Grey's Anatomy 14x22

Grey's Anatomy 14x22

Diverse Charaktere müssen schwerwiegende Entscheidungen treffen, die sowohl mit der Vergangenheit zu tun haben als auch Auswirkungen auf ihre eigene Zukunft und die von anderen hat. Dabei wird man in die Tiefen der Charaktere gezogen, was dem Drama zu alter Stärke verhilft.

Szenenbild zu der „Grey's Anatomy“-Episode „Fight for Your Mind“ (c) ABC
Szenenbild zu der „Grey's Anatomy“-Episode „Fight for Your Mind“ (c) ABC
© zenenbild zu der „Grey's Anatomy“-Episode „Fight for Your Mind“ (c) ABC

In der von Jesse Williams inszenierten Grey's Anatomy-Episode Fight for your Mind werden Geschichten aus der Vergangenheit ausgepackt, die in Bezug zur Gegenwart stehen oder gestellt werden. Dr. Meredith Grey (Ellen Pompeo) bekommt es mit den Auswirkungen der Entscheidungen ihrer Mutter und von Harper Avery zu tun. Währenddessen muss Dr. Miranda Bailey (Chandra Wilson) für eine Fehlentscheidung geradestehen, die dem Krankenhaus teuer zu stehen kommen könnte und Dr. Arizona Robbins (Jessica Capshaw) trifft eine schwerwiegende Entscheidung. Außerdem begibt sich Dr. Alex Karev (Justin Chambers) zusammen mit seiner Verlobten Dr. Jo Wilson (Camilla Luddington) auf die Suche nach seiner Mutter.

Second astronaut

Aufgrund der Tatsache, dass Dr. Marie Cerone (Rachel Ticotin) von Dr. Harper Avery sexuell belästigt wurde, wurde sie von der Möglichkeit ausgeschlossen, seinen heißbegehrten Preis zu erhalten. Da ansonsten die von ihr und Dr. Ellis Grey entwickelte Methode nicht für den Preis in Betracht gezogen worden wäre, verschwieg Ellis, dass Marie an der Entwicklung dieser Methode mitgewirkt hatte. Vor kurzem hat Meredith von der Fehlentscheidung ihrer Mutter erfahren, sich jedoch dagegen entschieden, dies an die Öffentlichkeit weiterzuleiten. Als nun jedoch die Fehltaten von Dr. Avery und dessen Auswirkungen ans Licht kommen, wird sie wieder an den Vorfall zwischen ihrer Mutter und Cerone erinnert.

Um einen klaren Kopf zu bekommen, geht sie in eine Bar. Dort wird sie in ein Gespräch mit einem anderen Arzt verwickelt, der ihr dabei hilft, ihre momentane verzwickte Situation in einem anderen Licht zu sehen. Dieser hat seit einem Jahr an einer ähnlichen Methode wie Meredith gearbeitet. Da jedoch Meredith zuerst damit an die Öffentlichkeit gegangen ist, wird man stets nur sie damit verbinden. Niemand interessiert sich dafür, wer etwas zum zweiten Mal getan oder etwas als Zweites erfunden hat. Das verschafft ihr einen anderen Blickwinkel auf Dr. Cerones Lage. Schließlich berichtigt sie den Fehler, den ihre Mutter begangen hat, indem sie ihr den nötigen Tribut zollt. Die von den beiden zusammen entwickelte Methode wird von nun an die Grey-Cerone-Methode heißen.

Believer of words

Dr. Vik Roy (Rushi Kota) wurde von Dr. Webber (James Pickens Jr.) entlassen, als dieser herausfindet, dass der Assistenzarzt unter dem Einfluss von Drogen Patienten behandelt hat. Nun verlangt er seinen Job wiederzuerlangen und eine Entschuldigung zu erhalten, da er das Krankenhaus ansonsten verklagen würde. Denn die Drogen, die ihm von einer Vorgesetzten angeboten wurden, hat er unwissentlich zu sich genommen. Während seine erste Forderung für Chief Bailey in Ordnung geht, hat sie Schwierigkeiten auf seine zweite Forderung einzugehen.

Sie findet es gut, wenn sich Menschen entschuldigen, aber nur wenn diese wirklich ernst gemeint und ehrlich sind. Da das hier nicht der Fall ist, kann sie solch ein Verhalten nicht dulden und demzufolge auch die entsprechende Entschuldigung nicht aussprechen. Stattdessen bleibt Bailey sich selber treu, indem sie sich nicht entschuldigt, Roy aber die Möglichkeit gibt, ein richtig guter Arzt zu werden. Das imponiert ihm, denn er willigt ein, ihre „Entschuldigung“ anzunehmen. Gleichzeitig sieht man hier aber auch, dass er eine ganz schöne Ehrfurcht vor Bailey hat - wer könnte ihm das verdenken?

What is best for her, is worse for me

Bereits seit mehreren Wochen merkt man, dass Sofias Heimweh nach Callie und New York immer größer wird. Nun ist die Tochter von Arizona sogar so weit gegangen, dass sie aus der Schule Geld gestohlen hat, um sich mit diesem einen Flug nach New York zu buchen. Es ist jedoch nicht dazu gekommen, dass sie das Geld einsetzen konnte, da ihr Fehlverhalten aufgeflogen ist. Nun macht sich Arizona jedoch eine Menge Sorgen, da sie für ihre Tochter nur das Beste möchte. Am Ende muss sie eine schwerwiegende Entscheidung treffen.

Bei der Entscheidungsfindung hilft ihr der aktuelle Fall einer Mutter, die auch ihr eigenes Wohl hinter das ihrer Tochter stellen muss. Das kostet sie viel Überwindung, jedoch merkt sie letzten Endes, dass das die einzig richtige Entscheidung gewesen ist. Hierbei hat wiederum Arizona ihr geholfen. Da die Patientin Angst vor der anstehenden Prozedur hat, erzählt sie ihr, wie sie ihr Bein verloren hat. Die Message der Geschichte ist, dass obwohl sie Angst vor der Operation hatte, diese unbedingt nötig war und letzten Endes ihr Leben gerettet hat. Außerdem war es ihr danach immer noch möglich zu skaten, so wie sie das schon seit Jahrzehnten gemacht hat. Während sie diese Geschichte erzählt, ist es besonders schön, dass sie Callie keine Schuldzuweisungen mehr macht und einsieht, dass es damals keine andere Möglichkeit gab, als ihr Bein zu amputieren. Auch Callie musste zu dieser Zeit eine schwerwiegende Entscheidung treffen, die ihr alles andere als leicht gefallen ist.

Auch ein Gespräch mit April verschafft Arizona mehr Klarheit bezüglich ihrer Situation. Diese rät ihr, das zu tun, was am besten für ihre Tochter ist. So entscheidet sie sich schließlich dafür, wie bereits in den letzten Wochen angedeutet, zusammen mit Sofia nach New York zu ziehen, damit ihre Tochter beide Elternteile in ihrer Nähe haben kann.

Apropos, April: Diese bewundert Jacksons (Jesse Williams) Entscheidung, höchstpersönlich für den entstandenen (finanziellen) Schaden, den seit Großvater angerichtet hat, aufzukommen. Sie vergleicht ihn mit einem reichen Mann aus der Bibel, der alles aufgibt, um den Armen zu helfen. Dieser Vorfall beweist, dass April endgültig über den Berg ist. Denn sie hat nicht nur ihre Glaubenskrise überwunden, sondern kann sich auch wieder ganz normal - so wie sie es immer getan hat - mit Gott, der Bibel und ihrem Glauben auseinandersetzen.

The exorcist

Amelia (Caterina Scorsone) hat sich zuletzt dazu entschieden, ein drogensüchtiges jugendliches Mädchen bei sich aufzunehmen. Hierbei ist sie darauf vorbereitet, dass Betty (Peyton Kennedy) sich gegen den Entzug weigern wird und sich dementsprechend auch verhalten wird. Sie hält jedoch dem aufbrausende Verhalten der Jugendlichen stand. Denn sie weiß, dass aus ihr nur die Drogen sprechen, die ihren Körper nicht verlassen möchten. Amelia sieht die Drogen als bösen Dämon und den Entzug als Exorzismus. Demzufolge übernimmt sie hier die Rolle der Exorzistin. Für einige Zeit scheint ihre knallharte Taktik auch Wirkung zu zeigen. Jedoch unterschätzt sie letzten Endes Bettys Dämon, sodass diese sich unbemerkt durch das Badfenster aus dem Staub machen kann.

Das führt dazu, dass sie wieder mehr ihr eigene Sucht reflektiert, sich aber auch mehr damit auseinandersetzt, wie schnell man heutzutage an Drogen herankommen und süchtig werden kann. Nach ihren Worten zu urteilen, könnte man beinahe vermuten, dass sie bald eine Initiative auf die Beine stellen wird, die drogensüchtigen Jugendlichen helfen soll wieder clean zu werden oder dass sie es diesen Jugendlichen erschweren möchte an Drogen (durch z.B. unwissende Ärzte) heranzukommen.

She is at work

Die wohl schwerwiegendste Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist bei Alex zu verzeichnen. Als er davon erfährt, dass seine Mutter nicht mehr seine Schecks eingelöst hat, macht er sich große Sorgen um sie, da er annimmt, dass sie entweder tot ist oder auf der Straße lebt. Stattdessen muss er jedoch feststellen, dass eher das Gegenteil der Fall ist. Ihr geht es so gut wie noch nie. Sie hat ihren alten Job wieder, bezahlt ihre Rechnungen und führt ein zufriedenstellendes Leben.

Diese Entdeckung wirft Alex ganz schön aus der Bahn. Während er sich gleichzeitig für sie freut, dass sie nun so ein schönes und geordnetes Leben führt, ist er gleichzeitig wütend darüber, dass dieser Lebenswandel nicht in seiner Jugend gekommen ist. Als Jugendlicher hatte er es nie leicht und er musste sich stets um seine Mutter sorgen und kümmern. Während er sie gebraucht hat, war sie nicht für ihn da und nun wo er sie nicht mehr wirklich braucht, geht es ihr wieder gut.

Mit Hilfe von Jo, realisiert er, dass er die Vergangenheit nicht ungeschehen machen kann und von seiner Mutter wahrscheinlich auch keine Entschuldigung zu hören bekommt. Anstatt sich jedoch über die Vergangenheit aufzuregen, kann er sich über die Gegenwart freuen und die Zeit, die er mit seiner Mutter hat, mit ihr verbringen. So kommt eine unglaublich gefühlvoll gestaltete Szene zustande, in der Alex die Größe besitzt, ihre momentane Situation nicht auf sich zu beziehen, sondern ihr Tribut zu zollen. Er gibt ihr zu verstehen, wie stolz er auf sie und ihre Entwicklung ist, die sie durchgemacht hat. Das spiegelt gleichermaßen seine eigene Entwicklung wieder, die er seit der ersten Staffel durchgemacht hat.

Fazit

Das zentrale Thema von Fight for your Mind ist Fehler aus der Vergangenheit zu berichtigen. Hierfür stehen oftmals schwerwiegende Entscheidungen an. Indem sie dabei Unterstützung von anderen Figuren erhalten, erleichtert das die zu treffenden Entscheidungen. Dabei entstehen wunderbar gefühlvolle Charaktermomente, in denen sich Grey's Anatomy von seiner besten Seite zeigt.

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Verfasser: Maike Karr am Freitag, 4. Mai 2018

Grey's Anatomy 14x22 Trailer

Episode
Staffel 14, Episode 22
(Grey's Anatomy 14x22)
Deutscher Titel der Episode
Es ist nie zu spät!
Titel der Episode im Original
Fight for Your Mind
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 3. Mai 2018 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 10. Oktober 2018
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 17. September 2018
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Montag, 1. Oktober 2018
Autor
Andy Reaser
Regisseur
Jesse Williams

Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 14x22

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