The Originals 3x22

Oh ja, Give 'Em Hell Kid war eine großartige Episode. Aber nun sind wir an der Hand der The Originals-Autoren einen Schritt weitergegangen und was wir im Staffelfinale The Bloody Crown geboten bekommen, kann damit nicht mithalten.
Zeitsprung gesucht
Letztendlich läuft alles, was in der Episode geschieht darauf hinaus, dass Hayley (Phoebe Tonkin) die alle Mikaelson-Geschwister bis auf Klaus (Joseph Morgan) in einen Umzugswagen lädt und sich aufmacht, quer durchs Land zu reisen um alle drei Heilmittel zu finden und ganz nebenbei ein magisches Kleinkind aufzuziehen. Man darf stark vermuten, dass wenn wir sie in der vierten Staffel wiedersehen, ungefähr drei Jahre vergangen sind. Damit die Mikaelsons und ihre Gegner und Freunde wieder in einer Zeitspur laufen mit den alten Bekannten aus Mystic Falls in The Vampire Diaries. Diesen Zeitsprung zu erklären scheint das oberste Ziel der Folge zu sein.
Denn das meiste, was darum herum passiert, ist ärgerlich unerklärlich und oft leider altbekannt. Marcel (Charles Michael Davis) hat schon in seiner ersten Herrschaft seinen Hof mit einem gehörigen Schuss römischer Gladiatorvibe gehalten. Und so tut er es auch dieses Mal. Doch statt seiner einstigen Verbündeten, von denen ja nicht so viele übrig sind, holt er sich alle Vampire ins Publikum, die Klaus in seiner jahrhundertelangen Karriere als Original zum Vampir gemacht hat. Doch so sehr Marcel auch versucht furchtbare Geschichten von deren Wandlungen zu erzählen, die ganze Sache hinkt. Woher kommen die plötzlich alle? Und hat Klaus sich wirklich Respekt verschaffen wollen indem er die Menschen, die ohnehin schon am unteren Rand der Gesellschaft leben, noch verhöhnt? Klingt nach einem Plan, der seinem Intellekt nicht angemessen ist. Sie haben keine andere Funktion als im Innenhof rumzustehen und an alte Zeiten von Marcels Regentschaft zu erinnern. In der ganzen Episode finden sich derartige willkürliche Entwicklungen. Rebekah (Claire Holt) zu sehen ist immer schön, aber wenn sie so sehr zur charakterlosen Requisite mit perfektem Timing verkommt, dann wäre es besser, sie hätten sie im Sarg mitgenommen zur großen Reise. Damit legen die Macher ja nur den Finger in die Wunde, dass nach Davinas und Camis Tod niemand an interessanten, starken Frauenfiguren da ist.
Zwischendurch sah es aus als wenn Hayley die Krone alleine übernehmen könnte, aber nun ist sie ebenfalls zu einem Sidekick für Elijah (Daniel Gillies) verkommen. Alles, was sie alleine tun darf, werden wir wohl nicht zu sehen bekommen, da es zwischen den Staffeln passieren wird. Und die Romanze mit Elijah, das gemeinsame Aufwachen, der melodramatische Kuss in den Sarg, das alles wirkt wie ein fehlgeleitetes Fangeschenk. Zu guten Zeiten hätte ich den beiden alles Glück der Welt gewünscht, aber das ist nicht die Zeit dafür. Und wir haben nicht einmal besonders schöne Szenen der beiden bekommen. Wie lange wird die Idylle wohl halten? Vermutlich ebenfalls nur bis zur nächsten Staffel.
Den ganzen Aufwand also treiben sie für de Zeitsprung, der eigentlich auf dem MIst der TVD-Macherinnen gewachsen ist. Schade, dass man nicht einfach Marcels Augenaufschlag der letzten Episode als Ausklang genutzt hat.
Ist hier noch jemand?
Vor allem weil das Staffelfinale The Bloody Crown auch keiner der Fuguren zur Ehre gereicht. In die Episode gegangen bin ich mit großer Wut auf die Mikaelsons und am Ende muss man auch noch Marcel dazufügen. Während Elijah und die anderen sich ohnehin schon furchtbar arrogant aufführen, gerät Marcel erst im Laufe der Episode auf einen Machttrip, der ihm ebenfalls nicht steht. Wirklich, er fläzt sich wie ein hormonell verwirrter Teenager auf einen Thron um Rebekahs Anklage zu hören, die sie ja sowieso nur unter einem Zauber macht. Marcel, bitte, reiß dich zusammen und nimm uns nicht den letzten aufrechten Vampir, dem man zujubeln kann.
Doch aus dem Nichts kommt jemand diesen Job zu übernehmen. Aus der Seele spricht mir am Ende der Episode plötzlich Vincent (Yusuf Gatewood). Und er zeigt, dass die Hexen so einiges draufhaben können in New Orleans. Aber viel Zeit bekommt er dafür leider nicht. Und man kann nur hoffen, dass die Autoren das bis zur nächsten Staffel nicht wieder vergessen werden.
Fazit
Welches Ziel haben die Autoren mit diesem Staffelfinale verfolgt, abgesehen von dem offensichtlichen, nämlich einen Zeitsprung zu erklären? Am Ende kann man keinder der Hauptfiguren mehr aufrichtig zujubeln außer dem kurzen Lichtblick, den Vincent bietet. Doch Klaus und die anderen sind nicht auf interessante Art böse geworden, sondern führen einfach einen Egoismus vor, für dem man sich mehr schämt als alles andere.
Verfasser: Serienjunkies.de am Samstag, 21. Mai 2016The Originals 3x22 Trailer
(The Originals 3x22)
Schauspieler in der Episode The Originals 3x22
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?