Grey's Anatomy 13x11

Grey's Anatomy 13x11

Während sich die Oberärzte mit Dr. Webber verbünden, um Eliza Minnicks ersten Tag als neue Ausbilderin der Assistenzärzte zu sabotieren, begibt sich Meredith auf die Suche nach Alex - und scheitert dabei an den bürokratischen Hürden. Derweil gerät Steph mitten in das Ehechaos von Owen und Amelia.

Eliza Minnick in der Serie „Grey's Anatomy“ / (c) ABC
Eliza Minnick in der Serie „Grey's Anatomy“ / (c) ABC
© liza Minnick in der Serie „Grey's Anatomy“ / (c) ABC

Nach dem hervorragenden Auftakt You Can Look (But You'd Better Not Touch) von vergangener Woche kehren wir nun zum Krankenhausalltag des Grey Sloan Memorials zurück. Es mag an der hohen Messlatte liegen, die die erste Episode nach der Winterpause setzte - doch Jukebox Hero dämpft die Euphorie auch ohne den Vergleich mit ausgesprochener Mittelmäßigkeit.

So wird uns Zuschauern nicht nur weiterhin vorenthalten, was mit Alex (Justin Chambers) passierte - die letzte Szene löst das Rätsel nicht auf, sondern bietet nur weiteren Anlass zur Spekulation. Auch ansonsten passiert im Grunde alles und nichts.

Wo der Machtkampf zwischen Bailey (Chandra Wilson), Webber (James Pickens, Jr.) und Eliza Minnick (Marika Dominczyk) hinführen wird, ist bisher nicht absehbar. Die von den Oberärzten geplanten Sabotage-Aktionen erschweren Minnicks ersten Tag als neue Ausbilderin zwar erheblich, aber ob dieser Gegenwind ausreichen wird, um Bailey von ihrem Vorhaben abzubringen oder sie gar umzustimmen, ist bislang eher unwahrscheinlich.

Der erneute Ehekrise zwischen Owen (Kevin McKidd) und Amelia (Caterina Scorsone) kann in dem Ausmaß, in dem sie den Zuschauern präsentiert wird, wenig abgewonnen werden. Amelias Ängste sind nachvollziehbar und werden in ihrer Thematisierung und Darstellung auch dem Werdegang der Figur gerecht. Trotzdem leuchtet bislang kaum ein, weshalb beide Figuren so sehr in ihrer Haut stecken; konnten sie sich an anderer Stelle doch schon mehr als einmal überwinden und weiterentwickeln.

Darüber hinaus überzeugen auch die Patientengeschichten nur insofern, als dass sie zur abermaligen Illustration eigener und innerer Konflikte der Protagonisten dienen. So dramatisch die Rahmenereignisse um eine hochschwangere Patienten, ihren Ehemann und einen Taxifahrer, der gerne ein Held wäre, auch prinzipiell sein mögen - mehr als ein Verweis auf Arizonas (Jessica Capshaw) und Jos (Camilla Luddington) Sorge um Alex vermögen sie nicht darzustellen.

So This Is Mutiny

Dem Handlungsstrang um Minnick, Webber, Bailey und der restlichen Belegschaft ist zu Gute zu halten, dass er bislang auf eine neue Ehekrise zwischen Catherine Avery und Webber verzichtet. Zumindest scheint diese noch nicht im Fokus des Geschehens zu stehen, wenngleich eine Auseinandersetzung zwischen den beiden starken Persönlichkeiten sicher ihren Platz findet wird. Maggies Geste, die Oberärzte und Assistenten für ihren Vater Webber zu mobilisieren, geht in Jukebox Hero leider ein wenig unter. So wäre dem Handlungsstrang durchaus mehr abzugewinnen, würde der Schwerpunkt ein bisschen mehr auf der Beziehung zwischen Maggie und ihrem Vater liegen.

Die Steine, die Team Webber der neuen Ärztin und Ausbilderin in den Weg legen, dürften für den Profi zwar nervenaufreibend, aber nicht sonderlich unerwartet oder hinderlich erscheinen. Da Bailey nach wie vor an ihrer Entscheidung festhält, und Webber außerdem darauf hinweist, dass es neben ihr noch andere gibt, die von Minnicks Methoden überzeugt sind, werden sich die Vorzeichen demnächst wohl eher nach innen wenden, zumindest deutet einiges darauf hin. So ist nicht nur Ben (Jason George von den bisherigen Ausbildungsmethoden genervt. Der love interest, der sich zwischen Minnick und Arizona bereits vor der Winterpause andeutete, könnte die Loyalität letztgenannter schon bald auf die Probe stellen.

Insgesamt will dieser Handlungsstrang bisher noch nicht so recht mitreißen, zumal Minnick, ähnlich wie Riggs, zunächst nur als Konterpart einergeführt wird. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Charakter entweder schneller an Profil und Tiefe gewinnt - oder mit dem Ende des Handlungsstrangs geht.

I Am Build For It

Abseits der psychologischen Kriegsführung im Krankenhaus ist Meredith um Alex' Verbleib besorgt. Wie Maggie, Bailey, Arizona und vor allem Jo ist sie inzwischen davon überzeugt, dass Alex das befürchtete Geständnis abgelegt hat, da ihre Recherchen ergaben, dass die Gerichtsverhandlung vertagt wurde.

Als wir den Gesuchten schließlich am Ende der Episode in Merediths Bett wiederfinden, bleibt natürlich weiterhin unklar, was nun zur Vertagung führte - ist Alex geflohen? Angesichts der jüngsten Aussprache mit Jo scheint das nicht nur unwahrscheinlich zu sein, sondern würde einen weiteren, unplausiblen Rückfall in alte Charaktermuster bedeuten, den die Autoren hoffentlich nicht weiter forcieren werden. Bereits vor der Winterpause wurde an dieser Stelle auf die moralische Schieflage verwiesen, die sich durch Alex' Verhalten ergab - es wäre mehr als schade, würde seine Figur durch diesen Handlungsstrang weitere Abwege nehmen, die hauptsächlich auf dramatische Plotentwicklung zielen.

Dass sich Jo irgendwann noch einmal zur autonomen Figur entwickelt, scheint inzwischen ein frommer Wunsch geworden zu sein. Sicherlich ist ihre Frustration angebracht. Einmal mehr drängt sich allerdings der Eindruck auf, dass Jo selten mehr sein darf als die vom Leben oder ihrem (Ex-)Freund Gebeutelte.

Fazit

Die Episode Jukebox Hero wendet sich zwar den aktuellen, aber nicht den drängendsten Fragen vergangener Ereignisse zu. Der Machtkampf zwischen Bailey, Webber und Minnick wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht durch weitere Sabotage-Aktionen auflösen, sondern eher auf Fragen der Loyalität hinauslaufen. Dem Handlungsstrang könnte insgesamt mehr abgewonnen werden, würde er seinen Fokus vielleicht eher auf die beteiligten Figuren als Persönlichkeiten, und weniger auf den Streit als solchen verlegen - so bleibt zu hoffen, dass sich Minnick auch als eigenständige Figur entwickeln wird.

Auch nach dieser Episode bleiben in Bezug auf Alex darüber hinaus viele Fragen offen. Wünschenswert wäre, dass die Autoren seine Figur nicht noch weiter an den Rand der konsequenten Charakterentwicklung drängt. Gleiches gilt gewissermaßen für die Ereignisse zwischen Amelia und Owen, deren Rückfälle in die immer gleichen Muster und Probleme inzwischen mehr zur Regel, als zur Ausnahme werden.

Trailer zur Episode 13x12: None of Your Business

Verfasser: Hannah Klein am Samstag, 4. Februar 2017

Grey's Anatomy 13x11 Trailer

Episode
Staffel 13, Episode 11
(Grey's Anatomy 13x11)
Deutscher Titel der Episode
Heldentat
Titel der Episode im Original
Jukebox Hero
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 2. Februar 2017 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 3. Mai 2017
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 24. April 2017
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Montag, 1. Mai 2017
Autor
Zoanne Clack
Regisseur
Kevin Rodney Sullivan

Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 13x11

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