Grey's Anatomy 17x15

Grey's Anatomy 17x15

Trotz eines altgewohnten Hauchs von Nostalgie, den wir von Grey's Anatomy nur allzu gut kennen, versprüht die Episode Tradition eine elektrisierende Hoffnung, Freude und Positivität, die es in dieser Staffel kaum gegeben hat.

Szenenfoto aus der Episode Tradition der Serie Grey's Anatomy / (c) ABC
Szenenfoto aus der Episode Tradition der Serie Grey's Anatomy / (c) ABC
© zenenfoto aus der Episode Tradition der Serie Grey's Anatomy / (c) ABC

In der Episode Tradition der Serie Grey's Anatomy verabschiedet sich Jackson (Jesse Williams) von Meredith (Ellen Pompeo), Jo (Camilla Luddington) und Co. In der Zwischenzeit ist das Krankenhaus durch das Aufwachen von Mer wieder erfüllt von Hoffnung. Nur Helm (Jaicy Elliot) scheint es nicht so gut zu gehen. Doch Jo ist wiederum voller Enthusiasmus, ihre neue Stelle als Geburtshelferin zu beginnen.

Any More Tragedies I Should Know About?

Meredith ist endlich aufgewacht und macht sich gleich besser als erwartet. Ihr geht es sogar so gut, dass sie so schnell wie möglich entlassen werden kann. Doch bevor sie geht, muss Mer noch auf den neuesten Stand gebracht werden. Dabei drücken sich Bailey (Chandra Wilson) und Webber (James Pickens Jr.) davor, ihr von dem Tod Andrews (Giacomo Gianniotti) zu erzählen.

Zu ihrer Überraschung weiß Mer längst von dem Ableben Andrews. Es wird angedeutet, dass sie durch ihre „Zeit am Meer“ weiß, dass Andrew nun bei seiner Mutter ist. Und zu meiner Überraschung wird ihre Aussage einfach von Bailey und Webber hingenommen und nicht weiter thematisiert...

I Win. I Am The Last Man Standing.

Während sich alle darüber freuen, dass Meredith wieder gesund ist, müssen sie auch von Jackson Abschied nehmen. Dieser verabschiedet sich von seinen Freunden und Kollegen - angefangen bei seinen Mentoren Bailey und Webber. Mithilfe Flashbacks wird verdeutlicht, wie sie ihm auf seinem Lebensweg stets beigestanden, begleitet und unterstützt haben. Zu guter Letzt realisieren die beiden, dass ihr Protegé nun ihr Boss ist.

Als Nächstes besucht er Jo und sie bedanken sich beieinander, dass sie in der letzten Zeit so füreinander da waren. Mit einem Blick runter in die Empfangshalle reist Jackson kurz zurück in seine Anfangszeit, als er vom Mercy West zum Grey Sloan gewechselt ist. Den wohl wichtigsten Besuch hebt er sich zum Schluss auf: Meredith. Zwar waren die beiden in letzter Zeit eher selten zusammen zu sehen, doch sie verband trotzdem eine langjährige, ebenbürtige Freundschaft.

Mit Merediths Aussage „I win. I am the last man standing.“ wird erneut deutlich, dass nun wirklich jeder Anfänger das Grey Sloan verlassen hat und Meredith die letzte Hinterbliebene ist. Ansonsten gibt es natürlich noch die Urgesteine Bailey und Webber. Doch das war es auch schon. Damit erinnert uns das Drama an ein Phänomen, das wohl jedem „Grey's Anatomy“-Fan nur allzu bewusst ist: Über die 17 Jahre hat sich die Serie ganz schön verändert und viele Figuren sind gekommen und gegangen.

Doch zurück zu Meredith: Gefühlt das ganze Krankenhaus ist in Aufruhr, dass die großartige Dr. Meredith Grey wieder aufgewacht ist. Dementsprechend groß ist die Euphorie und ihr wird applaudiert. Während das Personal vor dem Krankenhauseingang gespannt auf sie wartet, schleicht sie sich in der Zwischenzeit zusammen mit Jackson aus dem Krankenhaus raus. Dabei hätte eigentlich ausgerechnet Avery einen gebührenden Applaus zum Abschied verdient, anstatt beinahe so heimlich, still und leise zu verschwinden.

Mit dem Verschwinden Jacksons wird gleichzeitig auch die Rückkehr von Meredith thematisiert. Dabei halten sich die beiden Ereignisse von der Intensität (der Thematisierung) her die Waage. Während mehr Leute die Rückkehr Merediths als das Verschwinden Jacksons zu beschäftigen scheint, gewinnt Jacksons Abschied durch die vielen Flashbacks, die mit großer Nostalgie aufgeladen sind, an Bedeutung.

I Want to Be an Ally

In der Episode Tradition macht sich außerdem ein seltsames Verhalten bei Tom (Greg Germann) bemerkbar, das sich mit der Zeit immer mehr als Erleuchtung kristallisiert. Die weisen Worte eines Geschichtenerzählers eines Stammes der Ureinwohner Amerikas scheinen etwas in ihm auszulösen, so dass er plötzlich vor Jacksons Auto steht und eine etwas übertriebene Rede hält. In dieser bekundet er Jackson, dass er ihn bei seinem neuen, ambitionierten Projekt unterstützen möchte und entscheidet sich kurzerhand dazu, mit ihm mitzukommen.

Für mich kam dieser Sinneswandel doch sehr plötzlich - gerade, da man vorher nichts Derartiges bei Koracick bemerkt hatte. So macht es auf mich doch viel mehr den Eindruck, dass die Autoren einfach nicht mehr wussten, was sie mit der Figur anfangen sollen - nun, da die Liebesbeziehung mit Teddy (Kim Raver) ein Ende gefunden hat. Daher erscheint es, als hätten sie sich kurzerhand dazu entschieden, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und ihn mit Jackson wegzuschicken, um ihm so schnell noch ein sinnvolles Ende zu geben. Außerdem ist es doch spätestens jetzt mehr als auffällig, wie viele Schauspieler die Serie verlassen haben. Es wirkt beinahe so, als ob „die Ratten das sinkende Schiff“ verlassen würden.

ABC
ABC - © ABC

Doch, wie wir alle wissen, stimmt das nicht. Denn Grey's Anatomy wurde endlich um eine weitere Staffel verlängert. Dabei wirkt es in der aktuellen Episode beinahe so, als ob diese Verkündung sich auch hier bemerkbar machen würde: Trotz der vielen kleinen Traurigkeiten - der Einsicht, wie viele Figuren uns in den letzten Episoden schon verlassen haben - sprüht „Tradition“ so viel Hoffnung und positive Energie aus.

So wird zwar zum Beispiel auch Helms Kampf mit der Pandemie thematisiert, bei dem sie kurz vor der Hoffnungslosigkeit steht. Doch Levi (Jake Borelli) reicht ihr eine helfende Hand und bietet ihr an, mit ihr zusammenzuziehen. So könnten sich die beiden noch viel mehr im Alltag unterstützen. (Doch: Wohnt er nicht noch mit Jo zusammen?)

Zu guter Letzt muss noch ein anderer Punkt angesprochen werden: Es scheint so, als ob „Grey's Anatomy“ nicht anders kann, als in alte Muster zu verfallen. So finden Teddy und Owen (Kevin McKidd) schon WIEDER sexuell zueinander. Dabei wirken sie wie eine endlose Berg- und Talbahn einer On-off-Beziehung, die immer wieder toll und dann schlecht läuft und kein Ende zu nehmen scheint. Ich muss sagen, wenn die Macher es mit ihnen jetzt nicht hinkriegen, dann ziehen sie das Duo nur noch endgültig in die Witzlosigkeit und es fragt sich, ob „Grey's“ diesen Weg gehen will und sollte.

Fazit

Trotz der vielen Abschiede in dieser Episode versprüht sie durch die Rückkehr Merediths doch auch viel Hoffnung, Freude und Positivität. Es scheint endlich wieder bergauf zu gehen. Dennoch wird, wie bei jedem Abschied, viel mit Nostalgie gespielt, für die „Grey's Anatomy“-Zuschauer durchaus anfällig sind.

Eine letzte Anmerkung: Geht es nur mir so oder klang der Soundtrack in dieser Episode etwas ungewöhnlich, komisch und auch irgendwie altmodisch?

Hier abschließend noch der Trailer zur aktuellen Folge, Tradition (17x15), der Serie „Grey's Anatomy“ auf dem US-Network ABC:

Verfasser: Maike Karr am Samstag, 22. Mai 2021

Grey's Anatomy 17x15 Trailer

Episode
Staffel 17, Episode 15
(Grey's Anatomy 17x15)
Deutscher Titel der Episode
Traditionen
Titel der Episode im Original
Tradition
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 20. Mai 2021 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 18. August 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Mittwoch, 18. August 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Mittwoch, 18. August 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Mittwoch, 18. August 2021
Regisseur
Kevin McKidd

Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 17x15

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