Grey's Anatomy 13x12

Grey's Anatomy 13x12

Während sich der Streit um Minnick und Webber immer weiter verschärft, überrascht Maggie ein unerwarteter Familienbesuch. Derweil lösen sich die Hintergründe um Alex' Verbleib endlich restlos auf. Dank subtiler Untertöne kann dieser Handlungsstrang am Ende doch noch überzeugen.

Maggie, Arizona und Jackson in der Serie „Grey's Anatomy“ / (c) ABC
Maggie, Arizona und Jackson in der Serie „Grey's Anatomy“ / (c) ABC
© aggie, Arizona und Jackson in der Serie „Grey's Anatomy“ / (c) ABC

Die wohl größte Überraschung der Episode None of Your Business besteht nicht etwa in dem unerwarteten Familienbesuch von Maggies (Kelly McCreary) Mutter Diane (LaTanya Richardson). Wenngleich auch dieser Handlungsstrang zu überzeugen weiß und viel interessantes Potential mit sich bringt, ist es die Auflösung der Ereignisse um Alex, die erstaunlicherweise doch noch den Ton treffen kann.

Überhaupt wagt sich None of Your Business gleich an mehrere zentrale Baustellen der Handlung heran und entfaltet vielerorts - bis auf eine Ausnahme - die notwendige und bislang vermisste Tiefe. Obwohl Baileys (Chandra Wilson) neue alte Härte weiterhin irritiert und bisweilen unentschlossen wirkt, lenkt dieser Umstand den Fokus geschickt auf eine genauere Betrachtung ihrer Figur, die zuletzt durchaus zu kurz kam. Dem unvermeidlichen und nun unmittelbar bevorstehenden Krach zwischen Webber (James Pickens, Jr.) und Catherine Avery (Debbie Allen) kann dagegen nur schwerlich Positives abgewonnen werden.

Eine weitere Komponente des Handlungsbogens, nämlich die nach wie vor nur verbal vorhandene Spannung zwischen Arizona (Jessica Capshaw) und Minnick (Marika Dominczyk), kann bislang noch nicht so recht nachempfunden werden, ebenso Owens und Amelias Ehekrise, die in dieser Episode zwar nur sehr marginal Erwähnung findet, aber nicht gerade hoffnungsvolle Aussichten aufkommen lässt.

But I finally got out

Im Grunde stellte die erwählte Auflösung des Handlungsstrangs um Alex, Jo (Camilla Luddington) und Andrew (Giacomo Gianniotti) die einzig plausible Begründung für die letzte Szene der vorhergehenden Episode dar: Der herzensgute Andrew ließ, selbstverständlich aus Sorge um Jo, alle Anklagepunkte gegen Alex im letzten Moment fallen. Er ist frei - und bekommt, sofern er alle nötigen Unterlagen einreicht, auch seinen Job wieder. So plausibel diese Auflösung ist, so wenig originell erscheint sie. Dank einiger starken Szenen im Nachgang dieser Entwicklung kann, zumindest für den Moment, über dieses Ärgernis (insbesondere in Bezug auf die gesamte Entwicklung als solche) allerdings hinweggesehen werden.

So spricht Andrew am Ende der Episode None of Your Business das aus, was sich wohl einige Zuschauer/-innen im gesamten Handlungsverlauf bereits fragten: Weshalb entschuldigt sich Alex erst jetzt, nachdem Andrew für ihn eingestanden ist, während er doch wochenlang die Gelegenheit gehabt hätte, ihn tagtäglich gesehen hat? Es ist exakt diese moralische Kurve, die Alex' Figur einschlug und die für große Irritation sorgte. So bringen Andrews treffende Worte den bitteren Nachgeschmack mit sich, dass auch die (späte) Reue nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass Alex Figur einen charakterfremden Abweg nahm, der nur schwer zu verzeihen ist.

Im Zuge des kurzen Gesprächs kommt selbstverständlich auch die Motivation von Andrew zur Sprache, Alex vor dem Gefängnis zu bewahren. Seine Gefühle für Jo schlagen dabei auch den gedanklichen Bogen zu einer stummen Szene zwischen Alex und Jo, die aufgrund ihrer Ambivalenz in bestimmter Hinsicht Hoffnung aufkommen lässt. Die Deutungsangebote, die uns im Nachgang dieser Umarmung gemacht werden, dürften als gemeinsamen Nenner wohl ein Gefühl der Katharsis und Erlösung haben. Jo verzeiht Alex und lässt ihn außerdem spüren, dass sie sich große Sorgen um ihn gemacht hat und froh darüber ist, dass er frei ist. Als sich die beiden schließlich aus der Umarmung lösen, Jo geht und Alex still die Tür schließt, scheint diese Versöhnung gleichzeitig einen Abschied zu bedeuten. Sollte dem so sein, drängt sich schnell die Frage auf, ob dies tatsächlich zu betrauern wäre. Vor allem Jo wäre endlich frei - im Sinne einer Entwicklung, die sich unabhängig von Alex vollziehen kann.

Winter is coming

Während das eine Drama seinem Ende entgegengeht, bahnt sich anderorts die nächste Belastungsprobe an: Maggies Mutter ist zu Besuch. Was heiter und amüsant beginnt, gewinnt in wenigen Worten und einer kurzen Szene eine Tiefe, deren Fortlauf - den traurigen Implikationen zum Trotz - mit Spannung erwartet werden kann.

Dass Diane eine aggressive Form von Brustkrebs hat und Maggie aller Wahrscheinlichkeit nach erst nach ihrer Abreise von der Erkrankung erfahren wird, bildet den dramatischen Rahmen dieses Handlungsbogens, in den Jackson (Jesse Williams) maßgeblich eingebunden ist. Aufgrund der anfangs sprühenden Dialoge zwischen Diane und Maggie und der später bemerkenswert schnell ergreifenden Intensität der Auseinandersetzung zwischen Mutter und Tochter gelingt es den Autor/-innen, ein überzeugendes Bild von Maggies Vergangenheit zu zeichnen. Darüber hinaus lernen wir sie vielleicht nicht von einer gänzlich neuen, aber dennoch anderen Seite kennen: Maggies Bedürfnis nach Harmonie, das immer wieder in dem Versuch zutage trat, diverse Streitigkeiten zwischen Amelia und Meredith zu klären, findet in diesen Szenen seinen Ursprung.

Mit Einschränkungen wäre eine solche Annäherung an die Figur auch in Bezug auf Bailey wünschenswert. Seit geraumer Zeit beschränkt sich der Spielraum ihrer Entwicklung auf eher nervige Ehekrisen mit Ben oder Machtspiele im Krankenhaus. Letzteres ist auch aktuell der Fall und irritiert in gleichem Maße. Durch die Suspendierung Merediths (Ellen Pompeo) und deren temporäre Ersetzung durch April (Sarah Drew) scheint Bailey darüber hinaus anzufangen, die Loyalitäten der Belegschaft gegeneinander auszuspielen. Es drängt sich demnach die Frage auf, woher Baileys neue alte Härte herrührt und wohin sie ihre Figur führen wird. So kaum erfreulich die derzeitige Entwicklung auch sein mag, birgt sie zumindest in Ansätzen das Potential, ihrer Figur endlich noch einmal relevante und interessante Handlungsstränge zu ermöglichen.

Fazit

Dank der ambivalenten Szenen um Andrew, Jo und Alex neigt sich der Handlungsstrang einem Ende zu, das zumindest in Bezug auf Jo das Potential einer positiven Veränderung mit sich bringt.

Auch, wenn die Streitigkeiten um Minnick und Webber bislang nach wie vor wenig überzeugen, erfordert die zunehmende Verschärfung des Konflikts eine baldige Erklärung der beteiligten Protagonist/-innen: Insbesondere Baileys Figur könnte sich so endlich noch einmal angemessen gewidmet werden.

Klares Highlight der Episode None of Your Business ist die gelungene Einführung von Maggies Mutter Diane. So überzeugten nicht nur darstellerische Leistung und Dialoge, auch die Annäherung an Maggies Charakter und Vergangenheit verspricht einen interessanten Fortlauf dieses Handlungsbogens.

Trailer zur Episode 13x13: It Only Gets Much Worse

Verfasser: Hannah Klein am Freitag, 10. Februar 2017

Grey's Anatomy 13x12 Trailer

Episode
Staffel 13, Episode 12
(Grey's Anatomy 13x12)
Deutscher Titel der Episode
Einmischen unerwünscht!
Titel der Episode im Original
None of Your Business
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 9. Februar 2017 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 3. Mai 2017
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 24. April 2017
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Montag, 8. Mai 2017
Autor
Andy Reaser
Regisseur
Geary McLeod

Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 13x12

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