Death in Paradise 15x05

© BBC/Red Planet Pictures
âDeath in Paradiseâ ist eine dieser Serien, die man nicht erklĂ€rt, sondern die man einfach kennt. Seit 2011 löst ein Inspektor nach dem anderen Morde auf der fiktiven karibischen Insel St. Marie und die Formel hat sich kaum verĂ€ndert. Ein Todesfall und eine Handvoll VerdĂ€chtiger sowie ein exzentrischer Ermittler, der im unwahrscheinlichsten Moment die Lösung findet. Seit Don Gilet als DI Mervin Wilson das Geschehen trĂ€gt, hat die Serie einen ruhigeren, nachdenklicheren Ton bekommen. Die fĂŒnfte Episode der 15. Staffel fĂŒhrt das ĂŒberzeugend fort.
Verglichen mit anderen Episoden dieser Staffel ist Episode fĂŒnf gut ausbalanciert. Die Krimihandlung trĂ€gt, die Nebengeschichten haben Substanz und die Figuren bekommen genug Raum, um als Menschen zu wirken, nicht nur als Funktionen des Formats. Das klingt zwar eigentlich nach einer SelbstverstĂ€ndlichkeit, ist es aber nicht immer...
Giftmord im Theater
Der Fall der Woche hat eine literarische Grundlage, denn jemand wird wĂ€hrend einer AuffĂŒhrung von Shakespeares „The Tempest“, hierzulande bekannt als „Der Sturm“, vergiftet. Vor Publikum, auf einer TheaterbĂŒhne, in einem Umfeld, das eigentlich fĂŒr Kultur steht. âDeath in Paradiseâ liebt solche Settings. Der abgeschlossene Tatort, die ĂŒberschaubare Gruppe von VerdĂ€chtigen, das RĂ€tsel, das sich nur löst, wenn man die richtigen Fragen stellt. Die Episode macht das gut.
Knifflig ist der Fall tatsÀchlich auch. Wer versucht, den TÀter vor DI Mervin Wilson zu identifizieren, hat einige Arbeit vor sich. Er ist gut konstruiert, also mit Hinweisen, die man im Nachhinein als solche erkennt, aber nicht automatisch mit dem Finger drauf zeigt. Da hat ein Autor sein Handwerk einfach verstanden.
Was die Episode von der Masse absetzt, ist eine kleine Besonderheit: DI Mervin Wilson kennt Shakespeare. Und zwar so richtig! Sein Wissen ĂŒber das StĂŒck flieĂt in die Ermittlung ein und das auf eine Art, die sich nicht wie eine hingeworfene Bildungseinlage anfĂŒhlt. Don Gilet spielt solche Momente mit einer Leichtigkeit, die seine Figur auszeichnet. Mervin ist gebildet ohne Angeberei, klug ohne Arroganz. Das macht ihn generell zum interessantesten Serieninspektor der letzten Jahre.
Darts und beinahe Desaster
Zwischen Mord und Auflösung gönnt sich âDeath in Paradiseâ eine jener Nebenhandlungen, die das Format seit Jahren warm und menschlich halten. DI Mervin Wilson hat sich vorgenommen, sein Dartspiel zu verbessern. Das ist keine Metapher, das ist buchstĂ€blich sein Plan. Ein Procedural-ĂŒblicher Moment, der zunĂ€chst nach harmlosen Krimikollegen-Alltag aussieht.
Dann geht ein Wurf daneben - und zwar grĂŒndlich. Harry befindet sich im falschen Moment am falschen Ort und entkommt nur knapp. Die Szene ist nicht auf billigen Slapstick aus, sondern funktioniert als Charaktermoment. Man sieht, dass Mervin ehrgeizig ist, auch in Dingen, bei denen diese Eigenschaft fehl am Platz sein kann. Das macht ihn jedoch gleich sympathischer, nicht lĂ€cherlich. „Death in Paradise“ weiĂ seit Jahren, wie man solche Szenen dosiert.
Mattie unter Druck
Die Nebenhandlung dieser Episode ist deutlich ernster. Gegen Mattie beziehungsweise Sergeant Fletcher wurde eine Beschwerde eingereicht. Wer und warum, das entfaltet sich nur langsam. Es stellt sich heraus, dass Mattie in Jamaika etwas nicht ganz nach der Vorschrift erledigt hat. Irgendetwas ist schiefgelaufen und jetzt kommt es hoch. Das ist gut erzĂ€hlt, weil die Serie keine schnellen Antworten gibt, sondern die Spannung hĂ€lt. „DiP“ bleibt hier vage.
Don Warrington als Commissioner Selwyn Patterson greift ein, wie der Commissioner das eben tut. Mit WĂŒrde, Entschlossenheit und ohne groĂes Aufhebens nimmt er sich der Sache an. Der Moment zwischen ihm und Mattie ist der stĂ€rkste dieser Episode, gerade weil er ohne viel Aufsehen auskommt. Warrington ist einer dieser Schauspieler, die mit wenig viel sagen. Seine Figur ist seit Staffel eins der Serie schon dabei und er gibt ihr noch immer das Gewicht, das die jeweilige Geschichte braucht. Ob die Jamaika-Geschichte in spĂ€teren Episoden weiter ausgebaut wird oder ein Einzelmoment bleibt, ist hierbei jedoch noch offen. Als Charaktermoment funktioniert sie jedenfalls.
Solide Episode mit einer Ăberraschung am Ende
Episode fĂŒnf macht das, wofĂŒr âDeath in Paradiseâ bekannt ist und wofĂŒr es geliebt wird. VerlĂ€ssliche Karibik-Krimiserien-Kost mit Herz, Witz und gut gebauten RĂ€tseln. Don Gilet trĂ€gt die Episode mit ruhiger Sicherheit, die Nebenhandlungen haben Substanz, und die Figuren fĂŒhlen sich wie Menschen an. Das klingt banal, ist aber keineswegs selbstverstĂ€ndlich.
Und dann kommt das Ende. Nicht die Fallauflösung, die ist ordentlich und befriedigend. Nein, danach. Es gibt einen Moment, der DI Mervin Wilson persönlich betrifft und die Staffel in eine neue Richtung weist, die sich vorher nicht abgezeichnet hatte. Mehr sage ich dazu aus Spoiler-GrĂŒnden nicht... Cliffhanger eben. Wer regelmĂ€Ăig dabei ist, sollte jedenfalls nicht abschalten, bevor der Abspann lĂ€uft.
Wir verteilen vier von fĂŒnf Dartpfeile fĂŒr eine Episode, die in ihrer zurĂŒckhaltenden Art ĂŒberzeugen kann und am Ende dann doch noch einen draufsetzt.
Einen Trailer gibt es diesmal nicht, weil...
Verfasser: Mariano Glas am Montag, 2. MĂ€rz 2026Death in Paradise 15x05 Trailer
(Death in Paradise 15x05)
Schauspieler in der Episode Death in Paradise 15x05
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?