Heroes: Reborn 1x11

Heroes: Reborn 1x11

Nach der Weihnachtspause kehrt Heroes: Reborn genauso unspektakulĂ€r und fragwĂŒrdig zurĂŒck, wie uns die Superhelden-Science-Fiction-Serie zurĂŒckließ. Einziges Trostpflaster: Lange dauert es nicht mehr.

Die Sonne explodiert in „Heroes Reborn“. / (c) NBC
Die Sonne explodiert in „Heroes Reborn“. / (c) NBC

Auch im neuen Jahr macht Heroes: Reborn da weiter, wo uns die nicht wirklich ĂŒberzeugende Neuauflage der einst beliebten Superheldenserie Heroes zurĂŒckließ. Wir bekommen einen Haufen verteilte Plots serviert, die sich weiterhin im Schleichtempo auf die nahende Katastrophe hinarbeiten. Neben ein paar weiteren Duellen und Charakterentscheidungen regieren dabei vor allem die KrĂ€fte der Schusswaffen und Logiklöcher.

I don't want to miss a thing.

Ich möchte mich auch in dieser Woche nicht allzu lange dem nicht wirklich ĂŒberschaubaren Plot widmen. Luke (Zachary Levi) und Malina (Danika Yarosh) sind weiterhin auf dem Weg nach Odessa und treffen dabei auf das Bad-Ass-Trio aus Quentin (Henry Zebrowski), Phoebe (Aislinn Paul) und einem der Harris-Klone (immer noch der beste Darstellername fĂŒr ein Heroes-Sequel: Clé Bennett).

Miko (Kiki Sukezane) und Tommy/Nathan (Robbie Kay) verschwinden ĂŒber ein paar dialogreiche Umwege aus der Zukunftskuppel nach Sunstone und Odessa in der Jetztzeit. Dabei darf sich Miko in einem Duell endlich um den eigentlich Mutter-Harris kĂŒmmern, indem sie digitales Harakiri begeht. WĂ€hrend Tommy von Erica (Rya Kihlstedt) und ihrem Wissenschaftler Richard (Michael Therriault) an einen VerstĂ€rker geschlossen wird, um alle TrĂ€ger eines lĂ€ssigen Armbands in die Zukunft zu bringen. Da Erica jedoch nebenbei von Tommys falschem Spiel erfĂ€hrt, lĂ€sst sie schließlich die immer noch einseitige Evo-JĂ€gerin Joanne (Judith Shekoni) auf Malina und Luke los.

Micah (Noah Gray-Cabey); Jose (Lucius Hoyos) und Farah (Nazneen Contractor) treffen das erste Mal aufeinander. © NBC
Micah (Noah Gray-Cabey); Jose (Lucius Hoyos) und Farah (Nazneen Contractor) treffen das erste Mal aufeinander. © NBC

Derweil schafft es das Team um „El Vengeador“ Carlos (Ryan Guzman) endlich, Jose (Lucius Hoyos), Micah (Noah Gray-Cabey) und den dahinscheidenden Rauch-Mann Mauricio (Carlos Lacamara) aufzufinden, wenngleich darunter auch das Ohr des Haitianer (Jimmy Jean-Louis) leiden muss. Am Ende gibt es dann noch eine prophezeiende Szene der explodierenden Sonne, die die nicht vorhandene Spannung aufkommen lassen soll.

You can't block a Glock.

Was dabei in den Plots leider immer wieder deutlich wird, ist die schlecht ausgearbeitete Relation der einzelnen KrĂ€fte zueinander, die einfach in bequemer Ungenauigkeit gelassen werden, um nicht genauer hinterfragt zu werden. Dies wird nicht nur anhand des menschlichen Massendatenspeicherungswerkzeuges Micah deutlich, der anscheinend nur irgendeinen Computerzugriff braucht, um auf das gesamte Netzwerk der zuzugreifen und dies nur nutzt, um eine herkömmliche VideoĂŒbertragung zu machen (selbst Ren (Toru Uchikado) kannte die Macht von Twitter). Besonders an dem Duell zwischen Phoebe und Malina fragt man sich, wie diese KrĂ€fte nun genau funktionieren sollen.

So sehen wir, wie Lukes KrĂ€fte zunĂ€chst ausgeschaltet werden, indem Phoebe Malina mit Hilfe ihrer immer noch amateurhaft animierten Dunkelheit zeigt, wo der Hammer hĂ€ngt. Jedoch im alles entscheidenden Duell zwischen den beiden kann sich Luke doch noch seiner pyromanischen FĂ€higkeiten bedienen und Phoebe somit den Garaus machen. Entweder hat Phoebe somit vorher bewusst beide Evos ausgeschaltet oder sich im letzten Duell dazu entschieden, Luke außen vor zu lassen.

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Doch nicht nur die ĂŒbermenschlichen, auch die menschlichen KrĂ€fte in Form von simpler Waffengewalt nehmen in der heutigen Episode komische Formen an. Dies beginnt bereits mit dem Besuch in dem WaffengeschĂ€ft zu Beginn der Episode, im Zuge dessen Luke erwĂ€hnen darf, dass er sich lieber auf seine heißgeliebte Glock, denn auf seine KrĂ€fte verlassen will. Mag diese Kritik an der Übermacht der KrĂ€fte auch durchaus folgerichtig sein. Warum er sich schließlich doch gegen den Waffeneinsatz entscheidet, bleibt jedoch unbegrĂŒndet.

Dagegen macht der Ex-Soldat Carlos nur allzu gerne Gebrauch von seinen Schusswaffen, da diese in seinen HĂ€nden zu einer Art „Sonic Screwdriver“ von Heroes: Reborn werden. Sie schaffen es nicht nur, in bester Actionfilmmanier sĂ€mtliche TĂŒrschlösser aus dem Verkehr zu ziehen, auch die anachronistisch wirkende Tonbandmaschine schaltet man lieber mit ein paar Bleikugeln als mit dem Stop-Knopf aus.

Insgesamt sorgt der Eindruck, dass die einzelnen Kraft- und Machtelemente in der Serie nicht wirklich ausbalanciert zu sein scheinen, dafĂŒr, dass es langsam immer schwieriger wird, die KrĂ€fte der Evos ernstzunehmen. Mögen diese zu Beginn der Mutterserie Heroes noch langsam eingefĂŒhrt und als Puzzle zusammengesetzt worden sein, wirken sie in Heroes: Reborn beinahe schon inflationĂ€r und sind dem nicht sonderlich ausgearbeiteten Drehbuch geschuldet.

The Mad Matter

Dies lĂ€sst sich auch am Umgang mit den moralischen Grundlagen der Charaktere aufzeigen, welcher vor allem anhand des einstigen Polizisten und Helden Matt (Greg Grunberg) deutlich wird. Seine Rolle als manipulativer Diktator ĂŒber Sunstone Manor mag zwar durch sein Ziel, die Familie sicher in die Zukunft zu bringen, motiviert sein. Seinem Charakter entsprechen seine Handlungen dabei trotzdem nicht wirklich.

Zu drastisch, manipulativ und erbarmungslos wirkt zum Beispiel der Schuss auf den Haitianer und der Umgang mit den Emotionen der Insassen, als dass seine selbstbemitleidende Geschichte des durch seine KrĂ€fte bestraften Anti-Helden noch fĂŒr Empathie beim Zuschauer sorgt. Ähnlich sieht es auch bei der eiskalten Evo-JĂ€gerin Joanne und dem Beispiel fĂŒr das schlechteste Charakterdesign, Phoebe, aus.

Weil sie böse ist: Phoebe (Aislinn Paul) wird zum Paradebeispiel des Emo-Bösewichts. © NBC
Weil sie böse ist: Phoebe (Aislinn Paul) wird zum Paradebeispiel des Emo-Bösewichts. © NBC

Insgesamt verfolgt Heroes: Reborn eine recht simple Darstellung von Helden und Schurken, die zwar unterschiedlich motiviert wird, jedoch immer wieder in die gleichen Stereotypen verfĂ€llt. Sicherlich scheint allen dreien etwas daran zu liegen, warum sie so handeln, wie sie es tun, doch das Ausmaß ihrer Taten und die unreflektierte Umsetzung machen es immer wieder schwer, sie als ernstzunehmende Charaktere wahrzunehmen.

Es scheint bisher Ă€ußerst wahrscheinlich, dass zumindest Matt und Phoebe am Ende der Serie noch ihre Kehrtwende zum Guten vollziehen dĂŒrfen. Doch ob diese komplett glanzvoll verlaufen wird und ihnen abzukaufen ist, scheint auf Grund der zu monoton-bösen FĂ€rbung doch mehr als fraglich zu sein.

Fazit

Sicherlich mag es etwas eintönig sein, sich jede Folge wieder ĂŒber die Charakterzeichnung in Heroes: Reborn aufzuregen, jedoch stellt das fĂŒr mich eines der Kernprobleme der Spin-off-Serie dar. Immer wieder bekommt man das GefĂŒhl, dass sich das Drehbuch vor allem um die sich ewig in die LĂ€nge ziehende Spannung als um ihre Charaktere dreht, was besonders an den aufgezeigten Bösewichten deutlich wird.

Hachiro (Hiro Kanagawa) und Erica (Rya Kihlstedt) dĂŒrfen sich in besonderen Kameraeinstellungen unterhalten. © NBC
Hachiro (Hiro Kanagawa) und Erica (Rya Kihlstedt) dĂŒrfen sich in besonderen Kameraeinstellungen unterhalten. © NBC

Mögen Tommy und Noah (Jack Coleman) zu Beginn der Serie noch die interessantesten Charaktere gewesen sein, so verliert sich ersterer ebenfalls in dem Ping-Pong der Handlung, wohingegen letzterer in dieser Folge schon gar nicht mehr zu sehen war. Sicher waren die einzelnen Duelle Miko vs. Harris und Phoebe vs. Malina nicht schlecht, jedoch können sie die negativen EindrĂŒcke, die sich im Laufe der Serie eingebrannt haben, allein auch nicht ins positive lenken. Ich erwarte nicht mehr allzu viel von dieser Serie und frage mich langsam, ob die Sonne nicht doch wirklich explodieren sollte, damit ein weiteres Spin-off oder eine weitere Neuauflage nicht mehr drin ist.

Trailer zur kommenden Episode von „Heroes Reborn“:
Verfasser: Henning Harder am Freitag, 8. Januar 2016

Heroes: Reborn 1x11 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 11
(Heroes: Reborn 1x11)
Deutscher Titel der Episode
Kampf der Klone
Titel der Episode im Original
Send In The Clones
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 7. Januar 2016 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 2. Februar 2016
Regisseur
Larysa Kondracki

Schauspieler in der Episode Heroes: Reborn 1x11

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?