Death in Paradise 15x01

© BBC/Red Planet
Fans der britischen Krimiserie „Death in Paradise“, die jeden Winter gespannt auf neue Episoden von Mord und Totschlag auf St. Marie in der Karibik warten, dürfen aufatmen. Die 15. Staffel ist da und liefert genau das, was man von der langlebigen BBC One-Produktion erwartet. Ein Todesfall unter tropischer Sonne, ein Team aus liebenswerten Ermittlern und genug Sonnenschein, um den deutschen Januar zu vergessen.
Der Commissioner ist zurück
Das Strahlen in Don Warringtons Gesicht, als Commissioner Selwyn Patterson wieder karibischen Boden betritt, gehört zu den schönsten Momenten dieser Auftaktepisode. Nach seiner Abwesenheit in der vergangenen Staffel kehrt er nicht nur auf die Insel zurück, sondern auch in sein Amt als Commissioner. Allerdings muss er feststellen, dass während seiner Abwesenheit Entscheidungen ohne ihn getroffen wurden.
Dann ist auch noch dieses unsägliche „Saint Marie Business and Tourism Office“, das dem Commissioner erst einmal überhaupt nicht in den Kram passt.

Eine neue Rekrutin wurde eingestellt, ohne ihn zu konsultieren. Sergeant Mattie Fletcher, gespielt von Catherine Garton, ersetzt die beliebte Darlene Curtis (Ginny Holder), die nach sieben Jahren die Serie verlassen hat. Ihr Abgang wird leider nur mit einem beiläufigen Satz abgehandelt. Sie kümmere sich um ihre Tante auf Montserrat. Das ist schade für einen Charakter, der so viel Herz in die Serie gebracht hatte.
Die Neue im Team
Mattie Fletcher ist das Gegenteil von Darlene. Wo Darlene warmherzig und offen war, wirkt Mattie zunächst verschlossen und geheimnisvoll. Catherine Garton spielt sie mit einer Mischung aus Selbstbewusstsein und unterschwelliger Verletzlichkeit. Allerdings braucht man etwas Zeit, um sich an ihren Stil zu gewöhnen. Sie spricht schnell, manchmal fast atemlos, mit einem karibischen Akzent, der gelegentlich monoton wirkt. Das mag anfangs irritieren, doch die Serie deutet an, dass hinter Matties Fassade mehr steckt. Schatten aus ihrer Vergangenheit werden angedeutet, was für künftige Episoden interessant werden könnte.

Brüderliche Reibereien
Die eigentliche Überraschung der Episode ist Solomon Clarke, DI Mervin Wilsons Halbbruder. Daniel Ward gibt den charmanten Lebemann, der mit einem knallroten Mustang-Cabriolet auf der Insel auftaucht. Er ist das genaue Gegenteil des korrekten Detective. Wo Mervin Ordnung und Pflichtbewusstsein verkörpert, steht Solomon für Chaos und zweifelhafte Geschäfte. Die Enthüllung, dass der neue Bruder ein Dieb ist, sorgt für Spannung zwischen den beiden. Don Gilet spielt Mervins Frustration über diese unerwartete Verwandtschaft mit der richtigen Mischung aus Genervtheit und widerwilliger Zuneigung. Diese Dynamik verspricht, in den kommenden Episoden für Unterhaltung zu sorgen.

Der Fall selbst
Der eigentliche Mordfall dieser Episode ist schnell erzählt. Ein Mann stürzt vom Dach des Polizeigebäudes, kurz nachdem Selwyn auf der Insel gelandet ist. Die Ermittlungen führen das Team durch die üblichen Verdächtigen, darunter Sarah Hadland als Gaststar.
Der Fall ist solide konstruiert, aber erfahrene Zuschauer werden den Täter früh erahnen. Das ist allerdings bei „Death in Paradise“ oft zweitrangig. Die Serie lebt von ihrem Ensemble, dem karibischen Flair und der wohligen Gewissheit, dass am Ende alles aufgeklärt wird. Spin-offs wie „Beyond Paradise“ und „Return to Paradise“ beweisen, dass diese Formel funktioniert.
Fazit: weiterhin ein sonniges Whodunit
„Death in Paradise“ bleibt also, was es immer war. Ein zuverlässiger Begleiter durch den grauen Januar, der Krimi- und natürlich auch Whodunit-Fans einen Hauch Karibik ins Wohnzimmer bringt. Die neuen Charaktere brauchen hierbei noch etwas Zeit, um sich zu entfalten, aber die Grundlagen sind schon mal gelegt. Don Warrington als zurückgekehrter Commissioner strahlt, das Team um Shantol Jacksons DS Naomi Thomas und Shaquille Ali-Yebuahs Officer Sebastian Rose funktioniert und die Insel sieht so einladend aus wie eh und je.
Die Episode endet mit einem bewegenden Tribut an Danielle Scott-Haughton, die im Januar 2026 im Alter von 36 Jahren überraschend verstorben ist. Sie war als BBC-Redakteurin für „Death in Paradise“ und dessen Spin-offs verantwortlich. Ihre Kollegen beschrieben sie als jemanden, der Energie und Freude an jedes Set brachte. Ein würdiger Abschluss einer unterhaltsamen Auftaktepisode.
Von mir gibt es viereinhalb von fünf Kokosnüssen für eine solide Folge.
Verfasser: Mariano Glas am Samstag, 31. Januar 2026Death in Paradise 15x01 Trailer
(Death in Paradise 15x01)
Schauspieler in der Episode Death in Paradise 15x01
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