savage hat dadurch nun schneller die Macht ergriffen, ein tödliches Virus kommt schneller in Umlauf und auch sonst sieht die Zukunft nun grauer aus als noch zuvor.
Doch damit nicht genug: Nach dem einseitigen Faustkampf zwischen Heat Wave und Captain Cold zeigt sich Rory/Chronos zum ersten Mal seit einer Weile kooperationswillig und erzÀhlt dem Team, dass Savage nicht das einzige Problem ist, denn, weil er bei seinem Auftrag versagt hat, schicken die Time Masters nun die sogenannten Hunters, einen knallharten Söldnertrupp, der jeden einzelnen von ihnen auslöschen soll, denn sie haben nichts Menschliches mehr an sich. Aufzuhalten sind sie laut Heat Wave ebenfalls nicht. Doch jeder hat irgendwo eine SchwÀche...
Fazit
Kurz nach dem Anschauen hatte ich von Progeny noch einen sehr positiven Eindruck, doch beim Schreiben dieser Zeilen und dem AufzĂ€hlen einiger plot holes und Wiederholungen stellte sich dann doch wieder mehr ErnĂŒchterung ein. Besonders, wenn die Legends selbst immer wieder zu Verschlimmbesserungen in einer Zeit beitragen. Manchmal fragt man sich böse, ob es nicht besser gewesen wĂ€re, wenn Rip Hunter das Team nie rekrutiert hĂ€tte - oder im Endeffekt stellt sich heraus, dass er ganz allein den Tod seines Sohns und seiner Frau auf dem Gewissen hat.
Nachdem die Beziehung von Kendra und Ray zuletzt eigentlich schon gefĂŒhlt viel weiter war, macht das Paar nun wieder einen ĂŒberflĂŒssigen RĂŒckschritt. DafĂŒr ist Rory nun wieder im Spiel und eine neue, potentiell hochgefĂ€hrliche Gegnerfraktion kommt auch noch dazu. WĂ€ren diese vielen kleinen AuffĂ€lligkeiten nicht da, hĂ€tte ich vier Sterne gegeben, so eben nur dreieinhalb.
Der Trailer zur nÀchsten Episode, The Magnificent Eight (1x11), der US-Serie Legends of Tomorrow:
Verfasser: Adam Arndt am Freitag, 8. April 2016Legends of Tomorrow 1x10 Trailer
(Legends of Tomorrow 1x10)
Schauspieler in der Episode Legends of Tomorrow 1x10
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?