Legends of Tomorrow 1x06

Legends of Tomorrow 1x06

In der Episode Star City 2046 verschlägt es die Legends of Tomorrow in eine mögliche Zukunft, die düster aussieht. Was wurde aus Oliver Queen und seinem Team? Und welcher Schurke ist dafür verantwortlich?

Szenenbild aus der „Legends of Tomorrow“-Episode „Star City 2046“ / (c) The CW
Szenenbild aus der „Legends of Tomorrow“-Episode „Star City 2046“ / (c) The CW

Statt in die Vergangenheit geht es diesmal vorwärts in der Zeit bei Legends of Tomorrow. Der Episodennamen Star City 2046 verrät schon das wichtigste und bekanntlich hat schon das Ende der vorherigen Episode angedeutet, dass hier einiges nicht so wie erwartet abläuft. Statt Oliver Queen (Stephen Amell) befindet sich ein Fremder unter der Maske des Green Arrow, der aber offensichtlich Verbindungen zum alten Team hat. Doch natürlich muss es zunächst ein Missverständnis geben und die Legends sich zur Wehr setzen.

In the Year 2046

Darum will Rip Hunter (Arthur Darvill), dass sich das Team zurückzieht um möglichst wenig Einfluss auf diese Zukunft auszuüben und die Schäden am Schiff zu reparieren, allerdings geht auch das nicht. Ein wichtiges Gideon-Teil ist kaputt und Ersatz kriegt man vielleicht nur bei PalmerTech respektive Smoak-Technologies, wie die Firma in dieser Zeitlinie heißt. Statt den Ortskundigen Palmer und Lance, sollen aber die unbeleckten Rogues Snart (Wentworth Miller) und Rory (Dominic Purcell) das Teil besorgen, zumindest bis Sara (Caity Lotz) anmerkt, dass sie unbedingt mitgehen möchte, vielleicht auch, um zu erfahren, was vorgefallen ist. Gerade das Schicksal von Schwester Laurel und Vater Quentin dürfte sie dabei interessieren, denn ihr Vater würde so etwas nie zulassen, außer er ist tot.

Doch die Rogues verlieren das Ziel schnell aus Augen oder besser gesagt Heat Wave lässt sich verleiten abzuschweifen, als eine Gruppe Rowdys auf der Bildfläche erscheint, nimmt er sich den Anführer vor und vertreibt den aus seiner Position, übernimmt dessen sweaten Pelzmantel und dessen Gang-Anhang. Aufgrund seines Codes spielt Cold (never leave anyone behind) mit, man sieht jedoch sofort, dass er eigentlich keine Lust hat, denn so spielt man nur Savage in die Hand. Ein bisschen Raub und Looten ist wohl drin, fragt sich nur, wohin die beiden eigentlich ihre Beute verstecken.

Kendra zwischen zwei Männern

Eine Nebenstory der Episode handelt von Jax (Franz Drameh) und dessen Gefühlen für Kendra (Ciara Renee), die er sich nun eingestehen muss. Dabei kommt ihn jedoch Ray (Brandon Routh) in die Quere, der weil es die Serienmacher so wollen, auch auf einmal etwas für sie empfindet. Das gesamte Konstrukt wirkt bemüht, als müssten sich die Herren automatisch in die Damen verlieben und hier auf Teufel komm' raus ein Liebesdreieck zusammengeschustert werden. Es ist ja nicht unbedingt schlimm, dass sie in kurzer Zeit vier potentielle Verehrer hat, aber wie zufällig und willkürlich das ganze aufgebaut wird, missfällt mir einfach. Dass Jax für sie schwärmt ist da noch verständlicher als Ray, der sich offenbar auch in fast jede Frau verliebt, die ihm begegnet (Vostok, Felicity). Das ganze wird verpackt in die Reparaturgeschichte, immerhin war Kendra in einem früheren Leben auch mal als eine Art Mechanikerin tätig und auch Stein, der Jax' Gefühlswelt indirekt mitbekommt wird darin auch involviert. Stein sorgt aber unbemerkt dafür, dass Ray überhaupt erst richtig bewusst versucht bei ihr zu landen. Oh je.

Szenenbild aus der %26bdquo;Legends of Tomorrow%26ldquo;-Episode %26bdquo;Star City 2046%26ldquo; © The CW
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Glücklicherweise nimmt diese schwache Storyline noch eine positive Wendung, weil Kendra sich nicht für eine neue Beziehung bereit fühlt, da so viel in ihrem Leben noch in der Schwebe ist, denn die ganze wiedergeborene Falkengottheit macht alles so kompliziert. Ich benutze das Wort nicht gerne, aber das hat sich wie Füllmaterial angefühlt, um den Figuren etwas zu tun zu geben.

Uprising

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Spannender und sehenswerter ist der weitere Verlauf der Geschichte rund um das Star City der Zukunft. Denn laut dem bislang unbekannten Green Arrow, der sich im weiteren Verlauf als Connor Hawke (Joseph David-Jones) vorstellt gilt Oliver Queen als tot oder verschwunden, denn vor 15 Jahren fand ein Uprising durch Deathstroke statt, der eine Armee mitgebracht hat. Arrow-Fans fühlen sich an die zweite Staffel erinnert. Weiterhin erzählt er Sara und Rip von Ollies versuchen Widerstand zu leisten, doch als Grant Wilson (Jamie Andrew Cutler) aka Deathstroke 2.0 und Sohn des Originals Slade Wilson (Manu Bennett), Oliver als Green Arrow geoutet hat, ging alles den Bach runter. Wer ist wohl die Mutter?

Die Projekte von Felicitys Firma wurden ins alte Arrow-HQ geschafft, wo die Reise der Helden hinführt. Dort begegnen sie auch einem alten Oliver Queen, der mitnichten tot ist und an eine Mischung aus Green Arrow aus „The Dark Knight Returns und Bruce Wayne aus „Batman Beyond“ aka „Batman of the Future“ erinnert. Der Kinnbart aus den Comics ist da und ein Arm fehlt, den er - wie man später erfährt - durch Deathstroke Jr. verloren hat. Der Rest des Teams ist ebenfalls fort - fortgegangen oder verstorben.

Es ist toll, dass Amell für diese Folge dabei ist, das Make-Up geht in Ordnung, sieht aber auf den allerersten Blick ein klein wenig befremdlich aus. Auch das Casting für Connor Hawke funktioniert fabelhaft. Wer mir allerdings gar nicht gefällt, weil er zu sehr wie ein Milchbubi daherkommt, ist der junge Deathstroke. Für mich wirkt er weder bedrohlich, noch zu dem fähig, was uns hier aufgetischt wird, an seinen Vater kommt er deswegen keineswegs heran, was den Genuss der Handlung ein klein wenig schmälert. Da es ohnehin eine Zeitlinie ist, die womöglich nie zustande kommt, ist das verzeihbar und am Ende des Tages auch egal, dennoch hätte man sich für diese besondere Zukunftsausgabe für den Schurken etwas mehr Mühe in der Castingabteilung machen können.

Comic-Ecke

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Immerhin sind beiden Nachfolger der Originale Anspielungen auf die Comicvorlage. Während aus Grant Wilson dort eine Version von Ravager wird, ist Connor Hawke tatsächlich ein Arrow-Stellvertreter, als dieser gerade verstorben war. Besonders die JLA-Ausgaben von Autor Grant Morrison setzen die Figur sehr schön ein. Die komplizierte Comichintergrundgeschichte rund um Connors Mutter wird umschifft, denn statt mit Oliver verwandt zu sein, handelt es sich wohl um John Diggle Junior, der in Star City die Gerechtigkeitsfahne weht. Wir müssen wohl davon ausgehen, dass John Sr., Lyla und Sara verstorben sind. Interessant ist in dem Zusammenhang auch, dass William, der bereits in Arrow eingeführte Sohn Ollie keine Rolle spielen wird. Hinweis auf den Fortgang der vierten Staffel und die Frage nach demjenigen, der im Grab liegt oder bewusst ausgelassene Entscheidung?

Der Rogue mit Herz

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Captain Cold bemüht sich weiterhin die Mission zu erfüllen und folgt zwar seinem Kumpel Mick Rory auf dessen Eskapaden, knockt ihn aber aus, als ihm seine Ideen zu bunt werden. Der träumt davon die Stadt zu beherrschen, während Cold andere Ambitionen hat. Ganz ersichtlich ist nicht, ob Cold es ernst meint, Savage ausschalten zu wollen, um dann selbst das Machtvakuum auszufüllen oder ob er tatsächlich aus altruistischen Gründen seinen Feldzug aufhalten will. Beim späteren Gespräch macht Heat Wave aber deutlich, dass es Grenzen für die Partnerschaft der beiden gibt und kündigt Konsequenzen an, wenn er ihn noch einmal körperlich angreifen sollte, denn insgeheim will er die Welt ja brennen sehen. Ob Cold am Ende der Staffel ein vollständiger Held ist?

Old Green Arrow Returns

Weil Connor von Deathstroke Fußsoldaten entführt wird, muss Sara Oliver aus seinem Ruhestand holen, dafür räumt ihr Rip eine Stunde ein, die sie jedoch überzieht, dennoch reist er natürlich nicht ohne sie ab und leistet beim anschließenden Kampf der Arrows gegen Team Deathstroke Rückendeckung. Der Kampf selbst ist okay inszeniert, wirkt aber ein wenig gehetzt, was aber dem begrenztem Zeitrahmen geschuldet sein dürfte. Das Problem ist: Wenn etwas jahrelang im Hintergrund gebrodelt haben soll, dann ist es nicht mit einem fünf bis zehnminütigen Kampf getan, der außerdem gegen einen wenig überzeugenden Gegner/Schauspieler stattfindet. Ein paar Pfeile, Kicks und Punches und ein Fast-Kill reichen da nicht aus, um den großen Wow-Effekt zu erzeugen. Dass Grant dann mit einem einfachen Fesselpfeil zu Fall gebracht wird ist dann ein zweckmäßiges, aber etwas lahmes Ende.

Auch wenn die Zeitlinie vielleicht bald gar nicht mehr existiert, machen zumindest die beiden Arrows zusammen weiter, fast wie besagter Bruce Wayne und Terry McGuinness aus Batman Beyond. Vielleicht gibt es ja irgendwann noch einmal ein Wiedersehen, denn die beiden grünen Bogenschützen gehören zu den Highlights der Episode, die eigentlich ganz unterhaltsam ist, aber zu viel in zu wenig Zeit erzählen muss.

Fazit

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Star City 2046 ist eine der besseren Legends of Tomorrow-Episoden, leidet aber darunter, dass ein spannender Ausflug zu gehetzt abgehandelt werden muss. Hätte man diese Folge statt dem Russland-Zweiteiler ausgedehnt, wäre das vielleicht die bessere Entscheidung gewesen. Allerdings habe ich durch die Abhandlung in einer Episode nun noch mehr Lust auf einen erneuten Blick auf die Abenteuer des Old man Ollie.

Deathstroke ist an sich eine gute Wahl für einen Schurken, wenn nur nicht der Darsteller so wenig charismatisch wäre, vielleicht liegt die Arrowverse-interne Messlatte aber einfach auch zu hoch. Es dürfte kein Geheimnis sein, dass ich persönlich von allen bisherigen Big Bads der Serie Slade Wilson am besten fand.

Das Liebesdreieck wirkt hingegen überflüssig und bemüht, das hätte man sich auch sparen können, aber manchmal muss man eben die Figuren mit irgendwas beschäftigen. Dennoch ist die Folge alles in allem bisher eine der besseren der Staffel. Mal sehen, wohin es beim nächsten Mal geht.

Serientrailer zur Episode Marooned der Serie Legends of Tomorrow (1x07):

Verfasser: Adam Arndt am Freitag, 26. Februar 2016

Legends of Tomorrow 1x06 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 6
(Legends of Tomorrow 1x06)
Titel der Episode im Original
Star City 2046
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 25. Februar 2016 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 27. September 2016
Autoren
Marc Guggenheim, Ray Utarnachitt
Regisseur
Steve Shill

Schauspieler in der Episode Legends of Tomorrow 1x06

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