Bates Motel 2x03

Bates Motel 2x03

In der Dramaserie Bates Motel erweitern sowohl Norma als auch Norman ihren Freundeskreis. Selbst Dylan und Emma stillen ihren Redebedarf. Doch dann wird die entspannte Atmosphäre der Episode Caleb durch eine schockierende Wahrheit erschüttert.

Norma Bates (Vera Farmiga) findet in Christine Heldens (Rebecca Creskoff) eine neue Freundin. / (c) A&E
Norma Bates (Vera Farmiga) findet in Christine Heldens (Rebecca Creskoff) eine neue Freundin. / (c) A&E

In der Episode Caleb werden die Zuschauer in ein furchtbares Geheimnis eingeweiht, das ein ganz neues Licht auf Normas (Vera Farmiga) Umgang mit ihrem Sohn Dylan (Max Thieriot) wirft. Ansonsten steht in Bates Motel das Knüpfen neuer Freundschaften im Vordergrund.

Normas neue Freunde

Als Norma zum zweiten Mal das wortgewaltige Energiebündel namens Christine Heldens (Rebecca Creskoff) über den Weg läuft, geht für Mrs. Bates praktisch die Sonne auf. Heldens macht ihr nicht nur warmherzig Komplimente, sondern zeigt sich auch in Bezug auf das „Zack Shelby Desaster“ loyal mit ihr. Obwohl Norma die Spontanität und auch die Trinkfreude ihrer neuen Bekanntschaft nicht gänzlich geheuer zu sein scheinen, kann sie Christines bestärkenden Worten doch in keiner Weise widerstehen: „I think you went through something terrible and that you handled it with incredible bravery.“ Das tut gut.

In Gestalt von Christine wird Norma die Tür zur Oberschicht von White Pine Bay geöffnet. Auf einer Gartenparty lernt sie zum einen Christines Bruder George (Michael Vartan) kennen. Diese Figur dient Norma ganz unverschleiert als love interest. Da sich die Hotelbesitzerin jedoch zunächst in Zurückhaltung übt, erfahren wir über George zunächst lediglich, dass er geschieden ist. Und dass er einen verdächtig unverdächtigen Eindruck macht...

Später schließt Norma allerdings noch die Bekanntschaft mit Nick Ford (Michael O'Neill). Zwar hatten die Zuschauer auch noch nicht allzu viele Gelegenheiten, den düsteren Vater der ermordeten Blair Watson kennenzulernen. Doch die Tatsache, dass Fords verbrecherische „Familie“ nun quasi offen im Krieg mit den Arbeitgebern von Dylan steht, wirft ein eher bedrohliches Licht auf die von Norma angestrebte „Anti-Umgehungsstraßen-Union“.

Normans neue Freunde

Norman (Freddie Highmore) scheint sich bezüglich der hohen Kunst der Manipulation schon ein paar Tricks von seiner Mutter abgeschaut zu haben. So erwähnt er sein Hobby der Taxidermie genau im richtigen Moment, um Norma von den Vorzügen einer neuen Freizeitaktivität zu überzeugen.

Der Grund dafür, dass sich Norman fortan mit dem Bemalen der Kulissen für das Musical South Pacific beschäftigen wird, statt Eichhörnchen auszustopfen, arbeitet als Kassiererin, ist verhältnismäßig hartnäckig und tritt in Bates Motel offensichtlich die Nachfolge von Bradley Martin an. Ihr Name: Cody Brennan (Paloma Kwiatkowski).

Warum genau sich Norman so verhältnismäßig schnell für das neugierige Mädchen erwärmt, ist unklar. Vielleicht liegt seine Kontaktfreude ja schlichtweg in der Annahme begründet, die untergetauchte (womit nicht das Meer gemeint sein soll) Bradley nun nie mehr wieder zu sehen.

In jedem Fall verkörpert Codys Figur gleichermaßen Lebensfreude und Unvernunft, wodurch sich ein starker Kontrast zum „absichtlich ernsthaften“ Norman abzeichnet. Obwohl es sich bei Cody für die Zuschauer noch um ein fast unbeschriebenes Blatt handelt, ist man doch gespannt auf ihre künftigen Abenteuer mit Norman. Schließlich scheinen - in Anbetracht ihrer Risikobereitschaft und ihres eher unheilvoll angekündigten Vaters - Probleme vorprogrammiert zu sein. Die Frage ist jedoch, welcher der beiden Teenager am Ende wohl den negativeren Einfluss auf den anderen haben wird.

Emma (Olivia Cooke) bemüht sich nach wie vor rührend um Norman (Freddie Highmore) © A%26amp;E
Emma (Olivia Cooke) bemüht sich nach wie vor rührend um Norman (Freddie Highmore) © A%26amp;E

Emmas neuer Freund

Emma Decody (Olivia Cooke) ist so unschuldig und liebenswert, dass man ihre Figur am liebsten in einem Umfeld platzieren würde, das ihre Herzensgüte besser zu schätzen weiß. Nicht nur wird Emma von ihrem Schwarm Norman nach wie vor die Aufmerksamkeit entgegengebracht, mit der man auch einer geschlossenen Packung Frischhaltefolie begegnen würde. Nun verwandeln Emmas Altersgenossen auch noch ihre Gedenkfeier für Bradley in ein Trinkgelage.

She is dead and I still don't like her“, sagt die Mukoviszidosekranke über Bradley und fühlt sich dabei grenzenlos schuldig. Emma ist sich darüber bewusst, die Gedenkfeier nur aus einem schlechten Gewissen heraus zu veranstalten. Vor dem Hintergrund ihrer kritischen Selbstreflexion und dem offenen Umgang mit ihren Fehlern hebt sich sehr wirkungsvoll hervor, was bei Norman Bates bereits jetzt schon falsch läuft.

Auch wenn Emmas cupcake boy Gunner (Keenan Tracey) im toxischen White Pine Bay am Ende wahrscheinlich entweder der Täter oder das Opfer eines furchtbaren Verbrechens werden wird, ist es doch sehr schön zu sehen, dass Emma endlich ein bisschen Aufmerksamkeit zuteil wird.

Dylans neue Freunde

Dylans unberechenbarer Vorgesetzter Zane Carpenter (Michael Eklund) sieht nicht ein, warum er eine Spirale der Gewalt und des Mordens stoppen sollte - wenn er sie doch ebenso gut richtig in Fahrt bringen könnte. Es stimmt extrem stutzig, dass die Oberhäupter von Zanes „Familie“ sein geschäftsschädigendes Treiben so lange durchgehen lassen sollten - egal, wessen Bruder oder Sohn oder was auch immer er sein mag.

In jedem Falle spürt Dylan dank Zanes Stursinn bei seiner Arbeit die gleiche Ohnmacht, zu der er oft auch im Umgang mit Norma verdammt ist. So wird auch in Caleb wieder einmal aufgezeigt, wie Dylan durch seine Mutter abgeschmettert wird, sobald er das Gespräch mit ihr sucht.

Das stete Gefühl der Ohnmacht und die Wurzellosigkeit - die Normas Weigerung über Familie zu reden, für Dylan bedeutet - dürften auf Seiten des Herannwachsenden eine tiefe Leere hinterlassen haben. Und als nun Caleb (Kenny Johnson) auf der Bildfläche erscheint, der ihm nicht nur von seinen Verwandten erzählt, sondern ihn auch wie einen normalen Menschen behandelt, kann sich Dylan dem Charme des Fremden nicht entziehen.

Ein Ende mit Schrecken

Costa Rica. Dieser Ort dürfte für Dylan alles verkörpern, wonach er sich sehnt. Hier wäre er weit weg von dem Grauen der Drogenwirtschaft, das ihm insgeheim immer stärker zusetzt. Dies lässt sich zumindest aus seiner Schimpftirade entnehmen, als er gemeinsam mit Remo (Ian Tracey) die beiden letzten Opfer des Graskrieges vergräbt. Gleichzeitig bietet sich in Gestalt von Caleb endlich die Chance auf familiären Anschluss. Und dass es Dylan genau danach dürstet, bemerkt man schon in seinem bemühten Umgang mit Norman und dessen Mutter.

Als Norma Dylans frisch-gekeimte Hoffnung nach einem normalen Leben durch die schreckliche Botschaft zermalmt, dass sein Onkel und neuer Freund sie vergewaltigt habe, reagiert er instinktiv mit Trotz. Doch es wartet bereits Normas nächste Hiobsbotschaft: Caleb sei Dylans Vater! Doch ist das die Wahrheit?

Fazit

Im Rahmen der Episode Caleb hält ein erstaunlich hohes Maß an Normalität Einzug in den Alltag der Mitglieder der Familie Bates. Durch Christine, Cody und Caleb werden Norma, Norman und Dylan gleichermaßen Szenen zuteil, in der sie sich nur mit den ganz normalen Widrigkeiten des Alltags auseinandersetzen müssen.

Gegen Ende offenbart Bates Motel dann jedoch umso intensiver seine dunkle Seite: Falls Norma die Wahrheit sagt, tut Dylan ihr Unrecht. Gleichzeitig ist sie durch ihr allzu langes Schweigen aber tatsächlich überhaupt erst für die neuerliche Eskalation verantwortlich. Doch das Großartige in und an der Serie ist ja gerade, dass einfache Schuldzuweisungen keinen rechten Sinn ergeben. Vielmehr wird der Zuschauer hier Zeuge von vielen unglücklich verlaufenen Kleinigkeiten und verpassten Gelegenheiten, die jedoch nach und nach unvermittelt in die Katastrophe führen werden.

Rückblickend betrachtet fühlt sich der Abgang von Bradley doch etwas unbefriedigend an. Ihre Geschichte fand ein allzu abruptes Ende, ohne dabei aber einen dramaturgischen Höhepunkt beizusteuern. Aber vielleicht wird es ja irgendwann ein Wiedersehen mit der vielbeschäftigten Nicola Peltz und ihrer Bradley geben.

Der Einstand der vielen Neulinge ist im Grunde genommen nicht schlecht verlaufen. Im Umgang mit Christines energetischem Wesen bekommen wir eine ganz neue Seite an Norma zu sehen, die durch Farmiga gänzlich überzeugend nach außen getragen wird. Und dank Cody zeigt auch Norman eine neue Facette und bringt die Worte „I think your boyfriend might be gay“ über die Lippen. Man bekommt von dem Jungen sonst immer einen so überbehüteten Eindruck, dass es einen fast überrascht, dass er die intime Geste seines Altersgenossen richtig gedeutet hat. Die Bekanntschaft mit Caleb geht naturgemäß mit düsteren Emotionen einher und schürt die Spannung. Hat er Norma tatsächlich über Jahre hinweg vergewaltigt? Und was wird nun mit ihm geschehen?

Dank des scharfkantigen Cliffhangers und einer weiteren gelungenen Episode von Bates Motel kann man den Fortgang der Serie kaum erwarten.

Verfasser: Thordes Herbst am Dienstag, 18. März 2014
Episode
Staffel 2, Episode 3
(Bates Motel 2x03)
Deutscher Titel der Episode
Bruder Caleb
Titel der Episode im Original
Caleb
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 17. März 2014 (A&E)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 10. September 2014
Autor
Alexandra Cunningham
Regisseur
Lodge Kerrigan

Schauspieler in der Episode Bates Motel 2x03

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