The Originals 3x21

Marcel (Charles Michael Davis) schwört am Grab seiner Ziehtochter Rache an dem Mann, der ihn einst als Sohn angenommen hat. In der Episode Give 'Em Hell Kid haben Taten Konsequenzen, und zwar solche, die sich hoffentlich nicht so schnell verstreuen werden.
Taktischer Angriff
Zu Beginn der Episode Give 'Em Hell Kid gibt Klaus (Joseph Morgan) zu, dass Marcels Wut gerechtfertigt ist. Das fühlt sich an wie ein Fortschritt, aber letztendlich war es nicht Klaus selbst, der die Entscheidung getroffen hat, Davina (Danielle Campbell) zu opfern. Als die Geschwister angegriffen werden, kann er also einsehen, dass es mehr als nur eine Sichtweise gibt, anstatt zu mauern, weil man seine Taten in Frage stellt.
Während Freya (Riley Voelkel) und Elijah (Daniel Gillies) Visionen von Marcel als Gegner haben, sucht Klaus das Gespräch. Dabei wirkt er weniger reumütig als vielmehr berechnend. Er sagt es selbst, er will Marcel beruhigen, bevor die Wut in mehr umschlägt, zum Beispiel tödliche Rache. Doch dafür ist es bereits zu spät. Letzten Endes läuft alles auf die Frage hinaus, wie aufrichtig Klaus' Gefühle für Marcel sind.
Marcels Wut kann man sehr einfach nachempfinden. Die Mikaelsons haben seine Ziehtochter geopfert, um sich selbst zu schützen. Und es ist nicht das erste Mal, dass Leichen den Weg der Geschwister pflastern. Kaum jemand weiß das besser als der Mann, der Klaus lange so nahstand. Mit oder ohne die Mikaelsons - Marcel hat sich immer eine ganz eigene Moral bewahrt. Und der bleibt er auch treu, als Klaus ihn zur Brücke bringt und eine große Rede schwingt.
Er hat Recht und doch hätte er eine Wahl gehabt, anders zu handeln, als er es tut. Er müsste die Originalvampire nicht herausfordern. Er könnte sich mit Josh (Steven Krueger) zurückziehen, trauern, seine Enttäuschung und seinen Schmerz unter Kontrolle bringen und weitermachen. So, wie die meisten Menschen es tun, wenn ihnen Unrecht von einer Instanz widerfährt, die sie nicht besiegen können. Sie bleiben zurück mit ihrer Wut und ihrer Trauer, aber sie leben weiter. Wenn Gerechtigkeit nicht möglich ist, dann muss man sich entscheiden, wie viel die Rache wert ist. Die meisten Menschen entscheiden sich dafür, dass sie nicht mehr wert ist als das eigene Leben. Denn, auch wenn es sich oft nicht so anfühlt, es gibt immer noch etwas zu verlieren.
Joshs Weg ist die bewährte Überlebenstaktik, doch Marcels Entscheidung ist die, die bewundert wird. Aus der Masse heraus werden die bewundert, die aufstehen und sich wehren, auch wenn sie dabei am Ende meist den Kürzeren ziehen. So ist es im Lauf der Geschichte oft gewesen. Und es ist ein passendes Vermächtnis für Davina, die ebenfalls lange und erbittert gegen die Ungerechtigkeiten gekämpft hat, die ihr und ihren Lieben widerfahren sind.
Marcel gebührt Respekt für seine Entscheidung. Selbst in seiner Rache bleibt er moralisch auf dem hohen Weg. Er plant nicht von hinten herum den großen Schlag, so, wie Kinney (Jason Dohring), Vincent (Yusuf Gatewood) und Kol (Nathaniel Buzolic) es tun. Er tritt den Originals entgegen und erklärt ihnen, was passiert. Das lässt fast die Hoffnung offen, dass er noch Hoffnung auf eine gütliche Einigung hat. Er diskutiert und er klagt an, er gibt Gelegenheit zur Verteidigung.
Dann kippt seine Offenheit in eine Art Selbstmord und man kann hellhörig werden. Er sagt Klaus ins Gesicht, dass der nicht ruhen kann, solange Marcel lebt. Und er wiederholt es so oft, bis Elijah schließlich zur Tat schreitet. Der muss unter der Handlung leiden. Es passt so gar nicht zu Elijah, einen alten Freund unwiederbringlich zu opfern, wenn noch kein anderer Weg ausprobiert wurde. Und mittlerweile sollten alle gelernt haben, dass die Orakel selbsterfüllend sind. Durch Davinas Tod haben sie sich Marcel erst zum Opfer gemacht. Eine weitere Person zu töten, ist also nicht der geschickteste Schachzug...
Elijah landet also auf der Anklagebank und die Gründe sind nicht so wasserdicht, wie die The Originals-Autoren uns glauben machen wollen. So einfach wie mit Hayley (Phoebe Tonkin) sollte er nicht davonkommen. Sich selbst zu vergeben, ist wenige Stunden nach der Tat noch nicht das große Thema, so, wie die Hybridin ihm vormachen will. Und dann nutzen die Autoren seine Schulgefühle auch noch, um ihn in Hayleys Arme zu treiben, buh! So geht es nicht. Das ist kein guter Start für eine Beziehung, das ist schwaches storytelling.
Überraschung
Doch am Ende kommt alles ganz anders. Schuldgefühle werden bald keine Rolle mehr spielen, denn Marcels Tat war eine Art Selbstmord. Er wollte, dass die Mikalesons ihn mit eigenen Augen sterben sehen - und wie ist das besser zu bewerkstelligen, als sich von ihnen töten zu lassen? Damit sie überrascht sind, dass er noch da ist.
Detective Kinney glaubt, dass ein Tod eine Spur hinterlassen muss und denkt dabei an Dinge wie Notrufe und Krankenhausakten. Niedlich, der Ahnungslose. Vincent (Yusuf Gatewood) hat dennoch einen Vorschlag, wie man die Kriminellen rankriegen kann.
Polizeidienstmarken sind dabei nicht viel wert. Mit Magie schaffen sie es zu Davina und ermöglichen Kol einen letzten Abschied. Es kommt zur vermutlich emotionalsten Szene zwischen den beiden und endlich, endlich zu der Gelegenheit, für Davina Rache zu nehmen an denen, die ihr Unrecht getan haben. Zwar nicht allen, aber erstaunlich vielen Übeltätern auf einmal. Einen besseren Abschied, wenn es schon einer sein muss, hätte man ihr kaum geben können.
Alles, was Marcel in der Episode Give 'Em Hell Kid tut, tut er mit dem Bewusstsein, dass der große Showdown erst noch kommt. Doch trotzdem fühlen seine Worte sich aufrichtig an. Er hätte auch schneller von den Mikaelsons getötet werden können, das ist ja im French Quarter nicht das große Problem. Aber er nutzt die Gelegenheit, ihnen noch einiges mitzuteilen, was ihm wohl schon länger auf der Seele brennt. Und er beweist damit, dass sie auch einen zweiten Weggefährten opfern, um sich zu schützen. Nun geht nicht nur Davina auf das Mikaelson-Konto, sondern in gewisser Weise auch Marcel selbst. Er holt sich damit das Recht, den bevorstehenden Feldzug gegen die Originals wirklich einzuleiten.
Fazit
Endlich rückt Marcel mal wieder in den Mittelpunkt der Story, das macht die Episode Give 'Em Hell Kid schon mal wunderbar. Und darüber hinaus sehen wir am Ende die beste Anti-Mikaelson-Front, die man sich vorstellen kann. Marcel, Kol, Vincent, Josh und Kinney sind die Underdogs dieser Staffel, diejenigen, denen immer wieder kleineres und größeres Übel widerfahren ist und die sich stets zurückhalten mussten. Oft haben sie den Weg gewählt, der oben beschrieben wurde. Oft haben sie zurückgesteckt, weil sie wussten, dass sie nicht gewinnen können, oft auch, weil sie alleine waren. Doch jetzt endlich haben sie sich zusammengefunden und gemeinsam versprechen sie uns nun ein großartiges Staffelfinale.
Trailer zur Episode „The Bloody Crown“ (3x22) der US-Serie „The Originals“:
Verfasser: Serienjunkies.de am Mittwoch, 18. Mai 2016The Originals 3x21 Trailer
(The Originals 3x21)
Schauspieler in der Episode The Originals 3x21
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