Heroes: Reborn 1x09

Mit Sundae, Bloody Sundae verfrachtet Heroes: Reborn die Handlung wieder zurück in die Gegenwart und bindet schnurstracks die Erkenntnisse des zweiteiligen Zeitsprungs in die Dramaturgie mit ein. Langsam, aber sicher stellt sich das Gefühl ein, nicht etwa die „Days of the Future Past“-Version von Heroes, sondern eher ein „The Last Stand“ vor uns zu haben.
Wings of the Butterfly
Nachdem in den letzten beiden Episoden besonders von Seiten Hiro Nakamuras (Masi Oka) immer wieder von der besonderen Kraft des Schmetterlingseffektes gesprochen wurde, bekommen wir diesen in der heutigen Episode in zweifacher Ausführung zu sehen. So darf sich Quentin (Henry Zebrowski) nicht nur wieder zu den Lebenden zählen, sondern auch die Seite wechseln, um Noah (Jack Coleman) für Erica (Rya Kihlstedt) auszuspionieren.

So schafft er es am Ende schließlich mit Hilfe der besonderen Kraft seiner Schwester Phoebe (Aislinn Paul), den neuen Meister von Zeit und Raum in Gewahrsam zu nehmen und in die Hände der bösen „Renautas“-Führerin zu überbringen. Dazwischen bekommen wir noch ein paar Überschneidungen von Charakterwegen, unter anderem Casper (Pruitt Taylor Vince), die immer noch schrecklich geschriebene Joanne (Judith Shekoni) und natürlich Nathan (Robbie Kay) und Zwillingsschwester Malina (Danika Yarosh).
Der zweite Schmetterlingseffekt scheint das Überleben von unserem Haitianer (Jimmy Jean-Louis) zu sein, den Noah zu Beginn der Serie aus dem Weg räumte. Er arbeitet jetzt undercover mit Hilfe von anderen Evos unter dem Banner von Revolutionsführer Mikah (Noah Gray-Cabey), der jedoch ebenfalls in Gewahrsam genommen wurde. Vielleicht können die internen Informationen von Taylor (Eve Harlow) hier ja noch was ausrichten...
Dafür darf der Plot um „El Vengeador“ Carlos (Ryan Guzman) endlich etwas an Fahrt gewinnen, da dieser gemeinsam mit seinem Evo-Jäger das Auffangbecken der inhaftierten Evos infiltriert und dabei auf einen nicht wirklich überraschenden Leiter trifft: Matt Parkman (Greg Grunberg). Parkman ist somit nicht nur Mitarbeiter von Renautas, sondern sogar selbstsicherer Manipulierer von Gedankengut, bis hin zum Suizid.
What ever happened to the Heroes?
Ich gehe heute etwas weniger auf die Handlungsnacherzählung ein und möchte mich stattdessen mehr dem Thema des verfehlten Erzählens von Heroes: Reborn widmen. Zunächst fällt mir dabei sehr negativ auf, wie jetzt direkt nach der Zeitreise plötzlich alle Themen, die zuvor aus Spannungsgründen streng geheim waren, locker ausgeplaudert werden. So erfährt Nathan, dass Claire (Nicht-Hayden Panettiere) seine Mutter ist und wundert sich überhaupt nicht darüber, dass der Japaner Hiro sein Vater sein soll. Wer ist denn eigentlich Nathans richtiger Vater? Werden wir das überhaupt noch erfahren?

Genau so verhält es sich mit dem „Schicksal“ von Luke (Zachary Levi). Für mich reicht es überhaupt nicht aus, dass er sein Kind hergeben muss, nur damit Malina ihren Bruder finden kann - wofür Noah und Co. ein Jahr Vorbereitungszeit hatten. Gepaart mit der schrecklichen Charakterschreibung von Joanne wird dieser Plott dermaßen unnötig, dass ich mich frage, wozu wir den beiden überhaupt noch zuschauen. Vielleicht plant NBC ja bald eine neue Serie über sämtliche Nebencharaktere, die mal einen Protagonisten von A nach B gebracht haben.
Auch der Spannungsmoment, der durch das Abschneiden von Matts Kopf erzeugt werden sollte, geht überhaupt nicht auf. Bereits ab der Erklärung, dass der Leiter des Hauses sich in die Köpfe der Insassen verfrachten kann, war bereits klar, dass es sich nur um Matt handeln kann. Als ob davon ausgegangen wird, wir hätten vergessen, dass Matt und Erica zusammenarbeiten.
Getoppt wird das Ganze am Ende schließlich noch durch den 7952 Jahre weiten Zeitsprung, der uns Miko (Kiki Sukezane) in einer „Mad Max“-ähnlichen Dystopie zeigt, in der es anscheinend ein künstlich erzeugtes Kuppelparadies gibt. Was auch immer uns diese Vorausdeutung zeigen soll, ich werde das Gefühl nicht los, dass der Versuch, sich dem ehemaligen Heroes-Franchise anzunehmen, gründlich gescheitert ist.
Dabei würde es mich langsam noch nicht einmal mehr wundern, wenn die Serie noch weitere Brücken zu der Mutterserie schlägt, die diese noch weiter durch den Kakao zieht, als es die letzten Staffeln dieser selbst gemacht haben. Vielleicht stellt sich Erica ja noch als Shapeshifter-Sylar (Zachary Quinto) oder Tommy-Nathan sogar als eigentlicher Nathan aus der Mutterserie heraus, der schließlich nur Fliegen und Politik beherrscht.
Fazit
Es tut mir wirklich leid, wenn ich hier so manch enthusiastischen Zuschauer der Serie vor den Kopf stoße. Aber für mich ist die Wiederbelebung von Heroes zum jetzigen Zeitpunkt alles andere als geglückt. Das liegt nicht nur daran, dass die gesamte Handlung rundum den Weltuntergang so episch wird, dass man sich fragt, warum man nicht die Helden alter Zeiten wieder ins Boot holt, sondern vor allem daran, wie hier versucht wird, Spannung zu erzeugen.

Ich weiß manchmal wirklich nicht, ob es die Mutterserie in ihrer Anfangsstaffel besser machte als Heroes: Reborn oder ob ich damals aufgrund des Welpenschutzes über solche Fehler hinwegsah. Fakt ist für mich jedoch, dass Charakterschreibung, Plotentwicklung und Spannungsaufbau der Serie alles andere als weiter entwickelt sind. Zumindest haben wir ja noch die akustische Untermalung, die uns an die Episoden vergangener Tagen erinnert.
Trailer zur kommenden Episode von „Heroes Reborn“ Verfasser: Henning Harder am Freitag, 13. November 2015Heroes: Reborn 1x09 Trailer
(Heroes: Reborn 1x09)
Schauspieler in der Episode Heroes: Reborn 1x09
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?