Heroes: Reborn 1x10

Vor der Weihnachtspause bringt uns Heroes: Reborn nach dem besonderen Teaser der letzten Episode ein weiteres Mal knapp 8000 Jahre in die Zukunft. Und die stellt sich nicht als allzu utopisch heraus. Derweil spitzen sich in der Gegenwart die Ereignisse in Sunstone Manor und Odessa weiter zu. Luke (Zachary Levi) ist immer noch auf der Suche nach seinem Existenzgrund und Matt Parkman (Greg Grunberg) entwickelt sich immer mehr zum Unsympathen.
Take me down to the paradise city.
Nathan-Tommy (Robbie Kay) wacht also wieder im Haus von Oberbösewichtin Erica (Rya Kihlstedt) auf, die anscheinend Großes mit ihm vorhat. So erfahren wir nicht nur, dass Noah (Jack Coleman) ihm bereits mit sieben Jahren zu „Primatech“ brachte, sondern vor allem auch, dass die zuvor vorgestellte Kuppelwelt mittels eines Zeittunnels zu erreichen ist, der zwar von Hiros (Masi Oka) Kraft erstellt wurde, nun jedoch angeblich nicht mehr zugänglich ist.
Also bringt unser neuer Meister von Raum und Zeit Erica, Quentin (Henry Zebrowski), Phoebe (Aislinn Paul) in die Station, damit er sich von dem aufzubauenden Paradies überzeugen kann. Doch nicht nur Nathan, auch Miko (Kiki Sukezane) ist aus abstrusen Gründen immer noch am digitalen Leben und darf nun eine neue Mission erfüllen - was sicherlich mit irgendeinem Schmetterlingseffekt zu tun hat.

Darüber hinaus findet sie nicht nur ihren Ziehvater Hachiro (Kiki Sukezane), sondern auch ihre real-persönliche Vorlage inmitten anderer Evo-Batterien. Ihren jedoch stärksten Moment hat unser „Katana-Girl“ sicherlich, indem sie mit Hilfe eines Stocks, eines Macheten-ähnlichen Messers und eines bisschen Klebeband einen perfekten Kampfspeer baut, um schließlich Nathan zurück in die Vergangenheit zu bringen.
In der Gegenwart bringt derweil eine ebenfalls digitale Version von Hachiro „Reckless Ren“ (Toru Uchikado) dazu, seiner neuen Mission zu folgen und Miko in der Zukunft mit Hilfe eines Zeitreisenden zu retten. Also steigt er in den zufälligen Bus nach Odessa und folgt seiner Bestimmung. Doch ist diese überhaupt noch aktuell, nachdem Miko bereits Nathan erfolgreich aus Ericas Obhut bringen konnte?
Matt Parkman is a dick now!
Besonders anhand von Quentin und Phoebe wird dabei leider auch wieder die immer noch nicht allzu überzeugende Charakterschreibung deutlich. Einerseits wurde uns der knuffige Hipster-Nerd seit dem Zeitsprung als intriganter Erica-Spion aufgezeigt. Andererseits sollen seine plötzlichen Skrupel an Phoebes Motivation uns nahelegen, dass er eigentlich immer noch ein guter Kerl ist.
Noch deutlicher wird das gleiche Probleme jedoch an dem Charakter von Matt Parkman, der noch weiter zum unsympathischen Gedankenleser aufgebaut wird. So foltert er Farah (Nazneen Contractor) und deren Kameraden Carlos (Ryan Guzman), um an den Aufenthaltsort von Malina (Danika Yarosh) herauszubekommen, und scheint dabei vor keinen Mitteln zurückzuschrecken.

Matt bekommt daraufhin ein paar Szenen, die ihn wieder sympathischer machen sollen. Doch weder die plötzliche Überraschung über die Skrupellosigkeit von Harris (Cle Bennett) noch sein Ziel der Rettung seiner Familie können wirklich begründen, warum der einstige Polizist sich moralisch so weit abbringen lässt. Dafür bekommen wir endlich Micah (Noah Gray-Cabey) zu Gesicht, der nicht an Muskeln, sondern auch an der „Minority-Report“-Fähigkeit zugelegt hat. Des Weiteren wird auch das Rätsel um seine aktuelle Ehefrau geklärt: Janice (Elizabeth Lackey).
Keep calm and play with fire.
Der letzte wichtige Plot dreht sich schließlich um Malina und Noah, die auf dem Weg nach Odessa weiterhin von Luke und dessen Suche nach seiner Bestimmung belästigt werden. Diese Situation mündet schließlich in der Naturkatastrophe über Odessa, der sich dann die Naturkraftheilerin annehmen darf. Doch statt mit Dankbarkeit reagieren sämtliche beistehende Leute mit Wut und wollen dem Evo-Mädchen auf die Pelle rücken.
Nicht nur, dass es doch äußerst unglaubwürdig ist, dass sich eine solche Diskriminierung dermaßen in der Bevölkerung durchsetzt, auch Lukes Lösung scheint alles andere als angemessen zu sein. Statt mit besänftigen Worten reagiert er auf den Mob durch die Präsentation seiner pyromanischen Fähigkeiten. Vielleicht sollte man nicht unbedingt auf eine eskalierte Situation mit eskalierenden Methoden antworten...
Fazit
Vielleicht habe ich mich mental schon zu sehr von Heroes: Reborn distanziert, doch irgendwie schafft es die Serie nicht so richtig bei mir, das Ruder noch herumzureißen. Zu stereotypisch und gleichzeitig zu widersprüchlich werden die Charaktere für meinen Geschmack gezeichnet, zu direkt wirken die Anspielungen an andere Formate wie „Star Gate“ oder „Minority Report“.

Doch das größte Problem für mich ist die Wiederholung der Fehler der späteren Staffeln von Heroes. Diese bestanden nämlich neben dem Overpowern der Charaktere vor allem darin, durch überraschende Familienbünde und Charakterumschreibungen neue Twists in die Serie zu bringen. Leider habe ich das Gefühl, dass durch die ganze Zwillingsverbindung zu der Petrelli-Familie und den Umschreibungen von Matt genau das gleiche gemacht wird. Warum kann eigentlich nicht einfach ein anderer Mensch die Welt retten, der nicht aus der gleichen Familie wie die vorherigen Weltenretter kommen? Weil Heldentum im Blut steckt?
Verfasser: Henning Harder am Freitag, 20. November 2015Heroes: Reborn 1x10 Trailer
(Heroes: Reborn 1x10)
Schauspieler in der Episode Heroes: Reborn 1x10
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?