Outlander 3x13

© amie und Claire in „Outlander“ (c) Starz
Es ist eine dieser Outlander-Folgen, bei der man nicht weiß, ob sie einem so richtig, richtig gut gefallen soll, weil sie alles hat, was einen mitnimmt und mitreißt. Oder ob man sich einfach nur gehetzt fühlen soll, weil irgendwie alles in die letzte Folge reingequetscht wurde, was noch hinein muss.
Wie man zwei Männer gleichzeitig rettet
Wir erinnern uns, Jamie (Sam Heughan) wurde in The Bakra noch in letzter Minute gefangen genommen und soll nach England überstellt werden. Claire (Caitriona Balfe) erhielt den Auftrag, Young Ian (John Bell) zu befreien. Doch die gute wäre nicht Claire, wenn sie nicht multitaskingfähig wäre. So erteilt sie Fergus (Cesar Domboy) schriftlich den Auftrag, sich mit Lord Grey (David Berry) in Verbindung zu setzen, damit der wiederum Jamie aus Lieu..., sorry, Captain Leonards (Charlie Hiett) Fängen befreit. Etwas, was er ganz großartig macht und unter die Top fünf der besten Szene der Folge kommt. Eine Lehrstunde im abgehobenen Snobismus der britischen Oberklasse. Ein Traum. Und was für ein Blick, als Jamie den Raum verlässt - nie wird er von dem Schotten das bekommen, was er sich so sehnlich wünscht. Tragisch, einfach tragisch...
Übrigens war der Weg zu Jamies Rettung die einzige echte Szene mit Fergus und Marsali (Lauren Lyle), die ihren Angetrauten kurz, aber eindrucksvoll daran erinnert, dass sie seine Ehefrau ist und sich nicht mit einem „Du bleibst hier und wartest“ abspeisen lässt. Schade, man hätte sehr gern mehr von den beiden gesehen. So aber kümmern sie sich darum, dass Jamie wieder freikommt und Claire sieht zu, dass sie Ian findet. Ob es dabei die beste Idee war, als weiße Frau in die Sklavenquartiere zu gehen und dabei „IAN“ zu schreiflüstern - da kann man geteilter Meinung drüber sein...
Glücklicherweise darf Claire sich bei Geillis (Lotte Verbeek) immer noch mehr erlauben als andere und so kann sie sie überzeugen, dass sie nicht gegen sie gearbeitet hat - auch wenn sie dabei offenbart, ein Kind zu haben, was Geillis, kein Stück blöd, gleich als das 200 Jahre alte Baby ausmacht, das für einen schottischen König getötet werden muss. Von da an geht es Schlag auf Schlag - Claire findet Ian, kann ihm aber nicht helfen, Jamie findet Claire und beide machen sich auf, den Neffen zu retten.
Hexenkreis auf Jamaikanisch
Seltsamerweise werden Jamie und Claire festgehalten, als sie in das Ritual der Sklaven gelangen, Margrets Bruder Archie (Mark Hadfield) aber nicht, er kann sich völlig frei unter den befreiten Schwarzen bewegen, obwohl er mit seiner Nähe zu Geillis eigentlich für die Sklaven gefährlicher werden könnte. Doch das hilft ihm nicht, Willoughby (Gary Young), der sich mit Margret (Alison Pargeter) bei diesem Ritual als Gast befindet, bringt ihn um, als er wie jeher versucht, seine Schwester zu drangsalieren und zu befehligen. Nicht ohne Jamie und Claire vorher erklärt zu haben, was Geillis vorhat.

So wird er zum Menschenopfer und Jamie macht sich mit Claire auf, Brianna in der Zukunft zu retten. So wichtig das Ganze für die Informationsfindung ist - ein wenig mehr Zeit hierfür wäre durchaus gut gewesen. Gerade die Szene um Archie und seinen Tod wirkte doch sehr gehetzt. Andererseits: Er war ein opportunistischer, seine Schwester misshandelnder Idiot und hat nicht viel mehr verdient. Also rennen sie in die Höhle, die auf Jamaika die Funktion des Craigh na Dun innehält - in ihr kann man in der Zeit reisen und Geillis ist fest entschlossen, genau das zu tun. Doch es ist nicht Jamie, der seine Tochter rettet, sondern Claire, die im Endeffekt Geillis in einem, ehrlich gesagt, jetzt nicht so spektakulären Kampf tötet. Eine spannende Wendung, die so vielleicht nicht vorauszusehen war. Zuvor war jedenfalls stets Jamie für das dreckige Geschäft des Tötens zuständig. So schließt sich zudem noch ein Kreis, hat sie doch die Frau getötet, deren Überreste sie 200 Jahre später in den Händen halten wird. Es sind diese Details in dieser Zeitreise, für die man Outlander lieben muss.

Der Weg ist das Ziel - Schottland
Auf dem Weg zurück nach Schottland finden die beiden endlich wieder Zeit für sich. Lange sechs Minuten. Sicherlich, man könnte die eine oder andere Minute für anderes abgezweigt haben, aber mal ehrlich - die meisten wollen die beiden nach etlichen Episoden mal wieder Dinge tun sehen, die zur Abwechslung nichts mit Tod und Verderben zu tun haben. Außerdem zeigt sich, dass die beiden wirklich und ehrlich wieder zusammengehören. Ohne Zweifel. Steht zu hoffen, dass selbige auch nicht mehr reingeschrieben werden - das Ding sollte jetzt endlich durch sein.
Doch die Gefahren gehen weiter: Ein Sturm zieht auf und Jamie versucht, das Schiff stabil zu halten. Seine Verwandtschaft, bis auf Claire natürlich, bleibt mehr oder minder widerstandslos unter Deck und alle überleben das Schiffsunglück insgesamt recht unbeschadet, während Claire (was macht sie auch da draußen - bei dem Sturm kann sie auf Deck doch keine Verletzten behandeln...) über Bord geht. Jamie wäre nicht Jamie, wenn er nicht hinterherspringen und sie retten würde - die Frau ist ja ein wenig wie eine Katze mit ihren neun Leben... In einem sehr weisen Entschluss hat man davon abgesehen, die Staffel mit einem Cliffhanger ausklingen zu lassen und hat die beiden gerettet. Unsere Helden werden an die schöne Küste von Georgia gespült, zu den neuen Kolonien von Amerika. So sind sie also dort angekommen, wo Claire gerne und Jamie nicht hin wollte. Die Chancen stehen gut, dass sie erst mal dort bleiben werden.
Und sonst noch?
Abgesehen vom Stakkato der Ereignisse stört mich eigentlich nur eins an der Folge ernsthaft: die Art und Weise, wie mit Nichtweißen umgegangen wird. Ja, nennt mich politisch korrekt, aber die dritte Staffel ist mittlerweile so weit vom Buch „Voyager“ abgewichen, dass man durchaus einige Änderungen mehr hätte einfügen können. Da wäre zum Beispiel der Vergleich, den Claire im Dschungel zieht. In Schottland die weißen, elfengleichen Hexen, die feengleich über die Wiese gleiten. Hier die Schwarzen, die stampfend Hühnerblut trinken und auch Menschenopfer nehmen, wenn es sich gerade anbietet. Der Sklave Hercules wird komplett als Mensch ignoriert, er ist lediglich ein dummer Sklave, der für seine Herrin töten würde und danach einfach geht. Auch nur ansatzweise Hintergründe gehen gegen null.

Mr. Willoughby hingegen verdient noch nicht mal gesprochene Glückwünsche, als er ankündigt, mit Margret ein neues Leben auf Martinique anfangen zu wollen. Ihm wird auch nicht gedankt, als er Jamie und Claire „rettet“. Sicher, viele Dinge mögen der Zeit geschuldet sein, aber es hätte nicht viele Showsekunden in Anspruch genommen, um den Eindruck auszuräumen, dass hier einfach (im besten Falle) gedankenlos gehandelt wird. Schade.
Fazit
Wenn man aber dieses Detail außer Acht lässt, ist das Staffelende durchaus furios. Wie gesagt, man kann es auch als gehetzt betrachten, aber eines ist es sicherlich nicht: langweilig. Außerdem gibt es so etwas Ähnliches wie einen temporären Schluss, bei dem alle in Sicherheit sind und es dennoch einen Ausblick auf viel Neues, Spannendes gibt, was da kommen könnte... Die vierte Staffel verspricht anders, aber dennoch weiterhin sehr sehenswert zu werden.
Verfasser: Sabine Stevenson am Montag, 11. Dezember 2017Outlander 3x13 Trailer
(Outlander 3x13)
Schauspieler in der Episode Outlander 3x13
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