La bola negra

Der Film La bola negra feiert am Donnerstag, 19. November 2026 Premiere.

Der Film spielt auf drei Zeitachsen im republikanischen Spanien des Jahres 1932, während des Bürgerkriegs 1937 und im Spanien von heute, im Jahr 2017 und zeichnet das Geflecht miteinander verflochtener Lebenswege nach, in dessen Mittelpunkt drei junge Männer stehen, deren emotionale und politische Verflechtungen sich nach und nach offenbaren.

In dem Film La bola negra geht es um drei Männer, deren Leben durch Verlangen, Schmerz und Erbe miteinander verbunden sind. Der Film entfaltet sich über drei Zeitebenen: das republikanische Spanien des Jahres 1932, den Bürgerkrieg im Jahr 1937 und das zeitgenössische Spanien im Jahr 2017. Im Mittelpunkt stehen jeweils junge Männer, deren emotionale und politische Schicksale sich im Laufe der Handlung als tief miteinander verknüpft erweisen

Sebastián lebt in den 1930er Jahren in einem Spanien, das sich zwischen Aufbruch und Zerfall befindet. Als junger schwuler Mann erfährt er, was es bedeutet, aus einer Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden. Die namensgebende „schwarze Kugel" verweist auf die Abstimmungspraxis eines Granadiner Gesellschaftsklubs, mit der ein junger Homosexueller abgelehnt wurde. Alberto kämpft während des Bürgerkriegs an der Front. Er trägt die Last einer verbotenen Liebe mit sich, die durch Krieg und gesellschaftliche Enge keinen Platz findet

Rafael, ebenfalls in dieser Ära verortet, ist mit dem Dichter Federico García Lorca verbunden und erlebt dessen Verfolgung und Ermordung hautnah. Die dritte Zeitebene führt ins Spanien des Jahres 2017, wo Carlos ein Leben als moderner schwuler Mann führt. Doch auch er ist nicht frei von den Geistern der Vergangenheit. Die drei Geschichten sind keine bloßen Parallelen, sondern Schichten einer einzigen, generationenübergreifenden Erfahrung. Über die Jahrzehnte hinweg kreisen sie um dieselben Grundfragen nach Identität, Begehren und dem Preis des Anderssein

Die Erzählung verknüpft dabei reale historische Ereignisse mit einer poetischen Bildsprache, die an den Surrealismus Lorcas erinnert. Wiederkehrende Motive wie Schnee und Stille durchziehen alle drei Handlungsstränge und verleihen dem Film einen magisch-realistischen Ton. Am Ende offenbart La bola negra, wie tief das kollektive Gedächtnis queerer Erfahrungen in der spanischen Geschichte verankert ist. Das Werk ist eine Rückbesinnung auf das, was verschwiegen, verdrängt und ausgelöscht wurde

Literarische Vorlage

Der Film basiert auf zwei Texten: dem unvollendeten Roman „La bola negra“ von Federico García Lorca, von dem der Dichter vor seiner Ermordung im Jahr 1936 nur vier Seiten verfasste, sowie dem Theaterstück „La piedra oscura“ des Dramatikers Alberto Conejero. Lorcas Romantitel spielt auf eine Abstimmungspraxis an, mit der ein junger schwuler Mann die Aufnahme in einen Granadiner Gesellschaftsklub verweigert bekam. Conejero, der auch am Drehbuch mitwirkte, hatte das Thema zuvor in seinem preisgekrönten Bühnenstück über das letzte Zusammentreffen von Lorca und seinem Gefährten Rafael Rodríguez Rapún verarbeitet

Hintergrund

La bola negra ist eine Koproduktion von Movistar Plus+ und Suma Content Films, an der auch El Deseo, die Produktionsfirma der Brüder Pedro und Agustín Almodóvar, sowie Le Pacte beteiligt sind. Die Beteiligung von El Deseo ist auch inhaltlich bedeutsam, da der Film in seiner melodramatischen Erzählweise und seiner Auseinandersetzung mit Begehren und Identität an die Filmsprache Pedro Almodóvars anknüpft. Nach seiner Weltpremiere beim Filmfestival in Cannes 2026 erwarb Netflix die US-Rechte nach einem intensiven Bieterwettbewerb und plant eine vierwöchige Kinoauswertung ab November 2026 vor dem Streamingstart im Dezember 2026

Crew

Regie führten Javier Calvo und Javier Ambrossi, die unter ihrem gemeinsamen Künstlernamen Los Javis bekannt sind. Das Duo hatte sich zuvor mit der Dramaserie „Veneno“ (2020) international einen Namen gemacht. Das Drehbuch schrieben Calvo und Ambrossi gemeinsam mit Alberto Conejero, dem Theaterautor der literarischen Vorlage. Als Produzenten fungierten Calvo, Ambrossi und Jorge Pezzi

Die Filmmusik stammt von Raül Refree, einem katalanischen Musiker und Produzenten, der für seine atmosphärischen Arbeiten bekannt ist und unter anderem mit Rosalía und Sílvia Pérez Cruz zusammengearbeitet hat. Sein Klanguniversum bewegt sich zwischen experimenteller Elektronik und spanischer Volksmusik und verleiht dem Film eine eigenwillige emotionale Textur. Die Kamera führte Gris Jordana, die das gesamte Material auf 35-mm-Film mit zwei Arricam-LT-Kameras und Panavision-Primo-Objektiven aufnahm

Cast

In der Hauptrolle des Sebastián ist Guitarricadelafuente zu sehen, der als spanischer Musiker und Songwriter bekannt ist und hier sein Schauspieldebüt gibt. Miguel Bernardeau, bekannt aus „Élite“, verkörpert Rafael Rodríguez Rapún, den historischen Gefährten Lorcas. Carlos González spielt die Figur Alberto, während der Newcomer Milo Quifes in seiner ersten Schauspielrolle den Carlos darstellt. Lola Dueñas, die zuletzt in „Alcarràs“ und als enge Almodóvar-Weggefährtin in Erscheinung trat, übernimmt die Rolle der Teresa. Penélope Cruz spielt Nené Romero und sorgte bei der Cannes-Premiere für einen 16-minütigen stehenden Applaus. Glenn Close ist als Isabelle Durand zu erleben; die US-Amerikanerin wurde durch Rollen in „Gefährliche Liebschaften“ und „Albert Nobbs“ (2011) weltbekannt. Weitere Rollen übernehmen Julio Torres, Antonio de la Torre, Natalia de Molina und Lorenzo Zurzolo

Drehorte

Die Dreharbeiten begannen im August 2025 im verlassenen Dorf Castil de Carrias in der Provinz Burgos, auf halbem Weg zwischen Belorado und Briviesca. Weitere Aufnahmen entstanden in Comillas in Kantabrien, in Granada, wo unter anderem die Iglesia de Santa Ana, der Carmen de los Mártires und das Viertel Albaicín als Kulisse dienten, sowie in Sigüenza in der Provinz Guadalajara. Die Wahl dieser historisch aufgeladenen Orte unterstreicht das Historiendrama-Profil des Films und seine enge Verbindung zur spanischen Kulturgeschichte

Produktionskosten

Das Budget von La bola negra lag bei rund 15 Millionen Euro. Produziert wurde der Film von Suma Content Films und Movistar Plus+ in Koproduktion mit El Deseo und Le Pacte, mit Beteiligung von Atresmedia

Auszeichnungen

Bei den Filmfestspielen von Cannes 2026 war La bola negra für die Palme d'Or nominiert und gewann den Preis für die beste Regie, den sich Javier Calvo und Javier Ambrossi ex aequo mit Pawe Pawlikowski für dessen Film „Fatherland“ (2026) teilten. Beim 73. Sydney Film Festival gewann der Film den GIO Audience Award for Best International Feature. Auf Rotten Tomatoes verfügt der Film über eine Zustimmungsrate von 88 Prozent auf Grundlage von 32 Kritiken. Auf Metacritic erreicht er einen Score von 85 von 100 Punkten.

La bola negra Schauspieler

Miguel Bernardeau

als Rafael

Elite 1899 Zorro

Carlos González

als Alberto

Julio Torres

Penelope Cruz

als Nené Romero

Lorenzo Zurzolo

María Morales

La bola negra Crew

Regie

Javier Calvo, Javier Ambrossi

Drehbuch

Federico García Lorca, Javier Ambrossi, Javier Calvo

Produktion

Manuela Ocón, Alice Labadie, Agustín Almodóvar, Esther García, Pedro Almodóvar, Jean Labadie, Guillermo Farré, Fran Araújo, Eva Leira, Yolanda Serrano, Paula Cipriota, Javier Ambrossi, Javier Calvo, Jorge Pezzi

Kamera

Gris Jordana

Schnitt

Alberto Gutiérrez

Musik

Raül Refree, Alejandro López, Anna Harrington, Mayte Cabrera

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