Death in Paradise 15x03

© BBC/Red Planet Pictures
Staffel 15 der Serie „Death in Paradise“ hat sich nach zwei Folgen warmgelaufen. DI Mervin Wilson (Don Gilet) wird von seinem Team auf St. Marie erneut beim Fußballschauen unterbrochen.
In der dritten Episode wird der zurückgezogen lebende Rentner Henry Ashby in seinem Haus erschossen aufgefunden. Der unscheinbare Buchhalter Craig Pinnock gerät sofort ins Visier der Ermittler, obwohl sein Alibi lückenlos erscheint. Eine Nachbarin hat ihn angeblich vom Tatort fliehen sehen, doch die Beweislage bleibt zunächst dünn.
Bekannte Mittel, ungewohnte Zutaten
Was diese Folge der BBC One-Serie von vielen Standardfällen unterscheidet, ist das Auftragskiller-Element. Einen professionellen Hitman auf der friedlichen Karibikinsel bekommt man schließlich nicht jede Staffel zu Gesicht. Diese Prämisse gibt dem vertrauten Whodunit-Rätsel eine schärfere Note und weckt Erwartungen. Gleichzeitig schöpft das Drehbuch dieses Potential jedoch nicht vollständig aus. Der Fall löst sich relativ geradlinig auf und dürfte erfahrene Zuschauer kaum vor echte Rätsel stellen. Die Serie greift zudem auf bewährte Mittel zurück, die langjährigen Fans allzu vertraut vorkommen dürften...
Zwei Gaststars, die den Unterschied machen
Die Gast-Besetzung gibt dieser Episode mehr Gewicht als vielen anderen Einzelfolgen. Aneirin Hughes, bekannt aus „Hinterland“ und „Keeping Faith“, gibt dem Mordopfer Henry Ashby ein Gesicht jenseits der bloßen Fallakte. Sein zurückgezogener Rentner wirkt glaubwürdig einsam und genau das verleiht dem Fall eine emotionale Tiefe, die vielen Episoden der jüngeren Vergangenheit gefehlt hatte. Viele Fans sehen darin eine willkommene Rückkehr zu älteren Staffeln, in denen die einzelnen Fälle emotional stärker berührten.
Ben Willbond wiederum bringt seinen Comedy-Hintergrund aus den Serien „Ghosts“, „Horrible Histories“ und „Hijack“ in die Rolle des nervösen Buchhalters Craig Pinnock ein. Der leicht nerdige Verdächtige mit seinem wasserdichten Alibi funktioniert und sorgt für amüsante Szenen. Beide Gastspieler geben der Folge mehr Profil, als es das Drehbuch allein hergeben würde.

Ein echtes Paar vor der Kamera
Die vielleicht charmanteste Fußnote dieser Episode ist die Besetzung von Siobhan Finneran als exzentrische Künstlerin Fleur Edwards. Finneran, bekannt aus „Happy Valley“, „Downton Abbey“ und „The Loch“, spielt hier eine völlig andere Rolle als gewohnt. Fleur ist erst vor drei Monaten nach Saint Marie gezogen, um sich kreativ inspirieren zu lassen. Nach dem Mord an ihrem Nachbarn gerät sie ins Visier der Ermittler.
Finneran ist im echten Leben die Partnerin von Don Gilet und genau das verleiht dieser Konstellation eine besondere Note. Die beiden lernten sich 2017 am Set von „The Loch“ kennen und stehen nun zum ersten Mal seit damals wieder gemeinsam vor der Kamera. Die Verhörszenen zwischen DI Mervin Wilson und der verdächtigen Künstlerin gewinnen dadurch eine subtile Dynamik, die über das übliche Gastspiel hinausgeht.
Teamdynamik zwischen Humor und Routine
Neben dem Fall setzt sich der übergeordnete Handlungsstrang der Staffel fort. Commissioner Selwyn Patterson (Don Warrington) drängt weiterhin auf PR-Initiativen und Community-Projekte, während Mervin einen Mord aufklären muss.
Das Spannungsfeld zwischen Polizeiarbeit und Öffentlichkeitsarbeit sorgt für komische Momente, wirkt aber zunehmend wie eine Formel, die sich abnutzen könnte. Es bleibt nachvollziehbar, dass Zuschauer sich fragen, warum der Commissioner Fototermine wichtiger findet als Mordermittlungen. Gelungener sind da die Teamszenen. Die Rekonstruktion des Tathergangs durch Officer Sebastian Rose gehört zu den humorvollen Höhepunkten der Folge. Das Gruppenfoto am Ende rundet die Episode versöhnlich ab und erinnert daran, warum dieses Team funktioniert.
Solide Unterhaltung mit Karibik-Flair
Episode drei dürfte die bislang stärkste Folge der laufenden Staffel sein. Trotzdem bleibt sie im Kern eine „Fillerfolge“, dafür aber im besten Sinne des Wortes. „Death in Paradise“ war nie eine Serie, die Fernsehgeschichte schreiben wollte und genau darin liegt ihre Stärke. Sie liefert verlässliches „Wohlfühlfernsehen“ mit Mordfall, Karibik-Kulisse und einem Team, das man gerne begleitet.
Die Hitman-Prämisse bringt genug Frische mit, um die Episode über die reine Routine hinauszuheben. Starke Gaststars und gelungener Teamhumor tun ihr Übriges. Wer allerdings komplexe, vielschichtige Krimi-Plots sucht, wird auch diesmal nicht hier fündig. Für alle anderen ist es eine solide Stunde Fernsehen, die ihr Versprechen hält. Von mir gibt es daher viereinhalb von fünf Rum in Catherine's Bar.
Und so gehts nächste Woche in der Serie „Death in Paradise“ weiter
Mervin und das Team werden zu einer örtlichen Kirche gerufen, um den Tod eines älteren Gemeindemitglieds zu untersuchen.
Verfasser: Mariano Glas am Donnerstag, 19. Februar 2026Death in Paradise 15x03 Trailer
(Death in Paradise 15x03)
Schauspieler in der Episode Death in Paradise 15x03
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