Death in Paradise 15x06

© BBC/Red Planet Pictures
Wenn DI Mervin Wilson sich auf die Suche nach seinem Bruder Solomon macht, rechnet er vermutlich mit vielem. Aber bestimmt nicht damit, in einer abgelegenen Hütte auf Antigua festzusitzen, mit einer Leiche am Boden und zwei Männern, die sich gegenseitig des Mordes beschuldigen. „Death in Paradise“ dreht in seiner sechsten Folge der 15. Staffel das gewohnte Ermittlungsformat auf den Kopf. Statt mit seinem Team am Tatort zu stehen, wird Mervin selbst zum unfreiwilligen Richter in einem privaten Tribunal. Und das funktioniert erstaunlich gut.
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Diamanten, Lügen und ein Bruder in Schwierigkeiten
Diamantenschmuggel also. Schon wieder. Man könnte meinen, St. Marie und Umgebung seien ein Umschlagplatz für Edelsteine. Dass ausgerechnet Solomon darin verstrickt ist, überrascht allerdings nur bedingt. Mervins Bruder hat schon in den vorherigen Episoden bewiesen, dass er ein gewisses Talent dafür hat, in Schwierigkeiten zu geraten und das Mervin ihn dann aus der Patsche helfen muss.
In der Hütte stehen sich Solomon und sein Kompagnon Cheech McCarthy gegenüber, gespielt von Julian Rhind-Tutt, der als Gaststar eine angenehm windige Vorstellung abliefert. Und ja, nach langem überlegen ist mir dann doch noch eingefallen, woher ich den kenne. Er spielt in der Serie Keen Eddie mit. Eine der besten Serien 2003, dem Jahr von Serienjunkies online ging. Die ganze Serie gibts auf YouTube für einen schönen Serienabend.
Kommen wir zurück zum Fall der Woche. Ein Geschäftsmann liegt erschossen am Boden, und beide Männer erzählen ihre Version der Geschichte. Das Konzept erinnert an ein Kammerspiel und gibt der Episode eine ungewöhnliche Dynamik, die sich in der aktuellen Episode wohltuend vom üblichen Whodunit-Schema abhebt.
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Hilfe von der Bürgermeisterin
Während Mervin auf Antigua feststeckt, springt Catherine Bordey ein und hilft dem Team bei den Ermittlungen, wo sie nur kann. Elizabeth Bourgine bringt als Bürgermeisterin die gewohnte Ruhe und Autorität mit, die der Figur seit 15 Staffeln so gut steht. Die Szenen auf Saint Marie bilden einen gelungenen Kontrast zu Mervins klaustrophobischer Situation auf Antigua. DS Naomi Thomas und das restliche Team arbeiten unter Hochdruck, und die Dringlichkeit ist spürbar.

Sterling Fox nervt. Schon wieder.
Apropos Figuren, die man am liebsten vom Bildschirm schubsen würde. Sterling Fox ist zurück, und er ist genauso unerträglich wie bei seinem ersten Auftritt in Staffel 14, Folge 6. Trieve Blackwood-Cambridge spielt den korporativen Aufpasser mit einer selbstgefälligen Lässigkeit, die einem das Blut in Wallung bringt. Sterling vergisst Namen, interessiert sich nur für Ergebnisse und behandelt das Team wie austauschbare Ressourcen. Die Figur ist offensichtlich als Antagonist innerhalb der Polizeistruktur angelegt. Allerdings fehlt ihr bislang jede Nuance. Es gibt keinen Moment, in dem man Sterling auch nur ansatzweise versteht. Er ist einfach nur nervig. Und das wird auf Dauer ermüdend. Ob das Absicht ist oder ein Versäumnis der Autoren, bleibt abzuwarten.
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Endlich zu Hause
Der emotionale Kern der Episode liegt woanders. Mervin bezeichnet am Ende der Episode „Saint Marie“ erstmals als sein Zuhause. Es wurde Zeit. Seit seinem Einstieg in die Serie hat Don Gilet die Figur behutsam von einem Außenseiter zu einem festen Bestandteil der Inselgemeinschaft entwickelt. Dieser Moment fühlt sich verdient an, nicht erzwungen. Es ist eine kleine Szene, aber sie trägt Gewicht. Nach Staffeln voller Anpassungsschwierigkeiten und dem ständigen Gefühl, nicht dazuzugehören, ist diese Erklärung ein Wendepunkt für die Figur. Und für die Zuschauer, die Mervin von Anfang an begleitet haben, ein befriedigender Augenblick.

Fazit
Death in Paradise liefert in der Mitte der 15. Staffel eine der stärksten Folgen. Das Kammerspiel-Konzept bringt frischen Wind in die bewährte Formel, Don Gilet überzeugt in einer Doppelrolle als Ermittler und Gefangener, und der emotionale Bogen um Mervins Heimatgefühl findet seinen Höhepunkt. Dass der Diamantenschmuggel-Plot nicht gerade originell ist und Sterling Fox weiterhin eine eher eindimensionale Nervensäge bleibt, trübt den Gesamteindruck nur leicht. Fans der Serie bekommen genau das, was sie erwarten. Und ein bisschen mehr. 4 von 5 Captain Juicy.
So geht es in der vorletzten Episode von Staffel 15 weiter
Das Team untersucht den Giftmord an der berüchtigten Kummerkasten-Tante einer Lokalzeitung. Und nach dem Fall in Antigua setzt sich Mervin mit seinen Gefühlen für seinen Bruder auseinander.
Verfasser: Mariano Glas am Montag, 9. März 2026(Death in Paradise 15x06)
Schauspieler in der Episode Death in Paradise 15x06
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