Grey's Anatomy 16x16

© ustin Chambers als Dr. Alex Karev in Grey's Anatomy / (c) ABC
In der Grey's Anatomy-Episode Leave A Light On erhalten Meredith (Ellen Pompeo), Bailey (Chandra Wilson) und Webber (James Pickens Jr.) einen Abschiedsbrief von Alex (Justin Chambers).
I am gone
Dabei sehen wir ihre Reaktionen und können uns über den Schock, den sie empfinden, mit ihnen identifizieren. Wir nehmen ihre Position ein. Zusammen mit ihnen unternehmen wir eine Reise in die Vergangenheit und durchleben alles, was sie miteinander durchgemacht haben. Nicht nur die Ärzte des Grey Sloan Memorial Hospital verabschieden sich von Alex, sondern auch wir. Die Ärzte der ersten Stunde gibt es nicht mehr. Meredith ist die einzige Überlebende des Original-Casts - was die jungen Ärzte angeht -, wie sie so treffend zum Ausdruck bringt.
Natürlich liest Meredith den Brief von Alex zuerst. Sie war nicht nur die längste Zeit ein Teil seines Lebens, sondern sie war auch seine stetige Begleiterin (und ab einem gewissen Zeitpunkt ebenbürtige Freundin). In allen vier Briefen schildert er seine Entscheidung, von Seattle fernzubleiben: Während Merediths Prozess hat er die Chance ergriffen, Izzy (Katherine Heigl) zu kontaktieren, dabei hat er herausgefunden, dass sie single ist und Zwillinge durch seine Samenspende bekommen hat. Das ist mehr, als er sich je erträumt hatte und er kann nicht anders, als mit ihr eine glückliche Familie zu gründen: Er will seinen Kindern das bestmögliche Leben ermöglichen und sie nicht durch die Eskapaden gehen lassen, die er durchstehen musste. Hiermit wird Shippern von Alex und Izzy der ultimative Traum erfüllt, den sie sich wahrscheinlich selbst noch nicht mal hätten so ausmalen können...
Sie unterscheiden sich jedoch in seiner persönlichen Beziehung zu dem Adressaten: Wie und wofür er ihnen dankt, wie er sich von ihnen verabschiedet, was sie miteinander durchgestanden haben, einander gelehrt haben und so weiter...
I am in love with Izzy
Dabei fühlt sich beinahe die ganze Episode wie eine Reise in eine andere Zeit beziehungsweise an einen anderen Ort an. Wir reisen durch das Leben von Alex, von seinen Anfängen beim Grey Sloan über seine Achterbahnfahrt mit Izzy und seiner Ehe mit Jo (Camilla Luddington) bis hin zu seinem jetzigen Leben mit Izzy und seinen Kindern.
Sein jetziges Leben fühlt sich dabei wie ein wahr gewordener Traum an - auch die Schnittart erinnert daran. Hier fällt aber auch auf, dass wir in der ganzen Episode kein einziges Mal den „jetzigen Alex“ zu Gesicht bekommen. Wir hören lediglich seine Stimme, die seine Briefe vorliest, sein altes Ich, das uns in Rückblenden eingeblendet wird, und bei seinem aktuellen Leben sehen wir immer nur einen männlichen Körper, aber nie ein Gesicht. Das ist natürlich darauf zurückzuführen, dass Justin Chambers nicht mehr Teil von „Grey's Anatomy“ war, doch es fällt einem trotzdem ins Auge. Ich muss aber persönlich sagen, dass ich die minimalistische Inszenierungsweise seines neuen Lebens passend gewählt finde. Alex ist weg und lebt nun ein traumhaftes Leben. Hätten wir sein Gesicht noch mal gesehen, wäre dieser Umstand zur Realität geworden und hätte diese träumerische Vorstellung zerstört.
Alle Adressaten gehen anders mit ihrem Brief um: Enttäuschung, Schock, Verständnis, Traurigkeit, Nostalgie, Reue... Dementsprechend verarbeiten alle Beteiligten das Gelesene anders und wenden das Erzählte auf ihr eigenes Leben an. So ziehen sie alle in einer gewissen Art und Weise eine Lehre aus Alex' Leben: Bailey beschließt, dass Joey nicht so ein schweres Leben wie Alex haben soll und will ihn zusammen mit Ben (Jason George) adoptieren. Webber bereut es, dass er nicht miterlebt hat, wie Maggie (Kelly McCreary) groß geworden ist und kann deswegen auch Alex' Entscheidung mehr als nachvollziehen.

You are my hero
Meredith reagiert mit Verständnis und Liebe. Sie weiß schließlich ganz genau, was Izzy und Alex füreinander empfunden haben und wie sehr er sich dieses Leben gewünscht hatte. So eine Reaktion war zu erwarten. Eine Reaktion, die jedoch so nicht vorherzusehen war, ist die von Jo. Sie muss am meisten mit seinem Fortgang zu kämpfen haben. Ihr muss der Abschied von ihm am meisten zusetzen. Anstatt jedoch zusammenzubrechen, begibt sie sich wieder an die Arbeit. Dabei hätte sie bei allem, was sie in den letzten Monaten durchgestanden hat, allen Grund, fertig zu sein. Stattdessen beweist sie, dass sie durch alles, was sie in der letzten Zeit durchgemacht hat, nur stärker geworden ist und auch den Verlust ihres Ehemannes überstehen wird.
Fazit
Die Meinungen über den Abschied von Alex werden sich natürlich stark voneinander unterscheiden. Bei einer Sache können wir uns aber wohl alle wohl einigen: Die Art und Weise, wie und vor allem, warum Alex das Grey Sloan Memorial verließ, ist letztlich äußerst kontrovers und wird für Diskussionen sorgen. So kontrovers sein Ende auch sein mag, so sehr muss man auch würdigen, wie viel Kraft die Macher in seinen Abschied gesteckt haben. Ich kann mich kaum daran erinnern, dass eine andere Figur jemals eine so auf sie zentrierte Episode als Abschiedsgeschenk erhalten hätte.
Die Episode ist ein Tribut an Alex. Sie widmet sich voll und ganz dieser Figur. Dabei durchleben wir noch mal seine Vergangenheit. Uns wird die Entwicklung vor Augen geführt, die er durchgemacht hat. Die Liebe, die er für Izzy empfunden hat. Die Liebe, die er für Jo empfindet. Das alles führt uns zu seiner Entscheidung, bei Izzy und seinen Kindern zu bleiben: Er möchte nicht, dass sie so ein schwieriges Leben wie er haben werden. Vor ihm steht der wahr gewordene Traum einer Familie mit Izzy und er ergreift nun mal diese Chance. Sie leben genau das Leben, das er sich für sie gewünscht und vorgestellt hatte: auf einer Farm inmitten der Natur. Sie arbeitet als Chirurgin. Sie und ihr Mann lieben sich. Sie haben mehrere wundervolle Kinder.
Hier abschließend noch der Trailer zu „Grey's Anatomy“:
Verfasser: Maike Karr am Freitag, 6. März 2020Grey's Anatomy 16x16 Trailer
(Grey's Anatomy 16x16)
Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 16x16
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