Grey's Anatomy 14x23

Grey's Anatomy 14x23

Im Fokus von Cold as Ice steht der nahende Abschied von zwei Figuren, der sowohl aus externen als auch aus internen Gründen ansteht und emotional aufgeladen ist. Außerdem bekommt man einen Einblick in die (mögliche) Zukunft der Figuren geboten.

James Pickens Jr. und Jessica Capshaw in „Grey's Anatomy“ (c) ABC
James Pickens Jr. und Jessica Capshaw in „Grey's Anatomy“ (c) ABC
© ames Pickens Jr. und Jessica Capshaw in „Grey's Anatomy“ (c) ABC

In der Grey's Anatomy-Episode Cold as Ice versuchen die Ärzte des Grey Sloan Memorial, das Leben von Dr. April Kepner (Sarah Drew) zu retten. Währenddessen bekommt Dr. Arizona Robbins (Jessica Capshaw) Besuch von ihrer ehemaligen Mentorin Dr. Herman (Geena Davis).

Empty vessel full of sugar who skated in a hospital

Kurz vor dem Ende der 14. Staffel konzentriert sich das Drama auf die zwei Figuren, die bald nicht mehr Teil der Serie sein werden - Arizona und April. Hierbei steht bei beiden Charakteren der Abschied an. Während es bei letzterer eher durch äußere Umstände verursacht wird, sieht es bei Arizona etwas anders aus. Das macht das Abschiednehmen jedoch nicht einfacher, wie sowohl wir als auch Arizona selbst feststellen müssen.

Arizona wird Seattle verlassen und ihrer Tochter zuliebe nach New York ziehen, da dort auch Callie wohnt. Während ihrer Verabschiedung (und gleichzeitigen Kündigung) mit (bei) Dr. Bailey (Chandra Wilson) muss sie sich zusammenreißen, damit ihr nicht die Tränen kommen. Ihr gegenüber versucht sich Arizona, die positiven Seiten ihres Umzuges nach New York vor Augen zu halten. Das lässt sie nicht nur verlauten, damit Bailey besänftigt ist, sondern sie redet sich auch selbst noch mal die Beweggründe für ihren Umzug ein.

Während Bailey ihr überaus schmeichelnde Worte entgegnet, die uns an die „gute alte Zeit“ mit Robbins erinnern, reagiert Dr. Webber (James Pickens Jr.) ganz anders und lässt seinem Unmut freien Lauf. Aus seinen Worten kann man jedoch auch heraushören, dass er sie und ihre geschätzte Arbeit vermissen wird.

Jessica Capshaw und Geena Davis in „Grey%26#039,s Anatomy“
Jessica Capshaw und Geena Davis in „Grey%26#039,s Anatomy“ - © ABC

Creating more Robinses

Schließlich stattet Dr. Herman ihr einen Besuch ab. Sie lässt ihr Gehirn untersuchen, um sicherzugehen, dass ihr Tumor, der sie erblinden ließ, nicht zurückgekehrt ist. Als sie feststellte, dass sie durch den Tumor ihr Augenlicht verlieren wird, wollte sie ihr Wissen und ihre Expertise an jemanden weitergeben. Dieser jemand war Dr. Arizona Robbins, für die sie zu einer Art Mentorin wurde.

Nachdem ihre Lehre bei Robbins Wirkung zeigte, wurde ihr bewusst, dass ihr ausgefeiltes Wissen immer noch etwas wert ist. Auch wenn sie selbst keine Leben mehr retten kann, ist es ihr doch möglich, indirekt tausende von Leben zu retten. Nämlich, indem sie ihr Wissen weitergibt und an Universitäten wie der UCSF (=University California San Francisco) lehrt.

Mithilfe Robbins' hat sie diese positive Seite an dem Verlust ihres Augenlichts und ihrer Tätigkeit als Chirurgin erkannt. Das hat sie aus einem richtig dunklen Ort gerettet und ihrem Leben wieder einen Sinn gegeben. Sie wusste jedoch nicht, wie sie ihr direkt danken sollte. Daher vermied sie den Kontakt zu ihr. Da Arizona das nicht bewusst war, war sie etwas verletzt von Hermans Verhalten und dementsprechend nüchtern reagiert sie nun zunächst auf Hermans Auftauchen.

Letzten Endes versöhnen sich die beiden aber wieder miteinander und ihre ehemalige Mentorin unterbreitet Robbins sogar ein Angebot, das für sie alles darstellt, was sie sich jemals gewünscht hat: Dr. Nicole Herman möchte, wo immer Robbins möchte, eine Klinik eröffnen, die für die Gesundheit von werdenden Müttern und ihren Embryos da ist. Dort soll Arizonas neue Methode Leben von Müttern zu retten, angewendet und gelehrt werden. Dort könnte Herman außerdem auch ihr eigenes Wissen gezielt verbreiten. Hier würden also die Ideen beider für die Fetalchirurgie vereint werden.

Dieser Vorschlag klingt genau nach dem, was Arizona gefallen könnte und was zu ihr passen würde. So einen Job hat sie sich redlich verdient. Das macht den Abschied von der stets fröhlichen Ärztin zwar nicht leichter, aber zumindest wissen wir, dass es ihr an diesem Ort gut ergehen wird.

Warm and dead

Nachdem Arizonas Figur einer rosigen Zukunft entgegenblickt, scheint das bei April nicht so der Fall zu sein - zumindest für eine kurze Zeitspanne, die einem aber wie eine Ewigkeit erscheint. Matthew (Justin Bruening), der verletzt in das Krankenhaus eingeliefert wird, macht die Ärzte darauf aufmerksam, dass April bei ihm war und verletzt sein könnte. Als diese gefunden wird, ist sie „cold as ice“, da sie stundenlang im eiskalten Wasser gelegen hat. Sie erleidet eine Hypothermie - ähnlich wie Meredith damals. Der Fakt, dass Meredith das Gleiche durchgemacht und es überstanden hat, beruhigt, jedoch zweifelt man immer wieder daran, dass April es schaffen wird.

Mit vereinten Kräften arbeiten Maggie (Kelly McCreary), Meredith (Ellen Pompeo), Owen (Kevin McKidd) und mehrere Assistenzärzte daran, ihr Leben zu retten. Hierbei fallen mehrere Dinge ins Auge. Zum einen kann man hier schön beobachten, dass es stets eine schwierige Aufgabe ist, einen kühlen Kopf zu bewahren, wenn das Leben eines Bekannten in den eigenen Händen liegt. Während es allen klar sein sollte, dass ein klarer Verstand Aprils Leben eher retten wird, gelingt dies manchen besser und manchen schlechter. Somit schwanken die Ärzte des Grey Sloan stets zwischen ihrer Tätigkeit als behandelnde Ärzte und ihrem Verhältnis als (trauernde und) fassungslose Freunde.

Jesse Williams in „Grey%26#039,s Anatomy“
Jesse Williams in „Grey%26#039,s Anatomy“ - © ABC

Eine schöne Szene, die die langsam ausufernde Verzweiflung der Chirurgen perfekt einfängt, ergibt sich im OP-Saal. Nachdem sie bereits seit Stunden versuchen, Aprils Herz wieder zum Schlagen zu bringen, sind die Ärzte mit ihren Kräften am Ende. Hier kommt Owen schließlich auf eine wichtige Idee. Das kann man einerseits so deuten, dass sie nicht mehr weiter wissen und alles in ihrer Macht Stehende getan haben. Somit haben sie April aufgegeben, was man ganz eindeutig an Alex' Worten bemerkt. Während er über Dr. Kepner spricht, verwendet er die Vergangenheitsform. Während manch einer April also schon aufgegeben haben mag, kämpft Maggie noch verzweifelt für sie. Was zuerst wie unnötige und schmerzvolle Maßnahmen (für die Anwesenden) erscheinen mag, erweist sich schnell als die richtige Lösung, um April zurückzuholen.

Andererseits bedeutet ebendieser Akt des Betens aber auch eine Art des Tributzollens an Kepner. Keiner der anwesenden Chirurgen ist wesentlich gläubig. Da sie jedoch wissen, dass April an Gott glaubt und ihr das viel bedeuten würde, beten sie gemeinsam. Insbesondere im Rückblick darauf, dass sie zuletzt eine große Glaubenskrise durchgemacht hat, finde ich dies eine durchaus passende und rührende Geste von den Kollegen Kepners. Nicht nur im OP-Saal wird gebetet, sondern auch im Patientenzimmer. Nachdem die erste Hürde geschafft ist, betet Jackson dafür, dass Gott die Mutter seines Kindes nicht sterben lässt. In dieser überaus rührenden Szene gibt Jesse Williams alles, was er hat und es zahlt sich aus. Seine Performance berührt bis ins Mark! Zuletzt sei hier noch angemerkt, dass sein Gespräch mit Gott wohl in zweierlei Hinsicht Wirkung gezeigt hat: April wacht wieder auf. Dieser Umstand ist (sehr wahrscheinlich) ausschlaggebend dafür, dass sich Jackson erneut Gott zuwendet.

In der Zwischenzeit klärt Arizona die anderen über die Beziehung von April und Matthew auf. Nachdem sie ihr Kind und er seine Frau verloren hatte, vereinte sie ihre Trauer und ihr gemeinsamer Glauben an Gott. Dadurch haben sie einander wiedergefunden, gaben einander Halt und haben sich ineinander verliebt. Während manch einer die beiden als Verlobte miteinander nicht besonders gemocht haben mag, so sehr erscheinen sie nun als harmonisches und vereintes Paar. Ich für meinen Teil bin froh, dass die beiden sich wiedergefunden haben und April wieder glücklich ist.

Schließlich wacht April auf und man merkt, was für eine große Familie, in der sich alle umeinander sorgen, die Ärzte des Grey Sloan Memorial doch sind. So sind alle überaus erfreut, als April ihre Augen öffnet. Meredith reißt ein paar Witze darüber, dass sie dasselbe wie April durchgemacht hat und fragt nach ihrer Erfahrung. Sie kontert wiederum mit humorvollen Anspielungen auf Jesus, die erneut verdeutlichen, wie gut April ihre Krise verarbeitet hat. Außerdem sind sowohl Jackson als auch Arizona einfach nur erleichtert, dass es April wieder gut geht. Während ersterer einfach nur sprachlos ist, bricht die sensible Arizona immer wieder in Tränen aus. Hiermit bietet sich uns erneut eine überaus gelungene Szene, in der alle Figuren ihren Platz haben.

Zuletzt kann man zu Aprils Handlungsstrang der Episode wohl nur sagen, dass es Shonda Rhimes mal wieder geschafft hat, uns an der Nase herumzuführen. Aufgrund der Tatsache, dass Sarah Drew die Krankenhausserie verlassen wird, bestand stets die Möglichkeit, dass ihre Figur da nicht lebend herauskommt. Mit ebendieser Möglichkeit haben die Macher gekonnt gespielt. Während mir dieser Teil von Aprils Beinahetod nicht allzu sehr gefällt, ist er doch sehr gut gestaltet. Uns werden emotionale Momente geboten, auf die natürlich gesetzt wird, jedoch sind ebensolche stets die Stärke des Dramas, so dass man als „Grey's“-Zuschauer nicht abgeneigt sein darf. Außerdem darf sich jeder Charakter individuell präsentieren, wodurch auch unter anderem ihre unterschiedlichen Charakterzüge, Vergangenheiten und Beziehungen zu anderen Figuren aufgearbeitet werden.

Sarah Drew und Justin Bruening in „Grey%26#039,s Anatomy“
Sarah Drew und Justin Bruening in „Grey%26#039,s Anatomy“ - © ABC

I only see yellow, yellow and yellow

Während alledem werden zwar die restlichen Storylines gedrosselt, jedoch nicht gestoppt. Wenn das Krankenhausdrama - abgesehen von emotional aufgeladenen Momenten - eins je gut konnte, dann war es stets, mehrere Geschichten gleichzeitig zu jonglieren. Amelia (Caterina Scorsone) hilft Betty (Peyton Kennedy) bei ihrem Entzug. Owen fragt Bailey nach Ratschlägen zur Elternschaft und bereut dies schnell. Zwischenzeitlich sind Jo (Camilla Luddington) und Alex (Justin Chambers) mit den Hochzeitsvorbereitungen beschäftigt.

Fazit

Wie erwartet, wird uns mit Cold as Ice eine überaus emotionale Episode geboten, die uns etwas an der Nase herumführt. Das ist jedoch nicht weiter schlimm, da man so erneut Einblicke in die Charaktere geboten bekommt. Insgesamt steht die Episode im Zeichen des Abschieds von Arizona und April. Daher liegt der Fokus auf den beiden Figuren, wodurch deren Leben und deren Zukunft näher beleuchtet wird.

Verfasser: Maike Karr am Freitag, 11. Mai 2018

Grey's Anatomy 14x23 Trailer

Episode
Staffel 14, Episode 23
(Grey's Anatomy 14x23)
Deutscher Titel der Episode
Eiskalt
Titel der Episode im Original
Cold As Ice
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 10. Mai 2018 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 17. Oktober 2018
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 24. September 2018
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Montag, 8. Oktober 2018
Autor
William Harper
Regisseur
Bill D'Elia

Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 14x23

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